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fredag, september 14

Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens

Karin Månsdotter wurde vermutlich am 6. Oktober 1550 im Uppland geboren, wobei bei einigen Aufzeichnungen allerdings auch der 6. November als Geburtstag angegeben ist, und wuchs, bevor sie Hofdame wurde, in einfachsten Verhältnissen auf, denn ihr Vater Måns war Landsknecht, also eine Art Wärter für Gefangene und die die Geschwister der Mutter waren einfache Landwirte. Eine Beschäftigung im Schloss war daher bereits ein bedeutender gesellschaftlicher Aufstieg für Karin Månsdotter.

Karin Måndotters Geschichte beginnt im Jahre 1565, als sie die Kammerjungfrau von Elisabet Vasa war. Sehr schnell reihte sich die 15-jährige in die Gruppe der Liebhaberinnen des Königs Erik XIV. (Erich XIV.) ein, wobei es ihr jedoch gelang bald alle anderen Liebhaberinnen vom König fernzuhalten um eine gewisse Sonderstellung beim König einzunehmen, eine Situation, die vom Hofstaat und dem Reichsrat lediglich geduldet war.

Noch im gleichen Jahr gewährte Erik XIV. Karin Månsdotter eine Behandlung, die eher einer Königin als einer Liebhaberin gerecht wurde, denn sie bekam eigene Diener, konnte ihre Kleidung selbst wählen und hatte eigene Räume im Schloss. Und als im kommenden Jahr die gemeinsame Tochter Sigrid geboren wurde, so wurde das Kind unmittelbar als Prinzessin behandelt.

Am 13. Juli 1567 verheiratete dann der Erzbischof Karin Månsdotter heimlich mit Erich XIV. Auch wenn der Reichsrat davon informiert war und widerwillig zugestimmt hatte, wurde die Hochzeit dann erst am 4. Juli 1568 mit einer offiziellen Trauung und am folgenden Tag mit der Krönung bestätigt, obwohl Katarina, wie sie als Königin genannt wurde, bereits seit Dezember des Vorjahres als Königin angesprochen werden musste und auch über ein königliches Siegel verfügte.

Da der schwedische Hochadel mit der Entscheidung des Königs nicht einverstanden war und dieser Katarina auch nicht als würdige Königin des Landes empfand, obwohl sie in der Zwischenzeit die Sitten des Hofes gelernt hatte, wurde der König im September 1568 abgesetzt und durch Johan III. ersetzt. Karin Månsdotter, die erste von bisher drei schwedischen Königinnen aus bürgerlichem Haus, übte daher ihre königliche Macht nur ein knappes Jahr lang aus.

Als der ehemalige König gefangen genommen wurde, folgte ihm Karin Månsdotter mit den Kindern von einem Gefängnis zum nächsten, wobei das zweite Kind, Gustav Eriksson Vasa, allerdings der offizielle Thronerbe war und, einmal erwachsen, jederzeit seine Rechte geltend machen konnte.  

1573 wurde die Ehe zwischen Karin Månsdotter und dem ehemaligen König Erik XIV. im Auftrag von Johan III. geschieden und Karin wurde mir den Kindern im Schloss Åbo gefangen genommen. Zwei Jahre später wurde Karin Månsdotter der Thronfolger genommen und sie sollte ihren Sohn erst 1596 wieder sehen. Karin blieb bis zum Tode ihres früheren Mannes im Jahre 1577 gefangen, erhielt dann jedoch von Johann III. das Gut Liuksiala in Finnland auf Lebenszeit zugeteilt, wo sie bis zu ihrem Tod am 13. September 1612 ein zurückgezogenes Leben führte. Bemerkenswert dabei ist auch, dass ihr Gut während der Bauernaufstände in Finnland das einzige adelige Gut war, das von den Bauern nicht geplündert wurde, was auf ein sehr gutes Verhältnis zeugen kann, das Karin zur einfachen Bevölkerung pflegte.

Während ihres Aufenthalts in Liuksiala machte Karin Månsdotter nur eine einzige Reise nach Schweden, als sie 1582 den König, Katarina Jagellonica und Katarina Stenbock treffen sollte. Bei dieser Gelegenheit übergab ihr der König weitere Besitztümer ihres ehemaligen Mannes. Ihrem Sohn Gustav war Schweden für immer verwehrt und die Tochter Sigrid wurde zurück an den königlichen Hof gerufen und heiratete zweimal hohe Adelige. Die beiden Söhne Henrik und Arnold, die während der Gefangenschaft ihres Mannes geboren worden waren, existierten für das Königshaus nicht.

