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söndag, april 15

Das Sverkerska Ätten, das Königsgeschlecht der Sverker

Das Sverkerska Ätten oder das Geschlecht der Sverker regiert in der Zeit zwischen 1130 und 1250 wechselweise mit dem Erikska Ätten, wobei sich die beiden Linien zwischen 1150 und 1220 auf das Äußerste bekämpften, da beide Linien die Königskrone Schwedens beanspruchten.

Das Sverkerska Ätten erhielt seinen Namen nach dem ersten König dieser Linie, Sverker den äldre (Sverker der Ältere), der zwischen 1130 und 1156 über Östergötland und das Sveareich herrsche. Die Königslinie der Sverker endete im Jahre 1222 mit dem Tod von Johan Sverkersson (Johan I.), da dieser bereits im Alter von 21 Jahren auf Visingsö starb und keine Kinder hinterließ.

Das Sverkerska Ätten gilt als das dem Papst ergebenen Königsgeschlecht, das intensiv daran arbeitete das Heidentum in Schweden endgültig auszurotten und jeden heidnischen Gottesdienst im Land verbot. Die Politik der Sverker baute auf eine enge Verbindung mit Rom, das auch über Bischöfe entscheiden durfte und hatte daher die Unterstützung der Kirche. Die Könige dieser Linie wurden vor allem von Östergötland und Dänemark unterstützt, hatten jedoch kaum Hilfe von norwegischer Seite zu erwarten, obwohl sich Sverker der Ältere mit der weit anerkannten norwegischen Ulvhild Håkansdotter verheiratet hatte. Die Sverker konnten auch nur auf einen kleinen Teil von Västergötland zählen.

Die kirchliche Neigung des Sverkerska ätten und ihrer Verbindung zum Östergötland kann man auch an den zahlreichen Klostergründungen der Sverker feststellen, insbesondere der Klöster Alvastra und Nydala, aber auch daran, dass sie als ihre zentrale Regierungsstelle die Insel Visingsö im Vättern wählten.

Das Sverkerska Ätten stellte insgesamt nur vier schwedische Könige, wobei man zwar weiß, dass Sverker den äldre dem Dänen Magnus Nilsson auf dem schwedischen Thron folgte, jedoch nicht überliefert wurde wer seine Vorfahren waren., so dass mehrere Autoren ihn von Sagenkönigen entstammen ließen.

Karl Sverkersson, der Sohne Sverker des Älteren, der in der Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus als Karl VII. bezeichnet wurde, war der erste König des Geschlechtes unter dem das Land einen Erzbischof erhielt und der in der Tat nur Karl I. war, da Johannes Magnus seine königlichen Vorfahren frei erfunden hatte.

Sverker den yngre, Sohne von Karl Sverkersson, regierte nur einige Jahre bevor er von Knut Eriksson im Kampf um die Krone getötet wurde. Er stärkte die päpstliche Macht in Schweden und war der Verfechter einer schwedischen Staatskirche.

Der letzte König des Sverkerska Ätten wurde dann Johan Sverkersson, der Sohn Sverker des Jüngeren, der bereits in sehr jungen Jahren das Christentum in Form eines Kreuzzuges nach Finnland und Estland bringen wollte, aber bereits mit 21 Jahren auf Visingsö starb.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 13

Das Alvastra Kloster

Das Alvastra Kloster am östlichen Vättern wurde im selben Jahr gebaut wie das Nydala Kloster, so dass man heute nicht mehr sagen kann welches das zweite und welches das dritte Kloster Schwedens nach Vreta war. Beide Klöster wurden von den französischen Zisterziensern gegründet, wobei das Alvastra Kloster möglicherweise auf Initiative von Ulvhild Håkansdotter, der Ehefrau des Königs Sverker den äldre (Sverker dem Älteren), entstand, die den Mönchen auch ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellte.

Das Alvastra Kloster, von dem heute nur noch Ruinen zu sehen sind, wurde 1143 gegründet und war bis etwa 1530 aktiv, als Gustav Vasa im Rahmen der Reformation sämtliche katholischen Klöster schloss. Das Kloster hatte im Mittelalter eine tragende Rolle, zumal von hier aus auch die Klöster Varnhem, Julita und Gudsberga gegründet wurden und der Abt des Klosters Alvastra zeitweise auch die Klöster Vreta, Askeby und Riseberga betreute.

