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lördag, november 10

Henrik, der Bischof von Lund

Henrik war nach den Aufzeichnungen von Adam von Bremen von 1060 bis zu seinem Tod im Jahre 1066 Bischof in Lund, der damaligen Hauptstadt Skånes und wurde vom dänischen König Sven Estridsson dort eingesetzt, einem König, der den christlichen Glauben in Dänemark durchsetzte und dies auch in Skåne und Blekinge erreichen wollte.

Über den Bischof Henrik ist relativ wenig bekannt, da er nur in den Schriften von Adam von Bremen etwas tiefer behandelt wurde und auch diese Erkenntnisse dem Theologen aus Bremen nur bei Gesprächen mit Sven Estridsson mitgeteilt wurden und der Idee Bremens von der Christianisierung des Nordens angepasst wurden.

Die Lebensgeschichte von Bischof Henrik ist kaum bekannt. Bevor er jedoch von Sven Estridsson mit der Christianisierung Skånes beauftragt wurde, war er vermutlich Bischof auf den Orkney Inseln vor Schottland und kam dann über Island, wo gegen das Jahr 1050 ein Bischof Henrik wirkte, nach Dänemark. Nach geschichtlich unbestätigten Aussagen soll Henrik auch eine Zeitlang Schatzmeister Knut des Großen gewesen sein und die Gelder dieses Königs nach Dänemark geschafft haben.

Auf welche Weise Henrik Bischof wurde und von wem er ursprünglich eingesetzt wurde, konnte bisher nicht geklärt werden. Die Geschichte wird erst ab 1060 deutlicher, als Sven Estridsson zwei Bistümer in Südschweden einrichtete und Henrik das bedeutendere davon bekam und der aus Bremen kommende Bischof Egino sich deshalb mit dem Bistum in Dalby zufrieden geben musste.

Etwas zweifelhaft wird dann die Erzählung Adam von Bremens, wenn er berichtet, dass Henrik ein verabscheuenswerter Mensch und ein schlechter Katholik war, der das Geld der Kirche vertrank und mehrmals so viel Alkohol zu sich nahm, dass er letztendlich sogar an seinem Erbrochenen erstickte.

In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass auch die Christianisierung nicht immer friedlich verlief, denn die englischen und die deutschen Missionare waren, trotz des gemeinsamen Zieles, Feinde. Jede Gruppe versuchte als erster ein Gebiet zu missionieren, da dies Macht, Einfluss und wirtschaftliche Dominanz bedeutete. Egino, der nur ein kleines und damit nahezu unbedeutendes Bistum erhalten hatte, sollte nach der Meinung des Bistums in Bremen in Lund sitzen, was nur möglich wurde durch den Tod Henriks im Jahre 1066. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Henrik von seinen Gegnern beseitigt wurde ohne dass dies der dänische König Sven Estridsson je erfahren hätte. Für Estridsson wiederum war es völlig unwichtig wer den katholischen Glauben in seinem Reich vertrat und verbreitete, da er und seine Vorgänger wechselweise englische und deutsche Missionare getroffen hatten, die alle für den Monarchen als die Vertreter des neuen Glaubens auftraten und ihm einen stärkeren Einfluss bei seinem Volk versprachen.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, november 9

Der Schonische Krieg (Skånska kriget) unter Karl XI.

Der Schonische Krieg (Skånska kriget), der oft auch als der Nordische Krieg bezeichnet wird, war ein Krieg, der sich zwischen 1675 und 1679 zwischen Dänemark und Schweden abspielte, aber die Folge einer internationalen Auseinandersetzung war und als die Folgeerscheinung von Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Holland bezeichnet werden kann.

Dass es zu diesem Krieg zwischen Schweden und Dänemark kommen konnte, lag daran, dass Karl X. Gustav im Jahre 1660 plötzlich in Göteborg starb und der fünfjährige Thronfolger Karl XI. die Macht über das Land noch nicht ergreifen konnte, sondern eine Vormundschaftsregierung eingesetzt wurde, der Magnus Gabriel de la Gardie vorstand.

Während Karl X. Gustav eine extensive Kriegspolitik ohne Verbündete führte, stand Magnus Gabriel de la Gardie Frankreich sehr nahe und dachte durch diese Verbindung nicht nur wirtschaftliche Vorteile zu erwerben, sondern auch einen starken Verbündeten an seiner Seite zu haben falls an einer der vorherigen Kriegsfronten erneut ein Problem auftauchen sollte. Der Vertrag, den de la Gardie mit Frankreich unterzeichnet hatte, sollte Schweden in die kriegerischen Verhandlungen hineinziehen und den unerfahrenen Karl XI. zum Krieg gegen Dänemark zwingen.

Die politische Entwicklung erfolgte nicht so wie Magnus Gabriel de la Gardie gedacht hatte, denn bereits 1672 erklärte Frankreich den Holländern den Krieg, was automatisch dazu führte, dass auch Spanien, Deutschland und Brandenburg mit in den Krieg gezogen wurden. Die Folge davon war wiederum, dass Schweden nun auf Forderung Frankreichs ein Heer gegen Deutschland aufbauen musste. Als es zum Kampf kam, zeigte sich, dass das schwedische Heer besiegt werden konnte und nicht mehr die gleiche Stärke hatte als zur Zeit von Karl X. Gustav.

Die Feinde Schwedens und insbesondere Dänemark, das noch die Eroberungen des schwedischen Königs im Kopf hatten, sah daher nun die Chance die von Schweden eroberten Gebiete zurückzuerobern. Nachdem Holland bereits im Juni Schweden den Krieg erklärt hatte, schloss sich im September 1675 auch Dänemark der holländischen Idee an und erklärte Schweden ebenfalls den Krieg, was dann dar Auftakt zum Schonischen Krieg war.

Der Skånska Kriget sollte sich dann vier Jahre lang vor allem in Skåne und bei mehreren Seeschlachten in der Ostsee austragen und auf beiden Seiten zu schweren Verlusten führen. Obwohl dieser Krieg offiziell am 26. September 1679 mit dem Frieden in Lund beendet wurde, bekam Schweden erst mit dem Frieden in Fontainbleau am 23. August 1679 alle von Dänemark eroberten Gebiete zurück.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, november 6

Karl XI. und der Krieg um Schonen

Als der 18-jährige Karl XI. am 29. Dezember 1674 zum sogenannten Krieg um Schonen (Skånska Kriget), der auch als nordischer Krieg bekannt ist, gezwungen wurde, waren die Chancen eines Gewinnes nahezu ausgeschlossen, denn die Vormundschaftsregierung hatte zwar einen Bund mit Frankreich geschlossen, jedoch sämtliche Gelder verschleudert, so dass Karl XI. weder Kriegsschiffe bauen konnte noch über die modernsten Waffen verfügte. Die einzigen größeren Summe, die dem König zur Verfügung standen waren Unterstützungen aus Frankreich.

