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tisdag, maj 1

Die Zisterzienser in der schwedischen Geschichte

Auch wenn der Zisterzienserorden nicht der erste katholische Orden war, der sich in Schweden niederließ, so spielen die konservativen Zisterzienser dennoch eine sehr bedeutende Rolle im Schweden des 12. und des 13. Jahrhunderts. Nachdem der französischen Orden aus Clairvaux 1143, mit Unterstützung von Sverker den äldre und Ulvhild Håkansdotter, die beiden Klöster Alvastra und Nydala gegründet hatte, dauerte es nur 100 Jahre bis die Zisterzienser sechs Klöster für Mönche und acht für Nonnen in Schweden gegründet hatten und mit zu den größten Grundbesitzern des Landes gehörten.

Diese schnelle Entwicklung der Zisterzienser in Schweden war natürlich nur möglich, weil sie sehr eng mit den Königen und Bischöfen zusammenarbeiteten und dadurch auch sehr viele Spenden in Form von Ländereien und Rechten oder Privilegien erhielten. Allerdings muss man dies auch in Zusammenhang damit sehen, dass es völlig normal war, dass Töchter wohlhabender Bürger, von Königen und selbst königliche Witwen, gegen Zahlung einer angemessenen Summe, sich ins Kloster zurückzogen, was den Klöstern nicht nur Geld, sondern auch Einfluss brachte.

Nachdem der Katholizismus jener Zeit auch noch weitaus deutlicher Himmel und Hölle kannte, wollten sich auch wohlhabende Bürger und Bauern, die eigentlich keinen politischen Einfluss hatten, das Seelenheil erkaufen. Diese Schicht hatte zwar nicht das Kapital um ein Familienmitglied ins Kloster zu schicken, aber gegen die Spende von Wald und landwirtschaftlichen Gütern konnten sie auf Klostergrund begraben werden und durch einen Ablass von allen Sünden befreit werden.

Alle Zisterzienserklöster Schwedens, ausgenommen das Herrevads Kloster in Skåne, wurden direkt oder indirekt von Mönchen auch Clairvaux gegründet, wobei die Entwicklung der Zisterzienser erst im 13. Jahrhundert durch das Erscheinen der Bettelmönche in Schweden gebremst wurde, die bereits durch weitaus geringere Spenden das Seelenheil versprachen und damit eine weitaus breitere Schicht der Bevölkerung ansprachen, ohne dass diese Mönche auch mit der Königsgewalt gleichgesetzt wurden.

Da die Gründung eines Zisterzienserklosters von der Gabe eines Königs abhing, war auch die Verbindung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht sehr eng. Die Grundstücke der Klöster waren umgeben vom Eigentum der Krone und die königliche Familie konnte sicher sein nach dem Tode einen Ehrenplatz in der Klosterkirche zu erhalten. Diese Struktur forderte daher eine sehr enge Zusammenarbeit, die sich für die Landbevölkerung eher negativ auswirkte, die sich jedoch, aus Angst vor der Hölle, kaum Widerstand gegen die Forderungen eines Klosters leisten wagte.

Bei den Zisterzienserklöstern ist auch zu beachten, dass sie eine andere Struktur hatten als jene anderer Orden, denn es gab die Mönche, die sich ausschließlich der geistigen Arbeit widmeten und Kontakte pflegten, aber es gab auch Laienbrüder, die für die Schwerarbeit und die Landwirtschaft verantwortlich waren. Da die Ländereien und die Landwirtschaft jedoch zu umfangreich für die Laienbrüder waren, wurden diese von der Landbevölkerung unterstützt. Die einfache Bevölkerung kam nie mit den Mönchen in Berührung und die ehrgeizigen Laienbrüder wollten bei den Mönchen Ansehen gewinnen und forderten daher von der Bevölkerung nahezu Unmögliches. Wenn man bedenkt, dass das Kloster Nydala 250 Güter besaß und damit der größte Landbesitzer Smålands war, so kann man sich die Abhängigkeit der Bevölkerung von den Klöstern der Zisterziensern sehr gut vorstellen.

