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torsdag, oktober 25

Die Eisenhütte Galtström in Medelpad

Als im 17. Jahrhundert der Norden Schwedens von den schwedischen Königen besiedelt werden sollten, an der Küste Handelsstädte gegründet wurden und schwedische Siedler begannen sich in Lappland anzusiedeln, spielte auch die Industrie eine gewisse Rolle, die insbesondere die natürlichen Rohstoffe der Gegend betrafen. Eines dieser Beispiele ist die Eisenhütte Galtström in der Nähe von Sundsvall.

Die Geschichte dieser Eisenhütte, der einzigen, die je so hoch im Norden Schwedens aufgebaut wurde, begann im Jahre 1672, als Magnus Blix aus Hörnösand beim Bergskollegium einen Antrag stellte um Erz schürfen zu dürfen und an der Armsjöån einen Hochofen mit Hammer errichten zu dürfen. Der Antrag wurde ein Jahr später genehmigt und Magnus Blix wurde zusätzlich für sechs Jahre von den Steuern befreit, die dann um weitere sechs Jahre verlängert wurden.

In der Eisenhütte Galtström wurden bereits nach wenigen Jahren 163 Tonnen Stahl gewonnen, der zur Weiterverarbeitung nach Stockholm geliefert wurde. Die Grundverarbeitung erfolgte durch zwei Hämmer, die vom Flusswasser der Armsjöån betrieben wurden. Das Besondere an dieser Eisenhütte ist jedoch nicht die Verarbeitung und die nördliche Lage, sondern die Tatsache, dass das Werk nahezu vollständig erhalten blieb und man dort die Herstellung von Eisen noch sehr deutlich verfolgen kann. Die gesamte Anlage gehört heute des SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget) und steht unter Denkmalschutz.

Allerdings sieht man heute nicht mehr das Werk von 1673, denn als die russische Armee im Jahre 1721 sämtliche Städte und Dörfer an der nordschwedischen Küste in Asche legten, wurde auch die Eisenhütte abgebrannt und außer der Kirche von Galtström blieb kaum etwas erhalten. Wenige Jahre später wurde die Hütte jedoch neu aufgebaut und erhielt auch stärkere Hämmer.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Eisenhütte Galtström die größte industrielle Anlage in Medelpad, wobei auf dem Gebiet des Bergwerks zu dieser Zeit 84 Haushalte gezählt wurden. Nach bedeutenden Arbeiteraufständen wurde die Hütte am 17. Januar 1916 geschlossen.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, augusti 15

Bergslagen und der Hochofen Trehörning in Mariedamm

Obwohl die Eisenherstellung in Schweden bis etwa 1000 vor Christus zurückgeht und die ersten Hochöfen in Bergslagen, dem Zentrum der schwedischen Eisenherstellung, bereits im 12. Jahrhundert entstanden, findet man heute nur noch sehr wenige Bauten, die diesen Teil der industriellen Geschichte des Landes beschreiben und noch weniger erhaltene Hochöfen, die vor allem mit Holzkohle beheizt wurden.

Einer der wenigen gut erhaltenen und letztmals Ende des 20. Jahrhunderts restaurieren Hochöfen, die die Eisenherstellung in Bergslagen deutlich zeigen, ist der Trehörnings Hochofen bei Mariedamm, der 1636 in Betrieb genommen wurde und dann 250 Jahre lang der Herstellung von Eisen diente und im Jahre 1889 letztmals aktiv benutzt wurde. In Trehörning wurde allerdings nur Roheisen hergestellt, das zur Veredlung in eine andere Hütte transportiert werden musste.

Die Eisenhütte Trehörning wurde 1636 von einer Kooperative an Bergleuten, wie auch die nahe Dammens Eisenhütte, geführt. Als 1643 Louis de Geer Trehörning aufkaufte, der bereits in der Nähe die Eisenhütte Godegårds Bruk besaß, die Roheisen auch veredeln konnte, begann sich Trehörning zu entwickeln, was jedoch von Beginn an Probleme für die Konkurrenz Dammens Hütte brachte, da beide den gleichen Fluss und den gleichen Wald für ihre Anlagen benötigten. Als de Greer dann 1755 die Hütte an die Familie Grill verkaufte, die Trehörning zur modernsten Anlage in Lerbäcks Bergslag ausbaute, setzte Grill all seine Einflüsse ein um die Konkurrenz auszuschalten und 100 Jahre später musste die Dammens Eisenhütte ihre Anlage schließen.

Als 1889 auch die Eisenhütte Trehörning geschlossen wurde, begann sie zu verfallen und nur dem Lerbäcks Heimatverein ist es zu verdanken, dass die Anlage nicht, wie etwa 300 andere Schwedens, ganz verschwand, denn 1932 versuchte der Verein den Hochofen so gut wie möglich zu restaurieren und vor allem den Verfall zu verhindern. Auf Grund dieser Aktion und den Arbeiten der folgenden Jahrzehnte, wurde die Eisenhütte Trehörning im Jahre 2005 unter Denkmalschutz gestellt.

Noch bevor die Eisenhütte Trehörning jedoch tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, war die gesamte Anlage nach alten Plänen restauriert worden und hatte wieder das Aussehen des 19. Jahrhunderts angenommen. Seit die Eisenhütte am 13. Mai 1995 als kulturhistorisches Bauwerk erneut eingeweiht wurde, kann man hier entdecken auf welche Methode zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert Eisen in Bergslagen gewonnen wurde.


Copyright: Herbert Kårlin