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söndag, augusti 5

Der Geburtsort der Heiligen Birgitta

Seit Jahrzehnten pilgern jedes Jahr zehntausende von Touristen zum sogenannten Geburtsort der Heiligen Birgitta in Finsta bei Norrtälje und besuchen dort die Grotte in der die Heilige ihre ersten Erscheinungen hatte, besichtigen die Skederids Kirche aus dem 13. Jahrhundert, träumen am Erinnerungsstein von der Zeit der Heiligen Birgitta und besuchen das kleine Museum des Ortes, obwohl sich Birgitta vermutlich ihr ganzes Leben lang nicht in Finsta aufgehalten hat.

Nach Dokumenten des schwedischen Reichsarchivs hatte Birger Persson das Gut in Finsta bereits sieben Jahre vor der Geburt der Tochter Birgitta verkauft und lebte daher zur jener Zeit im Sköldnora Gård in Freste im Uppland. Birger Persson kaufte das Gut in Fresta zwar im Jahre 1317 zurück, jedoch zu einer Zeit als Birgitta Birgersdotter bereits mit Ulf Gudmarsson verheiratet war und auf seinen Gütern in Östergötland lebte.

Natürlich behält das kleine Museum in Finsta seine Bedeutung, auch wenn sämtliche Erzählungen, die dort über die Heilige Birgitta erzählt werden der Fabelwelt entstammen oder reine Legenden sind, und weiterhin wird der Ort Touristenströme anziehen, da die Gemeinde sich wenig um geschichtliche Tatsachen kümmert, sondern einen touristischen Anziehungspunkt nicht verlieren möchte.

Dabei ist Freste im Uppland, das von zahlreichen Geschichtswissenschaftlern schon lange als der Geburtsort Birgittas betrachtet wird, nicht nur wegen der inzwischen gefundenen Dokumente logisch, sondern auch, weil Birgitte den Sköldnora Gård ihrer Tochter Märta vererbte und die Fresta Kirche (Fresta Kyrka) zu jener Stelle Schwedens gehört wo am meisten Runensteine gefunden wurden, also die Phantasie der Bewohner des Mittelalters immer dem Mystischen nahe lag.

Aber auch wenn die Geschichtsschreibung auf Grund der gefundenen Dokumente berichtigt werden kann, so kann man nicht sagen wie lange es dauern wird bis diese Erkenntnis auch von den beiden Orten Fresta und Finsta bei ihrer Vermarktung anerkannt wird und wann die Pilger bereit sind eine Legende gegen Erkenntnisse einzutauschen.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, juli 28

Ulf Gudmarsson, nicht nur der Ehemann der Heiligen Brigitta

Ulf Gudmarsson wurde 1297 oder 1298 als Sohn des Ritters Gudmar Magnusson und Margareta Ulfsdotter in Ekebyborna im Östergötland geboren und gehörte daher dem Geschlecht der Ulvåsa (Ulvåsaätten) an, das sowohl in Östergötland als auch in Västergötland zahlreiche Güter besass und einen bedeutenden Einfluss ausübte.

Noch unmündig wurde Ulf Gudmarsson durch ein Abkommen zwischen seinem Vater und Birger Persson, einem der mächtigsten Männern des Upplandes, mit der damals 13-jährigen Birgitta Birgersdotter verheiratet, die später als die Heilige Birgitta bekannt wurde. Im gleichen Zug hatte Birger Persson auch seine beiden anderen Kinder Magnus und Katarina verheiratet. Birgitta zog nach der Ehe unmittelbar zum Stammgut der Familie seines Ehemannes nach Ulvåsa.

Zu Beginn des Jahres 1320 wurde Ulf Gudmarsson zum Ritter geschlagen und bereits 1328 war er, gerade einmal als 30-jähriger, Lagman in Närke. Nur zehn Jahre später wurde er zum Reichsrat ernannt und hatte damit, als Ratgeber des Königs, einen der höchsten Dienste des Landes erlangt.

Ulf Gudmarsson galt als ebenso gläubig wie seine Ehefrau Birgitta, was im Zuge der Zeit auch dazu führte, dass das Ehepaar zu den für Schweden wichtigsten Pilgerreisen aufbrach. Die erste Pilgerfahrt gegen 1340 führte zum Grab von Olav dem Heiligen in Nidaros, einer Person, die vom plündernden und mordenden Wikinger zum Heiligen Norwegens geworden war. Die zweite Pilgerreise führte in das spanische Santiago de Compostella, wo die beiden die Reliquien des Heiligen Jakob besuchen wollten.

Auf dem Rückweg von Santiago de Compostela erkrankte Ulf Gudmarsson schwer und Birgitta erschien der Heilige Dionysius, der ihr versprach, dass ihr Ehemann vollständig genesen werde. Um Gott ebenfalls um Hilfe anzuflehen, zog das Ehepaar bei der Rückkehr unmittelbar ins Kloster Alvastra, wo Ulf Gudmarsson jedoch ein Jahr später starb. Als Gönner des Klosters wurde Ulf auch im Kloster begraben.

Aus der Ehe zwischen Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter gingen acht Kinder hervor. Märta wurde Hofdame und war für die Erziehung von Königin Margareta verantwortlich, Katarina wurde Äbtin des Klosters Vadstena, Ingeborg trat als Nonne ins Kloster Riseberga und Cecilia ging erst ins Kloster Skänninge, das sie jedoch wieder verlies um Lars Sunesson zu heiraten. Der Sohn Birger wurde bei einer Reise ind Heilige Land in Jerusalem zum Ritter geschlagen und später zum Lagman ernannt, Karl war am Aufstand gegen Magnus Eriksson beteiligt, Bengt und Gudmar starben sehr jung, wobei Bengt im Kloster Alvastra begraben liegt.

Copyright: Herbert Kårlin