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söndag, november 11

Katarina Karlsdotter (Gumsehuvud), Königin Schwedens

Katarina Karlsdotter (Gumsehuvud), die Tochter des Reichsrats Karl Gumsehuvud und Märta Aspenäsättens wurde im Jahre 1418 geboren und gehört zu den Königinnen Schwedens, die politisch keinerlei Einfluss ausübten, was bei Katarina Karlsdotter auch glaubhaft klingt, da sie, nach dem Tod von Birgitta Turesdotter (Bielke), die zweite Ehefrau des Reichsrats Karl Knutsson (Bonde) wurde und nur kurze Zeit Königin war.

Katarina heiratete Karl Knutsson am 5. Oktober 1438 in Stockholm, und wurde erst am 20. Juni 1448 zur Königin des Landes, als aus ihrem Mann, dem Reichsvorstand, der neue König Schwedens geworden war. Am 2. Juli 1448, drei Tage nach der Krönung ihres Ehemannes, wurde auch Katarina Karlsdotter in der Domkirche in Uppsala vom Erzbischof Jöns Bengtsson zur Königin gekrönt.

Allerdings sollte Katarina Karlsdotter nicht lange Königin bleiben, denn bereits zwei Jahre nach der Krönung, am 7. September 1450, starb sie an der Pest. Der König ließ sie am 17. Januar 1451 in der Klosterkirche Vadstena im sogenannten Vårfrukoret begraben, dem Teil der Kirche, den er selbst erbauen ließ.

Die Ehe zwischen Katarina Karlsdotter und Karl Knutsson wird in der Geschichte als sehr glücklich beschrieben und die Königin als sehr offen, die immer freundlich und gut gelaunt war und versuchte es jedem Gast gerecht zu machen und Notleidenden zu helfen.

Aus der Ehe gingen insgesamt acht oder neun Kinder hervor, wobei jedoch vier oder fünf unter ihnen bereits als Kinder starben. Margarete, die nie heiratete, spielt in der Geschichte keinerlei Rolle mehr, Rikissa trat in das Kloster Vadstena ein, Magdalena heiratete den Reichsrat Ivar Axelsson (Tott) und Birgitta wurde zwangsweise Nonne in Vadstena, da ihr Vater damit Schwierigkeiten, die er mit dem Kloster hatte, aus dem Wege räumen konnte.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, oktober 24

Das Kloster Gudhem bei Falköping

Das Kloster Gudhem bei Falköping hat im Grunde mehrere verschiedene Geschichten, denn das erste Kloster an dieser Stelle, ein Nonnenkloster der Benediktiner, soll bereits im Jahre 1161 gegründet worden sein, zumindest nach Aufzeichnungen, die Historiker ab dem 17. Jahrhundert verbreiteten, denn nach Adam von Bremen und Saxo Grammaticus wurde es bereits 1052 von Gunhild Svensdotter, einer Ehefrau des dänischen König Sven Esridsson gegründet.

Beide Aussagen beruhen jedoch auf Theorien, denn während die Legende um Gunhild vermutlich freie Erfindung ist, so ist die andere Theorie ebenso wenig zu beweisen, da Karl Sverkersson zwar einen Kungsgård für ein Nonnenkloster in Gudhem stiftete, aber auch von diesem Kloster keine Spuren gefunden wurden. Möglicherweise kam der Bau damals nicht zu Stande oder aber es wurde nur ein kleines vorübergehendes Holzgebäude errichtet. Niemand kann heute sagen was 1052 oder 1161 an der Stelle der heutigen Klosterruine Gudhem zu finden war.

Alle Ausgrabungen, die man in Gudhem unternahm, deuten darauf hin, dass der Klosterbau erst aus dem Jahre 1250 stammt und von Katarina Sunesdotter nach dem Tode ihres Mannes, dem König Erik Eriksson, finanziert wurde. Katarina soll die letzten drei Jahres ihres Lebens im Kloster Gudhem verbracht haben und dort begraben worden sein, denn man fand ihren Grabstein an der ehemaligen Klosterkirche. Der Originalstein ist heute im Historischen Museum in Stockholm zu sehen und jener an der Klosterruine ist lediglich ein Abguss in Zement.

Ob das Kloster je Benediktiner beherbergte oder immer zum Orden der Zisterzienser gehörte, ist ebenfalls unbekannt, da die Angaben darüber sehr zweideutig sind und von keinen offiziellen Dokumenten bestätigt werden können. Erst die Existenz der Zisterzienser beruht auf eine glaubwürdige Aussage.

Sicher ist jedoch, dass das Kloster Gudhem auch über ein Hospiz und ein Gästehaus für Pilger verfügte, da es auf dem Weg nach Nidaros lag, also dem Pilgerpfad des Heiligen Olav, der regelmäßig eine Vielzahl an Pilgern anzog, auch wenn sein Status als Heiliger von modernen Geschichtsforschern eher in Frage gesetzt wird.

Im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa wurde das Kloster Gudhem Eigentum der Krone, wobei die Nonnen jedoch gegen eine Zahlung von 72 Pfund Butter weiterhin im Kloster bleiben durften. Ein Jahr später verkaufte der König das Kloster an Nils Olofsson, jedoch ebenfalls mit der Auflage, dass die Nonnen bis zu ihrem Tod das Wohnrecht behielten. Allerdings brannte das Gebäude 1529 ab und durfte nicht mehr aufgebaut werden. Nach dem Brand wurden sämtliche Gebäude als Steinbruch betrachtet, auch wenn nach Aufzeichnungen aus dem 17. Jahrhundert noch hervorgeht, dass um diese Zeit die Klosterkirche noch weitgehend stand.

Mittlerweile ist die gesamte Klosterruine ausgegraben und kann besichtigt werden, wobei auch ein kleines Museum bei Gudhem zu finden ist. Auf Grund der Romane von Jan Guillou und seinem Ritter Arn Magnusson ist die Klosterruine heute ein wichtiger touristischer Ort Schwedens geworden.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, augusti 30

Gudberga Kloster, das nördlichste Kloster Schwedens

Das Gudsberga Kloster nördlich von Hedemora war das einzige Kloster in Dalarna, das am nördlichst liegende Kloster des Landes und gleichzeitig das letzte Kloster, das von den Zisterziensern in Schweden errichtet wurde. Das Gudsberga Kloster konnte im Jahre 1486 gegründet werden, nachdem der regionale Vertreter der Regierung, Ingel Jönsson Hjorthorn, und seine Frau Birgitta Sonedotter dem Orden die entsprechenden Ländereien geschenkt hatten.

Auch wenn das Gudsberga Kloster bereits im Jahre 1527 auf Grund der Reformation unter Gustav Vasa wieder aufgegeben werden musste, also gerade einmal 41 Jahre lang existierte, handelte es sich um ein relativ reiches Kloster, das ausschließlich von Mönchen und Laienbrüdern bewohnt wurde. Außer mehreren Gütern und anderen Werten, waren die Mönche auch an den Gruben und der Silberschmelzerei beteiligt, was in dieser Zeit ein sicheres und bedeutendes Einkommen mit sich brachte.

Als die Mönche das Gudsberga Kloster verlassen hatten, stand es einige Jahre lang leer bis Nils Larsson, ein Vertrauter des Königs, 1538 das Kloster erhielt. 1544 befahl Gustav Vasa dann das gesamte Silber aus dem Kloster nach Stockholm zu schicken. Die Klosterkirche begann zu verfallen, da sich niemand mehr dafür interessierte.

Als man in den 60er Jahren Ausgrabungen am Ort des ehemaligen Guldsberga Klosters unternahm, konnte man Reste der Mauern des Gebäudes freilegen, sowie Reste der Klosterkirche, die eine Größe von 21 Meter Breite und 44 Meter Länge hatte, also sogar größer war als die Mutterkirche der Zisterzienser in Alvastra, auch wenn sie nicht völlig im Stil der Zisterzienser erbaut wurde. Direkt neben den Klosterruinen findet man eine etwas merkwürdig geformten Steinformation, die den Namen „Der Stuhl des Heiligen Staffan“ trägt, in Erinnerung an den Abt des früheren Klosters.

