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söndag, september 9

Blanka von Namur wird Königin von drei Reichen

Blanka von Namur, oft auch nur Blanche genannt, wurde gegen 1320 auf der Festung von Namur in Belgien als Tochter des Grafen Jean Dampierre von Namur und der Gräfin Marie von Artois geboren. Durch ihre Ehre mit Magnus Eriksson im Jahre 1335 wurde sie Königin von Schweden, Königin von Norwegen und Königin von Skåne, das zu jener Zeit von Magnus Eriksson regiert wurde.

Es ist völlig unbekannt wie Magnus Eriksson von der Existenz von Blanka de Namur erfuhr oder wie es dazu kam, dass er sie als seine zukünftige Frau wählte. Sicher ist nur, dass der schwedische König im Juni 1334 mit einem großen Gefolge nach Namur aufbrach um dort unmittelbar um die Hand von Blanka anzuhalten. Die Verlobung fand nahezu unmittelbar statt und im Herbst des gleichen Jahres kehrte Magnus Eriksson nach Schweden zurück.

Im Herbst des folgenden Jahres kam Blanka von Namur in Schweden an und im Oktober oder November 1335 fand die Hochzeit vermutlich auf der Bohus fästning (Festung Bohus) statt, der Verteidigungsanlage, die sie im Jahre 1353 als Geschenk erhielt.

Als Morgengabe erhielt Blanka von Namur nach der Hochzeitsnacht Tønsberg, die älteste Stadt Norwegens mit der umgebenden Region, Lödöse und das Schloss Lindholmen auf Hisingen. Als sie 1353 die Bohus fästning als weitere Morgengabe erhielt, schenkte ihr Magnus Eriksson zusätzlich die Insel Marstrand und den südlichen Teil des Bohuslän, Orust ausgenommen.

Blanka von Namur wurde am 22. Juli 1336, also knapp ein Jahr nach der Ehe, in der Storkyrkan in Stockholm zur schwedischen Königin gekrönt.

Von dritter Seite wurde Blanka von Namur grundsätzlich als außerordentlich schön und als sehr klug beschrieben, aber es gibt keinerlei Gemälde auf dem die Königin mit Sicherheit abgebildet ist. Den einzigen Hinweis zu ihrem Aussehen kann man ihrem Siegel entnehmen, das auf einem Dokument von1346 gefunden wurde, wo eine Frau mit langem Kleid und einer Krone in der Hand stilisiert zu sehen ist.

Kurz nachdem ihr Sohn Håkan Magnusson Margareta geheiratet hatte, die Tochter des dänischen Königs Valdemar Atterdag, verstarb Blanka von Namur plötzlich ohne dass man jedoch die Todesursache aufgezeichnet hätte. Ebenso wenig ist bekannt wo Blanche anschließend begraben wurde.

Blanka von Namur hatte mit Magnus Eriksson fünf Kinder, wobei die drei Töchter sehr früh starben und einige von ihnen im Kloster Ås im Halland beerdigt wurden. Erik Magnusson war kurze Zeit König von Schweden und von Skåne und starb an Pest. Håkan Magnusson wurde König von Schweden und von Norwegen.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, september 2

Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne

Magnus Eriksson wurde im April oder Mai 1316 geboren und ertrank am 1. Dezember 1374 in Norwegen. Eriksson war zwischen 1319 und 1343 König von Norwegen, von 1319 bis zu seinem Tod König von Schweden und zwischen 1332 und 1360 auch der König von Skåne. Allerdings war Magnus Eriksson im Jahre 1319 gerade einmal drei Jahre alt, so dass er bis zu seiner Volljährigkeit auch nur sehr wenig Einfluss auf die schwedische Politik hatte. Indirekt führte seine Wahl als Herrscher über Norwegen und Schweden jedoch zum sogenannten Freiheitsbrief, der Magna Charta Schwedens.

Die ersten Jahre der Regierungszeit von Magnus Eriksson übernahm seine Mutter, die Herzogin Ingeborg sämtliche Regierungsgeschäfte, wobei sie es dabei so intelligent anstellte, dass sie auch automatisch in den Reichsrat kam als Magnus Eriksson die königliche Macht persönlich ausüben konnte. Als Hauptsitz wählte Ingeborg das Schloss Varberg, was bereits bedeutenden Spannungen zwischen der Regierung und dem Königshaus provozierte.

Das Problem bildete dabei insbesondere das nahe Dänemark, das der Reichsrat aus der schwedischen Politik fernhalten wollte. Aber auch wenn der Reichsrat sich mit dem dänischen König Erik Menved verband, so verbündete sich Ingeborg mit den Feinden des dänischen Königs, also auch jenen Schwedens, und förderte selbst einen Überfall Dänemarks in Skåne, auch wenn diese Pläne im Sand verliefen.