Aber auch der Bund mit Frankreich zeigte sich eher als Handikap, denn auf Grund dieses Bundes wurde Schweden auch in die Kriege einbezogen, die Frankreich angezettelt hatte. Es war daher nicht verwunderlich, dass im Juni 1875 die Holländern Schweden den Krieg erklärten und im folgenden Monat auch der deutsche Kaiser Leopold I., gefolgt von einigen deutschen Fürstentümern, dem König Karl II. aus Spanien und schließlich noch dem dänischen König Kristian V., der zu jener Zeit der gefährlichste Feind des schwedischen Reiches war.

Die Probleme des Königs Karl XI. begannen mit der Seeschlacht bei Öland am 1. Juni 1676, als sein neu gebautes Admiralschiff Kronan in kürzester Zeit zerstört wurde und er am 31. Mai 1677 auch noch die Seeschlacht bei Lolland verlor, denn nach diesen Verlusten beherrschte Dänemark  die Ostsee. Gleichzeitig hatten die Dänen an der Landfront auch Skåne zurückerobert.

An Land war das Heer Karl XI. lange Zeit nicht erfolgreicher als zu See, denn erst mit der Schlacht bei Lund, die als eine der grausamsten der schwedischen Geschichte bezeichnet wird und bei der die Hälfte aller Soldaten der dänischen und der schwedischen Seite den Tod fanden, kam die Wende für den schwedischen König. Innerhalb von drei Jahren konnte Karl XI. die Dänen dann wieder aus Skåne verdrängen, auch wenn dies nur unter sehr großen Verlusten möglich war.

Aber so wenig wie Karl XI. über den Beginn des Krieges entscheiden konnte, so wenig konnte er bei den Friedensverhandlungen erreichen, denn erst als Ludwig XIV., der französische Sonnenkönig, in die Verhandlungen eingriff und an Stelle des schwedischen Königs entschied, erhielt Karl XI. beim Frieden von Fontainebleau am 23. August 1679 alle Ländereien zurück, die Dänemark während des Krieges um Schonen (Skåne) erobert hatte.


Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, november 1

Die Bäckeskogskvinnan, die älteste Frau Schwedens

Als der Landwirt Oscar Larsson im Jahre 1939 sein Land bearbeitete und dort ein Skelett fand, konnte er nicht ahnen, dass es sich dabei um eine Sensation handelte, wie das Historische Museum in Stockholm unmittelbar feststellte als es das Skelett untersuchte, obwohl die Wissenschaftler dort das Skelett irrtümlicherweise einem Mann zuordneten.

Auf Grund der Grabfunde, die vor allem aus Gerätschaften zur Jagd und zum Fischfang bestanden, ging man bis 1971 davon aus, das das 151 Zentimeter große Skelett einem Fischer gehörte, der etwa 6730 vor Christus, also während des Mesolithikum, lebte und etwa 40 bis 50 Jahre alt war.

Der Osteologe Nils-Gustaf Gejvall, der das Skelett dann 1971 untersuchte, stelle jedoch fest, dass es sich um eine maximal 45 Jahre alte Frau handelte, die aller Wahrscheinlichkeit nach zehn bis zwölf Kinder zur Welt gebracht hatte. Es handelte sich daher um die älteste Frau, die man je in Schweden fand und gleichzeitig auch eines der wenigen Skelette dieser Zeit ausmachte.

Aus dem Fischer von Barum (Barum war der Fundplatz) wurde in Stockholm die Bäckaskogskvinnan und in Skåne die Barumskvinnan, wobei beide Begriffe abwechseln benutzt werden. Das Skelett, das man im Historischen Museum betrachten kann, wird seit Jahren vom Museum In Kristianstad gefordert, da man dort der Meinung ist, dass der Fund zurück in die Heimat kommen soll. Aber dieser Streit hat natürlich nur kommerzielle Gründe, da beide Museum die Sensation bei sich ausstellen wollen.

Was die sitzende Bäckaskogskvinnan uns allerdings nicht beantworten kann, sind die die Fragen nach ihrer Tätigkeit, ob die Grabbeigaben bedeuten, dass sie selbst bereits eine unabhängige Frau war, die ihre Familie durch Jagd und Fischfang ernährte, ob sie überhaupt alleinstehend war oder einen kranken Mann hatte, den sie mit versorgte oder was sonst hinter den Grabbeigaben steckt. Wie so oft in der Geschichte, so liefert jeder Fund auch gleichzeitig einige Rätsel.

Da die Bäckaskogskvinnan oder Barumskvinannen in der Hockerstellung begraben wurde, so nimmt man an, dass dies den Schlaf ausdrücken soll und sie schlafend in einer andere Welt kommen sollte. Diese Bestattungsart war nicht nur in Schweden während der Steinzeit üblich, sondern fand selbst im alten Ägypten statt.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, september 2

Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne

Magnus Eriksson wurde im April oder Mai 1316 geboren und ertrank am 1. Dezember 1374 in Norwegen. Eriksson war zwischen 1319 und 1343 König von Norwegen, von 1319 bis zu seinem Tod König von Schweden und zwischen 1332 und 1360 auch der König von Skåne. Allerdings war Magnus Eriksson im Jahre 1319 gerade einmal drei Jahre alt, so dass er bis zu seiner Volljährigkeit auch nur sehr wenig Einfluss auf die schwedische Politik hatte. Indirekt führte seine Wahl als Herrscher über Norwegen und Schweden jedoch zum sogenannten Freiheitsbrief, der Magna Charta Schwedens.

Die ersten Jahre der Regierungszeit von Magnus Eriksson übernahm seine Mutter, die Herzogin Ingeborg sämtliche Regierungsgeschäfte, wobei sie es dabei so intelligent anstellte, dass sie auch automatisch in den Reichsrat kam als Magnus Eriksson die königliche Macht persönlich ausüben konnte. Als Hauptsitz wählte Ingeborg das Schloss Varberg, was bereits bedeutenden Spannungen zwischen der Regierung und dem Königshaus provozierte.

Das Problem bildete dabei insbesondere das nahe Dänemark, das der Reichsrat aus der schwedischen Politik fernhalten wollte. Aber auch wenn der Reichsrat sich mit dem dänischen König Erik Menved verband, so verbündete sich Ingeborg mit den Feinden des dänischen Königs, also auch jenen Schwedens, und förderte selbst einen Überfall Dänemarks in Skåne, auch wenn diese Pläne im Sand verliefen.

Die Situation in Schweden wurde erst etwas stabiler als 1331 oder 1332 Magnus Eriksson die Macht über sein Reich selbst in die Hände nahm, auch wenn diese Machtübernahme erst mit einem bedeutenden Problem begann, denn Magnus Eriksson sollte gegen 34.000 Silbermünzen das an Dänemark verpfändete Skåne und Halland  freikaufen, was allerdings nicht im Interesse des dänischen Königs Valdemar Atterdag lag und zudem das Problem mit sich brachte, dass der König nicht über die entsprechende Summe verfügte.