Ganz in der Nähe des Klosterruine, die sich im kleinen Ort Kloster befindet, findet man einen kirchenähnlichen Bau in dem das Grubenmuseum eingerichtet ist, in dem man die Geschichte des Klosters, aber auch auch die Entwicklung des Ortes und der Gruben findet. Im 19. Jahrhundert, als hier Eisen und vor allem Schwarzpulver gewonnen wurde, lebten in dem kleinen Ort nahezu 1000 Personen, was sich heute kaum noch vorstellen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, augusti 25

Magnus Nilsson, ein zweifelhafter König Schwedens

Magnus Nilsson, der auch als Magnus Nielsen bekannt ist und der der letzte König des Stenkilska ätten ist, wurde entweder 1106 oder 1107 geboren und wurde als dänischer Prinz nach dem Tode von Inge dem Jüngeren (Inge den yngre) gegen 1125 zum König Västergötlands gewählt.

Magnus Nilsson war der Sohn des dänischen Königs Niels und dessen Frau Margareta Fredkulla von Schweden, die wiederum die Tochter von Inge den äldre (Inge der Ältere) war, so dass die Verbindung zum Västergötland bereits auf diese Weise bestand. Als Magnus Nilsson im Jahre 1127 dann Rikissa von Polen heiratet, was vermutlich aus politischen Motiven geschah, wurde Rikissa erstmals Königin von Schweden, was jedoch mit Sicherheit nicht den erwünschten Erfolg in Schweden brachte.

Während sicher ist, dass Magnus Nilsson bis 1130 König in Västergötland war, so gehen die Deutungen über seine Regierung im  Sveareich auseinander. Sehr wahrscheinlich ist, dass Magnus Nilssson dort nie anerkannt wurde, auch wenn er den dortigen Thron beanspruchte und während dieser Zeit kein anderer König in diesem Raum bekannt ist. Bereits 1130 wurde er in jedem Fall von Sverker den äldre (Sverker dem Älteren) erst aus Svitjod vertrieben und dann im gleichen Jahr auch noch aus Västergötland.

Magnus Nilsson floh nach Dänemarkt, wo er wenige Monate später seinen Thron-Konkurrenten Knut Lavard tötete, damit er den dänischen Thron erringen konnte, was jedoch zu bedeutenden Kämpfen um die Thronfolge führte. Nilsson wurde am 4. Juni 1134 bei der Schlacht bei Foteviken in Skåne, das damals zu Dänemark gehörte, getötet.

Das Grab, das im Kloster Vreta angeblich jenes von Magnus Nilsson sein soll, beinhaltet mit Sicherheit nicht seine Gebeine, sondern jene des schwedischen Königs Magnus Henriksson oder aber des Ritters Magnus Bengtsson, beziehungsweise einer anderen Person seines Geschlechts.

Magnus Nilsson hatte mit Rikissa von Polen zwei Kinder, nämlich Knut Magnusson, der später König von Dänemark wurde und Niels Magnusson, der keine besondere Rolle in der Geschichte Schwedens oder Dänemarks spielte.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, juli 28

Ulf Gudmarsson, nicht nur der Ehemann der Heiligen Brigitta

Ulf Gudmarsson wurde 1297 oder 1298 als Sohn des Ritters Gudmar Magnusson und Margareta Ulfsdotter in Ekebyborna im Östergötland geboren und gehörte daher dem Geschlecht der Ulvåsa (Ulvåsaätten) an, das sowohl in Östergötland als auch in Västergötland zahlreiche Güter besass und einen bedeutenden Einfluss ausübte.

Noch unmündig wurde Ulf Gudmarsson durch ein Abkommen zwischen seinem Vater und Birger Persson, einem der mächtigsten Männern des Upplandes, mit der damals 13-jährigen Birgitta Birgersdotter verheiratet, die später als die Heilige Birgitta bekannt wurde. Im gleichen Zug hatte Birger Persson auch seine beiden anderen Kinder Magnus und Katarina verheiratet. Birgitta zog nach der Ehe unmittelbar zum Stammgut der Familie seines Ehemannes nach Ulvåsa.

Zu Beginn des Jahres 1320 wurde Ulf Gudmarsson zum Ritter geschlagen und bereits 1328 war er, gerade einmal als 30-jähriger, Lagman in Närke. Nur zehn Jahre später wurde er zum Reichsrat ernannt und hatte damit, als Ratgeber des Königs, einen der höchsten Dienste des Landes erlangt.

Ulf Gudmarsson galt als ebenso gläubig wie seine Ehefrau Birgitta, was im Zuge der Zeit auch dazu führte, dass das Ehepaar zu den für Schweden wichtigsten Pilgerreisen aufbrach. Die erste Pilgerfahrt gegen 1340 führte zum Grab von Olav dem Heiligen in Nidaros, einer Person, die vom plündernden und mordenden Wikinger zum Heiligen Norwegens geworden war. Die zweite Pilgerreise führte in das spanische Santiago de Compostella, wo die beiden die Reliquien des Heiligen Jakob besuchen wollten.

Auf dem Rückweg von Santiago de Compostela erkrankte Ulf Gudmarsson schwer und Birgitta erschien der Heilige Dionysius, der ihr versprach, dass ihr Ehemann vollständig genesen werde. Um Gott ebenfalls um Hilfe anzuflehen, zog das Ehepaar bei der Rückkehr unmittelbar ins Kloster Alvastra, wo Ulf Gudmarsson jedoch ein Jahr später starb. Als Gönner des Klosters wurde Ulf auch im Kloster begraben.

Aus der Ehe zwischen Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter gingen acht Kinder hervor. Märta wurde Hofdame und war für die Erziehung von Königin Margareta verantwortlich, Katarina wurde Äbtin des Klosters Vadstena, Ingeborg trat als Nonne ins Kloster Riseberga und Cecilia ging erst ins Kloster Skänninge, das sie jedoch wieder verlies um Lars Sunesson zu heiraten. Der Sohn Birger wurde bei einer Reise ind Heilige Land in Jerusalem zum Ritter geschlagen und später zum Lagman ernannt, Karl war am Aufstand gegen Magnus Eriksson beteiligt, Bengt und Gudmar starben sehr jung, wobei Bengt im Kloster Alvastra begraben liegt.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, juli 26

Die Heilige Ragnhild von Tälje und Inge der Ältere

Auf Grund von zwei Abschriften eines Epitaph aus dem 14. Jahrhundert, einer Kopie der Lilla Rimkrönikan und den handschriftlichen Aufzeichnungen der Prosakrönikan gilt die Existenz einer Königin Ragnhild, die später als die Heilige Ragnhild von Tälje (entspricht Ragnhild von Södertälje) bezeichnet wird, als bewiesen. Schwieriger ist jedoch zu belegen mit welchem König Ragnhild verheiratet war und wann sie, falls überhaupt, die Königin Schwedens war.

Die Diskussion geht, da Ragnhild av Tälje gegen 1075 geboren wurde und gegen 1117 starb, im Grunde nur darum, ob sie mit Inge den äldre oder Inge den yngre verheiratet war, die jedoch beide, zumindest eine längere Zeit über, mit anderen Frauen verheiratet waren, die in der schwedischen Geschichte eine gewisse Bedeutung spielten. Inge der Ältere (auch als Inge I. bezeichnet) war mit Helena verheiratet und Inge der Jüngere (Inge II.) mit Ulvhild Håkansdotter.

Heute geht die Mehrheit der Geschichtswissenschaftler davon aus, dass Ragnhild mit Inge den äldre kurze Zeit verheiratet war, ohne dass dies jedoch eindeutig belegt werden kann und immer wieder gewisse Zweifel daran auftauchen, zumal nicht sicher ist, dass Ragnhild überhaupt mit einem der beiden Königen Inge verheiratet war, sondern dies vielleicht nur durch fehlerhafte Übersetzungen alter Dokumente, die heute verschwunden sind, aufkam.

