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onsdag, oktober 24

Das Kloster Gudhem bei Falköping

Das Kloster Gudhem bei Falköping hat im Grunde mehrere verschiedene Geschichten, denn das erste Kloster an dieser Stelle, ein Nonnenkloster der Benediktiner, soll bereits im Jahre 1161 gegründet worden sein, zumindest nach Aufzeichnungen, die Historiker ab dem 17. Jahrhundert verbreiteten, denn nach Adam von Bremen und Saxo Grammaticus wurde es bereits 1052 von Gunhild Svensdotter, einer Ehefrau des dänischen König Sven Esridsson gegründet.

Beide Aussagen beruhen jedoch auf Theorien, denn während die Legende um Gunhild vermutlich freie Erfindung ist, so ist die andere Theorie ebenso wenig zu beweisen, da Karl Sverkersson zwar einen Kungsgård für ein Nonnenkloster in Gudhem stiftete, aber auch von diesem Kloster keine Spuren gefunden wurden. Möglicherweise kam der Bau damals nicht zu Stande oder aber es wurde nur ein kleines vorübergehendes Holzgebäude errichtet. Niemand kann heute sagen was 1052 oder 1161 an der Stelle der heutigen Klosterruine Gudhem zu finden war.

Alle Ausgrabungen, die man in Gudhem unternahm, deuten darauf hin, dass der Klosterbau erst aus dem Jahre 1250 stammt und von Katarina Sunesdotter nach dem Tode ihres Mannes, dem König Erik Eriksson, finanziert wurde. Katarina soll die letzten drei Jahres ihres Lebens im Kloster Gudhem verbracht haben und dort begraben worden sein, denn man fand ihren Grabstein an der ehemaligen Klosterkirche. Der Originalstein ist heute im Historischen Museum in Stockholm zu sehen und jener an der Klosterruine ist lediglich ein Abguss in Zement.

Ob das Kloster je Benediktiner beherbergte oder immer zum Orden der Zisterzienser gehörte, ist ebenfalls unbekannt, da die Angaben darüber sehr zweideutig sind und von keinen offiziellen Dokumenten bestätigt werden können. Erst die Existenz der Zisterzienser beruht auf eine glaubwürdige Aussage.

Sicher ist jedoch, dass das Kloster Gudhem auch über ein Hospiz und ein Gästehaus für Pilger verfügte, da es auf dem Weg nach Nidaros lag, also dem Pilgerpfad des Heiligen Olav, der regelmäßig eine Vielzahl an Pilgern anzog, auch wenn sein Status als Heiliger von modernen Geschichtsforschern eher in Frage gesetzt wird.

Im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa wurde das Kloster Gudhem Eigentum der Krone, wobei die Nonnen jedoch gegen eine Zahlung von 72 Pfund Butter weiterhin im Kloster bleiben durften. Ein Jahr später verkaufte der König das Kloster an Nils Olofsson, jedoch ebenfalls mit der Auflage, dass die Nonnen bis zu ihrem Tod das Wohnrecht behielten. Allerdings brannte das Gebäude 1529 ab und durfte nicht mehr aufgebaut werden. Nach dem Brand wurden sämtliche Gebäude als Steinbruch betrachtet, auch wenn nach Aufzeichnungen aus dem 17. Jahrhundert noch hervorgeht, dass um diese Zeit die Klosterkirche noch weitgehend stand.

Mittlerweile ist die gesamte Klosterruine ausgegraben und kann besichtigt werden, wobei auch ein kleines Museum bei Gudhem zu finden ist. Auf Grund der Romane von Jan Guillou und seinem Ritter Arn Magnusson ist die Klosterruine heute ein wichtiger touristischer Ort Schwedens geworden.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, oktober 22

Eisenherstellung in Halland im 12. Jahrhundert

Wie mehrere Ausgrabungen in der Umgebung von Varberg beweisen, hatte zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert Gamla Köpstad dort eine weitaus größere Bedeutung als Varberg. Dass wiederum Gamla Köpstad so bedeuten wurde, lag vor allem an den nahen Orten Järnmölle und Järnvirke, die bereits in ihrem Ortsnamen den Begriff Järn, also Eisen, Tragen und damit Hinweise darauf bieten, welche Rolle sie im damaligen Dänemark spielten.

Während in Järnvirke im 11. Jahrhundert Eisen noch auf die älteste Methode gewonnen und verarbeitet wurde, was mehrere Funde beweisen, hatte Järnmölle historisch gesehen eine besondere Bedeutung, denn hier erfolgte die Verarbeitung von Eisen erstmals in Nordeuropa mit Hilfe von Wasserkraft, einer Methode, die man zu dieser Epoche nur sehr vereinzelt in ganz Europa nachweisen kann, aber in Skandinavien bis dahin völlig unbekannt war. Erst die Funde einer Schmiede mit Wasserrad und einem künstlichen Kanal in Järnmölle sind die Ausnahme.

