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måndag, augusti 6

Stockholm, eine Stadt wächst aus der Ostsee

Die Stadt Stockholm erscheint in der schwedischen Geschichte relativ spät, wobei auch die erste Besiedlung der tiefer gelegenen Teile nur bis etwa zum Jahr 900 nach Christus verfolgt werden kann. Die Ursache dafür ist insbesondere, dass das Gebiet Stockholms erst mit den Landhebungen entstand. Nur auf einigen wenigen Anhöhen des Großraumes Stockholm konnte man nachweisen, dass eine geringe menschliche Aktivität auch vor dieser Zeit stattfand, die dann bis etwa 6000 vor Christus zurückreichen.

In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass im späten Neolithikum im Stockholmer Raum gerade einmal Skinnarviksberget, Katarinaberget und andere Erhöhungen als Schären aus der Ostsee hervorragten und noch gegen 900 nach Christus lagen alle Teile Stockholms unter Wasser, die heute bis zu zehn Meter über dem Meeresniveau liegen.

Auch zur Endzeit der Wikinger lag der Großteil Stockholms noch unter Wasser, so dass Sigtuna, und noch früher Birka, eine ganz andere Rolle spielten und nicht nur einen direkten Zugang zur Ostsee hatten, sondern auch einen gewissen Schutz boten, der später in Stockholm erst geschaffen werden musste.

Auch wenn Stockholm erst im Jahre 1252 erstmals in einem Dokument von Birger jarl genannt wird, weswegen man dieses Jahr auch als das Gründungsjahr bezeichnet, so hatte man mit Sicherheit bereits gegen Ende des 12. Jahrhunderts begonnen an dieser Stelle eine Stadt aufzubauen, die allerdings ihre Stadtprivilegien erst 1436 erhalten sollte, dem Moment als sich Stockholm wirklich zum Zentrum Schwedens zu entwickeln begann.

Ausgrabungen konnten belegen, dass Stockholm seinen Ausgangspunkt in Stadsholmen, einem Teil der heutigen Altstadt, hatte, denn hier entdeckte man die ältesten Pfeiler, die Land und Gebäude stützen sollten und hier wurde Ende des 12. Jahrhunderts der erste Turm der Stadt gebaut, der später der Zentralturm des alten Schlosses Tre Kronor wurde.

Innerhalb von nur 100 Jahren wuchs Stockholm in so bedeutendem Masse, dass es gegen Ende des 13. Jahrhunderts bereits die größte Stadt Schwedens war. Auch hier muss man die Ursache vor allem in den Landhebungen suchen, denn immer mehr Städte verloren in diesen Jahrhunderten ihre Zufahrt zur Ostsee, so dass Stockholm gewissermaßen den gesamten Seehandel des Upplands auffangen musste. Seehandel bedeutete jedoch gleichzeitig eine Verteidigung aufzubauen, Handelsstationen einzurichten und eine Infrastruktur zu entwickeln, die garantierte, dass Stockholm vom Hinterland mit Lebensmittel versorgt werden konnte.

Dieses schnelle Wachstum der Stadt Stockholm baute in erster Linie auf den Handel auf, denn gegen 1250 wurde ein Handelsvertrag mit Lübeck unterschrieben und 1261 einer mit Hamburg. Das Schloss Tre Kronor wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts begonnen, die ältesten Teile der Riddarholmskyrkan gehen auf das Jahr 1280 zurück und auch in der Stockholmer Storkyrkan findet man Elemente, die ins 13. Jahrhundert zurückreichen. All dies weist darauf hin, dass auch die schwedischen Könige sehr schnell Stockholm als Zentrum Schwedens sahen. Ende des 13. Jahrhunderts war es daher nur noch ein kleiner Schritt um Stockholm zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum Schwedens zu machen, was sich im folgenden Jahrhundert dann auch an der Stadtplanung mit einem organisierten Straßennetz deutlich machte.