Etwas verwirrend ist dabei auch, dass Ragnhild von Tälje, je nach Quelle, die Tochter des Königs Halsten gewesen sein soll, nach einer Aufzeichnung des Vreta Klosters war sie die Ehefrau von Johan Sverkersson , nach dem Historiker Sven Lagerbring war sie die Tochter von Hallsten Folkesson und nach dem Geschichtswissenschaftler Elias Palmsköld war Ragnhild schließlich eine norwegische Königin. Vermutlich wird niemand je die Wahrheit wissen, zumal die Legenden um Ragnhild mehr ihren Status als Heilige hervorheben als ihre Herkunft oder gar ihre Funktion als schwedische Königin.

Alle Legenden, die die Heilige Ragnhild von Tälje betreffen, stammen aus dem 15. Jahrhundert, wobei hierbei insbesondere ihre Pilgerreisen nach Rom und nach Jerusalem eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die Aussage, dass die Heilige Ragnhild die S:ta Ragnhild Kyrka in Södertälje gegründet haben soll und dort begraben liegt, entstammt nur katholischen Legenden, die man nicht überprüfen kann, denn auch wenn man heute Sankt Ragnhild als die Schutzheilige der Stadt betrachtet, so wurde im Sigel der Stadt bis zum Ende des Mittelalters Sank Olof abgebildet, der dann im 16. Jahrhundert von Maria abgelöst wurde. Erst im Jahre 1623 findet man die Heilige Ragnhild als Beschützerin der Stadt, also 500 Jahre nach ihrem Tod.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juli 25

Das Riseberga Kloster von der Gründung bis Gustav Vasa

Das Riseberga Kloster bei Fjugesta in Närke gehört zu jenen Klöster der Zisterzienser, die unter Sverker den yngre entstanden. Riseberga wurde von von den Nonnen des Vreta Klosters gegründet, wobei ihnen die notwendigen Grundstücke vom schwedischen Jarl Birger Brosa und seiner Ehefrau Birgitta Haraldsdotter, der Witwenkönigin von Magnus Henriksson, geschenkt wurde. Die Schenkungsurkunde stammt allerdings erst von 1202, obwohl der Klosterbau vermutlich bereits gegen 1180 begonnen wurde. Im Jahre 1202 trat Birgitta in Riseberga ein, was wirtschaftlich von größter Bedeutung für das Kloster wurde.

Das Kloster Riseberga wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche erbaut. Die Vorrangstellung des Klosters zeigt sich dann bereits 1212 unter Erik Knutsson, als Riseberga nach einem königlichen Dokument alles beschlagnahmte Eigentum von Verbrechern in ihrem Einzugsbereich zugesprochen bekommt. In relativ kurzer Zeit verfügte das Kloster dann durch verschiedene Schenkungen und Beschlagnahmungen über 224 Besitztümer, darunter Güter, Mühlen, Gruben und Kirchen, die sich in Närke, Södermanland, Värmland, Västergötland, Östergötland und auf Öland befanden.

Nachdem man am Kloster Riseberga, von dem heute nur noch wenige Teile als Ruine zu sehen sind, auch eine Schmiede fand und das Kloster Erzgruben besaß, ist anzunehmen, dass dort auch Eisen hergestellt wurde. Da die Schmiede am Rande des Klosters lag und die Schmelzeinrichtung ganz außerhalb, liegt die Vermutung nahe, dass sich nicht die Nonnen damit beschäftigten, sondern Laienbrüder der Zisterzienser, die außerhalb der Klostermauern lebten.

Als 1341 Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, ihre Tochter Ingeborg als Novizin ins Kloster Riseberga brachten, so war dies erneut mit bedeutenden Gaben verbunden, was der Tochter auch sichere Einnahmen auf Lebenszeit garantierte. Später kam auch ihre Tochter Catharina nach Riseberga, wo sie erst ihre Ausbildung erhielt, später als Novizin eintrat und schließlich zum Kloster Vadstena kam, wo sie auch begraben wurde.

Der Aufschwung des Klosters wurde 1384 durch Albrecht von Mecklenburg unterbrochen, der das Riseberga Kloster plündern ließ und die Klosterschwestern vorübergehend zum Verlassen der Einrichtung zwang.

1527 wurde Riseberga dann im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa Eigentum der Krone und sieben Jahre später musste die letzte Nonne das Kloster verlassen. Weitere zwölf Jahre später brannten die Gebäude nieder, wobei die Kalksteine des Bauwerkes 1650 für den Bau der Edsbergs Kyrka verwendet wurden. Dies war auch der Anlass dafür, dass andere Bauten der Umgebung mit den restlichen Steinen des zerstörten Klosters gebaut wurden.

Seit 1937 findet man bei der Klosterruine Riseberga das größte Freilichttheater Schwedens mit 1216 Sitzplätzen. Seit 2007 gibt das Amateurtheater Örebro dort im Sommer regelmäßig Vorstellungen, die mit dem ruralen Milieu in Verbindung stehen. Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt Riseberga auch der Erzählung „Om Eilsif och Bernhard den långe“, auch „Skön Elisif“ genannt, die zur Zeit Albrecht von Mecklenburgs spielt.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, juni 26

Das Roma Kloster auf Gotland

Auch wenn sich Gotland erst Ende des 13. Jahrhunderts dem Sveareich annäherte und sogar erst 1645 mit allen Rechten zu Schweden gehörte, so war dies für die Christianisierung und auch das Errichten von zwei Klöstern kein Hindernis, da politische Grenzen für das Christentum nicht zählten.

Wenn man die Bedeutung Gotlands im Mittelalter betrachtet, war es daher nur logisch, dass die Mönche des Zisterzienserordens des Klosters Nydala auch auf Gotland ein Kloster gründeten. Im Gegensatz zu Nydala hatte das im Jahre 1163 gegründete Roma Kloster jedoch einige bedeutende Vorteile, was sich auch durch seinen ursprünglichen Namen ausdrückt: Monasterium Beatae Mariae Gutnaliae.

Das Roma Kloster wurde nämlich auf dem Allthingplatz Gotlands aufgebaut, wo auch in regelmäßigen Abständen das Gutnaltinget statt fand, das Oberste Gericht der Insel. Als Gotland christlich geworden war, waren hier als Richter auch drei Kirchenmänner als Richter tätig und durch die Lage des Things auf Klostergebiet, war der Einfluss der katholischen Kirche bei Entscheidungen bedeutend.

Der zweite Vorteil des Roma Klosters auf Gotland war, dass es nicht sehr weit von der Handelsstadt Visby entfernt war, über sehr gute Erde für die Landwirtschaft verfügte und vom ersten Tag an bedeutendes Kapital zur Verfügung hatte, so dass die Mönche des Klosters von der Bevölkerung der führenden Schicht der Insel gleichgesetzt wurden. Das Roma Kloster besaß bereits im 13. Jahrhundert zusätzlich Grund in Estland und auf Öland. Der Reichtum kam vor allem durch den Handel von landwirtschaftlichen Gütern, die über Visby in die verschiedenen Hansestädte exportiert wurde.

Vom ehemaligen Roma Kloster ist heute nur noch die Ruine eines Teils der Klosterkirche erhalten, wobei über die tatsächliche Geschichte des Roma Klosters allerdings nur sehr wenige Dokumente erhalten sind und dadurch auch sehr wenig über die wirtschaftliche, politische und kirchliche Entwicklung bekannt ist.

Dass das Roma Kloster während des Mittelalters eine gewisse Bedeutung hatte, lässt sich man jedoch daraus schließen, dass das Kloster im Jahre 1213 vom Papst Innocentius III. damit beauftragt wurde einen Streit zwischen Kreuzrittern in Livland zu klären, den Problemen im Jahre 1419, als Livland das Kloster zu Steuerabgaben zwingen wollte und den Problemen, die entstanden, als Sten Sture den äldre die Besitztümer des Klostern in Öland beschlagnahmte.