Lange Zeit glaubte man, dass die Zisterzienser diesen als Rennwerk-Prozess bezeichnete Technik nach Skåne brachten, da diese Schmiede erstmals in einem Brief aus dem Jahre 1197 bezüglich einer Spende genannt wurde, aber da die Klöster in jener Zeit keinen Einfluss auf die Eisengewinnung hatten, sondern diese von Handwerkern und Bauern betrieben wurden, musste man diese Theorie wieder verwerfen.

Leider können die Funde auch nicht erklären, ob die Hämmer, die Blasebälge oder auch beides mit Wasserkraft angetrieben wurde und noch weniger weiß man wie diese Technik damals nach Halland kam. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass durch diese innovative Technik die Qualität der Eisenprodukte stieg und die Endprodukte eine gesuchte Handelsware war, die allerdings über Gamla Köpstad nach Süden transportiert wurde, zumal das Verhältnis zwischen dem damaligen Dänemark und Schweden nicht immer ideal war.

Im damaligen Schweden wurde um diese Zeit weitaus mehr Eisen gewonnen als in Järnmölle und Järnvirke, so dass Schweden um diese Zeit weniger den Rohstoff oder auch die Fertigprodukte benötigte, sondern die Technik, die jedoch erst sehr viel später, über normalere Wege, im schwedischen Reich Einzug hielt.

Die Eisengewinnung und die Fabrikation von Eisenprodukten wurde allerdings von den Mönchen des Klosters Ås, das sich in dieser Umgebung immer mehr ausdehnte, sehr begrenzt, die die Klöster die Wälder erwarben oder geschenkt bekamen und daher für die Eisenhütten nicht mehr genügend Holz zur Verfügung stand. Dies war auch die Ursache, warum sich in Halland während des Mittelalters keine größere Eisenindustrie entwickeln konnte.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, augusti 30

Gudberga Kloster, das nördlichste Kloster Schwedens

Das Gudsberga Kloster nördlich von Hedemora war das einzige Kloster in Dalarna, das am nördlichst liegende Kloster des Landes und gleichzeitig das letzte Kloster, das von den Zisterziensern in Schweden errichtet wurde. Das Gudsberga Kloster konnte im Jahre 1486 gegründet werden, nachdem der regionale Vertreter der Regierung, Ingel Jönsson Hjorthorn, und seine Frau Birgitta Sonedotter dem Orden die entsprechenden Ländereien geschenkt hatten.

Auch wenn das Gudsberga Kloster bereits im Jahre 1527 auf Grund der Reformation unter Gustav Vasa wieder aufgegeben werden musste, also gerade einmal 41 Jahre lang existierte, handelte es sich um ein relativ reiches Kloster, das ausschließlich von Mönchen und Laienbrüdern bewohnt wurde. Außer mehreren Gütern und anderen Werten, waren die Mönche auch an den Gruben und der Silberschmelzerei beteiligt, was in dieser Zeit ein sicheres und bedeutendes Einkommen mit sich brachte.

Als die Mönche das Gudsberga Kloster verlassen hatten, stand es einige Jahre lang leer bis Nils Larsson, ein Vertrauter des Königs, 1538 das Kloster erhielt. 1544 befahl Gustav Vasa dann das gesamte Silber aus dem Kloster nach Stockholm zu schicken. Die Klosterkirche begann zu verfallen, da sich niemand mehr dafür interessierte.

Als man in den 60er Jahren Ausgrabungen am Ort des ehemaligen Guldsberga Klosters unternahm, konnte man Reste der Mauern des Gebäudes freilegen, sowie Reste der Klosterkirche, die eine Größe von 21 Meter Breite und 44 Meter Länge hatte, also sogar größer war als die Mutterkirche der Zisterzienser in Alvastra, auch wenn sie nicht völlig im Stil der Zisterzienser erbaut wurde. Direkt neben den Klosterruinen findet man eine etwas merkwürdig geformten Steinformation, die den Namen „Der Stuhl des Heiligen Staffan“ trägt, in Erinnerung an den Abt des früheren Klosters.