Um Skåne und Halland auslösen zu können und auch die hohen Schulden des Staates bezahlen zu können, erhöhte daher Magnus Eriksson sämtliche Steuer, was vor allem den Adel des Landes gegen ihn aufbrachte. Dass Ingeborg auch noch das Pfandrecht auf einige dänische Schlösser hatte und Magnus zudem seinen Sohn Erik Magnusson zum Thronfolger Schwedens und Håkan Magnusson zum Thronfolger Norwegens erklärte, vergrößerte die Kluft zwischen König und der Regierung seines Reiches und den Adeligen.

Ab 1340 wollte Magnus Eriksson das Verhältnis mit dem Reichsrat verbessern, entschuldigte sich für die hohen Steuern, gab dem Reichsrat eine höhere Mitbestimmung und schenkte Birgitta Birgerstochter, der Heiligen Birgitta, eine bedeutende Summe zur Gründung des Klosters Vadstena. Allerdings lösten sich die finanziellen Probleme nicht so einfach, nachdem auch sein erste Kreuzzug nach Russland im Jahre 1348, die Pest und der anschließende zweite Kreuzzug nach Russland im Jahre 1350 immense Summen verschlangen, aber gleichzeitig die Steuereinnahmen durch die Folgen der Pest sanken.

Das Ergebnis war, dass Magnus Eriksson Geld im eigenen Reich verwendete, das er an den Papst schicken sollte. Dies führte dazu, dass der Papst den König und einige andere Adelige Schwedens selbst verbannen wollte und dem König auch den Hass der Heiligen Birgitta einbrachte, die in ihren Werken später den König in höchstem Masse diskreditierte.

Die nächsten Probleme von Magnus Eriksson kamen dann von der eigenen Familie, als sein Sohn Erik im Jahre 1356 durch eine Verschwörung einen Teil des Reiches für sich gewinnen wollte, was ihm ein Jahr später auch gelang. Magnus Eriksson konnte sich unter diesen Voraussetzungen nur einen Verbündeten suchen, wobei sich hierfür der dänische König Valdemar Atterdag anbot. Kurz nachdem jedoch die beiden Könige im Jahre 1359 einen gemeinsamen Vertrag unterzeichnet hatten, starb Erik. Valdemar Atterdag sah sich daher betrogen und überfiel Skåne, wo er auch nahezu unmittelbar das Schloss Helsingborg eroberte. 1361 überfiel er dann Öland mit dem Schloss Bornholm und verwüstete Visby auf Gotland.

Diese Geschichte hätte Magnus Eriksson nahezu den Thron gekostet, da durch die Unzufriedenheit mit dem König im Jahre 1362 sein Sohn Håkan Magnusson zum König Schwedens gewählt worden war. Nur durch Zugeständnisse an seinen Sohn konnte Magnus Eriksson dann weiterhin auf dem Thron bleiben, jedoch gemeinsam mit seinem Sohn Håkan.

Auch diese gemeinsame Regentschaft brachte weiteren Unfrieden, denn als sich Håkan Magnusson mit der Tochter Valdemars verlobte und damit die vorherige Verlobung mit Elisabet von Holstein aufgehoben wurde, verbündete sich ein Teil der schwedischen Adeligen mit Albrecht von Mecklenburg, dessen Sohn, der ebenfalls Albrecht hieß, ein Jahr später gegen Stockholm zog und damit das Zentrum Schwedens eroberte und 1364 am Stein von Mora (Mora Stenar) zum König gewählt wurde. Magnus Eriksson regierte jetzt nur noch über Västergötland, Värmland und das Dalsland. Die Versuche das Reich zurückzuerobern endeten im Fiasko und Magnus Eriksson wurde bei der Schlacht bei Gataskogen gefangen genommen. 1371 kam er durch ein hohes Lösegeld wieder frei, musste sich jedoch zu seinem Sohn nach Norwegen zurückziehen. 1374 ertrank dann der König im Bömmelfjorden.

Auch wenn die Heilige Birgitta den König Magnus Eriksson in einem extrem negativen Bild beschrieb, ihn als Tyrannen bezeichnete, als unmoralische Person und ihm selbst unterstellte homosexuelle Beziehungen zu unterhalten, ohne dass Birgitta auch nur einen Punkt davon stützen konnte, so hat Magnus Eriksson einige sehr bedeutende Wendepunkte in der schwedischen Geschichte herbeigeführt, denn er schuf die Leibeigenschaft (Träl) ab, verhinderte, dass die Ritter sich bei Landwirten unbegrenzt einnisten konnten und er schuf mit dem Magnus Erikssons Landslag ein einheitliches Gesetz im ganzen Land, auch wenn das Landslag, wie auch das Magnus Erikssons Stadslag, vor allem zu höheren Steuereinnahmen führen sollten und die Macht des Königs stärkten.

Magnus Eriksson hatte, gemeinsam mit Königin Blanka drei oder vier Töchter, deren Namen nicht überliefert wurden und die sehr früh starben. Einige unter ihnen wurden im Kloster Ås im Halland begraben. Der Sohn Erik Magnusson war König Schwedens zwischen 1339 und 1359 und der Sohn Håkan Magnusson zwischen 1340 und 1364 König in Schweden und bis 1380 König von Norwegen.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, augusti 1

Saxo Grammaticus in der schwedischen Geschichte

Saxa Grammaticus war ein dänischer Historiker, der zu Beginn des 13. Jahrhunderts aktiv war und zu jener Zeit als Sekretär des Erzbischofs Absalon in Roskilde arbeitete. Da bereits sein Vater und sein Großvater unter dem dänischen König Valdemar I. Krieger waren und er über den Erzbischof Zugang zu allen Archiven hatte, kannte er die Geschichte Dänemarks und die Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Schweden sehr genau. Während er in älteren Dokumenten noch als Saxo Longus (der Lange) bezeichnet wird, setzt sich ab der Chronica Jutensis Mitte des 14. Jahrhunderts der Name  Saxo Grammaticus durch.

Das bedeutendste Werk Saxo Grammaticus ist die Geschichte Dänemarks (Gesta Danorum) in 16 Bänden, die in lateinischer Sprache die Geschichte Dänemarks, und damit auch jene von Skåne, bis 1185 schildert. Sehr interessant für die schwedische Geschichte sind hierbei die nordischen Sagen und Mythen, die eine gewisse Parallele zu jenen von Snorre Sturlasson zeigen.

Wie in jener Zeit üblich, beschränkte sich Saxo Grammaticus nicht auf die rein dänische Geschichtsschreibung, wodurch er in seiner Gesta Danorum auch einige bedeutende Hinweise zu den Thronfolgekriegen schwedischer Könige findet, den ältesten Hinweis auf die Eriksgata, der jeder neu gewählte König Schwedens entlang ziehen musste und er bestätigt einige wichtige Aussagen zum Västgötalagen. Sein Geschichtswerk bestätigt auch, dass zu jener Zeit ein deutlicher Unterschied zwischen Svear und Götar gemacht wurde. Diese Aussagen sind zum großen Teil glaubhaft, da er bei seinen Arbeiten nicht von schwedischen Herrschern direkt beeinflusst wurde, sondern auf Quellenmaterial zurückgreifen und die Erzählungen reisender Adeliger und kirchlicher Würdenträger einarbeiten konnte.