Die Situation in Schweden wurde erst etwas stabiler als 1331 oder 1332 Magnus Eriksson die Macht über sein Reich selbst in die Hände nahm, auch wenn diese Machtübernahme erst mit einem bedeutenden Problem begann, denn Magnus Eriksson sollte gegen 34.000 Silbermünzen das an Dänemark verpfändete Skåne und Halland  freikaufen, was allerdings nicht im Interesse des dänischen Königs Valdemar Atterdag lag und zudem das Problem mit sich brachte, dass der König nicht über die entsprechende Summe verfügte.

Um Skåne und Halland auslösen zu können und auch die hohen Schulden des Staates bezahlen zu können, erhöhte daher Magnus Eriksson sämtliche Steuer, was vor allem den Adel des Landes gegen ihn aufbrachte. Dass Ingeborg auch noch das Pfandrecht auf einige dänische Schlösser hatte und Magnus zudem seinen Sohn Erik Magnusson zum Thronfolger Schwedens und Håkan Magnusson zum Thronfolger Norwegens erklärte, vergrößerte die Kluft zwischen König und der Regierung seines Reiches und den Adeligen.

Ab 1340 wollte Magnus Eriksson das Verhältnis mit dem Reichsrat verbessern, entschuldigte sich für die hohen Steuern, gab dem Reichsrat eine höhere Mitbestimmung und schenkte Birgitta Birgerstochter, der Heiligen Birgitta, eine bedeutende Summe zur Gründung des Klosters Vadstena. Allerdings lösten sich die finanziellen Probleme nicht so einfach, nachdem auch sein erste Kreuzzug nach Russland im Jahre 1348, die Pest und der anschließende zweite Kreuzzug nach Russland im Jahre 1350 immense Summen verschlangen, aber gleichzeitig die Steuereinnahmen durch die Folgen der Pest sanken.

Das Ergebnis war, dass Magnus Eriksson Geld im eigenen Reich verwendete, das er an den Papst schicken sollte. Dies führte dazu, dass der Papst den König und einige andere Adelige Schwedens selbst verbannen wollte und dem König auch den Hass der Heiligen Birgitta einbrachte, die in ihren Werken später den König in höchstem Masse diskreditierte.

Die nächsten Probleme von Magnus Eriksson kamen dann von der eigenen Familie, als sein Sohn Erik im Jahre 1356 durch eine Verschwörung einen Teil des Reiches für sich gewinnen wollte, was ihm ein Jahr später auch gelang. Magnus Eriksson konnte sich unter diesen Voraussetzungen nur einen Verbündeten suchen, wobei sich hierfür der dänische König Valdemar Atterdag anbot. Kurz nachdem jedoch die beiden Könige im Jahre 1359 einen gemeinsamen Vertrag unterzeichnet hatten, starb Erik. Valdemar Atterdag sah sich daher betrogen und überfiel Skåne, wo er auch nahezu unmittelbar das Schloss Helsingborg eroberte. 1361 überfiel er dann Öland mit dem Schloss Bornholm und verwüstete Visby auf Gotland.

Diese Geschichte hätte Magnus Eriksson nahezu den Thron gekostet, da durch die Unzufriedenheit mit dem König im Jahre 1362 sein Sohn Håkan Magnusson zum König Schwedens gewählt worden war. Nur durch Zugeständnisse an seinen Sohn konnte Magnus Eriksson dann weiterhin auf dem Thron bleiben, jedoch gemeinsam mit seinem Sohn Håkan.

Auch diese gemeinsame Regentschaft brachte weiteren Unfrieden, denn als sich Håkan Magnusson mit der Tochter Valdemars verlobte und damit die vorherige Verlobung mit Elisabet von Holstein aufgehoben wurde, verbündete sich ein Teil der schwedischen Adeligen mit Albrecht von Mecklenburg, dessen Sohn, der ebenfalls Albrecht hieß, ein Jahr später gegen Stockholm zog und damit das Zentrum Schwedens eroberte und 1364 am Stein von Mora (Mora Stenar) zum König gewählt wurde. Magnus Eriksson regierte jetzt nur noch über Västergötland, Värmland und das Dalsland. Die Versuche das Reich zurückzuerobern endeten im Fiasko und Magnus Eriksson wurde bei der Schlacht bei Gataskogen gefangen genommen. 1371 kam er durch ein hohes Lösegeld wieder frei, musste sich jedoch zu seinem Sohn nach Norwegen zurückziehen. 1374 ertrank dann der König im Bömmelfjorden.

Auch wenn die Heilige Birgitta den König Magnus Eriksson in einem extrem negativen Bild beschrieb, ihn als Tyrannen bezeichnete, als unmoralische Person und ihm selbst unterstellte homosexuelle Beziehungen zu unterhalten, ohne dass Birgitta auch nur einen Punkt davon stützen konnte, so hat Magnus Eriksson einige sehr bedeutende Wendepunkte in der schwedischen Geschichte herbeigeführt, denn er schuf die Leibeigenschaft (Träl) ab, verhinderte, dass die Ritter sich bei Landwirten unbegrenzt einnisten konnten und er schuf mit dem Magnus Erikssons Landslag ein einheitliches Gesetz im ganzen Land, auch wenn das Landslag, wie auch das Magnus Erikssons Stadslag, vor allem zu höheren Steuereinnahmen führen sollten und die Macht des Königs stärkten.