Auch wenn man nicht weiß wie Ulvhild Håkansdotter oder auch Sverker den äldre auf die Idee kamen die Zisterzienser nach Schweden zu holen, so ist anzunehmen, dass der Erzbischof Erkil im Lidköping Stift die Idee beim Königspaar vortrug, zumal beide den Katholizismus in Schweden verbreiten wollten. In jedem Fall musste Erkil jeder Klostergründung in seinem Stift zustimmen.

Sämtliche Mönche und Laienbrüder, die bei der Gründung im Alvastra Kloster einzogen, kamen direkt aus dem französischen Stammkloster Clairvaux, wobei sowohl das Kloster als auch die Klosterkirche von Grund auf auch die Abteilungen der beiden Gruppen (Mönche und Laienbrüder) trennte und das Ziel hatte sich durch eigene Arbeit zu ernähren.

Im Gegensatz zu den anderen Zisterzienserklöstern, die in Schweden gegründet wurden, war Alvastra in der Nähe von Ansiedlungen erbaut und befand sich an einer Stelle, die nachweislich seit der Steinzeit bewohnt war. Da das Kloster von den Mönchen und den Laienbrüder gezeichnet und erbaut wurde, diente die französische Bauweise später auch anderen Bauten der Umgebung als Muster, so auch für den Bau der Heda Kyrka, die in der Nähe des Klosters erbaut wurde.

Das Alvastra Kloster gilt als die Grabkirche des Sverkerska ätten, wobei Sverker den äldre bereits dort begraben wurde bevor die Kirche vollständig fertig war, denn Sverker wurde 1156 ermordet und die Klosterkirche wurde erst 1185 eingeweiht. Außer den Königen des Sverker Geschlechts liegt auch Schwedens erster Erzbischof Stefan in Alvastra begraben, der im selben Jahr starb als die Kirche eingeweiht wurde.

Das Alvastra Kloster bekam dann im 14. Jahrhundert erneut eine bedeutende Rolle für die katholische Kirche in Schweden, da sich Ulf Gudmarsson, der Ehemann der Heiligen Birgitta dort zurückzog und dort starb. Die Heilige Birgitta ließ sich dann in nächster Nähe des Klosters nieder, wobei der damalige Subprior Peter Olofsson des Alvastra Klosters sämtliche ihrer Offenbarungen in Latein niederschrieb. Der gleiche Mönch schrieb dann auch, nach ihrem Diktat, die Regeln des Birgittinordens, die Regula Sancti Salvatori. Und nach dem Tod der Heiligen Birgitta schrieb Peter Olofsson dann auch noch ihre Lebensgeschichte und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Birgitta heilig erklärt wurde.

Als dann ab 1520 die Reformation in Schweden fortschritt, insbesondere aber nach dem Reichstag von Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527, waren die Tage des Klosters jedoch gezählt und schon wenige Jahre später hatte der letzte Mönch Alvastra verlassen, auch wenn dies von Gustav Vasa nicht ausdrücklich gefordert worden war.

Ab 1544 wurde dann auch das Alvastra Kloster, wie die meisten anderen katholischen Klöster des Landes, als Steinbruch verwendet. Die Steine der Klosters und der Klosterkirche findet man daher vor allem im Vasaschloss, dem Vadstena Schloss und dem Schloss Visingsborg, das Per Brahe der Ältere auf Visingsö erbaute. Dass heute noch eine Ruine des Alvastra Klosters zu sehen ist, verdankt man der Tatsache, dass dem Ort Hjo im Jahre 1797 untersagt wurde weitere Steine von den Klostergebäuden für den Bau ihrer Kirche anzuwenden.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch weiterhin Steine der Kirche und des Klosteranlage für kleinere Bauten benutzt und erst die Ausgrabungen in den Jahren 1921 und 1955 setzten weiteren Zerstörungen ein Ende.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, april 12

Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes

Johan Sverkersson (auch Johan I.), der Sohn Sverker des Jüngeren (Sverker den yngre) und Ingegärd Borgerdotters wurde 1201 geboren und wird in älteren geschichtlichen Quellen oft nur als Jon bezeichnet, was dazu führt, dass er sehr häufig mit Jon jarl verwechselt wird. Bereits als Einjähriger  war Johan Sverkersson von seinem Vater zum Jarl ernannt worden, was zu erheblichen Spannungen mit dem Erikska ätten führte, das mit diesem Schritt befürchtete, dass Sverker den yngre damit das königliche Erbrecht einführen wollte.