Der Niedergang des Roma Klosters begann dann im Jahre 1519, als der letzte Abt des Kloster, Johannes Bohnsack, die Güter in Estland an Kristian II. abtreten musste und nur zwölf Jahre später, im Zuge der Reformation, das gesamt Kloster Eigentum der schwedischen Krone wurde.

Ab 1531 wurden die landwirtschaftlichen Güter des Roma Klosters zum Roma Kungsgård, also zum königlichen Gut, das von den Herrschern der Insel bewirtschaftet wurde. Der Ertrag aus der Landwirtschaft wurde überwiegend an den dänischen König geliefert.

Als Gotland dann mit dem Frieden in Brömsebro zu Schweden kam, erhielten die Landshövdingar (vom König eingesetzten Regierungsbeamten) die Güter in Form eines Lohnes und ließen daher diese weiterhin mit landwirtschaftlichen Produkten anbauen, die sie verkaufen konnten. Dies hatte auch den Vorteil, dass die Bauten bis 1730 nahezu unverändert blieben. Erst 1730 wollte dann der Regierungsbeamte Johan Didrik Grönhagen modernere Wirtschaftsgebäude errichten benutzte dafür die Steine des ehemaligen Klosters und jene des Gewölbes der Klosterkirche. Die Kirche selbst wurde in dieser Zeit zu Ställen umgebaut. Kaum hundert Jahre später zerstörte dann ein vom König eingesetzter Regierungsbeamter auch noch die restlichen Teile von Kirche und des Klosters. Bei einem Brand im Jahre 1898 wurden dann auch die Ställe zerstört und nur die heute sichtbare Ruine blieb erhalten.

Bei Ausgrabungen ab 1961 konnte man die Fundamente des Klosters finden, die allerdings keine Überraschungen brachten, da alle Klöster der Zisterzienser nach dem gleichen Prinzip gebaut wurden. Die Ruine der Klosterkirche ist heute unter Denkmalschutz und wurde als Freilichttheater eingerichtet, das im Sommer eine bedeutende Touristenattraktion ist und als Romateatern bekannt wurde. Neben dem Roma Kloster enstand auf Gotland auch für kurze Zeit das Solberga Kloster, das ebenfalls dem Orden der Zisterziensern angehörte, jedoch Nonnen beherbergte.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, juni 24

Das Varnhem Kloster in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man heute vom Varnhem Kloster in Västergötland, das von Inge den äldre (Inge der Ältere) gegründet wurde, nur noch einige Ruinen findet und die viel besuchte Klosterkirche erst im 17. Jahrhundert unter Magnus Gabriel de la Gardie wieder restauriert und umgebaut wurde, so hatte das Varnhem Kloster eine maßgebliche Bedeutung in der schwedischen Geschichte.

An der Stelle, an der das Kloster aufgebaut wurde, befand sich mit größter Wahrscheinlichkeit eine der ersten Stabkirchen auf schwedischem Boden und gegen 1040 auch die erste Steinkirche des Landes, wann man von Skåne absieht, das zu dieser Zeit nicht als Schweden betrachtet wurde.

Da das Kloster Varnhem von den Mönchen des Alvastra Klosters im Baustil aller Kloster der Zisterzienser aufgebaut wurde, kann man sich noch heute an den Ruinen orientieren und nahezu jeden Raum mit seiner ursprünglichen Bedeutung erkennen.

Aller Wahrscheinlichkeit gehören die Gegend um das Varnhem Kloster, das gerade einmal 13 Kilometer von Skara entfernt liegt, zu den ersten Gegenden Schwedens, die christianisiert wurden, da man nachweisen kann, dass hier bereits um das Jahr 800 die ersten Menschen nach katholischen Riten begraben wurden, also weitaus früher als Sankt Ansgar Birka besuchte. Selbst der christliche Friedhof beim Varnhem Kloster wurde bereits gegen das Jahr 900 regelmäßig benutzt, was darauf hindeutet, dass hier der Katholizismus um diese Zeit die dominante Religion war.

Das Kloster Varnhem wurde nachweislich vom Erikska ätten unterstützt, was im Gegenzug dazu führte, dass dort, unter anderem, die schwedischen Könige Knut Eriksson, Erik Knutsson und Erik Erikssson, sowie Birger jarl, begraben wurden. Die einzige Spannung zwischen Kloster und Königsherrschaft entstand allerdings bereits unter der Regierung von Erich dem Heiligen, da dessen Frau, Kristina Björnsdotter, die Rückzahlung von früheren Gaben vom Kloster zurückforderte.

Als das ursprüngliche Kloster Varnhem im Jahre 1234 völlig abbrannte, zeigt sich dies als der Beginn einer neuen Blütezeit, da Birger jarl, gemeinsam mit anderen reichen Bürgern des Mittelalters, das Varnhem Kloster neu aufbauen ließ und der Bau dadurch weitaus eindrucksvoller und imposanter wurde als vor dem Brand.

Im Jahre 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa beschlagnahmt und es durften keine weiteren Mönche mehr aufgenommen werden. Im Jahre 1566, während des Nordischen Siebenjährigen Krieges, der auch als Dreikronenkrieg bezeichnet wird, wurde das Kloster von dänischen Truppen abgebrannt und, im Gegensatz zur Klosterkirche Varnhem, nicht wieder aufgebaut.

Dank der Trilogie über den Kreuzritter Arn Magnusson von Jan Guillou übt das Varnhem Kloster heute wie ein Magnet auf Touristen mehrerer Länder, die in Guillous Romanfolge leider mehr Wahrheit suchen als tatsächlich vorhanden ist.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juni 20

Erzbischof Rimbert, Sankt Ansgar und die Geschichte Birkas

Man weiß relativ wenig über den Erzbischof Rimbert, der oft als Heiliger Rimbert bezeichnet wird, obwohl er einer der Schlüssel zur ältesten Geschichte Birkas ist und durch seine Aufzeichnungen der Erzählungen von Sankt Ansgar über mehrere Jahrhunderte einen bedeutenden Teil der schwedischen Geschichte geprägt hat.

Auch wenn die Kirche normalerweise bereits sehr früh über sehr gute Archive verfügte, in denen man auch die Geschichte der wichtigsten Persönlichkeiten verfolgen kann, weiß man weder wann Rimbert geboren wurde und daher oft auf 830 geschätzt wird, noch welcher Herkunft er ist, was einige Geschichtswissenschaftler wiederum so weit gehen ließ, dass sie ihn für einen Skandinavier hielten, so unwahrscheinlich diese Theorie auch scheint.

Die ersten Spuren Rimberts führen in das Kloster Torhout im belgischen Brügge, wo er die Bekanntschaft Ansgars machte, die zu einer ewigen Freundschaft führte. Sehr bald wurde Rimbert der ständige Begleiter und Schreiber Ansgars. Alles, was wir über die Besuche Ansgars in Birka wissen, stammt aus der Feder Rimberts, der allerdings nicht an den Reisen Ansgars teilnahm.

Als Ansgar am 2. Februar 865 starb, wurde Rimbert sein Nachfolger auf dem Hamburger Bischofsstuhl und begann an der Vita Anskarii zu schreiben. Da bereits Ansgar dem Orden der Benediktiner angehörte, folgte Rimbert auch in diesem Punkt seinem Vorgänger und wurde Mönch im Konvent Corvey im heutigen Nordrhein-Westfalen, was auch bedeutete, dass er die Missionsarbeit seines Vorgängers mit übernahm.

Allerdings wurde Rimbert nicht mit der Christianisierung Schwedens beauftragt, sondern mit der Missionierung Frieslands und Dänemarks, was allerdings den südlichsten Teil Schwedens beinhaltete, das damals von Dänemark aus regiert wurde.

Seine einzige über kirchliche Aufzeichnungen überlieferte Tat in Friesland war, dass er im Jahre 884 die Wikinger in die Flucht schlug, die die Küste Frieslands brandschatzen wollten. Diese Tat machte Rimbert auch zum Schutzheiligen Frieslands. Gleichzeitig wird ihm dabei nachgesagt, dass er sich vor allem für Kranke und Arme einsetzte.