Sämtliche Klöster der Zisterzienser wurden im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa enteignet und sind heute nur noch als Ruinen zu sehen, auch wenn die Ruinen von Alvastra, Nydala, Vreta, Varnhem, Askeby, Roma, Riseberga, Gudberga und das einzige Zisterzienserkloster in Skåne, Herravads, noch einen Eindruck von der Macht der schwedischen Klöster des Mittelalters bieten können. Eine etwas besondere Rolle nimmt das Kloster Varnhem ein, das auf Grund der Arn-Bücher von Jan Guilloux und dem  Film über die Geschichte der Tempelritter nach den Büchern von Jan Guilloux, ein touristischer Magnet wurde und mittlerweile über ein Klostermuseum verfügt.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, april 22

Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin

Rikissa von Polen, die nach verschiedenen Aufzeichnungen abwechselnd am 12. April 1106 oder am 12. April 1116 geboren wurde und frühestens im Jahre 1156 starb, war dreimal verheiratet und jedes Mal mit einem geschichtlich wichtigen Herrscher. In der ersten Ehe mit Magnus Nilsson wurde sie erstmals Königin von Schweden, in der zweiten Ehe mit Volodar von Minsk (Wladimir Wsewolodowitsch) zur russischen Fürstin und in der letzten Ehe mit Sverker den äldre (Sverker dem Älteren) erneut zur Königin Schwedens.

Die erste Ehe Rikissas war rein politischer Natur, denn ihr Vater, Boleslav III. von Polen war mit dem Nils von Dänemark im Bunde, indem sie gemeinsam und erfolgreich gegen Wartislav von Pommern kämpften. Aber auch nach dem Sieg über Pommern arbeiteten die beiden Könige Hand in Hand, denn Boleslav versuchte sein Reich nach Norden auszudehnen und kämpfte dabei gegen die Venden, die vorher eine Bedrohung Dänemarks waren und Nils hatte es damit einfacher die noch aktiven Angriffe der vendischen Seeräubern abzuwehren. Um diesen Bund zu stärken wurde Rikissa von Polen mit dem dänischen Kronprinz Magnus Nilsson verheiratet.

Als Magnus Nilsson dann von den Västgötar (Westgauter) zum König Schwedens gewählt wurde, jedoch ohne die Unterstützung der Svear und der Östgötar (Ostgauter), die Ragnvald Knapphövde beziehungsweise Sverker den äldre als König wollten, wurde Rikissa von Polen Königin von Schweden. Vermutlich wäre sie auch noch Königin von Dänemark geworden, wenn ihr Ehemann und Nils von Dänemark nicht in einen Mord verstrickt gewesen wären, den ihnen das dänische Volk nicht verzieh. Aus dieser Ehe ging der Sohn Knut hervor, der später zum König von Dänemark gewählt wurde.

Als Magnus Nilsson im Jahre 1134 starb, reiste Rikissa von Polen zurück in die polnische Heimat, wo sie bereits ein Jahr später, vermutlich erneut auf Grund von politischen Interessen des Vaters, den russischen Fürsten Volodar von Minsk heiratete. Eigentlich sollte Volodar von Minsk dabei helfen die Macht des dänischen Königs zu untergraben, aber als gegen 1140 die Macht des Fürsten am Boden lag, war auch die Ehe zwischen Volodar und Rikessa nicht mehr von großem Interesse. Die Mehrheit der Geschichtswissenschaftler nehmen an, dass Rikissa in dieser Situation ihren Mann verließ und bereits die Rückkehr nach Schweden vorbereitete. Aus dieser Ehe mit Volodar ging die Tochter Sofia hervor, die später den dänischen König Valdemar den store heiratete.

Als Ulvhild Håkansdotter im Jahre 1148 starb, findet man Rikissa von Polen jedenfalls erneut in Schweden. Der Moment war gut gewählt, denn Sverker den äldre hatte Probleme im Västergötland, die durch eine Ehe mit Rikissa von Polen weitgehend aus dem Weg geräumt werden konnten. Auch diese Verbindung Rikissas ist daher politischer Natur, bringt ihr aber gleichzeitig wieder die Krone Schwedens. Aus der Verbindung ging der Sohn Burislev hervor, der später, gemeinsam mit seinem Halbbruder Kol, schwedischer Gegenkönig wurde.
Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, april 18

Ulvhild Håkansdotter wird Königin von Schweden

Ulvhild Håkansdotter wurde vermutlich im Jahre 1095 als Tochter des norwegischen Herrschers Håkan Finnsson geboren, der bisweilen als mächtiger Wikingerkönig beschrieben wird, auch wenn kaum etwas über ihn bekannt ist. Ulvhild gehörte in jedem Fall zum norwegischen Herrschergeschlecht Thjottaätten und hatte auf Grund der Familienverhältnisse ihre Fäden überall im Norden verbreitet.