Johan Sverkersson bestieg den schwedischen Thron im Jahre 1216, nach dem Tode von Erik Knutsson, wurde jedoch erst 1219 in der Domkirche von Linköping, als er 18 wurde, zum König von Schweden gekrönt. Allerdings führte der papsttreue König sein Land nur kurze Zeit, denn bereits im Alter von 21 Jahren, im März 1222, starb er nach kurzer Krankheit auf Visingsö und wurde dann im Alvastra Kloster begraben. Da Johan Sverkersson nicht verheiratet war und keine Kinder hatte, starb mit ihm auch das Sverkerska ätten aus.

Johan Sverkersson unternahm, wie eventuell bereits Erik den helige (Erich der Heilige) vor ihm, 1220 einen Kreuzzug nach Finnland und Estland, wobei er damit zum einen sein Reich vergrößern , zum anderen aber auch einen Beitrag zur Christianisierung des Ostens leisten wollte. In Beidem war der König nicht sehr erfolgreich, denn bei der Schlacht bei Leal wurde sein treuester Berater, jarl Karl döve, sein Kanzler, Karl Magnusson, und der Bischof von Linköping, getötet, die Eroberungen in Estland konnte er nicht behalten und zudem war Estland bereits von Dänemark und Deutschland aus christianisiert worden und hatte bereits einen deutschen Bischof.

Einige Geschichtsschreiber verfolgen auch die Theorie, dass Johan Sverkersson in Estland mit dem dänischen Heer unter Valdemar Sejr zusammenstieß, da zu jener Zeit Dänemark nach Estland expandierte und Valdemar Sejr zudem Erik Eriksson als schwedischen König sehen wollte und sich bereits sehr früh gegen die Wahl von Johan Sverkersson ausgesprochen hatte.

In der Västgötalagens kungalängd wird Johan Sverkersson als sehr gutmütig und als kinderfreundlich bezeichnet, wobei er in kirchlichen Aufzeichnungen auch oft als „Johan der Fromme“ bezeichnet wird. Auf Grund einer falschen Übersetzung aus dem Lateinischen (Johannes, Suercheri junioris filius) wird Johan Sverkersson in manchen Quellen, zumindest ab der Lilla Rimkrönikan, auch als Johan den unge (Johan der Junge) bezeichnet, was vermutlich mehr auf sein junges Alter schließen lässt als auf eine tatsächliche Bezeichnung des Königs.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 6

Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens

Wann Erik Knutsson, der auch als Erik X. und im 12. Jahrhundert als Erik II. bekannt war, geboren wurde, ist unbekannt, ebenso wenig der Name seiner Mutter, da nicht überliefert wurde mit wem sein Vater, Knut Eriksson, verheiratet war. Erik Knutsson war nur von 1208 bis 1216 König von Schweden, da er 1216 auf dem Näs Slottet auf Visingsö nach starkem Fieber starb. Der König wurde in der Varnhems Klosterkirche in der Nähe von Skara begraben.

Erik Knutsson versuchte, gemeinsam mit seinen drei Brüdern, Sverker dem Jüngeren (Sverker den  yngre) die Königskrone zu entreißen, war jedoch bei der Schlacht bei Älgarås im Jahre 1205 unterlegen und konnte nach Norwegen entkommen. Seine drei Brüder waren beim Kampf ums Leben gekommen. Drei Jahre später griff er, mit Unterstützung eines norwegischen Heeres, erneut Sverker den yngre an. Bei der Schlacht bei Lena hatte er einen größeren Erfolg und konnte für sich den schwedischen Thron erobern. Allerdings konnte es der Papst, der hinter Sverker den yngre stand, verhindern, dass Erik Knutsson dann zum König gekrönt wurde.

Erst nach einem weiteren Kampf gegen Sverker den yngre, der Schlacht bei Gestilren, bei der Sverker getötet wurde, konnte Erik Knutsson auch gekrönt werden. Diese Krönung im November 2010, die der Bischof Valerius durchführte, ist die erste geschichtlich bekannte Krönung eines schwedischen Königs und war von dieser Zeit ein wichtiges symbolisches Ereignis für jeden König des Landes.

Nach dem Erfolg von Erik Knutsson änderte sich auch die Einstellung von Papst Innocentius III. gegenüber dem Monarchen, denn bereits am 4. April 1216 schickte er ihm einen Brief in dem er ihm nicht nur die Besitzrechte Schwedens gewährte, sondern ihm auch alle Länder zusprach, die er durch Kreuzzüge vom Heidentum befreien konnte. Allerdings konnte Erik Knutsson diesen Brief nicht mehr lesen, da er bereits am 10. April starb, einige Tage bevor dieser Brief Schweden erreichte.