Ein unbekannter Mönch des Konvents der Benediktiner in Corvey machte sich an eine Biographie Rimberts, die auch die einzige Quelle über den Erzbischof ist, die uns zur Verfügung steht. Geschichtlich gesehen ist das Dokument jedoch ohne jede Bedeutung, da dieser Mönch lediglich Lobesworte über Rimbert hatte ohne viel aus seinem Leben aufzudecken.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, maj 7

Der Västerås recess und die schwedische Reformation

Einer der ersten Schritte Gustav Vasas auf dem Weg zur Reformation war die Einberufung des Reichstages in Västerås im Jahre 1527, dessen Entscheidung als der Västerås recess in die schwedische Geschichte einging und in gewisser Weise eine Vorbereitung des Konzils von Örebro zwei Jahre später war.

Das Hauptthema des Reichstages baute darauf, dass die Krone unter Geldnöten litt und die katholische Kirche mit ihren Kirchen und Klöstern über ein immenses Kapital verfügte und täglich reicher wurde. Mit dem Västerås recess (Beschluss von Västerås) war Gustav Vasa entschieden diese Situation umzukehren, aber auch gleichzeitig eine offizielle Unterstützung gegen die Unruhen in Dalarna (Dalaupproren) zu suchen, damit er mit Gewalt gegen die Rebellen vorgehen konnte und hohe Strafen gegen sie fordern konnte.

Der Västerås recess wurde vermutlich von Laurentius Andreae, einem engen Mitarbeiter von Olaus Petri, verfasst, der gemeinsam mit Olaus die Reformation in Schweden vorantrieb. Da sich Adel und Bauern bereits vorher gegen Veränderungen der Gottesdienste ausgesprochen hatten, wurden im Västerås recess keinerlei kirchlichen Entscheidungen aufgenommen, ausgenommen dem Satz, dass die Priester die neue protestantische Meinung zu verbreiten hatten.

In den weiteren Punkten der Akte kann man lesen, dass alle, die zu Unruhen im Staat aufforderten, bestraft werden müssen, dass die Krone über alle Gelder der Kirche verfügen sollte, die nicht direkt zur Aufrechterhaltung der kirchlichen Lehre nötig war, dass sämtliche Burgen und Schlösser der Bischöfe der Krone übereignet werden und dass alle Adeligen Schwedens alle verkauften Güter, sowie alle ihre Gaben und Geschenke von der Kirche und den Klöstern zurückfordern konnten.

Gustav Vasa konnte mit der anschließenden Durchführungsverordnung (Västerås ordinantia) nicht nur die Macht der katholischen Kirche in Schweden brechen, sondern auch den Staatshaushalt halbwegs sanieren.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, maj 1

Die Zisterzienser in der schwedischen Geschichte

Auch wenn der Zisterzienserorden nicht der erste katholische Orden war, der sich in Schweden niederließ, so spielen die konservativen Zisterzienser dennoch eine sehr bedeutende Rolle im Schweden des 12. und des 13. Jahrhunderts. Nachdem der französischen Orden aus Clairvaux 1143, mit Unterstützung von Sverker den äldre und Ulvhild Håkansdotter, die beiden Klöster Alvastra und Nydala gegründet hatte, dauerte es nur 100 Jahre bis die Zisterzienser sechs Klöster für Mönche und acht für Nonnen in Schweden gegründet hatten und mit zu den größten Grundbesitzern des Landes gehörten.

Diese schnelle Entwicklung der Zisterzienser in Schweden war natürlich nur möglich, weil sie sehr eng mit den Königen und Bischöfen zusammenarbeiteten und dadurch auch sehr viele Spenden in Form von Ländereien und Rechten oder Privilegien erhielten. Allerdings muss man dies auch in Zusammenhang damit sehen, dass es völlig normal war, dass Töchter wohlhabender Bürger, von Königen und selbst königliche Witwen, gegen Zahlung einer angemessenen Summe, sich ins Kloster zurückzogen, was den Klöstern nicht nur Geld, sondern auch Einfluss brachte.

Nachdem der Katholizismus jener Zeit auch noch weitaus deutlicher Himmel und Hölle kannte, wollten sich auch wohlhabende Bürger und Bauern, die eigentlich keinen politischen Einfluss hatten, das Seelenheil erkaufen. Diese Schicht hatte zwar nicht das Kapital um ein Familienmitglied ins Kloster zu schicken, aber gegen die Spende von Wald und landwirtschaftlichen Gütern konnten sie auf Klostergrund begraben werden und durch einen Ablass von allen Sünden befreit werden.

Alle Zisterzienserklöster Schwedens, ausgenommen das Herrevads Kloster in Skåne, wurden direkt oder indirekt von Mönchen auch Clairvaux gegründet, wobei die Entwicklung der Zisterzienser erst im 13. Jahrhundert durch das Erscheinen der Bettelmönche in Schweden gebremst wurde, die bereits durch weitaus geringere Spenden das Seelenheil versprachen und damit eine weitaus breitere Schicht der Bevölkerung ansprachen, ohne dass diese Mönche auch mit der Königsgewalt gleichgesetzt wurden.

Da die Gründung eines Zisterzienserklosters von der Gabe eines Königs abhing, war auch die Verbindung zwischen kirchlicher und weltlicher Macht sehr eng. Die Grundstücke der Klöster waren umgeben vom Eigentum der Krone und die königliche Familie konnte sicher sein nach dem Tode einen Ehrenplatz in der Klosterkirche zu erhalten. Diese Struktur forderte daher eine sehr enge Zusammenarbeit, die sich für die Landbevölkerung eher negativ auswirkte, die sich jedoch, aus Angst vor der Hölle, kaum Widerstand gegen die Forderungen eines Klosters leisten wagte.

Bei den Zisterzienserklöstern ist auch zu beachten, dass sie eine andere Struktur hatten als jene anderer Orden, denn es gab die Mönche, die sich ausschließlich der geistigen Arbeit widmeten und Kontakte pflegten, aber es gab auch Laienbrüder, die für die Schwerarbeit und die Landwirtschaft verantwortlich waren. Da die Ländereien und die Landwirtschaft jedoch zu umfangreich für die Laienbrüder waren, wurden diese von der Landbevölkerung unterstützt. Die einfache Bevölkerung kam nie mit den Mönchen in Berührung und die ehrgeizigen Laienbrüder wollten bei den Mönchen Ansehen gewinnen und forderten daher von der Bevölkerung nahezu Unmögliches. Wenn man bedenkt, dass das Kloster Nydala 250 Güter besaß und damit der größte Landbesitzer Smålands war, so kann man sich die Abhängigkeit der Bevölkerung von den Klöstern der Zisterziensern sehr gut vorstellen.

Sämtliche Klöster der Zisterzienser wurden im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa enteignet und sind heute nur noch als Ruinen zu sehen, auch wenn die Ruinen von Alvastra, Nydala, Vreta, Varnhem, Askeby, Roma, Riseberga, Gudberga und das einzige Zisterzienserkloster in Skåne, Herravads, noch einen Eindruck von der Macht der schwedischen Klöster des Mittelalters bieten können. Eine etwas besondere Rolle nimmt das Kloster Varnhem ein, das auf Grund der Arn-Bücher von Jan Guilloux und dem  Film über die Geschichte der Tempelritter nach den Büchern von Jan Guilloux, ein touristischer Magnet wurde und mittlerweile über ein Klostermuseum verfügt.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 13

Das Alvastra Kloster

Das Alvastra Kloster am östlichen Vättern wurde im selben Jahr gebaut wie das Nydala Kloster, so dass man heute nicht mehr sagen kann welches das zweite und welches das dritte Kloster Schwedens nach Vreta war. Beide Klöster wurden von den französischen Zisterziensern gegründet, wobei das Alvastra Kloster möglicherweise auf Initiative von Ulvhild Håkansdotter, der Ehefrau des Königs Sverker den äldre (Sverker dem Älteren), entstand, die den Mönchen auch ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellte.

