Visar inlägg med etikett Paläolithikum. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Paläolithikum. Visa alla inlägg

torsdag, juni 14

Die ersten Menschen in Schweden

Wenn man von den ersten Menschen in Schweden spricht, so sprechen die Archäologen und Geschichtswissenschaftler des Landes von drei unterschiedlichen Gruppen und Problemen, denn die erste Frage lautet, ob sich bereits vor der letzten Eiszeit Menschen in Schweden befanden, die zweite Frage ist, wann die ersten Jäger nach Beginn der Eisschmelze auftauchten und die dritte Frage betrifft die Herkunft der ersten Menschen beider Kategorien.

Da man in Atapuerca in Spanien, in Tautavel in Frankreich und in Damanisi in Georgien Skelette und Steinwerkzeuge fand, die über 500.000 Jahre alt sind, liegt die Frage nahe, ob es in dieser vorgeschichtlichen Epoche nicht auch in Skandinavien Menschen gab. Diese Frage ist jedoch, gerade wegen der letzten Eiszeit und den geografischen Veränderungen Schwedens kaum zu beantworten, denn falls es vor der Weichsel-Eiszeit Menschen in Schweden gab, so wurden alle Knochen und Gerätschaften dieser Epoche durch Gletscher und Moränen entweder zerquetscht oder aber verlagert und liegen tief im Fels eingebettet. Die Chance eine brauchbaren Fund aus dieser Vorzeit zu machen, ist daher noch geringer als eine Nadel in einem Heuhaufen zu finden.

Natürlich gab es immer wieder Archäologen, die Funde vorlegten, die auf Menschen vor der letzten Eiszeit hindeuteten, aber ein Teil der Funde verschwand mittlerweile auf unerklärliche Weise und die Fundstücke können daher nicht mehr mit modernen Methoden untersucht werden, oder aber es handelt sich um einige wenige Flinte, also Gesteinssplitter, die auf eine menschliche Präsenz schließen lassen könnten, die aber auch auf natürliche Weise entstanden sein können. Das Alter dieser wenigen Flinte sagt aus diesem Grund wissenschaftlich gesehen sehr wenig aus. Es ist daher zu befürchten, dass man die erste Frage der Archäologen nach einer menschlichen Existenz vor der letzten Eiszeit nie beantworten kann.

Auch die Ankunft der ersten Menschen nach der Eiszeit ist kaum einzugrenzen, da ein Fundort, auf Grund der Erdbewegungen, Moränen und der Landhebung, nicht der Ort sein muss an dem sich auch Menschen aufhielten, die genaue Datierung der wenigen Fundstücke sehr schwierig ist und vermutlich noch mehr in Fels und Erde verbogen liegt als bisher überhaupt gefunden wurde. Man kommt daher auch durch die Simulation der Eisschmelze nur zu einem halbwegs klaren Ergebnis und nimmt an, dass die ersten Jäger Schwedens zwischen 12.000 und 9000 vor Christus in Skåne (Schonen) ankamen, nicht zuletzt deswegen, weil hier eine Landverbindung zum heutigen Dänemark und Deutschland existierte, da das Wasserniveau damals über 100 Meter tiefer lag als heute. Es ist jedoch ebenso möglich, dass der erste Jäger bereits 1000 oder 2000 Jahre früher seinen Fuß auf das heutige Schweden setzte, da bereits zu dieser Zeit Stellen in Schweden eisfrei waren und erste Tiere existierten.

Und auch die dritte Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, da die Geografie Schwedens sowohl vor der letzten Eiszeit als auch zur Zeit als das Eis zu schmelzen begann, nicht mit der heutigen Geografie zu vergleichen ist.

Ob daher die ersten Jäger aus dem östlichen Raum oder dem südlichen oder südwestlichen Raum kamen, kann heute niemand sagen. Ebenso wenig weiß man welche Strecke sie zurücklegten oder warum sie sich nach dem unwirtlichen Norden aufmachten, denn aus klimatischen Gründen wäre eine Bewegung nach Süden weitaus logischer gewesen. Handelte es sich daher um eine Art Völkerwanderung? Waren diese nomadischen Jäger Ausgestoßene, die keine andere Wahl hatten als in Schweden ihr Glück zu suchen? Niemand kann diese Frage eindeutig beantworten so lange man nicht über mehr Fundstücke aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit) verfügt, die einen eindeutigen Vergleich mit Fundstücken anderer Kulturen zulassen.