Über die Regierungszeit Erik Knutssons ist nichts bekannt, wenn man von der Anmerkung in der Västgötalagens kungalängd absieht, nach denen während seiner Regierungsjahre eine gute Ernte zu verzeichnen war. Nach unbestätigten Quellen schenkte später Eskil Magnusson das Banner, das Erik Knutsson beim Slaget vid Gestilren erobert hatte, dem Lagman Snorre Sturlasson während eines Besuches.

Erik Knutsson heiratete 1210 die Tochter des dänischen Königs Valdemar den store, Rikissa von Dänemark mit der er vier Kinder hatte, wobei nur sein Sohn Erik als späterer König und seine die Tochter Ingeborg durch ihre Ehe mit Birger jarl eine gewisse Rolle in der schwedischen Geschichte spielten.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, april 4

Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz

Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) ging auch als Sverker II. und als Sverker Karlsson in die Geschichte ein. Er wurde im Jahre 1164 als Sohn des Königs Karl Sverkersson und der Königin Kristina Stigsdotter Hvide geboren und regierte als schwedischer König von 1196 bis 1208, wobei er jedoch erst zwei Jahre später, beim Versuch den Thron zurückzuerobern, bei der Schlacht bei Gestilren (Slaget vid Gestilren) im Kampf getötet wurde. 

Als sein Vater, Karl Sverkersson im Jahre 1167 von Knut Eriksson auf Visingsö getötet wurde, gelang es den dreijährigen Sverker den yngre zu seiner Mutter Kristina, die sich zu dieser Zeit in Dänemark aufhielt, zu bringen, damit er dort ungefährdet von den Kämpfen um die schwedische Krone aufwachsen konnte. Erst als Knut dann gegen 1196 starb, als seine Söhne noch zu jung für die Nachfolge waren, kehrte Sverker der Jüngere nach Schweden zurück, wo er, mit Hilfe von jarlen Birger Brosas, zum König gekrönt wurde.

Unter Sverker den yngre entwickelten sich die bedeutendsten Machtkämpfe zwischen dem Sverkerska ätten (Sverker-Geschlecht) und dem Erikska ätten (Eriks Geschlecht), wobei hier nicht nur der Kampf um die schwedische Krone eine Rolle spielte, sondern auch andere politische Uneinigkeiten eine Rolle spielten, denn Sverker der Jüngere hatte nahe Verbindungen zum Papst in Rom und verfocht eine starke Königsmacht, jedoch nach den strikten Rollen des Vatikan, während das Erikska ätten eine nationale Kirche forderte bei der der König das Recht hatte Bischöfe einzusetzen und die politische Macht von regionalen Großpolitikern in gewisser Autonomie ausgeübt werden sollte.

Da der letztere Punkt auch gegen die dänischen Interessen verstieß, unterstützte die dänische Krone Sverker den yngre in seinen Forderungen, allerdings in der Hoffnung ihr Reich dadurch nach Västergötland ausdehnen zu können, zumal das schwedische Reich von dort aus, durch die Stadt Lödöse, einen freien Zugang zum Meer hatte. Allerdings erfüllte sich hier der Traum des Dänen Valdemar Sejr nicht, da das dänische Heer und Sverker der Jüngere die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena) gegen Erik Knutsson verloren.

Um Konflikte mit der Kirche zu vermeiden, entschied sich Sverker den yngre die Macht von Kirche und König zu trennen, was dazu führte, dass Sverker der Jüngere der erste schwedische König wurde der der Kirche Privilegien gewährte und für zahlreiche Geldspenden verantwortlich war. Der bedeutendste Privilegienbrief trennte das Privatrecht (Civilrätt) vom Kirchenrecht (Kanonisk Rätt), wodurch Priester vor kein ziviles Gericht gestellt werden konnten und die Kirche keinerlei Steuern an den König bezahlen musste. Im Gegenzug dazu bekam Sverker den yngre freie Hand von kirchlicher Seite bei der Gestaltung seiner eigenen Gesetze, auch wenn sie mit dem katholischen Glauben nicht immer vereinbar waren.