Das Alvastra Kloster, von dem heute nur noch Ruinen zu sehen sind, wurde 1143 gegründet und war bis etwa 1530 aktiv, als Gustav Vasa im Rahmen der Reformation sämtliche katholischen Klöster schloss. Das Kloster hatte im Mittelalter eine tragende Rolle, zumal von hier aus auch die Klöster Varnhem, Julita und Gudsberga gegründet wurden und der Abt des Klosters Alvastra zeitweise auch die Klöster Vreta, Askeby und Riseberga betreute.

Auch wenn man nicht weiß wie Ulvhild Håkansdotter oder auch Sverker den äldre auf die Idee kamen die Zisterzienser nach Schweden zu holen, so ist anzunehmen, dass der Erzbischof Erkil im Lidköping Stift die Idee beim Königspaar vortrug, zumal beide den Katholizismus in Schweden verbreiten wollten. In jedem Fall musste Erkil jeder Klostergründung in seinem Stift zustimmen.

Sämtliche Mönche und Laienbrüder, die bei der Gründung im Alvastra Kloster einzogen, kamen direkt aus dem französischen Stammkloster Clairvaux, wobei sowohl das Kloster als auch die Klosterkirche von Grund auf auch die Abteilungen der beiden Gruppen (Mönche und Laienbrüder) trennte und das Ziel hatte sich durch eigene Arbeit zu ernähren.

Im Gegensatz zu den anderen Zisterzienserklöstern, die in Schweden gegründet wurden, war Alvastra in der Nähe von Ansiedlungen erbaut und befand sich an einer Stelle, die nachweislich seit der Steinzeit bewohnt war. Da das Kloster von den Mönchen und den Laienbrüder gezeichnet und erbaut wurde, diente die französische Bauweise später auch anderen Bauten der Umgebung als Muster, so auch für den Bau der Heda Kyrka, die in der Nähe des Klosters erbaut wurde.

Das Alvastra Kloster gilt als die Grabkirche des Sverkerska ätten, wobei Sverker den äldre bereits dort begraben wurde bevor die Kirche vollständig fertig war, denn Sverker wurde 1156 ermordet und die Klosterkirche wurde erst 1185 eingeweiht. Außer den Königen des Sverker Geschlechts liegt auch Schwedens erster Erzbischof Stefan in Alvastra begraben, der im selben Jahr starb als die Kirche eingeweiht wurde.

Das Alvastra Kloster bekam dann im 14. Jahrhundert erneut eine bedeutende Rolle für die katholische Kirche in Schweden, da sich Ulf Gudmarsson, der Ehemann der Heiligen Birgitta dort zurückzog und dort starb. Die Heilige Birgitta ließ sich dann in nächster Nähe des Klosters nieder, wobei der damalige Subprior Peter Olofsson des Alvastra Klosters sämtliche ihrer Offenbarungen in Latein niederschrieb. Der gleiche Mönch schrieb dann auch, nach ihrem Diktat, die Regeln des Birgittinordens, die Regula Sancti Salvatori. Und nach dem Tod der Heiligen Birgitta schrieb Peter Olofsson dann auch noch ihre Lebensgeschichte und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Birgitta heilig erklärt wurde.

Als dann ab 1520 die Reformation in Schweden fortschritt, insbesondere aber nach dem Reichstag von Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527, waren die Tage des Klosters jedoch gezählt und schon wenige Jahre später hatte der letzte Mönch Alvastra verlassen, auch wenn dies von Gustav Vasa nicht ausdrücklich gefordert worden war.

Ab 1544 wurde dann auch das Alvastra Kloster, wie die meisten anderen katholischen Klöster des Landes, als Steinbruch verwendet. Die Steine der Klosters und der Klosterkirche findet man daher vor allem im Vasaschloss, dem Vadstena Schloss und dem Schloss Visingsborg, das Per Brahe der Ältere auf Visingsö erbaute. Dass heute noch eine Ruine des Alvastra Klosters zu sehen ist, verdankt man der Tatsache, dass dem Ort Hjo im Jahre 1797 untersagt wurde weitere Steine von den Klostergebäuden für den Bau ihrer Kirche anzuwenden.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch weiterhin Steine der Kirche und des Klosteranlage für kleinere Bauten benutzt und erst die Ausgrabungen in den Jahren 1921 und 1955 setzten weiteren Zerstörungen ein Ende.

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torsdag, mars 22

Sigrid Botholfsdotter, die letzte Äbtissin des Vreta Klosters

Sigrid Botholfsdotter, deren Geburtsjahr und Herkunft unbekannt ist, war von 1513 bis zu ihrem Tod im Jahre 1538 die Äbtissin des Vreta Klosters bei Linköping, des vermutlich ältesten Klosters Schwedens. Als Ernennungsjahr bezeichnen die Akten der Domkirche in Linköping den 5. Februar 1514, also ein Jahr später als sie das Amt bereits übernommen hatte.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster im Jahre 1527 von Gustav Vasa zwar enteignet, was jedoch mehr nominell als tatsächlich der Fall war, denn Sigrid Botholfsdotter durfte das Kloster wie bisher weiterführen und auch über die Einkünfte verfügen. Sie musste lediglich 300 Örtog, die Währung jener Zeit, an das Askaby Kloster zu dessen Unterhalt abführen. Allerdings durfte Sigrid Botholfsdotter auch keine Novizinnen mehr aufnehmen, sondern musste sich auf die Ordensschwestern, allgemein oft als Nonnen bezeichnet, beschränken, die es zu dieser Zeit bereits in Schweden gab.

Ab 1529 wurde Sigrid Botholfsdotter auch die Äbtissin über die Ordensschwestern des Askeby Klosters, die gezwungen wurden in das Vreta Kloster zu ziehen, da das gesamte Kloster im Zuge der Reformation geplündert worden war und kein Klosterleben mehr erlaubte.

Da die Klosteraktivität mangels Nachwuchses auch im Vreta Kloster immer eingeschränkter wurde, eröffnete Sigrid Botholfsdotter dann eine Mädchenschule, die sie jedoch ebenfalls nach wenigen Jahren einstellen musste, da ihre katholische Lehre einen negativen Einfluss auf die Kinder ausüben konnte. Als Gustav Vasa dann im Jahre 1533 die Klosterkirche Vreta beschlagnahmte und in eine protestantische Kirche verwandelte, wurden die Klosteraktivitäten auf ein Minimum reduziert. Allerdings wurde das Kloster erst dann aufgelöst, als auch die letzte Nonne verstorben war.

Dass Gustav Vasa sich so nachsichtig mit dem Kloster und der Äbtissin Sigrid Botholfsdotter zeigte, lag vor allem an der Stellung, die Klöster bis zur Reformation eingenommen hatten, denn sehr viele Nonnen kamen aus einflussreichen Familien, da der Aufenthalt von Frauen aus adeligen Familien den sozialen Status des gesamten Geschlechts erhöhte. Nicht zuletzt spielte aber auch die Tatsache eine Rolle, dass die Schwiegermutter von Gustav Vasa, Ebba Eriksdotter, sich bis zu ihrem Tod im Jahre 1549 in das Vreta Kloster zurückgezogen hatte.   

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fredag, mars 16

Karl Sverkersson, der König der Svearna und der Götarna

Karl Sverkersson (1130 - 1167) regierte zu jener Zeit, als sich das Erikska Ätten (Geschlecht Eriks) des Götalands und das Sverkerska Ätten (Geschlecht Sverker) des Svealands mehrmals abwechselte, da die beiden Geschlechter, die dem Stenkilska Ätten folgten, sich wechselweise die Macht über das damalige Schweden abjagten. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Karl Sverkersson nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, Sverker den äldre (Sverker der Ältere), an die Macht kam und dann seinerseits ebenfalls ermordet wurde.