Bedauerlicherweise sind auch bei Saxo Grammaticus die Zeitangaben in seinen ersten Büchern für die damaligen Herrscher nicht eindeutig und zeigen sich von historischer Seite als unzureichend. Dies liegt jedoch vermutlich daran, dass Saxo Grammaticus eine logische und zusammenhängende dänische Geschichte schreiben wollte, was ihm auch damals, mangels zuverlässigem Quellmaterial, nicht möglich war, da viele Überlieferungen nur mündlich statt fanden und daher vieles im Laufe der Erzählungen verändert wurde.

Im Band Drei der Gesta Danorum nennt Saxo Grammaticus auch einen dänischen König Rörik bei dem es sich nicht um den schwedischen Wikingerkönig Rörik handelte, der jedoch unter Umständen zu jener Zeit Friesland angegriffen haben könnte, was die Geschichte des Wikingers Rörik klarer gestalten würde, aber da man auch in der Gesta Danorum keine weiteren Hinweise oder Jahreszahlen zu diesen Geschehnissen findet, bleibt die Frage dennoch offen.

Die Geschichte Dänemarks bis 1185 in lateinischer Sprache: Gesta Danorum

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, juni 7

Das Mammut in der schwedischen Geschichte

Auf Grund der Eiszeit, vor allem dem Druck des Eises und der Bewegung der Gletscher, und der geringen Funde kann man heute nicht mehr sagen wann die ersten Mammuts (Mammuthus primigenius) in Schweden gelebt haben und in welchen Regionen des Landes die Tiere vorkamen. Sicher ist jedoch, dass das Mammut während der Eiszeit und zu Beginn des Paläolithikum (ältere Steinzeit) in größeren Teilen Schweden vorkam.

Untersuchungen des jüngsten Fundes von Stoßzähnen bei Lockarp in Skåne beweisen, dass dieses Tiere etwa 11.000 Jahre vor Christus in Schweden lebte, also zu einer Zeit als bereits die ersten Jäger in Südschweden unterwegs waren, die vermutlich die Tiere auch jagten. Die ältesten Tiere, die man bisher nachweisen konnte, lebten bereits vor rund 30.000 Jahren im Land, einer Epoche, als nahezu ganz Schweden von Eis bedeckt war.

Das Wollhaarmammut, auch sibirisches Mammut genannt, lebte gewöhnlich an der Grenze zwischen Tundra und Eis, was jedoch die Lokalisierung der Tiere im urzeitlichen Schweden etwas erschwert und manche Fragen mit sich bringt, da man unter den rund 30 Fundstellen des Landes auch Zähne und Knochen der Tiere im Jämtland fand, die Eismassen aber alles, was sich auf ihrem Weg befand, mit den Gletschern Richtung Süden bewegte. Da Mammuts sich von Pflanzen ernährten, so bedeutet dies auch, dass nicht ganz Schweden durchgehend von Eis bedeckt sein konnte.

Auch wenn die Funde von Zähnen, Stoßzähnen und Skelettteilen von Mammuts relativ gering sind und neue Funde wegen dem Einsatz von Maschinen beim Straßenbau nahezu ausgeschlossen sind, so folgen diese Funde aus den 30er und 40er Jahren einem gewissen Muster. Die meisten Funde konnte man im Südwesten Schwedens und in Lappland machen. Durch Altersbestimmungen der Zähne und Skelette kann man heute die Bewegungen des Eises oder auch Erwärmungen des Landes während der Eiszeit nachweisen, ein Forschungsgebiet mit dem sich gegenwärtig die Universität in Lund beschäftigt.

Den bedeutendsten Fund konnte man 1944 bei Pilgrimstad im Jämtland machen, wo man, außer Zähnen eines Mammuts, auch neun Skelettteile fand. Die Mammuts in Jämtland, oder nördlicher, lebten dort bereits mehrere Tausend Jahre bevor die ersten Menschen in die Gegen kamen, und fanden ausreichend Nahrung um zu überleben. Die Frage bleibt jedoch, ob sie dann wegen Kälteeinbrüchen starben oder aber rechtzeitig einen Zugang zur nahezu eisfreien Küste im Süden oder Südosten hatten.

Bei den acht Funden von Mammutzähnen, Stoßzähnen und Oberschenkeln in Skåne sind sich die Forscher sicher, dass die Tiere weiter im Norden lebten und durch die Bewegung der Gletscher an die Fundstellen gebracht wurden. Da das älteste der entdeckten Tiere vor rund 30.000 Jahren lebte, kann man davon ausgehen, dass zu dieser Zeit ein ganzer Teil Südschwedens eisfrei war und, theoretisch, um diese Zeit bereits andere Tiere in Südschweden gelebt haben. Dass bereits während der Eiszeit Menschen nach Schweden kamen ist jedoch kaum wahrscheinlich, da selbst in Deutschland die ältesten menschlichen Knochen des Homo sapiens nicht älter als 14.000 Jahr alt sind.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, maj 21

Die Kongemosekultur im schwedischen Mesolithikum

Die Kongemosekultur, die etwa 6800 vor Christus begann und gegen 5500 vor Christus stufenweise in die Erteböllekultur überging, kann in Schweden nur in Skåne (Schonen) nachgewiesen werden, wobei die bedeutendsten Fundstellen in Segebro bei Malmö und dem Ageröds Mosse bei Höör zu finden sind. Die Kongemosekultur kam vermutlich von Dänemarkt aus nach Schweden, da dort zahlreiche Fundstellen zu verzeichnen sind und dort die gleichen Werkzeuge und Waffen etwas früher auftauchten als in Schweden.

In diesem Zusammenhang muss man natürlich berücksichtigen, dass erst gegen 6000 vor Christus Dänemark durch den Öresund von Skåne getrennt wurde und bis dahin eine Landverbindung existierte.

Das deutlicheste Kennzeichen der Kongemosekultur ist, dass diese Völker Mikrolithwerkzeuge durch Flintgeräte (Feuersein) ersetzten. Da man sowohl in Segebro als auch dem Ageröds Mosse Reste von Wohnungen fand, kann man davon ausgehen, dass die Gruppe der Kongemosekultur sich jeweils für einige Jahre fest an einem Ort niederließ. Da man in Segebro auch gleichzeitig Werkzeuge  fand, die bereits 10.000 vor Christus entstanden waren, ist anzunehmen, dass die Folgekulturen sich weitgehend an den gleichen Stellen niederließen wie die Vorgänger.