Diese Regelung führte dann, als Birger Brosa im Jahre 1202 starb und Sverker den yngre seinen Sohn Johan Sverkersson zu dessen Nachfolger machte, zum offenen Widerstand durch die vier Söhne von Knut Eriksson, die alle den schwedischen Thron und Macht beanspruchten. Als es dann 1205 zwischen Sverker dem Jüngeren und den vier Brüdern, die von norwegischen Truppen unterstützt wurden, zur Schlacht bei Älgarås (Slaget vid Älgarås) kam, wurden drei der Brüder getötet und Erik Knutsson musste nach Norwegen fliehen.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass sich Erik Knutsson tatsächlich geschlagen gab, denn er bereitete sich mit Unterstützung der Norweger auf einen neuen Kampf vor. Als es dann am 31. Januar 1208 zur Schlacht bei Lena kam, wo sich Erik Knutsson mit norwegischer Unterstützung und Sverker den yngre mit einem dänischen Heer gegenüberstanden, gewann Erik Knutsson die Schlacht und wurde damit zum König Schwedens gewählt. Sverker den yngre musste nach der Niederlage mit seiner Familie nach Dänemark fliehen

Da der damalige Papst Innocentius III. seine Interessen in Schweden retten wollte, mischte er sich, zumindest indirekt, in den Königskampf ein und schickte einen päpstlichen Brief an alle einflussreichen Personen Schwedens, was dazu führte, dass Erik Knutsson zwar König Schwedens war, jedoch anschließend nicht gekrönt wurde.

Sverker den yngre versuchte dann im Jahre 1210 die Macht über Schweden zurückzugewinnen. Als es dann jedoch am 1. Juli 1210 zur Schlacht bei Gestilren kam, wurde er getötet. Sein Leichnam wurde im königlichen Familiengrab in der Klosterkirche Alvastra beigesetzt.

Sverker der Jüngere war zweimal verheiratet und hatte sechs Kinder. Die erste Ehe mit Bengta Hvide (eigentlich Benedikta Ebbesdotter), die er gegen 1190 heiratete, dauerte etwa 20 Jahre, wobei aus dieser Ehe vier Kinder hervorgingen, die alle keine bedeutende Rolle für die schwedische Geschichte spielten, da der einzige Sohn bereits 1198 starb und von den drei Töchtern nur Helena einen schwedischen Lagman heiratete, nämlich Sune Folkesson des Bjälboätten.

Nach dem Tod Bengtas heiratete Sverker den yngre Ingegärd Birgersdotter, die Tochter von Birger Brosas. Die beiden Kinder dieser Ehe waren Johan Sverkersson, der im Jahre 1216 König Schwedens wurde und Ingrid, die zur Äbtissin des Klosters Vreta ernannt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 3

Der schwedische König Sverker den äldre (Sverker der Ältere)

Der schwedische König Sverker den äldre (Sverker der Ältere) wurde vermutlich gegen das Jahr 1100 geboren und wurde 1130 der erste König des Sverkserska ätten, des Königsgeschlecht Sverker. Seine Herkunft ist umstritten, da sein Vater nach dem isländischen Langfeðgatal ein gewisser Erik Årsäll war, nach der Västgötalagens kungalängt jedoch Cornube, wobei beide Namen geschichtlich nicht bestätigt werden können.

Sverker den äldre war ursprünglich der König von Östergötland und dem Sveareich, wurde dann aber, nach seiner Heirat mit Rikissa von Polen, auch als König des Västergötland tatsächlich anerkannt, was bedeutet, dass er gegen Ende seines Lebens bereits der König des damaligen Schweden war, wenn diese Position auch auf sehr wackeligen Beinen stand.

Die moderne Geschichtsforschung ist der Meinung, dass sich Sverker der Ältere Ehefrauen suchte, die ihm Stabilität im Land garantierten, auch wenn seine erste Verbindung mit einer ungenannten Frilla, was man mit Geliebter übersetzen kann, nicht zur Ehe führte, aber dazu, dass der gemeinsame Sohn Kol im Jahre 1167 die schwedische Krone beanspruchte.

Seine erste Ehe ging Sverker den äldre mit Ulvhild Håkansdotter ein, die aus einem mächtigen Adelsgeschlecht Norwegens stammte und zudem die Witwe von Inge den yngre war, was das schwedische Reich eng mit jenem Norwegens verband und an dieser Front Frieden garantierte. Aus der Ehe mit Ulvhild gingen möglicherweise fünf Kinder hervor, unter ihnen der spätere König Karl Sverkersson, Ingegerd, die als Priorin im Kloster Vreta wirkte und Johan, der wegen einer Frauengeschichte einen Krieg mit Dänemark provozierte und beim Kampf getötet wurde. Ulvhild verhalf Sverker den äldre auf den Thron von Västergötland, konnte ihm jedoch nicht die volle Anerkennung durch das Volk garantieren.