Auch wenn Karl Sverkersson der erste offizielle schwedische König mit dem Namen Karl war, was zu Karl I. führen sollte, wird er nach der Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus von Johannes Magnus, allgemein als Karl VII. gerechnet. Bei seiner Aufzählung der schwedischen Könige hatte Johannes Magnus eigenwillig sechs weitere, frühere Könige mit dem Namen Karl erfunden um der schwedischen Königsgeschichte mehr Bedeutung zu geben.

Karl Sverkersson ist als Sohn von Sverker den äldre und dessen Frau Ulvhild Håkansdotter auf Visingsö geboren, dem damaligen königlichen Zentrum des Sveareiches. Er wurde spätestens im Jahre 1158 König von Östergötland (Sveareich) und 1161 der König über das gesamte damalige schwedische Reich. Im Jahre 1163 heiratete er Kristina Stigsdotter Hvide, die Tochter eines mächtigen Adeligen aus Skåne, Stig Hvitaled. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, nämlich Sverker den yngre (Sverker der Jüngere), einem späteren König Schwedens, und Kristina, die Nonne in einem Kloster wurde.

Karl Sverkersson rief sich nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters, der zwischen 1155 und 1156 ermordet wurde, vermutlich unmittelbar als König aus, auch wenn die Beweise fehlen und er erstmals im Jahre 1158 als König von Östergötland erwähnt wird. Als er dann 1161 bei der Schlacht bei Örebro das dänische Heer von Magnus Henriksson besiegte und diesen während der Schlacht getötet hatte (dies ist geschichtlich etwas unklar), bezeichnete er sich als König der Svearna und der Götarna, also als Herrscher über das damalige schwedische Reich.

Kurz nachdem Karl Sverkersson die Macht über das damalige Schweden an sich gerissen hatte, setzte er 1164, in Übereinstimmung mit dem Papst, den schwedischen Bischöfen und dem Reichsrat Ulf jarl, in Schweden den ersten Erzbischof ein. Stefan von Alvastra, ursprünglich ein Mönch im Alvastra Kloster in Östergötland, wurde damit das Oberhaupt der katholischen Kirche mit seinem Hauptsitz in Gamla Uppsala. Die Ernennung von Stefan zum Erzbischof war die wichtigste „religiöse“ Entscheidung dieser Zeit, die dazu führte, dass sich sämtliche Bischöfe und Priester Schwedens von der dänischen kirchlichen Vorherrschaft in Lund lösen konnten. Karl Sverkersson galt seit Beginn seiner Macht als Gönner der Klöster Alvastra, Vreta und Nydala, was darauf hinweist, dass die Wahl eines Mönches des Alvastra Klosters zum Erzbischof kein Zufall war, sondern vielmehr ein politischer Schachzug des Königs.

Inwieweit Karl Sverkersson im Jahre 1164 in einen schwedischen Feldzug nach Russland beteiligt war, ist ungewiss, da nur russische Chroniken von diesem Ereignis sprechen und Russland auch damalige Herrscher im Raum des heutigen Finnland als Svear betrachtete.

Sicher ist jedoch, dass Karl Sverkersson 1167 von Knut Eriksson, dem Sohn Erich des Heiligen (Erik den heliges) auf Visingsö überfallen und getötet wurde und Knut damit die Königsmacht an sich riss. Nach alten Aufzeichnungen wurde Karl Sverkersson anschliessend im Alvastra Kloster begraben.

Aus der Regierungszeit von Karl Sverkersson stammt auch die älteste schwedische Urkunde, die vom Erzbischof Stefan verfasst und dann mit dem Sigel des Königs versehen wurde. Auch dieses Sigel ist das erste, das je in Schweden nachgewiesen werden konnte und zeigt den König auf seinem Thorn sitzend.


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torsdag, mars 15

Die Sköldmö, die kämpfende Jungfrau in der nordischen Geschichte

Von den isländischen Sagen bis zur Heiligen Birgitta findet man in der schwedischen Geschichte immer wieder die Sköldmö (isländisch: skaldmær), eine unverheiratete Frau, oft eine Jungfrau, die erfolgreich mit in den Krieg zieht oder, im späteren Mittelalter, mit extremem Eifer für den Katholizismus kämpft.

Die bekanntesten Sköldmöerna, die in den ältesten Sagen eine bedeutende Rolle spielen, waren Hervor der Hervarar Saga und Brynhild (Brunhilde) der Vǫlsunga Saga, die oft auch als Walkyre bezeichnet wird. Aber auch in der Gesta Danorum von Saxo Grammaticus kann man lesen, dass 300 dieser Jungfrauen mit Schildern auf dänischer Seite kämpften.

Obwohl man im frühen Mittelalters mehrmals bedeutende Steinhügelgräber fand in denen Frauen mit teuren Grabbeigaben und Schildern gefunden wurden, so sind sich die Geschichtswissenschaftler nicht über die Bedeutung dieser Gräber einig. Ein Teil unter ihnen ist davon überzeugt, dass Frauen während der Epoche der Wikinger auch aktiv am Kampf teilnahmen, andere sehen in diesen Gräbern eher eine Beziehung zur nordischen Mythologie oder die Folge der Christianisierung durch Legenden aus dem keltischen Raum, wo diese Art von Sköldmöer bereits weitaus früher beschrieben wurde.

Sicher ist natürlich, dass sämtliche Werke, die von den Sköldmöerna sprechen, bereits zu christlicher Zeit verfasst wurden und diese Art der Legenden wichtig für die Christianisierung waren. Allerdings veränderte sich der Kampf im Laufe der Jahrhunderte, denn ab dem 13. Jahrhundert kämpften die Sköldmöer in Form von Märtyrinnen gegen Drachen und schließlich gegen alles Böse, das den wahren Glauben bedrohte. Vor allem die Verherrlichung der Heiligen Birgitta spielte dabei eine große Rolle, was auch dazu führte, dass eine bedeutende Anzahl an Königstöchtern und Adeligen ihr Heil in Klöstern suchten, aber damit gleichzeitig noch einen Einfluss auf die Politik des Landes ausüben konnten.

Auf Grund dieser katholischen Mystifizierung ist es heute sehr schwierig zu sagen ob es in der Geschichte Schwedens je eine dieser Sköldmöer wirklich gab oder ob sie eine Mischung aus Mythologie und katholischen Legenden sind. Gäbe es nicht vereinzelt Gräber aus dem Mittelalter in denen auch Frauen mit Schilden begraben wurden, so würde die Geschichtswissenschaft jede Sköldmö in der Mythologie und den Legenden suchen. Durch die archäologischen Funde muss man die Frage nach kämpfenden Jungfrauen jedoch offen lassen, zumal nicht bekannt ist welche Bedeutung ein Schild als Grabbeigabe hatte. Die Jungfräulichkeit kämpfender Frauen wird indes einheitlich als christliche Erfindung betrachtet.

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söndag, mars 11

Die Bedeutung des Vreta Klosters in der schwedischen Geschichte

Das Vreta Kloster in der Nähe von Linköping ist das vermutlich älteste Kloster auf schwedischem Grund und wurde gegen das Jahr 1100 als Nonnenkloster (Benediktinerinnen) gegründet. Als Gründer gelten der König Inge der Ältere (Inge den äldre) und Königin Helena, die vom Papst, zumindest indirekt, dazu gezwungen wurden und zur Gründung des ersten Klosters einige Grundstücke zur Verfügung stellten.

Bereits wenige Jahre nach der Gründung, im Jahre 1162, schenkte dann König Karl Sverkersson den Vreta Kungsgård dem Kloster, damit dort ein Klostergebäude und eine Klosterkirche errichtet werden können. Zur gleichen Zeit wurde unerklärlicherweise aus dem Orden der Benediktinerinnen ein Orden der Zisterzienserinnen.

Während nicht überliefert ist woher die ersten Klosterschwestern kamen, kann man die Geschichte des Klosters ab 1162 relativ lückenlos verfolgen, denn Karl Sverkersson machte seine Schwester Ingegerd zur ersten Äbtissin des Klosters. Ingegerd leitete dann das Vreta Kloster etwa 40 Jahre lang, wobei das Kloster zu dieser Zeit jedoch nur aus einem einfachen Holzhaus und einer sehr einfachen Steinkirche bestand.