Ganz in der Nähe des Klosterruine, die sich im kleinen Ort Kloster befindet, findet man einen kirchenähnlichen Bau in dem das Grubenmuseum eingerichtet ist, in dem man die Geschichte des Klosters, aber auch auch die Entwicklung des Ortes und der Gruben findet. Im 19. Jahrhundert, als hier Eisen und vor allem Schwarzpulver gewonnen wurde, lebten in dem kleinen Ort nahezu 1000 Personen, was sich heute kaum noch vorstellen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juli 25

Das Riseberga Kloster von der Gründung bis Gustav Vasa

Das Riseberga Kloster bei Fjugesta in Närke gehört zu jenen Klöster der Zisterzienser, die unter Sverker den yngre entstanden. Riseberga wurde von von den Nonnen des Vreta Klosters gegründet, wobei ihnen die notwendigen Grundstücke vom schwedischen Jarl Birger Brosa und seiner Ehefrau Birgitta Haraldsdotter, der Witwenkönigin von Magnus Henriksson, geschenkt wurde. Die Schenkungsurkunde stammt allerdings erst von 1202, obwohl der Klosterbau vermutlich bereits gegen 1180 begonnen wurde. Im Jahre 1202 trat Birgitta in Riseberga ein, was wirtschaftlich von größter Bedeutung für das Kloster wurde.

Das Kloster Riseberga wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche erbaut. Die Vorrangstellung des Klosters zeigt sich dann bereits 1212 unter Erik Knutsson, als Riseberga nach einem königlichen Dokument alles beschlagnahmte Eigentum von Verbrechern in ihrem Einzugsbereich zugesprochen bekommt. In relativ kurzer Zeit verfügte das Kloster dann durch verschiedene Schenkungen und Beschlagnahmungen über 224 Besitztümer, darunter Güter, Mühlen, Gruben und Kirchen, die sich in Närke, Södermanland, Värmland, Västergötland, Östergötland und auf Öland befanden.

Nachdem man am Kloster Riseberga, von dem heute nur noch wenige Teile als Ruine zu sehen sind, auch eine Schmiede fand und das Kloster Erzgruben besaß, ist anzunehmen, dass dort auch Eisen hergestellt wurde. Da die Schmiede am Rande des Klosters lag und die Schmelzeinrichtung ganz außerhalb, liegt die Vermutung nahe, dass sich nicht die Nonnen damit beschäftigten, sondern Laienbrüder der Zisterzienser, die außerhalb der Klostermauern lebten.

Als 1341 Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, ihre Tochter Ingeborg als Novizin ins Kloster Riseberga brachten, so war dies erneut mit bedeutenden Gaben verbunden, was der Tochter auch sichere Einnahmen auf Lebenszeit garantierte. Später kam auch ihre Tochter Catharina nach Riseberga, wo sie erst ihre Ausbildung erhielt, später als Novizin eintrat und schließlich zum Kloster Vadstena kam, wo sie auch begraben wurde.

Der Aufschwung des Klosters wurde 1384 durch Albrecht von Mecklenburg unterbrochen, der das Riseberga Kloster plündern ließ und die Klosterschwestern vorübergehend zum Verlassen der Einrichtung zwang.

1527 wurde Riseberga dann im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa Eigentum der Krone und sieben Jahre später musste die letzte Nonne das Kloster verlassen. Weitere zwölf Jahre später brannten die Gebäude nieder, wobei die Kalksteine des Bauwerkes 1650 für den Bau der Edsbergs Kyrka verwendet wurden. Dies war auch der Anlass dafür, dass andere Bauten der Umgebung mit den restlichen Steinen des zerstörten Klosters gebaut wurden.

Seit 1937 findet man bei der Klosterruine Riseberga das größte Freilichttheater Schwedens mit 1216 Sitzplätzen. Seit 2007 gibt das Amateurtheater Örebro dort im Sommer regelmäßig Vorstellungen, die mit dem ruralen Milieu in Verbindung stehen. Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt Riseberga auch der Erzählung „Om Eilsif och Bernhard den långe“, auch „Skön Elisif“ genannt, die zur Zeit Albrecht von Mecklenburgs spielt.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juni 27

Kristina Björnsdotter fordert das Varnhem Kloster

Kristina Björnsdotter wurde gegen das Jahr 1120, zumindest nach der Knýtlinga saga, als Tochter des Prinzen Björn Haraldsson Järnsida geboren und wurde nach ihrer Ehe mit ihrem Cousin Erich dem Heiligen im Jahre 1156 zur Königin Schwedens, sechs Jahre nachdem die Ehe geschlossen wurde.

Obwohl Kristina Björnsdotter nur von 1156 bis 1160 die Königin Schwedens war, schaffte sie es mit ihren Taten in die Geschichte einzugehen, da sie sich, nach dem Tode von Frau Sigrid, als die rechtmäßige Erbin des Klosters Varnhem sah. Frau Sigrid, eine Verwandte Kristinas, hatte den Zisterziensern nicht nur das Kloster geschenkt, sondern auch ausgedehnte Ländereien und Wälder, ein Vermögen, das Kristina Björnsdotter zurückforderte.

Nach unabhängigen Überlieferungen soll Kristina Björnsdotter die Mönche auf alle erdenklichen Methoden drangsaliert und belästigt haben. Nach unbestätigten Quellen soll Kristina selbst nackte Frauen ins Kloster geschickt haben, die vor den Mönchen aufreizende Tänze vollführen mussten. Aber unabhängig davon, welche Methoden Kristina angewandt hat, so waren die Mönche Varnhems gezwungen nach Dänemark zu fliehen und gründeten dort das Vitskøl Kloster.