Bevor Ulvhild Håkansdotter Sverker den äldre heiratete und damit Königin ganz Schwedens wurde, war sie bereits zweimal verheiratet. Die erste Ehe mit dem schwedischen König Inge den yngre war kinderlos, wobei Ulvhild, nach unbestätigten Quellen, ihren Mann im Jahre 1118 angestiftet haben soll seinen Mitregenten Filip zu ermorden. Als dann 1125 auch Ingve den yngre an einem vergifteten Getränk im Kloster Vreta plötzlich starb, richtete sich der Verdacht gegen Ulvhild Håkansdotter, die in jener Zeit eine Liebesaffäre mit Sverker Kolsson gehabt haben soll, ohne dass dies jedoch je bewiesen wurde.

In zweiter Ehe, die ebenfalls kinderlos war, war Ulvhild mit dem dänischen König Niels Svendsson verheiratet. Die Ehe dauerte jedoch nur relativ kurz, da Niels Svendsson bald darauf durch unerklärte Weise ermordet wurde, nachdem er sich allerdings bereits vorher selbst des Mordes schuldig gemacht hatte. Ulvhild musste Dänemark jedoch verlassen, wobei einige Geschichtswissenschaftler der Meinung sind, dass sie ihren Mann bereits vor seinem Tod verlassen habe, andere glauben, dass sie erst unmittelbar nach seinem Tod das Land verließ.

In der dritten Ehe heiratete Ulvhild Håkansdotter dann den schwedischen König Sverker den äldre, wobei sich dabei aus einer vorher als bösartig bezeichneten Frau eine extrem religiöse Christin entwickelte, die enge Beziehungen zum Erzbischof Eskil in Lund unterhielt und dann die Zisterzienser nach Östergötland holte und maßgeblich an der Gründung des Klosters Alvastra beteiligt war.

Da Ulvhild Håkansdotter mächtige Freunde im Västergötland hatte, verdankte es Sverker den äldre ausschließlich seiner Frau, dass er später dort als König anerkannt wurde und damit König von ganz Schweden wurde, was allen seinen Vorgängern verweigert wurde. Aber auch wenn Ulvhild ihren Mann auf den Thron von Västergötland bringen konnte, so war seine Lage dort prekär, warum er nach dem Tode Ulvhilds Rikissa von Polen heiratete, die ihm auch das dortige Volk näher brachte.

Unter den fünf Kindern, die aus der Ehe zwischen Ulvhild Håkansdotter und Sverker dem Älteren hervorgingen, ist man historisch gesehen nur bei zwei relativ sicher, dass Ulvhild tatsächlich die Mutter war. Zum einen handelt es sich dabei um den späteren König Karl Sverkersson, zum anderen eine Tochter, deren Namen nicht eindeutig belegt ist, die sich jedoch einen dänischen König heiratete und bisweilen als Helena bezeichnet wird.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, april 15

Das Sverkerska Ätten, das Königsgeschlecht der Sverker

Das Sverkerska Ätten oder das Geschlecht der Sverker regiert in der Zeit zwischen 1130 und 1250 wechselweise mit dem Erikska Ätten, wobei sich die beiden Linien zwischen 1150 und 1220 auf das Äußerste bekämpften, da beide Linien die Königskrone Schwedens beanspruchten.

Das Sverkerska Ätten erhielt seinen Namen nach dem ersten König dieser Linie, Sverker den äldre (Sverker der Ältere), der zwischen 1130 und 1156 über Östergötland und das Sveareich herrsche. Die Königslinie der Sverker endete im Jahre 1222 mit dem Tod von Johan Sverkersson (Johan I.), da dieser bereits im Alter von 21 Jahren auf Visingsö starb und keine Kinder hinterließ.

Das Sverkerska Ätten gilt als das dem Papst ergebenen Königsgeschlecht, das intensiv daran arbeitete das Heidentum in Schweden endgültig auszurotten und jeden heidnischen Gottesdienst im Land verbot. Die Politik der Sverker baute auf eine enge Verbindung mit Rom, das auch über Bischöfe entscheiden durfte und hatte daher die Unterstützung der Kirche. Die Könige dieser Linie wurden vor allem von Östergötland und Dänemark unterstützt, hatten jedoch kaum Hilfe von norwegischer Seite zu erwarten, obwohl sich Sverker der Ältere mit der weit anerkannten norwegischen Ulvhild Håkansdotter verheiratet hatte. Die Sverker konnten auch nur auf einen kleinen Teil von Västergötland zählen.