Und selbst diese Vergleiche werden Fragen offen lassen, da die Bearbeitung eines Steins auch von der Art des Steins abhängt, also auch die Form der ersten Werkzeuge und Waffen nicht sehr viel aussagen muss. Genau genommen kann man nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob diese ersten Jäger permanent im alten Schweden lebten oder nur zur Jagd kamen, denn die Theorie, dass es sich nur um kurzzeitige Aufenthalte handelte, baut auf die wenigen Fundstellen und unsere heutige Denkweise, die uns sagt, dass die Winter der frühen Steinzeit in Schweden zu hart für einen permanenten Aufenthalt waren.

Vielleicht folgten aber die ersten Jägern auch ganz einfach den Bewegungen der Jagdbeute, also den Tieren. Aber dies werden wir nur erfahren, wenn neue Fundstellen ausfindig gemacht werden können, was jedoch durch die maschinelle Bautechnik der heutigen Zeit immer unwahrscheinlicher wird, da hierbei eine Steinaxt oder eine Pfeilspitze eher zerstört als entdeckt wird.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, juni 7

Das Mammut in der schwedischen Geschichte

Auf Grund der Eiszeit, vor allem dem Druck des Eises und der Bewegung der Gletscher, und der geringen Funde kann man heute nicht mehr sagen wann die ersten Mammuts (Mammuthus primigenius) in Schweden gelebt haben und in welchen Regionen des Landes die Tiere vorkamen. Sicher ist jedoch, dass das Mammut während der Eiszeit und zu Beginn des Paläolithikum (ältere Steinzeit) in größeren Teilen Schweden vorkam.

Untersuchungen des jüngsten Fundes von Stoßzähnen bei Lockarp in Skåne beweisen, dass dieses Tiere etwa 11.000 Jahre vor Christus in Schweden lebte, also zu einer Zeit als bereits die ersten Jäger in Südschweden unterwegs waren, die vermutlich die Tiere auch jagten. Die ältesten Tiere, die man bisher nachweisen konnte, lebten bereits vor rund 30.000 Jahren im Land, einer Epoche, als nahezu ganz Schweden von Eis bedeckt war.

Das Wollhaarmammut, auch sibirisches Mammut genannt, lebte gewöhnlich an der Grenze zwischen Tundra und Eis, was jedoch die Lokalisierung der Tiere im urzeitlichen Schweden etwas erschwert und manche Fragen mit sich bringt, da man unter den rund 30 Fundstellen des Landes auch Zähne und Knochen der Tiere im Jämtland fand, die Eismassen aber alles, was sich auf ihrem Weg befand, mit den Gletschern Richtung Süden bewegte. Da Mammuts sich von Pflanzen ernährten, so bedeutet dies auch, dass nicht ganz Schweden durchgehend von Eis bedeckt sein konnte.

Auch wenn die Funde von Zähnen, Stoßzähnen und Skelettteilen von Mammuts relativ gering sind und neue Funde wegen dem Einsatz von Maschinen beim Straßenbau nahezu ausgeschlossen sind, so folgen diese Funde aus den 30er und 40er Jahren einem gewissen Muster. Die meisten Funde konnte man im Südwesten Schwedens und in Lappland machen. Durch Altersbestimmungen der Zähne und Skelette kann man heute die Bewegungen des Eises oder auch Erwärmungen des Landes während der Eiszeit nachweisen, ein Forschungsgebiet mit dem sich gegenwärtig die Universität in Lund beschäftigt.

Den bedeutendsten Fund konnte man 1944 bei Pilgrimstad im Jämtland machen, wo man, außer Zähnen eines Mammuts, auch neun Skelettteile fand. Die Mammuts in Jämtland, oder nördlicher, lebten dort bereits mehrere Tausend Jahre bevor die ersten Menschen in die Gegen kamen, und fanden ausreichend Nahrung um zu überleben. Die Frage bleibt jedoch, ob sie dann wegen Kälteeinbrüchen starben oder aber rechtzeitig einen Zugang zur nahezu eisfreien Küste im Süden oder Südosten hatten.