Ein bedeutender Schritt war dann als der Nuntius Vilhelm von Sabina Mitte des 13. Jahrhunderts Schweden besuchte und den Zisterzienserinnen im Vreta Kloster erlaubte Sünden zu erlassen und darauf drängte, dass ein würdiges Kloster mit einer Klosterkirche errichtet wurden. Bereits 1289 standen dann beide Gebäude und wurden im Beisein von Magnus Ladulås eingeweiht.

Im Laufe von einem Jahrhundert entwickelte sich dann das Vreta Kloster, dessen Ruinen (teilweise restauriert) man heute noch besuchen kann, zu einem der bedeutendsten Klöster Schwedens, wobei hierbei die Entstehung von Legenden und der wundersamen Heilung der Nonne Benedicta Nicolai sicher auch eine Rolle spielte.

Mit dem Konzil von Örebro und der Reformation im Jahre 1527 durfte das Kloster dann keine weiteren Nonnen mehr aufnehmen und diejenigen, die noch im Vreta Kloster lebten, mussten sich entscheiden, ob sie das Kloster verließen oder vom König, also von Gustav Vasa, abhängig wurden. 1529 löste dann die letzte Äbtissin, Sigrid Botholfsdotter, das Kloster auf und richtete in den Räumen eine Mädchenschule ein. 1533 übernahm dann Gustav Vasa das Kloster und verleibte die neben dem Kloster stehende katholische Klosterkirche in die protestantische Staatskirche ein.

Auch wenn das Vreta Kloster am 1527 seine Funktion verloren hatte, so lebte noch eine Äbtissin bis 1538 in den Gebäuden und die letzte Nonne starb sogar erst im Jahre 1582. Als die letzte Nonne gestorben war, begann man das Klostergebäude als Steinbruch zu verwenden, errichtete mit den Steinen mehrere Gebäude und gegen 1700 fand man von dem einst stolzen Gebäude nur noch einige Ruinen.

Die Ruinen des Klosters wurden dann zwischen 1916 und 1926 ausgegraben und zum Teil restauriert. Fundstücke und die Wasserleitung aus Holz sind heute in einem kleinen Museum vor Ort zu besichtigen. Einige der größten Steine des Vreta Klosters kann man heute im Turm der Domkirche in Linköping entdecken.

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söndag, januari 22

Die Christianisierung Schwedens

Die Christianisierung Schwedens begann etwa ab dem Jahre 800 und war im 13. Jahrhundert abgeschlossen, als das ganze Land, zumindest offiziell, an den Gott glaubte, den die katholischen Mönche nach Schweden gebracht haben. Während man der Bewegung der Christianisierung vom Skåne aus nach Norden relativ gut folgen kann, da archäologische Funde hier eine deutliche Sprache sprechen, so ist über die Personen, die den neuen Glauben ins Land brachten, kaum etwas überliefert.

Das einzige Dokument über die Christianisierung von Birka durch Sankt Ansgar, die Vita Anskarii, wurde erst Jahre nach dem Tode des Heiligen verfasst und ist überwiegend als christliches Dokument zu sehen und kann nur sehr eingeschränkt als geschichtlicher Beleg gewertet werden, zumal das Ergebnis Ansgars innerhalb der Bewegung der Christianisierung der am wenigsten erfolgreiche Versuch war und etwa zur gleichen Zeit auch unbekannte Missionare auf Gotland, im Västra Götaland und in Skåne aktiv gewesen sein mussten, die weitaus nachhaltigere Zeichen der Christianisierung hinterließen als Sankt Ansgar.

Da selbst die Kirche über keine Dokumente über die ersten Missionare verfügt, die ab dem 9. Jahrhundert nach Skåne kamen, völlig unbekannt ist wer in Westschweden die Missionsarbeit übernahm und unsicher ist, ob Mittelschweden von Norwegen aus oder durch die Süd-Nord-Bewegung christianisiert wurde, kann man im Grunde davon ausgehen, dass die Missionare nicht von der Kirche geschickt wurden, sondern ohne Auftrag nach Schweden kamen um ihren Glauben dort sehr erfolgreich zu predigen und dabei auch von den Höfdingen, den Dorf-Herrschern unterstützt wurden.

Auf Grund der archäologischen Funde ist auch anzunehmen, dass es sich in vielen Fällen nicht um den strikten katholischen Glauben handelte, der zu jener Zeit in südlicher gelegenen Ländern vorherrschte sondern es sich um einen Schweden angepassten Glauben handelte. Die Missionare ließen über Jahrhunderte hinweg nordische Mythologie neben der neuen Religion bestehen oder vermengten sogar beide Richtungen. So findet man auf Runensteinen der Jahrtausendwende bisweilen das christliche Kreuz und gleichzeitig die Midgårdsormen, die Schlange der nordischen Mythologie, die einen Kreis um die Erde bildete.

Man hat sich lange die Frage gestellt, warum sich das Christentum so schnell und bleibend in Schweden verbreitete und kam, nach Auswertung aller Funde, zum Ergebnis, dass die Ursache vermutlich war, dass sich die lokalen und regionalen Herrscher sehr schnell dem neuen Glauben anschlossen und diesen dann als einzigen in ihrem Reich zuließen, auch wenn alte Götter und Mythen der Mythologie bei der Bevölkerung weiterhin, oft im Geheimen, fortsetzten.

Die Herrscher ab der Jahrtausendwende haben sehr schnell verstanden, wie sie den neuen Glauben zu ihren Gunsten nutzen konnten und setzten sich Gott nahezu gleich. Ihre Entscheidungen waren von Gott eingegeben und sie waren von Gott zur Erde gesandt um ihr Volk zu führen. In diesem Sinne war es auch logisch, dass die Priester und Bischöfe dieser Epoche ebenfalls unter den König gestellt wurden, wenn auch als engste Berater und in gehobener Stellung. Dadurch wurde selbst die Schicht, die schreiben konnte und damit die höchsten Beamten des Staates waren, vom König abhängig und musste Kompromisse eingehen.

Aber auch in einem anderen Punkt geht man davon aus, dass die katholische Kirche in Schweden Zugeständnisse machte, denn nichts weist darauf hin, dass während der Christianisierung die schwedischen Frauen in die gleiche Unterdrückung gerieten wie in den bereits christlichen Ländern. Da jedoch keinerlei Aufzeichnungen über die Kirchenlehre jener Zeit bestehen, kann man nicht sagen wie die Missionare die Frauenfrage angingen. Sicher ist, dass die Lehre auf mehr Widerstand gestoßen wäre, wenn die schwedischen Frauen, die zu jener Zeit eine relativ hohe Selbständigkeit hatten, eine gleich untergeordnete Rolle erhalten hätten als in Deutschland während dieser Epoche.

Ab der Jahrtausendwende festigte sich der Stand der Kirche in immer mehr Gegenden des südlichen Schwedens, was sich auch an der Errichtung zahlreicher Kirchen in romanischem Stil, einigen Stabkirchen, den Runensteinen mit Kreuzen und schließlich den verschiedenen Klöstern zeigte. Eine der wichtigsten Rolle spielt hier der westschwedische Ort Skara, wo Kirche und Könige einen bedeutenden Treffpunkt des Mittelalters schafften.

Mit dem Bündnis zwischen Königreich und katholischer Kirche wurde auch in Schweden die Frage der Kreuzzüge zu einem wichtigen Thema, wobei sich die Herrscher Schwedens sehr häufig durch hohe Zahlungen an die Kirche von den Kreuzzügen befreien konnten, was der Kirche Schwedens letztendlich auch eine wichtige wirtschaftliche Rolle verlieh und ihr zu einem bedeutenden Reichtum verhalf.


Mit der Reformation unter Gustav Vasa, die vor allem von Olaus Petri in geistiger Hinsicht geführt wurde, ging die Geschichte der katholischen Kirche dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts seinem Ende entgegen und konnte sich seither auch nicht mehr erholen.

Copyright: Herbert Kårlin