Die kirchliche Neigung des Sverkerska ätten und ihrer Verbindung zum Östergötland kann man auch an den zahlreichen Klostergründungen der Sverker feststellen, insbesondere der Klöster Alvastra und Nydala, aber auch daran, dass sie als ihre zentrale Regierungsstelle die Insel Visingsö im Vättern wählten.

Das Sverkerska Ätten stellte insgesamt nur vier schwedische Könige, wobei man zwar weiß, dass Sverker den äldre dem Dänen Magnus Nilsson auf dem schwedischen Thron folgte, jedoch nicht überliefert wurde wer seine Vorfahren waren., so dass mehrere Autoren ihn von Sagenkönigen entstammen ließen.

Karl Sverkersson, der Sohne Sverker des Älteren, der in der Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus als Karl VII. bezeichnet wurde, war der erste König des Geschlechtes unter dem das Land einen Erzbischof erhielt und der in der Tat nur Karl I. war, da Johannes Magnus seine königlichen Vorfahren frei erfunden hatte.

Sverker den yngre, Sohne von Karl Sverkersson, regierte nur einige Jahre bevor er von Knut Eriksson im Kampf um die Krone getötet wurde. Er stärkte die päpstliche Macht in Schweden und war der Verfechter einer schwedischen Staatskirche.

Der letzte König des Sverkerska Ätten wurde dann Johan Sverkersson, der Sohn Sverker des Jüngeren, der bereits in sehr jungen Jahren das Christentum in Form eines Kreuzzuges nach Finnland und Estland bringen wollte, aber bereits mit 21 Jahren auf Visingsö starb.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 13

Das Alvastra Kloster

Das Alvastra Kloster am östlichen Vättern wurde im selben Jahr gebaut wie das Nydala Kloster, so dass man heute nicht mehr sagen kann welches das zweite und welches das dritte Kloster Schwedens nach Vreta war. Beide Klöster wurden von den französischen Zisterziensern gegründet, wobei das Alvastra Kloster möglicherweise auf Initiative von Ulvhild Håkansdotter, der Ehefrau des Königs Sverker den äldre (Sverker dem Älteren), entstand, die den Mönchen auch ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellte.

Das Alvastra Kloster, von dem heute nur noch Ruinen zu sehen sind, wurde 1143 gegründet und war bis etwa 1530 aktiv, als Gustav Vasa im Rahmen der Reformation sämtliche katholischen Klöster schloss. Das Kloster hatte im Mittelalter eine tragende Rolle, zumal von hier aus auch die Klöster Varnhem, Julita und Gudsberga gegründet wurden und der Abt des Klosters Alvastra zeitweise auch die Klöster Vreta, Askeby und Riseberga betreute.

Auch wenn man nicht weiß wie Ulvhild Håkansdotter oder auch Sverker den äldre auf die Idee kamen die Zisterzienser nach Schweden zu holen, so ist anzunehmen, dass der Erzbischof Erkil im Lidköping Stift die Idee beim Königspaar vortrug, zumal beide den Katholizismus in Schweden verbreiten wollten. In jedem Fall musste Erkil jeder Klostergründung in seinem Stift zustimmen.

Sämtliche Mönche und Laienbrüder, die bei der Gründung im Alvastra Kloster einzogen, kamen direkt aus dem französischen Stammkloster Clairvaux, wobei sowohl das Kloster als auch die Klosterkirche von Grund auf auch die Abteilungen der beiden Gruppen (Mönche und Laienbrüder) trennte und das Ziel hatte sich durch eigene Arbeit zu ernähren.

Im Gegensatz zu den anderen Zisterzienserklöstern, die in Schweden gegründet wurden, war Alvastra in der Nähe von Ansiedlungen erbaut und befand sich an einer Stelle, die nachweislich seit der Steinzeit bewohnt war. Da das Kloster von den Mönchen und den Laienbrüder gezeichnet und erbaut wurde, diente die französische Bauweise später auch anderen Bauten der Umgebung als Muster, so auch für den Bau der Heda Kyrka, die in der Nähe des Klosters erbaut wurde.