Dieser Zwist zwischen Kristina Björnsdotter und dem Kloster Varnhem führte bereits 1158 dazu, dass sich das Volk beim Papst über Kristina beschwerte und dieser die Königin exkommunizieren wollte. Bevor es dann jedoch zur Exkommunikation kam, wurde Erich der Heilige vor der Kathedrale in Uppsala ermordet und die Königin hatte ihren Schutz verloren.

Nach einer Legende floh Kristina Björnsdotter dann mit ihrem Sohn Knut Eriksson und ihrem Gefolge nach Dänemark, wobei sie, ebenfalls nach der Legende, das gekrönte Haupt ihres Mannes mit sich nahm. Kristina soll dann bis zu ihrem Tode im Jahre 1170 in Dänemark geblieben sein.

Kristina Björndotters Sohn Knut kam 1167, als Nachfolger von Karl Sverkersson, auf den Thron Schwedens. Die Tochter Margareta heiratete den norwegischen König Sverre Sigurdsson und die beiden Kinder Filip und Katarina spielten keinerlei Rolle in der Geschichte Schwedens.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, juni 26

Das Roma Kloster auf Gotland

Auch wenn sich Gotland erst Ende des 13. Jahrhunderts dem Sveareich annäherte und sogar erst 1645 mit allen Rechten zu Schweden gehörte, so war dies für die Christianisierung und auch das Errichten von zwei Klöstern kein Hindernis, da politische Grenzen für das Christentum nicht zählten.

Wenn man die Bedeutung Gotlands im Mittelalter betrachtet, war es daher nur logisch, dass die Mönche des Zisterzienserordens des Klosters Nydala auch auf Gotland ein Kloster gründeten. Im Gegensatz zu Nydala hatte das im Jahre 1163 gegründete Roma Kloster jedoch einige bedeutende Vorteile, was sich auch durch seinen ursprünglichen Namen ausdrückt: Monasterium Beatae Mariae Gutnaliae.

Das Roma Kloster wurde nämlich auf dem Allthingplatz Gotlands aufgebaut, wo auch in regelmäßigen Abständen das Gutnaltinget statt fand, das Oberste Gericht der Insel. Als Gotland christlich geworden war, waren hier als Richter auch drei Kirchenmänner als Richter tätig und durch die Lage des Things auf Klostergebiet, war der Einfluss der katholischen Kirche bei Entscheidungen bedeutend.

Der zweite Vorteil des Roma Klosters auf Gotland war, dass es nicht sehr weit von der Handelsstadt Visby entfernt war, über sehr gute Erde für die Landwirtschaft verfügte und vom ersten Tag an bedeutendes Kapital zur Verfügung hatte, so dass die Mönche des Klosters von der Bevölkerung der führenden Schicht der Insel gleichgesetzt wurden. Das Roma Kloster besaß bereits im 13. Jahrhundert zusätzlich Grund in Estland und auf Öland. Der Reichtum kam vor allem durch den Handel von landwirtschaftlichen Gütern, die über Visby in die verschiedenen Hansestädte exportiert wurde.

Vom ehemaligen Roma Kloster ist heute nur noch die Ruine eines Teils der Klosterkirche erhalten, wobei über die tatsächliche Geschichte des Roma Klosters allerdings nur sehr wenige Dokumente erhalten sind und dadurch auch sehr wenig über die wirtschaftliche, politische und kirchliche Entwicklung bekannt ist.

Dass das Roma Kloster während des Mittelalters eine gewisse Bedeutung hatte, lässt sich man jedoch daraus schließen, dass das Kloster im Jahre 1213 vom Papst Innocentius III. damit beauftragt wurde einen Streit zwischen Kreuzrittern in Livland zu klären, den Problemen im Jahre 1419, als Livland das Kloster zu Steuerabgaben zwingen wollte und den Problemen, die entstanden, als Sten Sture den äldre die Besitztümer des Klostern in Öland beschlagnahmte.

Der Niedergang des Roma Klosters begann dann im Jahre 1519, als der letzte Abt des Kloster, Johannes Bohnsack, die Güter in Estland an Kristian II. abtreten musste und nur zwölf Jahre später, im Zuge der Reformation, das gesamt Kloster Eigentum der schwedischen Krone wurde.

Ab 1531 wurden die landwirtschaftlichen Güter des Roma Klosters zum Roma Kungsgård, also zum königlichen Gut, das von den Herrschern der Insel bewirtschaftet wurde. Der Ertrag aus der Landwirtschaft wurde überwiegend an den dänischen König geliefert.