Nach dem Tod von Ulvhild Håkansdotter heiratete Sverker der Ältere die polnische Prinzessin Rikissa von Polen, die ihn aller Wahrscheinlichkeit nach überlebte. Auf Grund der Ehe mit Rikissa von Polen wurde Sverker den äldre auch als König des Västergötland akzeptiert. Aus der Ehe mit Rikissa ging ein Sohn hervor, Burislev, der später mit seinem Bruder Kol Anspruch auf den schwedischen Thron erhob und damit mit Knut Eriksson konkurrierte.

Sverker den äldre gilt als sehr christlicher König, der gemeinsam mit seiner Frau Ulvhild das Alvastra Kloster gegründet hat, das älteste Zisterzienserkloster Schwedens und an der Stelle einer alten Grabkirche die Kaga Kyrkan erbaute. Sverker der Ältere gilt auch als der Erbauer des Schlosses Näs auf Visingsö.

Sverker der Ältere wurde im Jahre 1156, auf dem Weg zur Weihnachtsmesse, von seinem Stallmeister ermordet und wurde in Alvastra begraben. Als Anstifter des Mordes vermutet man den dänischen Prinzen Magnus Henriksson, der mit dem Tode von Sverker möglicherweise für maximal zwei Jahre König von Schweden wurde. Allerdings ist diese Aussage geschichtlich nicht bestätigt.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, april 2

Das Näs Schloss in der schwedischen Geschichte

Das Näs Schloss (Näs Slott), heute eine Ruine an der Südspitze der Insel Visingsö, war im 12. Jahrhundert eine Königsresidenz von wo aus Sverker den äldre (Sverker der Ältere) und Karl Sverkersson, die das Schloss auch erbaut hatten, ihre Macht ausübten und das auch zu Beginn des folgenden Jahrhunderts noch das Zentrum der schwedischen Königsmacht war. Allerdings sprach man im Mittelalter noch nicht von einem Näs Schloss, sondern nur von Visingsö oder dem Visingsö Hus (Visingsö Haus), wobei Hus (Haus) zu jener Zeit der Begriff für jedes bedeutende Gebäude aus Stein war.

Obwohl das Näs Schloss die erste schwedische Reichsburg war, weiß man über das Gebäude, seine Befestigung und auch seine Bewohner, außer den Königen, relativ wenig. Dies liegt auch daran, dass Birger Magnusson das Schloss im Jahre 1318 an Dänemark verpfändete und nahezu die gesamte Anlage bei den wenig später entstehenden Streitigkeiten nahezu vollständig zerstört wurde und Teile davon im Vättern verschwanden.

Auf Grund der Aufzeichnungen aus dem Mittelalter nimmt man an, das Visingsö Hus ursprünglich eine komfortable Königsresidenz war, auch wenn die Verteidigungsanlagen nicht bedeutend sein konnten und daher die Erbauer wenig Angst vor Feinden hatten. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass sich bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts immer wieder Könige zum Näs Slott (Näs Schloss) zurückgezogen haben und dort zum Teil auch starben.

Auch wenn die Königsmacht sich dann letztendlich nach Stockholm verlagerte, so behielt die Krone große Besitztümer auf Visingsö, ohne jedoch dort wieder einen königlichen Bau anzulegen, denn Visingsborg (Visingsburg), die Ruine im Osten der Insel, ließ Graf Per Brahe gegen 1560 errichten. Auch als Karl XI. dann diesen Besitz im Jahre 1680 wieder unter die schwedische Krone stellte, so wurde dieses Gebäude nicht von den schwedischen Königen benutzt, sondern verwandelte sich 1716 zu einem Kriegsgefängnis.

In jüngerer Zeit erlangte das Näs Schloss jedoch durch die Filme über Arn Magnusson wieder einen gewissen Ruf, da die Burganlage hier mehrmals eine Rolle einnimmt, insbesondere als Knut Eriksson Karl Sverkersson auf Visingsö ermordert.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, mars 21

Die Insel Visingsö in der schwedischen Geschichte

Der Legende nach entstand Visingsö, die größte Insel im Vättern, als der Sagen-Riese Vist einen Grasbüschel in den See warf mit dessen Hilfe seine Frau trockenen Fußes über den See kommen sollte. Er selbst konnte so große Schritte machen, dass er in einem Schritt über den Vättern setzte.