Das Alvastra Kloster gilt als die Grabkirche des Sverkerska ätten, wobei Sverker den äldre bereits dort begraben wurde bevor die Kirche vollständig fertig war, denn Sverker wurde 1156 ermordet und die Klosterkirche wurde erst 1185 eingeweiht. Außer den Königen des Sverker Geschlechts liegt auch Schwedens erster Erzbischof Stefan in Alvastra begraben, der im selben Jahr starb als die Kirche eingeweiht wurde.

Das Alvastra Kloster bekam dann im 14. Jahrhundert erneut eine bedeutende Rolle für die katholische Kirche in Schweden, da sich Ulf Gudmarsson, der Ehemann der Heiligen Birgitta dort zurückzog und dort starb. Die Heilige Birgitta ließ sich dann in nächster Nähe des Klosters nieder, wobei der damalige Subprior Peter Olofsson des Alvastra Klosters sämtliche ihrer Offenbarungen in Latein niederschrieb. Der gleiche Mönch schrieb dann auch, nach ihrem Diktat, die Regeln des Birgittinordens, die Regula Sancti Salvatori. Und nach dem Tod der Heiligen Birgitta schrieb Peter Olofsson dann auch noch ihre Lebensgeschichte und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Birgitta heilig erklärt wurde.

Als dann ab 1520 die Reformation in Schweden fortschritt, insbesondere aber nach dem Reichstag von Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527, waren die Tage des Klosters jedoch gezählt und schon wenige Jahre später hatte der letzte Mönch Alvastra verlassen, auch wenn dies von Gustav Vasa nicht ausdrücklich gefordert worden war.

Ab 1544 wurde dann auch das Alvastra Kloster, wie die meisten anderen katholischen Klöster des Landes, als Steinbruch verwendet. Die Steine der Klosters und der Klosterkirche findet man daher vor allem im Vasaschloss, dem Vadstena Schloss und dem Schloss Visingsborg, das Per Brahe der Ältere auf Visingsö erbaute. Dass heute noch eine Ruine des Alvastra Klosters zu sehen ist, verdankt man der Tatsache, dass dem Ort Hjo im Jahre 1797 untersagt wurde weitere Steine von den Klostergebäuden für den Bau ihrer Kirche anzuwenden.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch weiterhin Steine der Kirche und des Klosteranlage für kleinere Bauten benutzt und erst die Ausgrabungen in den Jahren 1921 und 1955 setzten weiteren Zerstörungen ein Ende.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 3

Der schwedische König Sverker den äldre (Sverker der Ältere)

Der schwedische König Sverker den äldre (Sverker der Ältere) wurde vermutlich gegen das Jahr 1100 geboren und wurde 1130 der erste König des Sverkserska ätten, des Königsgeschlecht Sverker. Seine Herkunft ist umstritten, da sein Vater nach dem isländischen Langfeðgatal ein gewisser Erik Årsäll war, nach der Västgötalagens kungalängt jedoch Cornube, wobei beide Namen geschichtlich nicht bestätigt werden können.

Sverker den äldre war ursprünglich der König von Östergötland und dem Sveareich, wurde dann aber, nach seiner Heirat mit Rikissa von Polen, auch als König des Västergötland tatsächlich anerkannt, was bedeutet, dass er gegen Ende seines Lebens bereits der König des damaligen Schweden war, wenn diese Position auch auf sehr wackeligen Beinen stand.

Die moderne Geschichtsforschung ist der Meinung, dass sich Sverker der Ältere Ehefrauen suchte, die ihm Stabilität im Land garantierten, auch wenn seine erste Verbindung mit einer ungenannten Frilla, was man mit Geliebter übersetzen kann, nicht zur Ehe führte, aber dazu, dass der gemeinsame Sohn Kol im Jahre 1167 die schwedische Krone beanspruchte.

Seine erste Ehe ging Sverker den äldre mit Ulvhild Håkansdotter ein, die aus einem mächtigen Adelsgeschlecht Norwegens stammte und zudem die Witwe von Inge den yngre war, was das schwedische Reich eng mit jenem Norwegens verband und an dieser Front Frieden garantierte. Aus der Ehe mit Ulvhild gingen möglicherweise fünf Kinder hervor, unter ihnen der spätere König Karl Sverkersson, Ingegerd, die als Priorin im Kloster Vreta wirkte und Johan, der wegen einer Frauengeschichte einen Krieg mit Dänemark provozierte und beim Kampf getötet wurde. Ulvhild verhalf Sverker den äldre auf den Thron von Västergötland, konnte ihm jedoch nicht die volle Anerkennung durch das Volk garantieren.