Moderne Geschichtswissenschaftler nehmen an, dass es sich bei der Maglemosekultur, Kongemosekultur und der Erteböllekultur um den gleichen Volksstamm handelte, der im Mesolithikum Südschweden bewohnte und die verschiedenen Werkzeuge eher auf eine Evolution schließen lassen und darauf, dass die Gruppen in Schweden einen engen Kontakt zu jenen in Dänemark behalten haben. Aber dies sind natürlich Theorien, da die Funde selbst zu gering sind um wirklich Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Während der Kongemosekultur änderte sich auch die Ernährungsart der Menschen mehr und mehr, vermutlich weil sich Waldtiere immer weiter in den Norden Schwedens zurückzogen oder durch die Jagd erheblich dezimiert worden waren und die Geräte für den Fischfang immer besser wurden. Aber auch Robben und Seevögel landeten zu dieser Zeit immer häufiger auf dem Tisch.

Aus der Kongemosekultur stammen auch die ersten Funde von Dolchen aus Elch- und Hirschgeweih, die künstlerisch verziert worden waren. Die interessantesten dieser Dolche wurden bei Tågerup gefunden, das auch während der Erteböllekultur eine wichtige Rolle spielte. Zahlreiche der Fundstücke können heute im Landskrona Museum besichtigt werden, das die Vorgeschichte der Umgebung in moderner Form darstellt.
Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, maj 17

Die Erteböllekultur im späten Mesolithikum Schwedens

Die Erteböllekultur ist die letzte Kulturgruppe des schwedischen Mesolithikum in der sich bereits erhebliche Änderungen in der Lebensweise zeigen, wodurch auch die Grenze zwischen Mesolithikum und Neolithikum nahezu verschwindet. Geschichtlich gesehen beginnt die Erteböllekultur etwa gegen 5200 vor Christus und endet dann gegen 4000 vor Christus.

Die Erteböllekultur dehnte sich entlang der gesamten Süd- und Westküste Schwedens aus, wobei diese Volksgruppe auch etwas ins Landesinnere vordrang, auch wenn sie sich, nach gegenwärtigem Wissen, nur an Wasserläufen und Seen aufhielten. Ihren Namen erhielt diese Kulturgruppe nach einem Abfallhaufen (Kökkenmödding) von 150 Meter Länge und 30 Meter Breite, den man im Nordwesten des dänischen Jyllands fand. Dieser Haufen an ”Küchenresten” bestand überwiegend aus Austern- und Muschelschalen, was darauf schließen lässt, dass dies die Hauptnahrung dieses Volkes war, das mehr see- als landgebunden war.

Die interessantesten Funde Schwedens aus der Erteböllekultur fand man bei Österlen, Ivetofta und vor allem in Tågerup, östlich von Landskrona. Letzteres dürfte sogar als der bedeutendste Fund Skandinaviens bezeichnet werden, da der Fund beim Bau der Västkustbanan in einer Lehmschicht gemacht wurde, die selbst die Verwitterung von Horn und Holz weitgehend verhinderte.

Der Unterschied der Erteböllekultur zu den vorhergehenden Kulturgruppen zeichnet sich jedoch nicht nur durch eine Ernährungsänderung aus, in der Fleisch überwiegend von Fisch, Austern und Muscheln ersetzt wurde, sondern auch dadurch, dass die ersten deutlichen Zeichen von Landwirtschaft bewiesen werden können. So stellte man, zum Beispiel in Tågerup, fest, dass die Bewohner des früheren Ortes Haselnusshaine angelegt hatten und die Büsche beschnitten, damit die Nüsse größer wurden.

Auch die Werkzeuge der Erteböllekultur sind geschliffen und perfektionierter als jene der vorhergehenden Gruppen, wobei man in Tågerup auch durchbohrte Wildschweinzähne fand, die vermutlich als Halskette oder Amulett dienten. Horn war ebenfalls kunstvoll bearbeitet und mit Ornamenten versehen. Die Menge an Pfeilspitzen und anderen Waffen und Werkzeugen legt jedoch auch den Gedanken nahe, dass nicht mehr das Einzelstück von Interesse war, sondern eine Art Massenproduktion einsetzte, vermutlich von den ersten spezialisierten Handwerkern Schwedens.

Die Funde in der Nähe von Landskrona erlaubten auch erstmals einen Einblick in die Lebensweise der Erteböllekultur, denn man entdeckte außer Gräbern, Nahrungsresten und Schmuck auch Stäbe, die als Bootssteg dienten und an denen die Boote festgemacht wurden, und man fand ein Dorf mit Resten von Häusern.

Allein in Tågerup konnte man fünf Bauten lokalisieren, was als Sensation betrachtet wurde, da bis dahin insgesamt nur zehn Gebäude aus dieser Epoche in ganz Skandinavien gefunden worden waren. Außer mehreren runden Gebäuden mit je etwa 50 Quadratmetern Fläche, entdeckte man eine in den Boden vertiefte Hütte mit Windschutz und ein Langhaus mit einer Länge von 15 Metern.

In den Gräbern, die man aus der Erteböllekultur fand, konnte man auch einfach Grabbeigaben wie Tiere, Schmuck oder Werkzeug finden. Sicher ist ebenfalls, dass die Gräber deutlich sichtbar waren, es sich also um kleinere Grabhügel gehandelt haben muss, auch wenn es sich noch nicht um irgendeine Art von Megalithgräbern gehandelt hat und die Toten einfach begraben wurden.

Etwa 4500 vor Christus begannen die Menschen der Erteböllekultur auch die Kunst der Keramik nach Schweden zu bringen, die in offenen Löchern gebrannt wurde. Diese sogenannte Erteböllekeramik konnte in Schweden bisher nur in Skåne, Blekinge, Halland und Öland nachgewiesen werden, wobei über die Anwendung der Gefäße zum Großteil nur spekuliert werden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, maj 16

Dösen, die ältesten Megalithgräber Schwedens

Im Gegensatz zu Dänemark und weiter südlich liegenden Gegenden, tauchen Dösen (Dolmen) in Schweden frühestens 3600 vor Christus auf und werden bereits ab 3350 vor Christus mehr und mehr von Ganggräbern (Gånggriften) ersetzt. Ihr Vorkommen beschränkt sich fast ausschließlich auf die Südküste und Westküste Schwedens, also die beiden Gegenden in denen sich das Klima gegen Ende des Mesolithikum (Mittlere Steinzeit) etwas milder zeigte als in anderen Teilen Schwedens und daher eine permanente Ansiedlung ermöglichte.

Dösen, beziehungsweise Dolmen, werden vor allem mit der Trattbägarkulturen (Trichterbecherkultur) in Verbindung gebracht, einer Kultur, die in Schweden als erste in gewissem Umfang auch landwirtschaftlich tätig waren. Dolmen sind damit die ältesten Megalithgräber, eine Art Steinkammergräber, auf schwedischem Raum.

Von den rund 100 Dösar, die man bisher in Schweden fand, befinden sich 44 in Skåne und 44 im Bohuslän. Die restlichen verteilen sich auf die anderen südlichen Landschaften Schwedens und befinden sich, zum Beispiel, im Värmland, Östergötland oder auch auf Öland und Gotland. Wenn man bedenkt, dass in Dänemark rund 4500 Dolmen aus dem Mesolithikum gefunden wurden, so versteht man, dass Schweden zu jener Zeit kaum besiedelt war, sondern sich vermutlich nur etwa 3000 Bewohner auf die ganze bewohnbare Fläche verteilten.