Karin Månsdotter ist die einzige schwedische König, die nicht auf heute schwedischem Raum beerdigt wurde, sondern in der Domkirche in Åbo (Turku) liegt.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, augusti 16

Katarina Jagellonica, Königin von Schweden

Katarina Jagellonica wurde am 1. September 1526 im polnischen Krakau als Tochter von Sigismund I. und Bona Sforza von Milano geboren. Ihre Ehe mit Johan, dem Herzog von Finnland, am 4. Oktober 1562 löste geradezu eine Krise in Schweden aus, zumal es nach dem Tod von Gustav Vasa bereits zu Thronstreitigkeiten zwischen den Halbbrüdern Erik und Johan gekommen war bei denen Erik als Sieger hervorgegangen war.

Erich XIV. (Erich XIV.) betrachtete die Ehe mit Katarina Jagellonica, die nicht nur zwölf Jahre älter als Johan war, sondern auch noch streng katholisch und aus Polen war, als Verrat an, auch deswegen, weil sich Johan weder für die schwedische noch die polnische Seite aussprach, obwohl die beiden Länder ein gespanntes Verhältnis zueinander hatten.

Katarina Jagellonica ahnte vermutlich von den Problem, die durch die Eheschließung auch auf sie zukamen, kaum etwas, da Polen zu jener Zeit des vermutlich toleranteste Land Europas war, denn dort waren unter katholischer Dominanz auch Protestanten, Juden und Moslems anerkannt und konnten, im Gegensatz zu nahezu allen anderen europäischen Ländern, ihren Glauben offen bekennen.

Obwohl Gustav Vasa sämtliche Religionen, außer dem Protestantismus, verboten hatte, garantierte Johan seiner Frau Katarina Jagellonica ihren katholischen Glauben beibehalten zu können und selbst zwei Priester aus Polen mit nach Åbo, dem damaligen Sitz des Herzogs Johan, mitbringen durfte. Die Ehe und die Tatsache, dass sich Johan weigerte sich klar für ein Land auszusprechen, führte bereits im Juni 1563 dazu, dass Johan wegen Hochverrats zum Tode verurteilt wurde. Als er sich freiwillig stellt, wird die Strafe jedoch in eine Gefangenschaft verwandelt.

Als Johan dann im Schloss Gripsholm seine Strafe antrat, folgte ihm seine Frau Katarina ohne dazu gezwungen zu sein, aber als Katholikin folgte sie ohne zu zögern auch der Aussage „bis der Tod euch scheidet“, die in die Eheringe graviert war. Die Gefangenschaft, während der das Ehepaar zwei Kinder bekam, war relativ locker und dauerte vier Jahre in der das Ehepaar sehr viele Bücher las.

Rund ein Jahr nachdem Herzog Johan und Katarina Jagellonica frei gekommen waren, wurde Johan, durch ein Konspiration gegen den Halbbruder, zum schwedischen König Johan III. und Katarina wurde zur Königin Schwedens.

Katarina Jagellonica wirkte bis zu ihrem Tod im September 1583 kaum auf die Geschichte Schwedens ein und führte ein sehr zurückgezogenes Leben, das vermutlich auch mit ihrem Glauben zu tun hatte, da Schweden zu jener Zeit jede geringste katholische Bewegung oder Aussage als Ketzerei betrachtete. Katarinas Umgangskreis war daher vermutlich extrem eingegrenzt.

Ein Zeichen, dass Johan III. den Glauben seiner Frau in höchstem Grad tolerierte, sieht man auch an einem Bauwerk, das bis heute an Katarina von Schweden erinnert, denn der König gab dem Gebäude auf Lovön, das er für seine Frau bauen ließ, den Namen Drottningholm. Bereits unter Gustav Vasa war dort der Kungsgård mit dem Namen Torvesund angelegt worden, der dann mit in Drottningholm einging. Es handelt sich daher um das einzige Schloss Schwedens, das noch nach der Reformation einer streng katholischen Königin gewidmet wurde.

Noch während der Gefangenschaft auf Schloss Gripsholm wurde die Tochter Elisabet geboren, die jedoch im Alter von nur zwei Jahren starb und Sigismund, der später als Sigismund III. König von Polen  wurde und Großfürst von Litauen war. Die Tochter Anna kam nur wenige Monate vor der Krönung des Vaters zum König Schwedens zur Welt und war dadurch eine schwedische Prinzessin, die sich allerdings, im Gegensatz zur Mutter, für die polnisch-schwedische Politik einsetzte und bereits in sehr jungen Jahren überzeugte Protestantin wurde. Nach polnischem Aberglauben spukt Anna Vasa als „Weiße Dame“ im polnischen Schloss Golub Dobrzyńslottet.

Copyright: Herbert Kårlin