Bei den acht Funden von Mammutzähnen, Stoßzähnen und Oberschenkeln in Skåne sind sich die Forscher sicher, dass die Tiere weiter im Norden lebten und durch die Bewegung der Gletscher an die Fundstellen gebracht wurden. Da das älteste der entdeckten Tiere vor rund 30.000 Jahren lebte, kann man davon ausgehen, dass zu dieser Zeit ein ganzer Teil Südschwedens eisfrei war und, theoretisch, um diese Zeit bereits andere Tiere in Südschweden gelebt haben. Dass bereits während der Eiszeit Menschen nach Schweden kamen ist jedoch kaum wahrscheinlich, da selbst in Deutschland die ältesten menschlichen Knochen des Homo sapiens nicht älter als 14.000 Jahr alt sind.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 10

Die ältere Steinzeit (Paläolithikum) in Schweden

Das Paläolithikum, die älteste Epoche der Steinzeit, erstreckt sich in Schweden von etwa 13.000 vor Christus bis 10.000 vor Christus, wobei es einigen Teilen Schwedens sogar bis 8000 vor Christus reicht und damit eine sehr große geschichtliche Epoche umfasst, die unmittelbar der Weichsel-Eiszeit folgte. Da sich das Inlandeis sehr langsam zurückzog, konnte man im südlichsten Teil Schwedens, dem heutigen Skåne, bereits erste Menschen nachweisen, als Nordschweden noch unter einer dicken Eisschicht verborgen war.

Nach den verschiedenen Funden, die zu Beginn des Paläolithikum sehr sparsam sind und sich dann im Laufe der Jahrtausende häufen, unterscheidet man bei der Altsteinzeit drei verschiedene Beisiedlungsepochen, die man als Hamburg-Kultur, Bromme-Kultur und Ahrensburg Kultur bezeichnet. Diese drei Gruppen an Jäger-Kulturen kann man insbesondere an der Art der Waffen, die sie benutzten, unterscheiden.

Auch über die Tier- und Pflanzenwelt der Altsteinzeit weiß man relativ wenig, da man während der Altsteinzeit sehr starke Klimaschwankungen verzeichnete, die die Tundravegetation nur sehr langsam fortschreiten ließ, was vermutlich auch dazu führte, dass das Wollhaarnashorn, das Mammut und die Riesenhirsche sehr früh in Schweden ausstarben und Rentiere, Wölfe und Schneehasen, die sich vom Süden aus ausbreiteten, dann ihren Platz einnahmen.

Auf Grund der starken klimatischen Schwankungen und der relativ geringen eisfreien Fläche zu Beginn des Paläolithikum, kann man davon ausgehen, dass sich frühestens mit der Ahrensburger Kultur Menschen auch über eine längere Epoche auf schwedischem Boden niederließen oder sich eventuell einzelne Gruppen sogar bereits hier festsetzten..

Noch heute verfügen wir über sehr wenig Kenntnisse über die schwedische Altsteinzeit, da man zu wenige Fundstellen auf schwedischem Boden zählt. Vieles, was man heute als gegeben nimmt, sind Erkenntnisse aus dem dänischen und norddeutschen Raum, also den Stellen von denen aus vermutlich die ersten Jäger nach Schweden aufbrachen.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, april 5

Die Ahrensburger Kultur in der schwedischen Geschichte

Die Ahrensburger Kultur (Ahrensburgkulturen) ist die letzte Phase des Paläolithikum (Altsteinzeit) in Schweden und folgt damit der Hamburg-Kultur und der Bromme-Kultur. Diese Epoche erstreckt sich zwischen 11.500 und 8000 vor Christus und wird oft auch als die Rentierjäger-Kultur bezeichnet, da sich in dieser Zeit Rentiere in ganz Südschweden verbreitet hatten und damit auch eine immer größere Anzahl an Jägern nach Schweden kamen und sich von der Jagd ernähren konnten.