Auch wenn es in Schweden keine einheitliche Bauart für Dolmen gibt, so bestehen sie in der Regel aus vier bis fünf aufrechten Steinen auf denen eine großer Steinblock als Dach liegt. Je nach Größe der Dösar findet man im Inneren eine oder mehrere Grabkammern. Die Form der Gräber kann quadratisch, rechteckig oder auch rund sein, wobei dies von der Art des Gesteins und der Gegend abhängt. Im Bohuslän kann man einige der best erhaltenden Runddolmen Schwedens betrachten. Bei manchen Dösar wurde sogar regelrecht ein Eingang konstruiert.

Auch wenn man noch heute die monumentalen Dolmen betrachten kann, so weiß man in Wirklichkeit nicht sehr viel über ihre Entstehung, ihre Bedeutung und noch weniger über die Bestattungsart des späten Mesolithikum, da nahezu alle Gräber geplündert waren noch bevor der erste Archäologe eine Untersuchung anstellen konnte. In einigen der Gräbern, die vermutlich jeweils für eine einzige Person gedacht waren, konnte man Keramikscherben finden. Die meisten jedoch waren leer, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie noch Jahrhunderte später für unbekannte Zwecke verwendet wurden. Möglicherweise wurde ihnen auch magische Kräfte zugesprochen, aber auch das ist nur Spekulation.
Copyright: Herbert Kårlin
 

fredag, april 20

Die Ale stenar an der Südkuste Skånes

Die Ale stenar oder Ales stenar in der Nähe von Ystad gehören, wie auch Domarringe, zu den bedeutendsten Geheimnissen der schwedischen Geschichte, die mehr von Mythen und Geheimnissen umrankt sind als tatsächlichen geschichtlichen und archäologischen Kenntnissen. Sicher scheint mittlerweile ihr Alter, da Messungen die „Schiffssetzung“ in die späte Eisenzeit setzen, also zwischen 600 und 1000 nach Christus, auch wenn zahlreiche Geschichtsforscher die Entstehung bereits in der Bronzezeit oder noch früher suchen.

Bei den Ale stenar handelt es sich um 59 Quarzsandsteine, die je fünf Tonnen wiegen und in Schiffform aufgestellt wurden. Die Länge des Schiffes misst etwa 67 Meter und an der breitesten Stelle 19 Meter. Es handelt sich bei den Ale stenar daher um die größte Schiffssetzung, die je in Schweden gefunden wurde.

Auch die jüngsten Untersuchungen zu den Ale stenar zwischen 1987 und 2006 konnten keine zufriedenstellende Erklärung geben und weder bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine Schiffssetzung handelt, noch beweisen, dass es sich dabei um einen Sonnenkalender handelt, denn die gefundenen Gräber sind älter als die Anordnung der Steine und für einen Sonnenkalender fehlt jeder Beweis.

Moderne Geschichtswissenschaftler nehmen zwar an, dass diese Stelle eine besondere Bedeutung hat, aber sie glauben vielmehr, dass es sich dabei um einen Kultplatz handelt an dem wichtige Treffen oder auch das Thing stattfanden, ohne jedoch auch dies beweisen zu können. Gestützt wird diese Theorie lediglich dadurch, dass man innerhalb der Steine Feuerreste fand, die über 5000 Jahre zurückreichen, die gleiche Stelle also bis weit in die Frühzeit der Geschichte benutzt wurde. Bei einer Ausgrabung im Jahre 2011 wurde auch ein Grabhügel entdeckt, der vermutlich bis ins Neolithikum zurückreicht.

Falls es sich bei den Ale stenar um eine Schiffssetzung handeln sollte, so ist der Abstand der Steine ebenso erstaunlich, wie auch die Tatsache, dass bisher die zugehörigen Urnengräber nicht gefunden wurden, wobei man mittlerweile immerhin feststellen konnte, dass sämtliche Steine im Gebiet um Gislövshammar geschlagen wurden und von dort aus an die heutige Stelle transportiert wurden. Welches Transportmittel benutzt wurde, das bleibt allerdings offen .

In den 70er Jahren ging Hasse Alfredson von der Theorie einer Schiffssetzung ab und verbreitete die Theorie, dass die Ale stenar eine astronomische Funktion haben, da die Mittellinie der Konstruktion auf einen Punkt des Horizonts weist, an dem die Sonne bei Winter- und Sommersonnenwende aufgeht. Auch wenn er die Funktion der Steine oder der Fläche als solches nicht erklären konnte, wurde diese Theorie von zahlreichen Astronomen und Astrologen aufgenommen.

Später erklärte Curt Roslund, dass man eventuell mit Hilfe der anderen Steine und gewissen markanten Landschaftszeichen berechnen konnte wie viele Tage noch bis zur nächsten Sonnenwende bleiben. Der Haken dieser Theorie ist jedoch, dass diese Art von Kalender nur etwa 500 vor Christus existierte, also mindestens 100 Jahre bevor der erste Stein überhaupt hier ankam. Hinzu kommt, dass sich mehrere der Steine, nach Restaurationsarbeiten, mit Sicherheit nicht mehr an ihrer ursprünglichen Stelle befinden. Unabhängig welche Theorie nun stimmt oder ob die Ale stenar eine völlig andere Funktion hatten, so organisiert der Sveriges Asatrosamfund dort zum Wintersonnenstand eine jährliche Zeremonie an der die Junghexen den Sonnenaufgang erwarten.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, april 16

Ivar Vidfamne, der König der isländischen Sagenwelt

Der König Ivar Vidfamne taucht in zahlreichen Sagen des alten Islands auf, insbesondere auch in der Hervararsagan und der Ynglingasagan. Seine tatsächliche Existenz ist allerdings in der Geschichte höchst umstritten, nicht zuletzt auch wegen der übergroßen Leistungen, die er bereits gegen 600 nach Christus erbracht haben soll.

Nach den isländischen Sagen war Ivar Vidfamne, der noch heute Schriftsteller inspiriert, der König von Skåne. Nach Snorre Sturlasson war er jedoch bei seinen Eroberungszügen so erfolgreich, dass er bald auch über Svitjod (einen Teil Schwedens) regierte, aber auch über Norwegen, Dänemark, Finnland, Saxland (heutiges Niedersachsen), Kurland (Lettland), Estland, Gårdarike (ein Teil Russlands) und selbst das nördliche England, also Northumbria. Noch später soll Ivar sogar alle Länder an der Ostsee und Nordsee unterjocht haben.

Über die genaue Herkunft von Ivar Vidfamne geben die isländischen Sagen jedoch ein etwas weniger einheitliches Bild. Nach Snorre Sturlasson war Ivar Vidfamne der Sohn von Halvdan Snälle des Sjöldungaätten, der vor ihm über Skåne regiert haben soll, aber ebenfalls nicht geschichtlich bestätigt werden kann. Ivars nicht namentlich genannte Mutter stammt von einem Königsgeschlecht des Östergötlands ab und Ivar selbst heiratete eine ebenfalls nicht namentlich genannte Tochter des Königs Hrörek von Lejre, der zu dieser Zeit über das Småland regiert haben soll.