Nach dem Tod von Ulvhild Håkansdotter heiratete Sverker der Ältere die polnische Prinzessin Rikissa von Polen, die ihn aller Wahrscheinlichkeit nach überlebte. Auf Grund der Ehe mit Rikissa von Polen wurde Sverker den äldre auch als König des Västergötland akzeptiert. Aus der Ehe mit Rikissa ging ein Sohn hervor, Burislev, der später mit seinem Bruder Kol Anspruch auf den schwedischen Thron erhob und damit mit Knut Eriksson konkurrierte.

Sverker den äldre gilt als sehr christlicher König, der gemeinsam mit seiner Frau Ulvhild das Alvastra Kloster gegründet hat, das älteste Zisterzienserkloster Schwedens und an der Stelle einer alten Grabkirche die Kaga Kyrkan erbaute. Sverker der Ältere gilt auch als der Erbauer des Schlosses Näs auf Visingsö.

Sverker der Ältere wurde im Jahre 1156, auf dem Weg zur Weihnachtsmesse, von seinem Stallmeister ermordet und wurde in Alvastra begraben. Als Anstifter des Mordes vermutet man den dänischen Prinzen Magnus Henriksson, der mit dem Tode von Sverker möglicherweise für maximal zwei Jahre König von Schweden wurde. Allerdings ist diese Aussage geschichtlich nicht bestätigt.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, april 2

Das Näs Schloss in der schwedischen Geschichte

Das Näs Schloss (Näs Slott), heute eine Ruine an der Südspitze der Insel Visingsö, war im 12. Jahrhundert eine Königsresidenz von wo aus Sverker den äldre (Sverker der Ältere) und Karl Sverkersson, die das Schloss auch erbaut hatten, ihre Macht ausübten und das auch zu Beginn des folgenden Jahrhunderts noch das Zentrum der schwedischen Königsmacht war. Allerdings sprach man im Mittelalter noch nicht von einem Näs Schloss, sondern nur von Visingsö oder dem Visingsö Hus (Visingsö Haus), wobei Hus (Haus) zu jener Zeit der Begriff für jedes bedeutende Gebäude aus Stein war.

Obwohl das Näs Schloss die erste schwedische Reichsburg war, weiß man über das Gebäude, seine Befestigung und auch seine Bewohner, außer den Königen, relativ wenig. Dies liegt auch daran, dass Birger Magnusson das Schloss im Jahre 1318 an Dänemark verpfändete und nahezu die gesamte Anlage bei den wenig später entstehenden Streitigkeiten nahezu vollständig zerstört wurde und Teile davon im Vättern verschwanden.

Auf Grund der Aufzeichnungen aus dem Mittelalter nimmt man an, das Visingsö Hus ursprünglich eine komfortable Königsresidenz war, auch wenn die Verteidigungsanlagen nicht bedeutend sein konnten und daher die Erbauer wenig Angst vor Feinden hatten. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass sich bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts immer wieder Könige zum Näs Slott (Näs Schloss) zurückgezogen haben und dort zum Teil auch starben.

Auch wenn die Königsmacht sich dann letztendlich nach Stockholm verlagerte, so behielt die Krone große Besitztümer auf Visingsö, ohne jedoch dort wieder einen königlichen Bau anzulegen, denn Visingsborg (Visingsburg), die Ruine im Osten der Insel, ließ Graf Per Brahe gegen 1560 errichten. Auch als Karl XI. dann diesen Besitz im Jahre 1680 wieder unter die schwedische Krone stellte, so wurde dieses Gebäude nicht von den schwedischen Königen benutzt, sondern verwandelte sich 1716 zu einem Kriegsgefängnis.

In jüngerer Zeit erlangte das Näs Schloss jedoch durch die Filme über Arn Magnusson wieder einen gewissen Ruf, da die Burganlage hier mehrmals eine Rolle einnimmt, insbesondere als Knut Eriksson Karl Sverkersson auf Visingsö ermordert.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, mars 21

Die Insel Visingsö in der schwedischen Geschichte

Der Legende nach entstand Visingsö, die größte Insel im Vättern, als der Sagen-Riese Vist einen Grasbüschel in den See warf mit dessen Hilfe seine Frau trockenen Fußes über den See kommen sollte. Er selbst konnte so große Schritte machen, dass er in einem Schritt über den Vättern setzte.