Die Jäger der Ahrensburger Kultur verbrachten bereits längere Epochen in Südschweden und folgten den Wanderungen der Rene. Auch wenn das Klima in Skåne und Westschweden, den einzigen Stellen in denen um diese Epoche menschliche Wanderungen nachgewiesen werden konnten, noch zu hart für eine ständige Besiedlung war, so fanden die Jäger dennoch schon eine endeiszeitliche Tundra, die auch mit Bäumen durchsetzt war. Außer Rentieren kann man durch Knochenfunde beweisen, dass während der Ahrensburgkulturen bereits Bisonherden, Wölfe, Wildpferde, Biber, Luchse und Füchse in Südschweden eingewandert waren.

Der Name Ahrensburgkulturen wurde von Alfred Rust geschaffen, der im Stellmoor bei Ahrensburg, in der Nähe von Hamburg, eine Siedlung ausgegraben hatte in der man Steingeräte fand, die für die Zeit der Ahrensburg Kultur typisch sind. Außer Sticheln, Klingen und Pfeilspitzen (Mikrolithen), konnte man insbesondere auch Bogen finden, die während dieser Epoche erstmals als Jagdgeräte auftauchten.

Die Ahrensburger Kultur konnte dann nach Alfred Rust, der seine Entdeckung in den 30er Jahren machte, auch in anderen Teilen Norddeutschlands, den Niederlanden, Polen, Belgien und Südschweden nachgewiesen werden, wobei ein Teil der Geschichtsforscher annimmt, dass die Ahrensburgkulturen eine Fortentwicklung der Bromme-Kultur ist.

Die sehr zahlreichen Knochenfunde in den ehemaligen Ansiedlungen beweisen auch, dass die Jäger der Ahrensburger Kultur im Grunde nur Rentiere jagten und die anderen Tierarten nur von geringem Interesse für die Jäger des späten Paläolithikums waren. Rentiere dienten jedoch nicht nur der Ernährung, sondern lieferten auch den Rohstoff für Kleidung, Schuhe, Zelte und die Hörner dienten dem Bau von Waffen.
 
Copyright: Herbert Kårlin

fredag, mars 30

Die Hamburg-Kultur während der schwedischen Steinzeit

Die Hamburg-Kultur (Hamburgkulturen) bezeichnet die älteste Epoche der schwedischen Steinzeit (Paläolithikum) zwischen 15.000 und 11.500 vor Christus, also jene Zeit, als sich das Eis langsam aus dem südlichsten Schweden zurückzog und dadurch die ersten Menschen das heutige Schweden betraten.

Da die Landschaft und das Klima jener Zeit noch bedeutend von der vorhergehenden Eiszeit geprägt waren, ist es auszuschließen, dass während der Hamburg-Kultur eine Gruppe Menschen permanent in Schweden wohnte. Dies bestätigen auch die wenigen Funde aus dem schwedischem Raum, die alle auf ein Nomadenleben schließen lassen.

Der Name Hamburg-Kultur wurde vom deutschen Geschichtsforscher Gustav Schwantes geschaffen, da man 1931 und 1933 die ersten Funde, die man dieser Epoche der Altsteinzeit zuschreiben konnte, bei Hamburg gefunden wurde. Später konnte man dann auch im dänischen Jels auf Jylland und am Finjasjön bei Mölleröd im schwedischen Skåne ähnliche Funde entdecken, die belegen, dass eine Verbindung zwischen den drei Fundstellen zu sehen ist.

Nach den Funden in allen Gebieten in denen die Hamburg-Kultur nachzuweisen ist, handelte es sich dort um vorübergehende Ansiedlungen von Jägern, die hauptsächlich Rentiere jagten, auch wenn einige Reste von Wildpferden, Hasen, Füchsen und Vögeln gefunden wurden. Diese Jäger bewohnten Rundzelte, die vermutlich jenen ähnelten, die Eskimos noch vor 200 Jahren auf Grönland benutzten.