Die Insel Visingsö war, wie Steinäxte, alte Gräber und andere Fundstücke beweisen, bereits während der Steinzeit bewohnt. Eines der sehr gut erhaltenen und über 3500 Jahre alten Gräber kann man heute bei Rökinge besichtigen. Steinhügelgräber und Grabfelder aus der Bronzezeit belegen dann, dass die Insel bereits sehr früh permanent bewohnt wurde.

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1995 und 1996 entdeckte man dann eine Vielzahl an Fundstücken aus allen Epochen der Eisenzeit, darunter ein Langhaus, das vermutlich gegen Christi Geburt erbaut worden war. In drei Grabfeldern entdeckte man dann noch etwa 850 Fundstücke der jüngeren Eisenzeit, also der Epoche der Wikinger. Diese Funde sind umso erstaunlicher, weil die Insel landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzt war und dabei die größte Menge der Zeichen der Vergangenheit von Visingsö im Laufe der Jahrhunderte vollkommen zerstört wurden.

Die beiden Runensteine, die man auf Visingsö fand, sind heute im Museum eingemauert und können dort betrachtet werden. Die Menge der Funde und ihre Art lassen darauf schließen, dass Visingsö während des frühen Mittelalters ein wichtiges Handelszentrum war und seine Bedeutung etwa mit Birka verglichen werden kann. Im Gegensatz zu anderen Ansiedlungen dieser Epoche hatte sich auf Visingsö jedoch keine Stadt gebildet, sondern die Gebäude waren über die gesamte Insel verteilt. Die meisten dichter bewohnen Orte Visingös entwickelten sich erst im Laufe des 16. Jahrhunderts.

Ab der Jahr 1000 entwickelte sich Visingsö dann zu einem Zentrum der frühen königlichen Macht Schwedens, wovon insbesondere auch die Ruinen des Näs Schlosses, beziehungsweise die Näs Borg beweisen, das als das erste königliche Schloss Schwedens bezeichnet werden kann und vermutlich von Sverker dem Älteren (Sverker den äldre) und seinem Sohn Karl Sverkersson (1130 - 1167) erbaut wurde. Auf diesem Schloss starben anschließend mehrere Könige Schwedens, unter anderem auch Magnus Ladulås (1240 - 1290).

Auch als sich die Königsmacht nach der Zerstörung des Näs Schlosses (Näs Slott) immer mehr nach Stockholm verlagerte, so behielt die Krone ausgedehnte Besitzungen auf Visingsö. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erhielt dann der Graf Per Brahe die Insel als Grafschaft und begann unmittelbar mit dem Bau eines Schlosses (Visingsborgs Slott), das allerdings nur bis 1680 im Besitz der Familie blieb und dann von Karl XI. beansprucht wurde. Parallel dazu baute Brahe auch eine Schlosskirche, die heute zur Svenska Kyrkan gehört und die Gemeindekirche ist. Ab 1716 wurde das Schloss, dessen Ruine heute noch besichtigt werden kann, dann von Karl XII. als Gefängnis für Kriegsgefangene benutzt, die es jedoch, nach einer Legende, nach dem Tod von Karl XII. im Jahre 1718 in Brand setzten.  

Auch im 18. und 19. Jahrhundert blieb Visingsö ein beliebtes Ziel der schwedischen Königshäuser, die die Insel für die Forstwirtschaft nutzten und dort regelmäßig auf die Jagd gingen. Ab 1830 entschied sich dann Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte der schwedischen Monarchie, Eichen auf Visingsö anzubauen, die für den Bau von Kriegsschiffen und dem Ausbau der Handelsflotte gedacht waren. Die Wälder entgingen jedoch ihrem Schicksal, da die Eichen jetzt zwar erwachsen sind, für den Schiffbau jedoch kein Eichenholz mehr benötigt wird.