Als Gotland dann mit dem Frieden in Brömsebro zu Schweden kam, erhielten die Landshövdingar (vom König eingesetzten Regierungsbeamten) die Güter in Form eines Lohnes und ließen daher diese weiterhin mit landwirtschaftlichen Produkten anbauen, die sie verkaufen konnten. Dies hatte auch den Vorteil, dass die Bauten bis 1730 nahezu unverändert blieben. Erst 1730 wollte dann der Regierungsbeamte Johan Didrik Grönhagen modernere Wirtschaftsgebäude errichten benutzte dafür die Steine des ehemaligen Klosters und jene des Gewölbes der Klosterkirche. Die Kirche selbst wurde in dieser Zeit zu Ställen umgebaut. Kaum hundert Jahre später zerstörte dann ein vom König eingesetzter Regierungsbeamter auch noch die restlichen Teile von Kirche und des Klosters. Bei einem Brand im Jahre 1898 wurden dann auch die Ställe zerstört und nur die heute sichtbare Ruine blieb erhalten.

Bei Ausgrabungen ab 1961 konnte man die Fundamente des Klosters finden, die allerdings keine Überraschungen brachten, da alle Klöster der Zisterzienser nach dem gleichen Prinzip gebaut wurden. Die Ruine der Klosterkirche ist heute unter Denkmalschutz und wurde als Freilichttheater eingerichtet, das im Sommer eine bedeutende Touristenattraktion ist und als Romateatern bekannt wurde. Neben dem Roma Kloster enstand auf Gotland auch für kurze Zeit das Solberga Kloster, das ebenfalls dem Orden der Zisterziensern angehörte, jedoch Nonnen beherbergte.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, juni 24

Das Varnhem Kloster in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man heute vom Varnhem Kloster in Västergötland, das von Inge den äldre (Inge der Ältere) gegründet wurde, nur noch einige Ruinen findet und die viel besuchte Klosterkirche erst im 17. Jahrhundert unter Magnus Gabriel de la Gardie wieder restauriert und umgebaut wurde, so hatte das Varnhem Kloster eine maßgebliche Bedeutung in der schwedischen Geschichte.

An der Stelle, an der das Kloster aufgebaut wurde, befand sich mit größter Wahrscheinlichkeit eine der ersten Stabkirchen auf schwedischem Boden und gegen 1040 auch die erste Steinkirche des Landes, wann man von Skåne absieht, das zu dieser Zeit nicht als Schweden betrachtet wurde.

Da das Kloster Varnhem von den Mönchen des Alvastra Klosters im Baustil aller Kloster der Zisterzienser aufgebaut wurde, kann man sich noch heute an den Ruinen orientieren und nahezu jeden Raum mit seiner ursprünglichen Bedeutung erkennen.

Aller Wahrscheinlichkeit gehören die Gegend um das Varnhem Kloster, das gerade einmal 13 Kilometer von Skara entfernt liegt, zu den ersten Gegenden Schwedens, die christianisiert wurden, da man nachweisen kann, dass hier bereits um das Jahr 800 die ersten Menschen nach katholischen Riten begraben wurden, also weitaus früher als Sankt Ansgar Birka besuchte. Selbst der christliche Friedhof beim Varnhem Kloster wurde bereits gegen das Jahr 900 regelmäßig benutzt, was darauf hindeutet, dass hier der Katholizismus um diese Zeit die dominante Religion war.

Das Kloster Varnhem wurde nachweislich vom Erikska ätten unterstützt, was im Gegenzug dazu führte, dass dort, unter anderem, die schwedischen Könige Knut Eriksson, Erik Knutsson und Erik Erikssson, sowie Birger jarl, begraben wurden. Die einzige Spannung zwischen Kloster und Königsherrschaft entstand allerdings bereits unter der Regierung von Erich dem Heiligen, da dessen Frau, Kristina Björnsdotter, die Rückzahlung von früheren Gaben vom Kloster zurückforderte.

Als das ursprüngliche Kloster Varnhem im Jahre 1234 völlig abbrannte, zeigt sich dies als der Beginn einer neuen Blütezeit, da Birger jarl, gemeinsam mit anderen reichen Bürgern des Mittelalters, das Varnhem Kloster neu aufbauen ließ und der Bau dadurch weitaus eindrucksvoller und imposanter wurde als vor dem Brand.

Im Jahre 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa beschlagnahmt und es durften keine weiteren Mönche mehr aufgenommen werden. Im Jahre 1566, während des Nordischen Siebenjährigen Krieges, der auch als Dreikronenkrieg bezeichnet wird, wurde das Kloster von dänischen Truppen abgebrannt und, im Gegensatz zur Klosterkirche Varnhem, nicht wieder aufgebaut.

