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fredag, maj 25

Der Ekornavallen, der merkwürdigste Bau Västergötlands

Der Ekornevallen in der Nähe von Falköping in Västergötland ist das vermutlich interessanteste Grabfeld ganz Schwedens, dessen älteste Gräber bis ins Neolithikum (Jungsteinzeit) zurückreichen und das dann über 4000 Jahre lang zu einem Kultplatz wurde. Besonders interessant dabei ist auch, dass es dort bis zum 18. Jahrhundert keinerlei Ansiedlung gab, zumindest nach aktuellen Kenntnissen.

Die ältesten Gräber in Ekornawallen wurden etwa 3000 vor Christus gebaut, wobei es sich hierbei um vier Ganggräber und eine Steinkiste handelt. In der Bronzezeit kamen dann Steinhügelgräber und Steinsetzungen hinzu, bis dann im frühen Mittelalter, unter anderen zeitnahen Gräbern, auch noch Domarringe auftauchten.

In der Umgebung von Ekornavallen findet man auch eine der wenigen Stellen Schwedens an denen man eindeutig nachweisen kann, dass hier bereits zur Steinzeit Ackerbau betrieben wurde, aber auch hier wurden keine Gebäude in der Nähe der Felder gefunden, was in Schweden nahezu einmalig ist.

Sehr interessant ist in Ekornavallen das größte Ganggrab, das man heute „Girommen“ nennt, was soviel bedeutet wie „der Ofen der Riesin“, was einen Eindruck über die Größe dieses Grabes vermittelt, das überwiegend aus Sandstein erbaut wurde. Allerdings ist nicht nur die Größe dieses Grabes von besonderer Bedeutung, sondern auch die Tatsache, dass die Grabkammern ganz exakt in nord-südlicher Richtung gebaut wurden und der Eingang exakt im Winkel von 90 Grad steht. Der Gang zeigt daher mit einer erstaunlichen Präzision zum Sonnenaufgang während der beiden Sonnenwenden.

Zwölf Bautasteine, die eine gerade Linie bilden, lassen vermuten, dass diese aufrechten Steine, und damit der Ekornawallen, zur Zeit der schwedischen Völkerwanderung an einer bedeutenden Handelsstraße lag, auch wenn man von der Straße keinerlei Spuren fand.

Obwohl einige der Grabstätten mittlerweile restauriert wurden, wurden am Ekornavallen bisher keine bedeutenden Ausgrabungen vorgenommen, so dass eventuell nicht alle Geheimnisse dieser Gegend gelöst wurden, sondern vielleicht doch noch Reste von einem Dorf, bedeutende Grabbeigaben oder andere Gegenstände gefunden werden können.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, maj 20

Megalithische Ganggräber (Gånggrifter) in Schweden

Megalithische Ganggräber (Gånggrifter) können in gewisser Weise als Fortentwicklungen der Dolmen (Dösen) betrachtet werden, denen ein Gang hinzugefügt wurde und die damit eine gewisse T-Form erhielten. Dieser zugefügte Gang, der dem Grabtyp seinen Namen gab, führt in die eigentliche Grabkammer in der Tote auch sitzend beigesetzt werden konnten.

Die 380 in Schweden offiziell verzeichneten Ganggräber entstanden zwischen 3350 und 3200 vor Christus, also Ende des Mesolithikum (Mittlere Steinzeit), auch wenn sie noch danach verwendet wurden. Die meisten Gånggrifter, nämlich 230 Stück, findet man in Västergötland, wobei sich allein 127 davon bei Falbygden, also der Umgebung von Falköping befinden. 30 wurden dann im Bohuslän errichtet, 45 in Skåne (Schonen), sechs im Halland und vier auch auf Öland. In welcher Weise ein Zusammenhang zwischen diesen Gräbern besteht, ist wenig bekannt, außer dass es sich vermutlich um die gleiche Volksgruppe handelte, die diese Grabmonumente benutzte.

Nach archäologischen Funden fanden die letzten Beerdigungen in den Ganggräbern noch während der Eisenzeit statt, wobei die Funde jedoch sehr spärlich sind und daher nicht sehr viel über die Kultur dieser Epoche aussagen. Die Gånggrifter in Schweden waren mehrheitlich bis zu einem Drittel ihrer Höhe mit Erde angehäuft. Aber in einigen Fällen wurden auch regelrechte Grabhügel über ihnen errichtet.

Die bedeutendsten Ganggräber Schwedens entdeckte man bei Falbygden, im Gebiet zwischen Vänern und Vättern. Unter den 127 sicheren und 77 vermuteten Gräbern der Gegend findet man bei Karleby das größte in Schweden bekannte Ganggrab, (Ragnvalds Grav) das eine Grabkammer von 17 Meter Länge und einen Gang von elf Meter Länge aufweist. Die Grabkammer ist hier also um rund sieben Meter länger als in den sonst üblichen Gånggrifter des Landes. Interessant bei Karleby ist auch, dass hier dreizehn Ganggräber parallel nebeneinander errichtet wurden.

Im Gräberfeld Ekornavallen bei Falköping, wo sich ebenfalls vier Gånggrifter befinden, fand man einige Keramikscherben, die eine Verbindung zur Trichterbecherkultur (Trattbägarkulturen) zeigen, aber da die Ganggräber über eine längere Epoche hinweg von verschiedenen Volksstämmen benutzt wurden, kann man nicht sagen, ob die Gräber und die Keramik  gleichzeitig entstanden und daher eine logische Verbindung besteht.

Die Archäologie hat die schwedischen Ganggräber nach ihrer Form in fünf Gruppen eingeteilt, was jedoch keinerlei Hinweise darauf gibt, ob die Gräber von der gleichen Gruppe an Einwanderern erbaut wurden, oder von unterschiedlichen Gruppen, da die Form der Anlagen auch von der Art der Steine und anderen Umständen abhängen konnte.
Copyright: Herbert Kårlin