Als 1832 der von Baltzar von Platen gebaute Göta Kanal eröffnet wurde, begann dann für Visingsö eine neue Geschichte, die die Insel dem Tourismus öffnete, der vor allem ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Visingsö einen neuen Aufschwung brachte und dazu führte, dass nicht nur historische Gebäude und Fundstellen wieder aufgewertet wurden, sondern auch eine moderne touristische Struktur seinen Platz auf der Insel fand.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, mars 16

Karl Sverkersson, der König der Svearna und der Götarna

Karl Sverkersson (1130 - 1167) regierte zu jener Zeit, als sich das Erikska Ätten (Geschlecht Eriks) des Götalands und das Sverkerska Ätten (Geschlecht Sverker) des Svealands mehrmals abwechselte, da die beiden Geschlechter, die dem Stenkilska Ätten folgten, sich wechselweise die Macht über das damalige Schweden abjagten. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Karl Sverkersson nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, Sverker den äldre (Sverker der Ältere), an die Macht kam und dann seinerseits ebenfalls ermordet wurde.

Auch wenn Karl Sverkersson der erste offizielle schwedische König mit dem Namen Karl war, was zu Karl I. führen sollte, wird er nach der Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus von Johannes Magnus, allgemein als Karl VII. gerechnet. Bei seiner Aufzählung der schwedischen Könige hatte Johannes Magnus eigenwillig sechs weitere, frühere Könige mit dem Namen Karl erfunden um der schwedischen Königsgeschichte mehr Bedeutung zu geben.

Karl Sverkersson ist als Sohn von Sverker den äldre und dessen Frau Ulvhild Håkansdotter auf Visingsö geboren, dem damaligen königlichen Zentrum des Sveareiches. Er wurde spätestens im Jahre 1158 König von Östergötland (Sveareich) und 1161 der König über das gesamte damalige schwedische Reich. Im Jahre 1163 heiratete er Kristina Stigsdotter Hvide, die Tochter eines mächtigen Adeligen aus Skåne, Stig Hvitaled. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, nämlich Sverker den yngre (Sverker der Jüngere), einem späteren König Schwedens, und Kristina, die Nonne in einem Kloster wurde.

Karl Sverkersson rief sich nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, der zwischen 1155 und 1156 ermordet wurde, vermutlich unmittelbar als König aus, auch wenn die Beweise fehlen und er erstmals im Jahre 1158 als König von Östergötland erwähnt wird. Als er dann 1161 bei der Schlacht bei Örebro das dänische Heer von Magnus Henriksson besiegte und diesen während der Schlacht getötet hatte (dies ist geschichtlich etwas unklar), bezeichnete er sich als König der Svearna und der Götarna, also als Herrscher über das damalige schwedische Reich.

Kurz nachdem Karl Sverkersson die Macht über das damalige Schweden an sich gerissen hatte, setzte er 1164, in Übereinstimmung mit dem Papst, den schwedischen Bischöfen und dem Reichsrat Ulf jarl, in Schweden den ersten Erzbischof ein. Stefan von Alvastra, ursprünglich ein Mönch im Alvastra Kloster in Östergötland, wurde damit das Oberhaupt der katholischen Kirche mit seinem Hauptsitz in Gamla Uppsala. Die Ernennung von Stefan zum Erzbischof war die wichtigste „religiöse“ Entscheidung dieser Zeit, die dazu führte, dass sich sämtliche Bischöfe und Priester Schwedens von der dänischen kirchlichen Vorherrschaft in Lund lösen konnten. Karl Sverkersson galt seit Beginn seiner Macht als Gönner der Klöster Alvastra, Vreta und Nydala, was darauf hinweist, dass die Wahl eines Mönches des Alvastra Klosters zum Erzbischof kein Zufall war, sondern vielmehr ein politischer Schachzug des Königs.

Inwieweit Karl Sverkersson im Jahre 1164 in einen schwedischen Feldzug nach Russland beteiligt war, ist ungewiss, da nur russische Chroniken von diesem Ereignis sprechen und Russland auch damalige Herrscher im Raum des heutigen Finnland als Svear betrachtete.

Sicher ist jedoch, dass Karl Sverkersson 1167 von Knut Eriksson, dem Sohn Erich des Heiligen (Erik den heliges) auf Visingsö überfallen und getötet wurde und Knut damit die Königsmacht an sich riss. Nach alten Aufzeichnungen wurde Karl Sverkersson anschliessend im Alvastra Kloster begraben.

Aus der Regierungszeit von Karl Sverkersson stammt auch die älteste schwedische Urkunde, die vom Erzbischof Stefan verfasst und dann mit dem Sigel des Königs versehen wurde. Auch dieses Sigel ist das erste, das je in Schweden nachgewiesen werden konnte und zeigt den König auf seinem Thorn sitzend.


Copyright: Herbert Kårlin