Auch wenn man heute die ersten Bauten Stockholm offiziell in Stadsholmen sieht, so gab es im Laufe der Geschichte mehrere Theorien, die eine frühere Besiedlung der Umgebung beweisen sollten. So sprach man lange von einem Fischerdorf Agnefit auf Stadsholmen, das bereits im neunten Jahrhundert existiert haben soll. Aber selbst bei sehr intensiven Ausgrabungen konnte man keine Spuren dieses Ortes finden, die weiter zurückgehen als zur Epoche zwischen 980 und 1160. Genannt wird eine Ansiedlung auf Stadsholmen erstmals in der Visbykrönikan, die die Gründung Stockholms auf das Jahr 1187 legt, die Zeit, als vermutlich tatsächlich die erste kleine Ortschaft auf Stadsholmen entstand.


Das moderne Stockholm: Stockholm, die Stadt, die aus dem Wasser stieg

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, juli 1

Das Attentat auf Gustav Vasa (Krutkonspirationen) im Jahre 1536

Die zahlreichen Reformen, die Gustav Vasa in Schweden in Angriff nahm, machten ihm nicht nur Freunde, sondern auch bedeutende Feinde, insbesondere seit er sich mit dem dänischen König Christian III. im Kampf gegen die Privilegien der Hanse im nordischen Raum zusammengeschlossen hatte. Die deutschen Kaufleute in Stockholm sahen sich daher in ihren Einnahmen bedroht und sahen den Ausweg nur darin Gustav Vasa zu beseitigen.

Mehrere einflussreiche Kaufleute Stockholms, darunter Kort Druwehagel, Hans Bökman und Brandt Gottschalksson, aber auch der schwedische Münzmeister Anders Hansson, planten daher ein Attentat auf Gustav Vasa, die sogenannte Krutkonspirationen (Pulverkonspiration), während seines Kirchenbesuchs am Palmsonntag des Jahres 1536. Sie planten unter seinem Stuhl in der Stockholmer Storkyrkan eine Sprengladung anzubringen, ihn in die Luft zu sprengen, anschließend das Schloss Tre Kronor (Drei Kronen) einzunehmen und sich unter den Schutz der Hanse zu stellen.

Für die Ausführung der Tat wollten die Kaufleute unauffällige Bürger anwerben, unter anderem auch Hans Vindrank, was sich jedoch als Fehler herausstellte, denn Hans Vindrank war nicht nur hoch verschuldet, sondern erzählte unter Alkoholeinfluss auch seinem Nachbarn von der geplanten Tat, nicht zuletzt deswegen, um zu zeigen welche wichtige Person er war. Der Nachbar ging unmittelbar zu den Behörden und das geplante Attentat wurde daher am 8. April 1536 aufgedeckt und alle Beteiligten wurden festgenommen.

Bereits am 5. Mai des gleichen Jahres wurde ein Sondergericht unter dem Stadtvogt Germund Svensson auf dem königlichen Schloss einberufen und noch am gleichen Tag wurden alle, die das Attentat geplant hatten, zum Tode verurteilt, wobei Gustav Vasa später einen unter ihnen begnadigte. Die Helfer konnten sich ihr Leben durch die Zahlung einer Geldstrafe erkaufen.

Der Münzmeister Anders Hansson stürzte sich noch vor der Vollstreckung des Urteils aus dem Gefängnisturm, was jedoch die Todesstrafe nicht aufhob, denn sein Leichnam wurde ebenfalls zum Schafott getragen, damit auch ihm der Kopf öffentlich abgeschlagen werden konnte. Sämtliches Eigentum der Verurteilten wurde vom König beschlagnahmt.

Vier Jahre später wurden auch Olaus Petri und Laurentius Andrae wegen Unterstützung des Attentats angeklagt, wobei ihnen jedoch vorgeworfen wurden, dass sie unter Vorwand des Beichtgeheimnisses Gustav Vasa nicht von der geplanten Tat informiert hatten. Das Urteil wegen Hochverrats konnte nur die Todesstrafe nach sich ziehen, wobei jedoch beide vom König begnadigt wurden, da sie bedeutende Leistungen für die Krone gebracht hatten und ihr Tod einen allgemeinen Aufstand gegen ihn auslösen konnte.

Copyright: Herbert Kårlin