Dank der Trilogie über den Kreuzritter Arn Magnusson von Jan Guillou übt das Varnhem Kloster heute wie ein Magnet auf Touristen mehrerer Länder, die in Guillous Romanfolge leider mehr Wahrheit suchen als tatsächlich vorhanden ist.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, maj 1

Die Zisterzienser in der schwedischen Geschichte

Auch wenn der Zisterzienserorden nicht der erste katholische Orden war, der sich in Schweden niederließ, so spielen die konservativen Zisterzienser dennoch eine sehr bedeutende Rolle im Schweden des 12. und des 13. Jahrhunderts. Nachdem der französischen Orden aus Clairvaux 1143, mit Unterstützung von Sverker den äldre und Ulvhild Håkansdotter, die beiden Klöster Alvastra und Nydala gegründet hatte, dauerte es nur 100 Jahre bis die Zisterzienser sechs Klöster für Mönche und acht für Nonnen in Schweden gegründet hatten und mit zu den größten Grundbesitzern des Landes gehörten.

Diese schnelle Entwicklung der Zisterzienser in Schweden war natürlich nur möglich, weil sie sehr eng mit den Königen und Bischöfen zusammenarbeiteten und dadurch auch sehr viele Spenden in Form von Ländereien und Rechten oder Privilegien erhielten. Allerdings muss man dies auch in Zusammenhang damit sehen, dass es völlig normal war, dass Töchter wohlhabender Bürger, von Königen und selbst königliche Witwen, gegen Zahlung einer angemessenen Summe, sich ins Kloster zurückzogen, was den Klöstern nicht nur Geld, sondern auch Einfluss brachte.

Nachdem der Katholizismus jener Zeit auch noch weitaus deutlicher Himmel und Hölle kannte, wollten sich auch wohlhabende Bürger und Bauern, die eigentlich keinen politischen Einfluss hatten, das Seelenheil erkaufen. Diese Schicht hatte zwar nicht das Kapital um ein Familienmitglied ins Kloster zu schicken, aber gegen die Spende von Wald und landwirtschaftlichen Gütern konnten sie auf Klostergrund begraben werden und durch einen Ablass von allen Sünden befreit werden.

Alle Zisterzienserklöster Schwedens, ausgenommen das Herrevads Kloster in Skåne, wurden direkt oder indirekt von Mönchen auch Clairvaux gegründet, wobei die Entwicklung der Zisterzienser erst im 13. Jahrhundert durch das Erscheinen der Bettelmönche in Schweden gebremst wurde, die bereits durch weitaus geringere Spenden das Seelenheil versprachen und damit eine weitaus breitere Schicht der Bevölkerung ansprachen, ohne dass diese Mönche auch mit der Königsgewalt gleichgesetzt wurden.

Da die Gründung eines Zisterzienserklosters von der Gabe eines Königs abhing, war auch die Verbindung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht sehr eng. Die Grundstücke der Klöster waren umgeben vom Eigentum der Krone und die königliche Familie konnte sicher sein nach dem Tode einen Ehrenplatz in der Klosterkirche zu erhalten. Diese Struktur forderte daher eine sehr enge Zusammenarbeit, die sich für die Landbevölkerung eher negativ auswirkte, die sich jedoch, aus Angst vor der Hölle, kaum Widerstand gegen die Forderungen eines Klosters leisten wagte.

Bei den Zisterzienserklöstern ist auch zu beachten, dass sie eine andere Struktur hatten als jene anderer Orden, denn es gab die Mönche, die sich ausschließlich der geistigen Arbeit widmeten und Kontakte pflegten, aber es gab auch Laienbrüder, die für die Schwerarbeit und die Landwirtschaft verantwortlich waren. Da die Ländereien und die Landwirtschaft jedoch zu umfangreich für die Laienbrüder waren, wurden diese von der Landbevölkerung unterstützt. Die einfache Bevölkerung kam nie mit den Mönchen in Berührung und die ehrgeizigen Laienbrüder wollten bei den Mönchen Ansehen gewinnen und forderten daher von der Bevölkerung nahezu Unmögliches. Wenn man bedenkt, dass das Kloster Nydala 250 Güter besaß und damit der größte Landbesitzer Smålands war, so kann man sich die Abhängigkeit der Bevölkerung von den Klöstern der Zisterziensern sehr gut vorstellen.