Nach den isländischen Sagen war Ivar Vidfamne ein machthungriger König, der vor nichts zurückschreckte um seine Macht auszudehnen. Nach einer Legende ertrank Ivar nach einer Auseinandersetzung mit seinem Ziehvater. Der schwedische Archäologe Birger Nerman, der von der Existenz Ivar Vidfamnes überzeugt war, behauptetet, dass der König in einem Grabhügel in Valsgärde, in der Nähe von Gamla Uppsala, begraben sei, eine Aussage, die bis heute jedoch nicht bestätigt werden kann, da man nicht feststellen konnte, wer im von Nerman bezeichneten Grabhügel tatsächlich begraben wurde.

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fredag, mars 30

Die Hamburg-Kultur während der schwedischen Steinzeit

Die Hamburg-Kultur (Hamburgkulturen) bezeichnet die älteste Epoche der schwedischen Steinzeit (Paläolithikum) zwischen 15.000 und 11.500 vor Christus, also jene Zeit, als sich das Eis langsam aus dem südlichsten Schweden zurückzog und dadurch die ersten Menschen das heutige Schweden betraten.

Da die Landschaft und das Klima jener Zeit noch bedeutend von der vorhergehenden Eiszeit geprägt waren, ist es auszuschließen, dass während der Hamburg-Kultur eine Gruppe Menschen permanent in Schweden wohnte. Dies bestätigen auch die wenigen Funde aus dem schwedischem Raum, die alle auf ein Nomadenleben schließen lassen.

Der Name Hamburg-Kultur wurde vom deutschen Geschichtsforscher Gustav Schwantes geschaffen, da man 1931 und 1933 die ersten Funde, die man dieser Epoche der Altsteinzeit zuschreiben konnte, bei Hamburg gefunden wurde. Später konnte man dann auch im dänischen Jels auf Jylland und am Finjasjön bei Mölleröd im schwedischen Skåne ähnliche Funde entdecken, die belegen, dass eine Verbindung zwischen den drei Fundstellen zu sehen ist.

Nach den Funden in allen Gebieten in denen die Hamburg-Kultur nachzuweisen ist, handelte es sich dort um vorübergehende Ansiedlungen von Jägern, die hauptsächlich Rentiere jagten, auch wenn einige Reste von Wildpferden, Hasen, Füchsen und Vögeln gefunden wurden. Diese Jäger bewohnten Rundzelte, die vermutlich jenen ähnelten, die Eskimos noch vor 200 Jahren auf Grönland benutzten.

Woher diese Jagdgruppen, die sich vor allem durch die Anwendung von Kerbspitzen aus Silex (Hamburgpilspetsar) und Harpunen oder Speere aus Knochen und Geweih auszeichnen, ist bis heute ungewiss, denn die Spuren führen sowohl zur Magdalénien-Kultur aus dem südwestlichen Frankreich wie auch zu den russischen Jägerkulturen. Sicher ist lediglich, dass die Jäger der Hamburg-Kultur (Hamburgkulturen) aus dem europäischen Raum kamen, auch wenn unbekannt ist, warum sie sich während ihrer Jagdzüge so weit von ihrer Heimat entfernten.
Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, februari 2

Stabkirchen in Schweden

Obwohl die ersten Kirchen Schwedens mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließlich aus Holz waren und Adam von Bremen in seinen Aufzeichnungen von 300 Stabkirchen in Skåne spricht und das Västgötalagen 517 Stabkirchen im Skara Stift erwähnt, sind heute nur noch sehr wenige dieser Kirchen in Schweden zu lokalisieren. In ganz Schweden ist nur eine einzige originale Stabkirche aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, die am Ort einer vorherigen Stabkirche errichtet wurde.

Leider weiß man über den Kirchenbau zu Beginn der Christianisierung in Schweden relativ wenig, da die Fundstücke gering sind und die Anzahl der Kirchen in Dokumenten nichts über ihre Größe oder ihre wahre Bedeutung aussagen. Dieser Mangel an Information ließ daher zahlreiche Spekulationen zu und ließ an vielen Orten Legenden entstehen, die dann in die Geschichtsschreibung eingeflochten wurde.

Sehr interessante Fragen sind dabei, zum Beispiel, warum diese Kirchen aus Holz erbaut wurden und nicht aus Stein wie die wichtigen anderen Gebäude dieser Epoche. Oder auch, ob einige der schwedischen Stabkirchen des 11. und 12. Jahrhunderts ebenso prächtig waren wie die Borgunds Stavkyrka in Norwegen.

Dass so wenige Stabkirchen, oder auch andere Holzkirchen, in Schweden gefunden wurden, liegt natürlich auch daran, dass Kirchen und Friedhöfe auf einem geweihten Grund sein mussten, was dazu führte, dass eine baufällig Kirche einfach abgerissen wurde und an der gleichen Stelle dann eine neue Kirche erbaut wurde. An den meisten Stellen der ehemaligen Stabkirchen findet man daher heute die älteste noch erhaltene Kirche (oder deren Ruine), nicht aber die erste Kirche.

In Schweden konnte man durch archäologische Grabungen die Existenz von rund 20 Stabkirchen nachweisen, wobei die älteste noch erhaltene Kirchen dieser Art in Schweden, die Hedareds Stavkyrka, erst im 16. Jahrhundert erbaut wurde, an der gleichen Stelle, an der sich auch vorher eine Kirche, vermutlich eine nahezu identische Stabkirche, befand.

Ob es sich bei allen Kirchen, die Adam von Bremen und das Västgöta lagen nennen, um Stabkirchen handelt, ist nicht sicher, da zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert auch Stolpkyrkor und Pallisadkyrkor (Pfahlkirchen und Palisadenkirchen) erbaut wurden. Bereits ab Ende des 11. Jahrhunderts wurden die einfacheren Holzkirchen auch oft gegen Steinkirchen getauscht, die dann dann später zur dominante Bauart wurden. Viele Geschichtsschreiber meinen, dass Steinkirchen gebaut wurden, weil man in Schweden Holzbauten für altmodisch hielt. Aber dies sind natürlich nur Spekulationen ohne wissenschaftliche Beweise.

Die älteste Stabkirche Schwedens ist die Hedareds stavkyrka bei Borås in Westschweden. Die heute sichtbare Kirche stammt zwar erst aus dem 16. Jahrhundert, wobei verschiedene Untersuchungen jedoch belegen konnten, dass Teile des Gebäudes von der vorherigen Kirche übernommen wurden. Im Inneren der Kirche kann man daher noch Teile finden, die auf das 12. Jahrhundert zurückgehen. Dies ist auch der Grund, warum man annimmt, dass der Neubau eine Rekonstruktion der ursprünglichen Stabkirche sei.