Die Insel Visingsö war, wie Steinäxte, alte Gräber und andere Fundstücke beweisen, bereits während der Steinzeit bewohnt. Eines der sehr gut erhaltenen und über 3500 Jahre alten Gräber kann man heute bei Rökinge besichtigen. Steinhügelgräber und Grabfelder aus der Bronzezeit belegen dann, dass die Insel bereits sehr früh permanent bewohnt wurde.

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1995 und 1996 entdeckte man dann eine Vielzahl an Fundstücken aus allen Epochen der Eisenzeit, darunter ein Langhaus, das vermutlich gegen Christi Geburt erbaut worden war. In drei Grabfeldern entdeckte man dann noch etwa 850 Fundstücke der jüngeren Eisenzeit, also der Epoche der Wikinger. Diese Funde sind umso erstaunlicher, weil die Insel landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt war und dabei die größte Menge der Zeichen der Vergangenheit von Visingsö im Laufe der Jahrhunderte vollkommen zerstört wurden.

Die beiden Runensteine, die man auf Visingsö fand, sind heute im Museum eingemauert und können dort betrachtet werden. Die Menge der Funde und ihre Art lassen darauf schließen, dass Visingsö während des frühen Mittelalters ein wichtiges Handelszentrum war und seine Bedeutung etwa mit Birka verglichen werden kann. Im Gegensatz zu anderen Ansiedlungen dieser Epoche hatte sich auf Visingsö jedoch keine Stadt gebildet, sondern die Gebäude waren über die gesamte Insel verteilt. Die meisten dichter bewohnen Orte Visingös entwickelten sich erst im Laufe des 16. Jahrhunderts.

Ab der Jahr 1000 entwickelte sich Visingsö dann zu einem Zentrum der frühen königlichen Macht Schwedens, wovon insbesondere auch die Ruinen des Näs Schlosses, beziehungsweise die Näs Borg beweisen, das als das erste königliche Schloss Schwedens bezeichnet werden kann und vermutlich von Sverker dem Älteren (Sverker den äldre) und seinem Sohn Karl Sverkersson (1130 - 1167) erbaut wurde. Auf diesem Schloss starben anschließend mehrere Könige Schwedens, unter anderem auch Magnus Ladulås (1240 - 1290).

Auch als sich die Königsmacht nach der Zerstörung des Näs Schlosses (Näs Slott) immer mehr nach Stockholm verlagerte, so behielt die Krone ausgedehnte Besitzungen auf Visingsö. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erhielt dann der Graf Per Brahe die Insel als Grafschaft und begann unmittelbar mit dem Bau eines Schlosses (Visingsborgs Slott), das allerdings nur bis 1680 im Besitz der Familie blieb und dann von Karl XI. beansprucht wurde. Parallel dazu baute Brahe auch eine Schlosskirche, die heute zur Svenska Kyrkan gehört und die Gemeindekirche ist. Ab 1716 wurde das Schloss, dessen Ruine heute noch besichtigt werden kann, dann von Karl XII. als Gefängnis für Kriegsgefangene benutzt, die es jedoch, nach einer Legende, nach dem Tod von Karl XII. im Jahre 1718 in Brand setzten.  

Auch im 18. und 19. Jahrhundert blieb Visingsö ein beliebtes Ziel der schwedischen Königshäuser, die die Insel für die Forstwirtschaft nutzten und dort regelmäßig auf die Jagd gingen. Ab 1830 entschied sich dann Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte der schwedischen Monarchie, Eichen auf Visingsö anzubauen, die für den Bau von Kriegsschiffen und dem Ausbau der Handelsflotte gedacht waren. Die Wälder entgingen jedoch ihrem Schicksal, da die Eichen jetzt zwar erwachsen sind, für den Schiffbau jedoch kein Eichenholz mehr benötigt wird.