Sämtliche Klöster der Zisterzienser wurden im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa enteignet und sind heute nur noch als Ruinen zu sehen, auch wenn die Ruinen von Alvastra, Nydala, Vreta, Varnhem, Askeby, Roma, Riseberga, Gudberga und das einzige Zisterzienserkloster in Skåne, Herravads, noch einen Eindruck von der Macht der schwedischen Klöster des Mittelalters bieten können. Eine etwas besondere Rolle nimmt das Kloster Varnhem ein, das auf Grund der Arn-Bücher von Jan Guilloux und dem  Film über die Geschichte der Tempelritter nach den Büchern von Jan Guilloux, ein touristischer Magnet wurde und mittlerweile über ein Klostermuseum verfügt.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, april 28

Das Nydala Kloster der Zisterzienser im Småland

Gleichzeitig mit dem Alvastra Kloster gründeten die französischen Zisterzienser am 6. Juni 1143 ein weiteres Kloster, das allerdings, im Gegensatz zu Alvastra, vollkommen den Richtlinien des Ordens der Zisterziensern entsprach. Das Nydala Kloster wurde am Ruskens See weitab von einer Ansiedlung angelegt, wobei bei Ausgrabungen in diesem Gebiet auch keine Spuren einer früheren Ansiedlung gefunden wurden.

Das Nydala Kloster wurde von den Mönchen und Laienbrüdern allerdings nicht Nydala genannt, sondern „Nova Vallis“ (Neues Tal), was vermutlich eine Verbindung zum Mutterkloster in Clairvaux darstellen sollte, das im Lateinischen „Clara Vallis“ (Helles Tal) hieß. Strategisch gesehen wurde das Kloster an einer idealen Stelle gegründet, da dort die beiden Folklanden (Volksländer) Njudung und Finnveden zusammenstießen.

Das Kloster Nydala mit all seinen wachsenden Besitzungen wurde sowohl vom Papst nahen Svärkerska ätten als auch dem Erikska ätten unter Schutz gestellt. Nachdem der Erzbischof von Lund auch noch die Einwohner der Umgebung vor jedem Übergriff auf das Kloster gewarnt hatte, setzte Erik Eriksson die härtesten Maßstäbe hinsichtlich des Klosters an und stützte das Kloster selbst bei Grundstücksansprüchen, die das Kloster vermutlich von den Bauern der Umgebung gestohlen hatte.

Dies war vermutlich auch einer der Gründe, warum das Kloster Nydala weitaus langsamer als Alvastra in Schwung kam, denn die Bewohner der gesamten Umgebung stellten sich gegen das Kloster. Erst als sich rund 100 Jahre nach der Gründung der Bischof Henrik aus Linköping einmischte und Gotland und Öland dazu aufforderte für das Kloster zu spenden, allerdings mit dem Gegenversprechen eines Ablass, begann sich das Kloster Nydala wirklich zu entwickeln.

Im Laufe der 386 Jahre seiner Existenz erhielt Nydala so viele Spenden und Privilegien von privater, kirchlicher und königlicher Seite, dass das Kloster zum größten Grundbesitzer Smålands wurde und nicht weniger als 250 Güter sein Eigentum nannte. Nydala war damit das reichste Kloster der Zinsterzienser und wurde in Schweden nur noch vom Kloster Vadstena überboten, das nahezu viermal so viele Güter besaß als Nydala.

Das Kloster Nydala wurde nur einmal geplündert, als der dänische König Kristian II. von Stockholmer Blutbad im Jahre 1521, auf dem Rückweg nach Dänemark, am Kloster sein Lager aufschlug und sein Heer von den Mönchen ernähren ließ. Kristian II. machte dabei jedoch den Fehler Nydala nicht nur zu plündern und teilweise zu zerstören, sondern ließ auch noch den Abt des Kloster und einige der Mönche im See ertränken. Die Nachricht davon verbreite sich sehr schnell im Småland und da die Bewohner mittlerweile auf Seiten des Klosters standen, befreiten sie dann ohne jede andere Hilfe das Småland von den Dänen.

Drei Jahre später hatte sich das Kloster Nydala von den Schäden erholt und wurde neu eingeweiht. Allerdings musste es im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa im Jahre 1529 dann endgültig geschlossen werden, trotz dem starken Widerstand, den die ländliche Bevölkerung an den Tag legte, da viele unter ihnen mittlerweile indirekt oder direkt vom Kloster lebten.

Während des Nordischen Siebenjahreskriegs im Jahre 1568 wurde das Kloster dann von dänischen Truppen abgebrannt, so das man heute nur noch einige Ruinen des Klosters und der Klosterkirche entdecken kann. Der heutige Nydala herrgård wurde erst gegen 1790 erbaut und gehört der Gemeinde Värnamo. Als am 6. Juni 2008 erneut Zisterziensermönche dort einzogen um den Orden wieder zum Leben zu bringen, so war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da die drei Mönche, die dafür vorgesehen waren, nur ein Touristenvisum hatten und der Papst seine Meinung zur Neugründung des Klosters wieder änderte. Värnamo ist jedoch weiterhin in Kontakt mit den Zisterziensern und hofft eines Tages wieder Mönche in der Gemeinde zu sehen.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 13

Das Alvastra Kloster

Das Alvastra Kloster am östlichen Vättern wurde im selben Jahr gebaut wie das Nydala Kloster, so dass man heute nicht mehr sagen kann welches das zweite und welches das dritte Kloster Schwedens nach Vreta war. Beide Klöster wurden von den französischen Zisterziensern gegründet, wobei das Alvastra Kloster möglicherweise auf Initiative von Ulvhild Håkansdotter, der Ehefrau des Königs Sverker den äldre (Sverker dem Älteren), entstand, die den Mönchen auch ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellte.

