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måndag, november 5

Die Festung Vaxholm in den Stockholmer Schären

Die Festung Vaxholm ist im strengen Sinne des Wortes keine einzelstehende Verteidigungsanlage, sondern eine Ansammlung mehrerer Verteidigungsanlagen, die sich teilweise auch um Vaxholm verteilen und ab dem 16. Jahrhundert die Aufgabe hatten Stockholm gegen Feinde zu schützen, die die Stadt von der Seeseite aus angreifen wollten.

Die Verteidigungsanlage Vaxholm und insbesondere die Festung auf der Schäreninsel Vaxholm zeigt aus diesem Grund auch als eine der wenigen Anlagen Schwedens die Entwicklung der Verteidigungsgeschichte Schwedens, da die Festung im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ergänzt und erweitert wurde um der technischen Entwicklung des Feindes Stand halten zu können.

Bereits 1510 errichtete der Reichsvorstand Svante Nilsson auf der Insel Vaxholm einen erstes Wall und es wurden dort einige Soldaten stationiert, die einen eventuellen Feind gebührend empfangen sollten. Da dies natürlich keinen sicheren Schutz bot, beschloss Gustav Vasa während des Reichstags in Västerås im Jahre 1544 die Insel mit einer dauerhaften Festung zu versehen und die Zufahrt Oxdjupet mit einem Steinwall unpassierbar zu machen. Den entsprechenden Auftrag erteilte er dem Stadthalter des Stockholmer Schlosses.

Die Festung Vaxholm sollte, nach Gustav Vasa, natürlich nicht nur der Verteidigung dienen, sondern auch dazu, dass dem Staat keine Zölle vorenthalten wurden. Auf diese Weise konnte der König auch den wachsenden Handel mit Stockholm kontrollieren und beträchtliche Einnahmen verzeichnen.

1548 entstand ein erstes Blockhaus auf Vaxholmen, das jedoch bereits unter Johan III. mit einem Steinturm ergänzt und 1604 weiter ausgebaut wurde. Erst 1612 waren die Arbeiten auf Vaxholmen so weit gediehen, dass man von einer ersten Festung reden konnte. Diese Verteidigungsanlage wurde gerade noch fertig, bevor eine Flotte des dänischen Königs Kristian IV. Stockholm angreifen wollte. Dass der Platz der Festung Vaxholm sehr gut gewählt war, wurde dadurch bewiesen, dass die dänische Flotte mit 30 Schiffen unverrichteter Dinge umkehren musste.

Während des folgenden Jahrhunderts wurde die Festung Vaxholm immer mehr ausgebaut, auch wenn bis 1719 kein weiterer bedeutender Angriff erfolgte und die Anlage mehr von Zöllnern benutzt wurde als von Soldaten. Als 1719 russische Schiffe nach Stockholm durchbrechen wollten um die Stadt einzunehmen, erging es ihnen wie bereits der dänischen Flotte, denn sie mussten mit ihren Fahrzeugen wenden und versuchten wegen der schwedischen Übermacht und der guten Verteidigung auch keinen zweiten Angriff.

Als die russische Armee im Februar 1808 mit der der Eroberung Finnlands begannen, wurde der schwedischen Verteidigung klar, dass die Festung Vaxholm einer neuen Bedrohung von russischer Seite nicht gewachsen war und man plante erneut die Festung auszubauen. Ab 1833 wurden dann große Teile der ursprünglichen Verteidigungsanlage abgerissen und es entstand jene Festung, die man großenteils heute heute auf Vaxholmen vorfindet. Als die Anlage jedoch 1863 abgeschlossen war, stellte man fest, dass auch diese Befestigung den neuen Waffen nicht gewachsen war. Als man daher 1872 versuchsweise eine Kugel von einem Kriegsschiff aus auf die Festung abfeuerte, durchschlug diese eine der Mauern ohne jedes Problem. Als dann auch noch die Schiffe größer wurden, musste zudem eine andere Zufahrt nach Stockholm gewählt werden und die Festung Vaxholm war überflüssig geworden. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurde Vaxholm dann noch als Gefängnis benutzt, da die Anlage militärisch keine Rolle mehr spielte und von der Oscar-Fredriksborg ersetzt worden war. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente die Festung dann der Militärverwaltung und war ein militärisches Ausbildungszentrum. Seit 2003 findet man hier das bedeutendste Festungsmuseum Schwedens, das die schwedische Seeverteidigung bis zum Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, oktober 17