Als 1832 der von Baltzar von Platen gebaute Göta Kanal eröffnet wurde, begann dann für Visingsö eine neue Geschichte, die die Insel dem Tourismus öffnete, der vor allem ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Visingsö einen neuen Aufschwung brachte und dazu führte, dass nicht nur historische Gebäude und Fundstellen wieder aufgewertet wurden, sondern auch eine moderne touristische Struktur seinen Platz auf der Insel fand.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, mars 16

Karl Sverkersson, der König der Svearna und der Götarna

Karl Sverkersson (1130 - 1167) regierte zu jener Zeit, als sich das Erikska Ätten (Geschlecht Eriks) des Götalands und das Sverkerska Ätten (Geschlecht Sverker) des Svealands mehrmals abwechselte, da die beiden Geschlechter, die dem Stenkilska Ätten folgten, sich wechselweise die Macht über das damalige Schweden abjagten. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Karl Sverkersson nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, Sverker den äldre (Sverker der Ältere), an die Macht kam und dann seinerseits ebenfalls ermordet wurde.

Auch wenn Karl Sverkersson der erste offizielle schwedische König mit dem Namen Karl war, was zu Karl I. führen sollte, wird er nach der Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus von Johannes Magnus, allgemein als Karl VII. gerechnet. Bei seiner Aufzählung der schwedischen Könige hatte Johannes Magnus eigenwillig sechs weitere, frühere Könige mit dem Namen Karl erfunden um der schwedischen Königsgeschichte mehr Bedeutung zu geben.

Karl Sverkersson ist als Sohn von Sverker den äldre und dessen Frau Ulvhild Håkansdotter auf Visingsö geboren, dem damaligen königlichen Zentrum des Sveareiches. Er wurde spätestens im Jahre 1158 König von Östergötland (Sveareich) und 1161 der König über das gesamte damalige schwedische Reich. Im Jahre 1163 heiratete er Kristina Stigsdotter Hvide, die Tochter eines mächtigen Adeligen aus Skåne, Stig Hvitaled. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, nämlich Sverker den yngre (Sverker der Jüngere), einem späteren König Schwedens, und Kristina, die Nonne in einem Kloster wurde.

Karl Sverkersson rief sich nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, der zwischen 1155 und 1156 ermordet wurde, vermutlich unmittelbar als König aus, auch wenn die Beweise fehlen und er erstmals im Jahre 1158 als König von Östergötland erwähnt wird. Als er dann 1161 bei der Schlacht bei Örebro das dänische Heer von Magnus Henriksson besiegte und diesen während der Schlacht getötet hatte (dies ist geschichtlich etwas unklar), bezeichnete er sich als König der Svearna und der Götarna, also als Herrscher über das damalige schwedische Reich.

Kurz nachdem Karl Sverkersson die Macht über das damalige Schweden an sich gerissen hatte, setzte er 1164, in Übereinstimmung mit dem Papst, den schwedischen Bischöfen und dem Reichsrat Ulf jarl, in Schweden den ersten Erzbischof ein. Stefan von Alvastra, ursprünglich ein Mönch im Alvastra Kloster in Östergötland, wurde damit das Oberhaupt der katholischen Kirche mit seinem Hauptsitz in Gamla Uppsala. Die Ernennung von Stefan zum Erzbischof war die wichtigste „religiöse“ Entscheidung dieser Zeit, die dazu führte, dass sich sämtliche Bischöfe und Priester Schwedens von der dänischen kirchlichen Vorherrschaft in Lund lösen konnten. Karl Sverkersson galt seit Beginn seiner Macht als Gönner der Klöster Alvastra, Vreta und Nydala, was darauf hinweist, dass die Wahl eines Mönches des Alvastra Klosters zum Erzbischof kein Zufall war, sondern vielmehr ein politischer Schachzug des Königs.

Inwieweit Karl Sverkersson im Jahre 1164 in einen schwedischen Feldzug nach Russland beteiligt war, ist ungewiss, da nur russische Chroniken von diesem Ereignis sprechen und Russland auch damalige Herrscher im Raum des heutigen Finnland als Svear betrachtete.

Sicher ist jedoch, dass Karl Sverkersson 1167 von Knut Eriksson, dem Sohn Erich des Heiligen (Erik den heliges) auf Visingsö überfallen und getötet wurde und Knut damit die Königsmacht an sich riss. Nach alten Aufzeichnungen wurde Karl Sverkersson anschliessend im Alvastra Kloster begraben.

Aus der Regierungszeit von Karl Sverkersson stammt auch die älteste schwedische Urkunde, die vom Erzbischof Stefan verfasst und dann mit dem Sigel des Königs versehen wurde. Auch dieses Sigel ist das erste, das je in Schweden nachgewiesen werden konnte und zeigt den König auf seinem Thorn sitzend.


Copyright: Herbert Kårlin