Woher diese Jagdgruppen, die sich vor allem durch die Anwendung von Kerbspitzen aus Silex (Hamburgpilspetsar) und Harpunen oder Speere aus Knochen und Geweih auszeichnen, ist bis heute ungewiss, denn die Spuren führen sowohl zur Magdalénien-Kultur aus dem südwestlichen Frankreich wie auch zu den russischen Jägerkulturen. Sicher ist lediglich, dass die Jäger der Hamburg-Kultur (Hamburgkulturen) aus dem europäischen Raum kamen, auch wenn unbekannt ist, warum sie sich während ihrer Jagdzüge so weit von ihrer Heimat entfernten.
Copyright: Herbert Kårlin

måndag, februari 13

Die Bromme-Kultur in Schweden

Die Bromme-Kultur, in Deutschland auch oft Lyngby-Kultur genannt, bezeichnet die Schlussphase der Älteren Steinzeit (Paläolithikum) und umfasst die Zeitspanne zwischen 11.500 bis 10.500 vor Christus. Ihren Namen bekam sie vom dänischen Amateur-Archäologen Erik Westerby, der im Jahre 1944 eine Ansiedlung in der Nähe von Sorø (Dänemark) fand, wobei es die zahlreichen Fundstücke später erlaubten die Ausbreitung dieser Kultur sowohl in Norddeutschland als auch bei Segerbro in der Nähe von Malmö nachzuweisen.

Während der Bromme-Kultur entstanden die ersten festen Ansiedlungen auf südschwedischem Raum, was man aus den Resten von gefundenen Häuser, den Feuerstellen und anderen Fundstücken schließen kann. In Schweden bezeichnet man diese Epoche auch oft als die Epoche der Renjäger, da dies die Hauptbeute der damaligen Jäger war. Neben den Renen wurden jedoch auch andere Tiere wie Wildpferde, Biber oder Vielfrass gejagt. Elche, die um diese Zeit bereits in südlicher Regionen nachgewiesen werden konnten, lebten während der Bromme-Kultur jedoch noch nicht in Schweden. 

Die Bromme-Kultur unterscheidet sich von der vorhergehenden Hamburg-Kultur und der folgenden Ahrenburg-Kultur vor allem durch die Anwendung bestimmter Werkzeuge und Waffen. Die in dieser Epoche verwendeten Ahlen (sticklar), Schaber (skrapor), Pfeilköpfe (tångespetsar) und einfacheren Bohrer (borrar) kann man in mehreren Museen Schwedens finden, vor allem jedoch im Nationalmuseum in Kopenhagen, wo die größte Sammlung an Fundstücke aus der Bromme-Kultur aufbewahrt und ausgestellt wird.

Da sich das Klima während der Bromme-Kultur in Schweden erneut abkühlte, ist es nicht sicher, dass Südschweden während der gesamten Epoche bewohnt war oder nur während der etwas wärmeren Phasen, wobei die wenigen Ansiedlungen, die man bisher gefunden hat, sehr wenig darüber aussagen. Zahlreiche Historiker gehen davon aus, dass sich die Ansiedlungen der Bromma-Kultur jeweils dem Klima anpassten und sich Schweden immer wieder entvölkerte oder nur von Jagdgruppen besucht wurde. Falls weitere Ansiedlungen dieser Epoche gefunden werden sollten, so lässt sich unter Umständen die Entwicklung der Bromme-Kultur in Schweden genauer verfolgen.
Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, januari 12

Die Steinzeit in Schweden

Die Steinzeit in Schweden bezeichnet jene Epoche, in der die Geschichte des menschlichen Lebens im Lande begann und umfasst die Zeit zwischen etwa 13.000 vor Christus und 1500 vor Christus und schlisst sich daher der letzten Eiszeit an. Dies erklärt auch, warum die Steinzeit im Süden Schwedens weitaus früher begann als im Norden.

Die Steinzeit wird in Schweden üblicherweise in drei Epochen eingeteilt, nämlich das Paläolithikum (13.000 v.Chr. - 10.000 v. Chr.), auch ältere Steinzeit oder Jägersteinzeit genannt, und in die Hamburg-Kultur, die Bromme-Kultur und die Ahrensburg Kultur unterteilt wird, das Mesolithikum oder die Mittlere Steinzeit (10.000 v. Chr. - 4000 v. Chr.), ein Zwischenstadium, das auch als die Zeit der Jäger und Sammler bezeichnet wird und, je nach Region, drei oder vier Kulturgruppen  umfasste und das Neolithikum (4000 v. Chr. - 1500 v. Chr.), die jüngere Steinzeit, die auch oft als Bauernsteinzeit betrachtet wird und in der man drei verschiedene Kulturgruppen nachweisen konnte, die allgemein als frühes Neolithikum (Frühneolithikum), mittleres Neolithikum und spätes Neolithikum bezeichnet werden..