Magnus Eriksson hatte, gemeinsam mit Königin Blanka drei oder vier Töchter, deren Namen nicht überliefert wurden und die sehr früh starben. Einige unter ihnen wurden im Kloster Ås im Halland begraben. Der Sohn Erik Magnusson war König Schwedens zwischen 1339 und 1359 und der Sohn Håkan Magnusson zwischen 1340 und 1364 König in Schweden und bis 1380 König von Norwegen.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, maj 11

Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht

Birger Magnusson (1280 - 1312), nicht zu verwechseln mit Birger jarl (1210 - 1266), der ebenfalls den Namen Birger Magnusson trug, war der Sohn von Magnus Ladulås (Magnus Birgersson) und Hedvig von Holstein. Offiziell regierte er Schweden von 1290 bis 1318 als König, da er jedoch bereits mit zehn Jahren zum Herrscher des Landes wurde, stand er bis zu seiner Volljährigkeit unter der Vormundschaft von Torgil Knutsson, der in dieser Zeit auch die Regierungsgeschäfte führte.

Bereits 1284, als Birger Magnusson gerade einmal vier Jahre alt war, wurde er als Erstgeborener von seinem Vater zu seinem Nachfolger erklärt. Daher war es normal, dass er beim Tode von Magnus Ladulås im Jahre 1290 unmittelbar zum König ernannt wurde und seine jüngeren Brüder Erik und Valdemar Magnusson nur zu Herzögen vom Södermanland, bzw. von Finnland, wurden.

Als Birger Magnusson 1302 in Söderköping zum König gekrönt wurde, fühlten sich seine beiden Brüder benachteiligt und es entbrannte ein permanenter Kampf unter den Geschwistern. Als König war es Birger Magnusson jedoch möglich Erik und Valdemar drei Jahre später in ihre Schranken zu weisen. Während die beiden nach außen dann ihren Bruder als König Schwedens anerkannten, begannen sie jedoch unmittelbar hinter seinem Rücken einen Aufstand zu planen.

Die Unterstützung kam dann von norwegischer Seite, was auch dazu führte, dass Erik sowohl das Bohuslän, den nördlichen Teil Hallands und einige andere Teile Schwedens zurückbekam. Als Birger Magnusson dann, im Einverständnis mit seinen Brüdern, Torgil Knutsson 1306 hinrichten ließ, in der Annahme, dass es damit seinen eigenen Einfluss stärken könne, entdeckte er sehr schnell, dass er die Person töten ließ, die ihn an der Macht gehalten hatte.

Noch im gleichen Jahr ließen ihn dann seine Brüder im Håtuna kungsgård im Uppland gefangen nehmen und steckten ihn anschließend ins Nyköpingshus. Dieses Ereignis, das in der schwedischen Geschichte „Håtunaleken“ genannt wird, endete 1308, nachdem Birger einen großen Teil seines Reiches an die Brüder abgetreten hatte. Diese Reichsteilung und die Instabilität Schwedens erlaubte es dann nur ein Jahr später den Norweger und Dänen Schweden anzugreifen.

Als es dann 1309 zum Friedensvertrag in Helsingborg kam, wurde Birger Magnusson erneut als König von Schweden anerkannt, musste dabei jedoch große Teile des Landes an Norwegen und Dänemark abtreten. Sein eigenes Reich war auf Teile des nördlichen und des östlichen Schwedens zusammengeschrumpft.

Aber auch dieser Friedensvertrag brachte keine Ruhe ins Land, denn die internen Streitigkeiten unter den Brüdern setzten fort. 1317 glaubte dann Birger Magnusson die rettende Idee zu haben. Er lud seine beiden Brüder zu einem großen Versöhnungsfest ins Nyköpinghus ein, wo die beiden mit allen Ehren empfangen wurden. Allerdings handelte es sich bei diesem Fest um eine Falle, denn noch am gleichen Tag ließ der König seine Brüder gefangen nehmen und in das Schlossgefängnis werfen.

Die Freude von Birger Magnusson sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein, denn im ganzen Land sammelten sich die Anhänger von Erik und Valdemar und an mehreren Fronten entstanden gleichzeitig Kämpfe, die der König, wegen der großen Übermacht, nicht gewinnen konnte. Birger Magnusson musste letztendlich mit seiner Frau Märta und den vier Kindern nach Dänemark fliehen, wo der ehemalige König dann am 31. Mai 1321 starb.

Birger Magnusson war mit Märta Eriksdotter, der Tochter des dänischen Königs Erik Klipping, verheiratet. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor, wobei keines der Kinder je eine mächtige Stellung einnahmen. Der Sohn Magnus Magnusson, der vom Vater zum Thronfolger ernannt worden war, kehrte 1317 nach Schweden zurück, wurde jedoch nur ein Jahr später von den Anhängern Eriks und Valdemars gefangen genommen und 1320 hingerichtet.

Copyright: Herbert Kårlin