Die Skaga Stavkyrka bei Karlsborg wurde nach einem Brand im Januar 2000 nach alten Unterlagen und Zeichnungen wieder aufgebaut und soll im Grunde bis zum Jahre 1137 zurückführen. Da jedoch um diese Kirche unzählige Legenden kreisen und keinerlei Reste eines früheren Baus zu finden sind, dient diese Stabkirche mehr als Anschauungsobjekt als einer tatsächlichen geschichtlichen Kirchenforschung.

Geschichtlich interessant ist dagegen die Hemse Stavkyrka auf Gotland, obwohl man annimmt, dass es sich dabei eher um eine Palisadenkirche handelte und nicht um eine Stabkirche. Teile der Hemse Stavkyrka wurden beim Neubau der Steinkirche verwendet. Diese Teile sind heute jedoch nicht mehr auf Gotland zu finden sind, sondern im Historischen Museum in Stockholm.

Auch die Reste der Maria Minor in Lund, die 1911 gefunden wurde und auf 1060 datiert wird, sind von gewissem geschichtlichen Interesse, da man hier Spuren der Pfahltechnik und der Palisadentechnik finden konnte. 

Weitere Stabkirchen der Epoche der Wikinger kann man in Lund (Drottens Kyrka), Gotland (Guldrupe Kyrka), Filipstad (Kalhyttans Stavkyrka), Linköping (Sankt Larskyrkan), Häggvik (Häggviks Stavkyrka), Kårböle (Kårböle Stavkyrka) und Hardemo (Sankt Olavs Kapell) nachweisen.
Copyright: Herbert Kårlin

söndag, januari 8

Die letzte Eiszeit in Schweden

Auch wenn die älteste bekannte Eiszeit bereits vor über einer Milliarde Jahre nachgewiesen werden kann, was zu verschiedensten Theorien führte und auch dazu, dass Schweden innerhalb der letzten 1,8 Millionen Jahren sechsmal vollständig von Eis überzogen war, ist für die Geschichte Schwedens nur die jüngste Eiszeit von größerer Bedeutung. Wenn man daher in Schweden allgemein von der Eiszeit spricht, so meint man jene, die unter dem Namen Weichsel-Eiszeit bekannt wurde, die sich während ihrer Hochphase bis Norddeutschland ausdehnte.

Die Eiszeit Weichsel setzte in Schweden vor etwa 110.000 Jahren ein und endete vor rund 10.000 Jahren im nördlichsten Teil des Landes, wobei sich 4000 Jahre dieser Epoche bereits mit der älteren Steinzeit (Paläolithikum) im südlichen Schweden überlagern. Die schwedische Landschaft, die man heute vorfindet, wurde vollständig von der letzten Eiszeit mit ihren Gletschern und Moränen geschaffen, wobei an mehreren Stellen die Landhebungen (auch als Landerhebungen oder Landerhöhungen bezeichnet), die eine Folge der Eisschmelze waren, weiterhin fortschreiten.

Dass in Schweden bereits vor oder während der letzten Eiszeit Menschen lebten, gilt als ausgeschlossen, wobei die Eisbewegungen allerdings auch jede Spur vorherigen Lebens, außer im südlichsten Teil des Landes, vernichtet hätten. Erst als sich vor etwa 16.000 Jahren  (ab 14.000 vor Christus) das erste Eis im südlichsten Teil Schwedens zurückzog, können erste menschliche Zeichen in Skåne und an der westschwedischen Küste nachgewiesen werden. Da das Inlandseis etwa 4000 Jahre benötigte bis ganz Schweden als eisfrei betrachtet werden kann, konnte sich jede Art von Leben nur sehr langsam nördlich bewegen. Ausgenommen waren nur einige wärmere Epochen, die während der letzten Eiszeit nachgewiesen werden konnten.

Da das Klima beim Rückgang des Eises sehr starken Schwankungen ausgesetzt war, war Schweden vermutlich die ersten Tausend eislosen Jahre nur sporadisch bewohnt, so dass sich erst zu Beginn der wärmeren Epoche eine arktische Vegetation ansiedeln konnte, die dann mehr und mehr von Tieren und schließlich auch Menschen in Besitz genommen wurde.


Mit dem Ende der Eiszeit verschwanden allerdings auch Tiere wie Mammut, Riesenhirsch oder das Wollnashorn wieder, die vorher selbst mit der kargen Nahrung zurecht gekommen waren, die die Eistundra ihnen geboten hatte und die im frühen Paläolithikum (älteste Epoche der älteren Steinzeit, der Hamburg-Kultur) nach Schweden gekommen waren.

Mit dem Rückgang der Eisschicht kamen dann als erstes Rentiere, Wölfe und Schneehasen nach Schweden, Tiere, deren natürliche Heimat heute das nördliche Schweden ist, auch wenn sich die Situation der Tiere durch den nachfolgenden Menschen und die steigende Besiedlung während der kommenden Jahrtausende stark verändert hat.

Die ersten drei menschlichen Gruppen, die Schweden vor vielleicht rund 14.000 Jahren besuchten oder auch besiedelten, kann man in drei verschiedene Kulturgruppen einteilen. Die sogenannte Hamburg-Kultur, die als erstes im südlichen Skåne seine Spuren hinterließ, aber dort keine festen Wohnungen anlegten. Vermutlich handelte es sich dabei um Jäger des nördlichen Deutschland, die in Schweden auf reiche Jagdbeute hofften. Einzelne Funde im Bohuslän lassen vermuten, dass sich diese Kultur entlang der schwedischen Süd- und Westküste bewegte.

Rund 1000 Jahre später kam die Bromme-Kultur, die sich fest im südlichen Skåne niederließ und um diese Zeit bereits Elche, Wildpferde, Bieber und Vielfraß jagen konnte, und den südlichen Teil Schwedens eventuell permanent bevölkerte. Diese Volksgruppe hatte bereits sehr spezialisierte Waffen für die Jagd, die sich erheblich von den anderen beiden Beisiedlungsgruppen der Steinzeit unterscheiden.

Weitere 1000 Jahre später kann man dann die Ahrensburg Kultur, die sich von Skåne aus bis zum südlichen Westschweden ausdehnte, nachweisen. Wie archäologische Funde belegen, waren mittlerweile auch Füchse und Luchse nach Schweden vorgedrungen. Allen drei Kulturen war jedoch gemeinsam, dass sie sich hauptsächlich von Rentieren ernährten und diesen vermutlich auf ihren Zügen folgten. Verschiedene archäologischen Funde belegen auch, dass bereits vor 11000 Jahren die ersten Rentiere gezähmt wurden und die ersten dauerhaften Ansiedlungen in Schweden zu verzeichnen sind.

Diese drei Epochen zeichnen sich jedoch noch alle dadurch aus, dass Menschen von der Vereisung des mittleren und des nördlichen Schweden gebremst wurden und sich daher nur im südlichen und teilweise westlichen Küstenstreifen bewegten. Dabei ist natürlich zu bedenken, dass dieser Streifen sich heute, auf Grund der Landhebungen, im Landesinneren befindet und nicht mehr an der Küste selbst.

Copyright: Herbert Kårlin