Die ältesten Fundstücke, die beweisen, dass sich in Schweden Menschen aufhielten, gehen auf das Endstadium der älteren Steinzeit zurück, was jedoch nicht bedeutet, dass nicht bereits etwas früher Menschen den Boden Schwedens betreten haben, da Steinwerkzeug aus dieser Epoche nur sehr schwer zu finden ist und auch meist während der späteren Besiedlung Schwedens zerstört wurde.

Als Übergang von der älteren Steinzeit der Jäger und Fischer zur mittleren Steinzeit betrachtet man die Epoche in der die Tundra in Südschweden verschwindet und mit ihr auch Tiere wie Mammut, Riesenhirsch oder Wollnashorn. Das Verschwinden dieser Tiere zwang die Menschen vermutlich dazu immer mehr auf Fischfang, die Jagd auf Kleintiere und eine Ergänzung aus vegetarischer Nahrung zurückgreifen, wobei man allerdings bedenken muss, dass zu Beginn des Mesolithikum das Wasser um bis zu 120 Meter höher stand als heute, da die Landhebungen gerade erst eingesetzt hatten. Alle Fundstücke dieser Epoche werden daher an höheren Stellen des Landes gefunden. Auch die Ostsee gehörte damals noch zu den Salzmeeren und wurde daher von anderen Fischen als heute bevölkert.

Während man weiß, dass sich im Laufe der älteren Steinzeit die ersten Menschen nicht fest in Schweden ansiedelten, weiß man in dieser Hinsicht über die mittlere Epoche relativ wenig. Vermutlich gab es zu dieser Zeit sowohl feste Ansiedlungen als auch Nomaden und selbst Jägergruppen, die vermutlich aus dem Süden und Osten kamen und sich nur vorübergehend in Schweden aufhielten. Da uns nur relativ geringe Funde der mittleren Steinzeit zur Verfügung stehen und die Bevölkerungszahl relativ gering war, können wir die Lebensweise der Menschen dieser Epoche nur ahnen. Selbst die Megalithgräber aus der Epoche des Mesolithikum wurden nahezu alle geplündert bevor sie wissenschaftlich untersucht werden konnten.

Erst über das Neolithikum wissen wir weitaus mehr, da sich ab dieser Epoche eine größere Menge an Menschen in Schweden fest niederließ und Archäologen über zahlreiche Funde verfügen, die vieles über das Leben und die Wohnsituation der Menschen der jüngeren Steinzeit sagen. Woher die Population der jüngeren Steinzeit kam, ob es sich mehr um einen Kinderreichtum handelte oder eine permanente Einwanderung, darüber streiten sich Geschichtswissenschaftler nach wie vor, denn trotz aller wissenschaftlicher Methoden konnte man keine der Theorien eindeutig bestätigt finden. Sicher ist jedoch, dass die Menschen der jüngeren Steinzeit fest angesiedelt waren und in gewissem Umfang auch Landwirtschaft betrieben haben.
Mittlerweile ist es durch DNA-Analysen auch gelungen nachzuweisen, dass sich  während des Neolithikum in Ostschweden Menschen aus dem östlichen Raum aufhielten und in Westschweden auf jeden Fall Menschen aus dem Mittelmeerraum auftauchten.

Auf Grund der reichhaltigen Funde, die man zeitlich sehr gut einteilen konnte, wird das Neolithikum in ebenfalls drei Epochen eingeteilt, nämlich das frühe Neolithikum, das mittlere Neolithikum und das späte Neolithikum. Allerdings muss man bei dieser Einteilung berücksichtigen, dass die Entwicklung in Nordschweden in vieler Hinsicht erst sehr viel später als in Süd- und Mittelschweden einsetzte, so dass man alle Aussagen zur schwedischen Steinzeit nur für den südlicheren Teil des Landes voll anwenden kann und erst die jüngere Steinzeit sich auch auf den nördlichen Teil Mittelschweden ausdehnte.

Copyright: Herbert Kårlin