Das Alvastra Kloster, von dem heute nur noch Ruinen zu sehen sind, wurde 1143 gegründet und war bis etwa 1530 aktiv, als Gustav Vasa im Rahmen der Reformation sämtliche katholischen Klöster schloss. Das Kloster hatte im Mittelalter eine tragende Rolle, zumal von hier aus auch die Klöster Varnhem, Julita und Gudsberga gegründet wurden und der Abt des Klosters Alvastra zeitweise auch die Klöster Vreta, Askeby und Riseberga betreute.

Auch wenn man nicht weiß wie Ulvhild Håkansdotter oder auch Sverker den äldre auf die Idee kamen die Zisterzienser nach Schweden zu holen, so ist anzunehmen, dass der Erzbischof Erkil im Lidköping Stift die Idee beim Königspaar vortrug, zumal beide den Katholizismus in Schweden verbreiten wollten. In jedem Fall musste Erkil jeder Klostergründung in seinem Stift zustimmen.

Sämtliche Mönche und Laienbrüder, die bei der Gründung im Alvastra Kloster einzogen, kamen direkt aus dem französischen Stammkloster Clairvaux, wobei sowohl das Kloster als auch die Klosterkirche von Grund auf auch die Abteilungen der beiden Gruppen (Mönche und Laienbrüder) trennte und das Ziel hatte sich durch eigene Arbeit zu ernähren.

Im Gegensatz zu den anderen Zisterzienserklöstern, die in Schweden gegründet wurden, war Alvastra in der Nähe von Ansiedlungen erbaut und befand sich an einer Stelle, die nachweislich seit der Steinzeit bewohnt war. Da das Kloster von den Mönchen und den Laienbrüder gezeichnet und erbaut wurde, diente die französische Bauweise später auch anderen Bauten der Umgebung als Muster, so auch für den Bau der Heda Kyrka, die in der Nähe des Klosters erbaut wurde.

Das Alvastra Kloster gilt als die Grabkirche des Sverkerska ätten, wobei Sverker den äldre bereits dort begraben wurde bevor die Kirche vollständig fertig war, denn Sverker wurde 1156 ermordet und die Klosterkirche wurde erst 1185 eingeweiht. Außer den Königen des Sverker Geschlechts liegt auch Schwedens erster Erzbischof Stefan in Alvastra begraben, der im selben Jahr starb als die Kirche eingeweiht wurde.

Das Alvastra Kloster bekam dann im 14. Jahrhundert erneut eine bedeutende Rolle für die katholische Kirche in Schweden, da sich Ulf Gudmarsson, der Ehemann der Heiligen Birgitta dort zurückzog und dort starb. Die Heilige Birgitta ließ sich dann in nächster Nähe des Klosters nieder, wobei der damalige Subprior Peter Olofsson des Alvastra Klosters sämtliche ihrer Offenbarungen in Latein niederschrieb. Der gleiche Mönch schrieb dann auch, nach ihrem Diktat, die Regeln des Birgittinordens, die Regula Sancti Salvatori. Und nach dem Tod der Heiligen Birgitta schrieb Peter Olofsson dann auch noch ihre Lebensgeschichte und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Birgitta heilig erklärt wurde.

Als dann ab 1520 die Reformation in Schweden fortschritt, insbesondere aber nach dem Reichstag von Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527, waren die Tage des Klosters jedoch gezählt und schon wenige Jahre später hatte der letzte Mönch Alvastra verlassen, auch wenn dies von Gustav Vasa nicht ausdrücklich gefordert worden war.

Ab 1544 wurde dann auch das Alvastra Kloster, wie die meisten anderen katholischen Klöster des Landes, als Steinbruch verwendet. Die Steine der Klosters und der Klosterkirche findet man daher vor allem im Vasaschloss, dem Vadstena Schloss und dem Schloss Visingsborg, das Per Brahe der Ältere auf Visingsö erbaute. Dass heute noch eine Ruine des Alvastra Klosters zu sehen ist, verdankt man der Tatsache, dass dem Ort Hjo im Jahre 1797 untersagt wurde weitere Steine von den Klostergebäuden für den Bau ihrer Kirche anzuwenden.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch weiterhin Steine der Kirche und des Klosteranlage für kleinere Bauten benutzt und erst die Ausgrabungen in den Jahren 1921 und 1955 setzten weiteren Zerstörungen ein Ende.

Copyright: Herbert Kårlin