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lördag, juni 2

Megalithgräber in Schweden

Megalithgräber wurden in Schweden ausschließlich während der Steinzeit errichtet, genauer genommen zwischen 3600 vor Christus und 1800 vor Christus. Bereits das Wort Megalithgrab sagt aus, dass es sich bei dieser Art von Gräbern um große Steingräber handelte, denn „mega“ bedeutet groß und „lithos“ ist der Stein im Altgriechischen. Verglichen mit mehr südlicheren Ländern entstand dieser Grabtyp in Schweden relativ spät, denn in der Bretagne gehen Megalithgräber bis 4800 vor Christus zurück, sind also über tausend Jahre älter als in Schweden.

Während die Geschichtsschreibung in vielen Ländern Megalithgräber ganz allgemein als Dolmen bezeichnet werden, unterscheidet man in Schweden drei typische Grabarten, die aufeinander folgen und unterschiedlichen Kulturen zugeordnet werden. Man beginnt bei Dolmen (Dösen), setzt dann mit Ganggräbern (Gånggriften) fort und die Megalithgräber der letzten Epoche nennt man Steinkisten (Hällkistor).

Das einzige Zeichen, das allen Megalithgräbern gemein ist, ist die aus Stein errichtete Grabkammer, denn auch wenn die Außenmauern am häufigsten aus aufrechten Steinblöcken gebaut sind, so findet man hier auch jede andere Art von Struktur bis zu kalt gemauerten Wänden. Das Dach kann aus einer einzigen großen Steinplatte oder auch mehreren Platten bestehen. Viele Megalithgräber haben einen Eingang, aber auch das ist nicht grundsätzlich der Fall, ebenso wenig wie die auf den Gräbern errichteten Stein- oder Erdhügeln. Wie es diesen Unterschieden kam ist allerdings unbekannt.

Das Erstaunlichste bei Megalithgräbern sind indes die Steinplatten, die als Abdeckung dienten, da die schwersten unter ihnen bis zu 25 Tonnen wiegen. Bis heute weiß man nicht wie diese schweren Platten transportiert und exakt über den Gräbern verlegt werden konnten.

Da Megalithgräber in ganz Europa eine gewisse Ähnlichkeit haben und den gleichen Bautyp aufweisen, nimmt man an, dass die Völker jener Epoche in irgendeiner Weise in Kontakt miteinander waren und sich ihre Kenntnisse daher von Süden Richtung Norden ausdehnten. Wie jedoch dieses Kontaktnetz funktionierte, ist bisher nicht bekannt.

Ein weiteres Rätsel besteht darin, dass Megalithgräber in Schweden nur in bestimmten Gegenden zu finden sind und, vor allem in Mittelschweden, diese Bestattungsart vollkommen unbekannt war, obwohl zwischen den Bevölkerungsgruppen kaum eine Distanz zu überwinden war, wenn man vergleicht, dass die Völker der jüngeren Steinzeit (Neolythikum) in Westschweden eine Verbindung bis nach Frankreich unterhalten haben müssen, was die verschiedenen Funde von Werkzeugen und Waffen aus jener Zeit beweisen.

Auch die Verbindung zwischen Dösen (Dolmen) und der Trichterbecherkultur (Trattbägarkulturen) ist noch eine der offenen Fragen der Geschichte, zumal sich in Südschweden eine enge Verbindung dazwischen zeigt. Auch hier ist Falbygden mit seinem Grabfeld eines der bedeutendsten Beispiele, und zusätzlich die Ausnahme, da der Ort nicht an der Küste liegt.

Warum die gleiche Kulturgruppe  der Jungsteinzeit an einer Stelle Megalithgräber benutzte und an anderen nicht, führte zu verschiedenen Theorien, wovon jedoch keine wirklich bestätigt werden kann.
Copyright: Herbert Kårlin

söndag, maj 20

Megalithische Ganggräber (Gånggrifter) in Schweden

Megalithische Ganggräber (Gånggrifter) können in gewisser Weise als Fortentwicklungen der Dolmen (Dösen) betrachtet werden, denen ein Gang hinzugefügt wurde und die damit eine gewisse T-Form erhielten. Dieser zugefügte Gang, der dem Grabtyp seinen Namen gab, führt in die eigentliche Grabkammer in der Tote auch sitzend beigesetzt werden konnten.

Die 380 in Schweden offiziell verzeichneten Ganggräber entstanden zwischen 3350 und 3200 vor Christus, also Ende des Mesolithikum (Mittlere Steinzeit), auch wenn sie noch danach verwendet wurden. Die meisten Gånggrifter, nämlich 230 Stück, findet man in Västergötland, wobei sich allein 127 davon bei Falbygden, also der Umgebung von Falköping befinden. 30 wurden dann im Bohuslän errichtet, 45 in Skåne (Schonen), sechs im Halland und vier auch auf Öland. In welcher Weise ein Zusammenhang zwischen diesen Gräbern besteht, ist wenig bekannt, außer dass es sich vermutlich um die gleiche Volksgruppe handelte, die diese Grabmonumente benutzte.

Nach archäologischen Funden fanden die letzten Beerdigungen in den Ganggräbern noch während der Eisenzeit statt, wobei die Funde jedoch sehr spärlich sind und daher nicht sehr viel über die Kultur dieser Epoche aussagen. Die Gånggrifter in Schweden waren mehrheitlich bis zu einem Drittel ihrer Höhe mit Erde angehäuft. Aber in einigen Fällen wurden auch regelrechte Grabhügel über ihnen errichtet.

Die bedeutendsten Ganggräber Schwedens entdeckte man bei Falbygden, im Gebiet zwischen Vänern und Vättern. Unter den 127 sicheren und 77 vermuteten Gräbern der Gegend findet man bei Karleby das größte in Schweden bekannte Ganggrab, (Ragnvalds Grav) das eine Grabkammer von 17 Meter Länge und einen Gang von elf Meter Länge aufweist. Die Grabkammer ist hier also um rund sieben Meter länger als in den sonst üblichen Gånggrifter des Landes. Interessant bei Karleby ist auch, dass hier dreizehn Ganggräber parallel nebeneinander errichtet wurden.

Im Gräberfeld Ekornavallen bei Falköping, wo sich ebenfalls vier Gånggrifter befinden, fand man einige Keramikscherben, die eine Verbindung zur Trichterbecherkultur (Trattbägarkulturen) zeigen, aber da die Ganggräber über eine längere Epoche hinweg von verschiedenen Volksstämmen benutzt wurden, kann man nicht sagen, ob die Gräber und die Keramik  gleichzeitig entstanden und daher eine logische Verbindung besteht.

Die Archäologie hat die schwedischen Ganggräber nach ihrer Form in fünf Gruppen eingeteilt, was jedoch keinerlei Hinweise darauf gibt, ob die Gräber von der gleichen Gruppe an Einwanderern erbaut wurden, oder von unterschiedlichen Gruppen, da die Form der Anlagen auch von der Art der Steine und anderen Umständen abhängen konnte.
Copyright: Herbert Kårlin