Der Glockenaufstand gegen Gustav Vasa

Der Klockupproret (Glockenaufstand) von 1531 bis 1533 war der letzte von drei Aufständen der Dalkarlarna gegen Gustav Vasa und der einzige, der dem König etwas gefährlicher wurde und sich zu einem allgemeinen Volksaufstand oder einem Krieg hätte entwickeln konnte, da sich Gustav Vasa nicht nur in Dalarna Feinde geschaffen hatte.

Der Auslöser für den Glockenaufstand war, dass Gustav Vasa gegenüber Lübeck bedeutende Schulden hatte, die er dringend bezahlen musste. Daher beschloss er 1531 bei einem Reichstreffen in Örebro, dass jede Gemeinde des Landes die größte vorhandene Kirchenglocke als Steuer zu bezahlen hatte oder, alternativ, den Steuereintreibern den Wert der Glocke in Silber überreichen konnte.

Als die Steuereintreiber nach Dalarna kamen, so wurden sie mit ihrem Gefolge jedoch in mehreren Orten von einer Gruppe an Aufständischen begrüßt, die weder bereit waren eine einzige Glocke, noch Silber auszuhändigen. Die Gesandten den Königs hatten keine Wahl und mussten unverrichteter Dinge umkehren.

Die Dalkarlarna hatten in der Zwischenzeit begonnen auch andere Regionen gegen den König aufzubringen, was dieser jedoch durch verschiedene Versprechen abwenden konnte. Ein größeres Problem war jedoch, dass gleichzeitig der landesflüchtige ehemalige dänische König Kristian II. in Norwegen angekommen war und sagte Schweden zurückerobern zu wollte. Gustav Vasa war der Meinung, dass die Dalkarlarna mit Kristian II. im Bund lagen und musste daher mit schweren Kämpfen rechnen, was er vermeiden wollte.

Um die Dalkarlarna nun auf seine Seite zu ziehen, versprach er ihnen nicht nur auf die Glocken und Silber zu verzichten, sondern ihnen auch eine Amnestie zu gewähren, vorausgesetzt, sie stellten ihm zur Unterstützung gegen Kristian II. 1500 Armbrustschützen. Die Dalkarlarna akzeptierten diesen Vorschlag und dachten, dass damit der Klockupproret auf akzeptable Weise beendet wäre.

Da jedoch Kristian II. gar nicht den Vorsatz hatte Schweden anzugreifen, sammelte Gustav Vasa nun seine auf den Krieg vorbereitete Truppen und zog mit ihnen nach Dalarna und lud 1533 alle Aufwiegler zu einem friedlichen Treffen am Kopparberget ein. Als sämtliche Anführer anwesend waren, zeigte sich, dass das Treffen gar nicht so friedlich sein sollte, denn die Soldaten umringten die Aufrührer während andere Soldaten bereits unterwegs waren um die Güter der Aufrührer zu beschlagnahmen. Diejenigen, die Gustav Vasa als besonders gefährlich betrachte, wurden unmittelbar hingerichtet, eine andere Gruppe wurde gefangen genommen und ein Jahr später in Stockholm zum Tode verurteilt und nur eine kleine Gruppe, die vom König als Mitläufer betrachtet wurde, durfte nach dem Treffen nach Hause zurückkehren.

Der Glockenaufstand war der letzte Aufstand der Dalkarlarna unter Gustav Vasa, da es nach dem Massaker keine Führer für entsprechende Aktionen mehr in Dalarna gab, was jedoch nicht bedeutete, dass man der königlichen Krone nun untergeben war. Wie stark die Bedrohung Gustav Vasas wirklich war und wie viele Aufwiegler starben, ist heute sehr schwer zu beurteilen, da sämtliche Aussagen zu den Geschehnissen von den Schreibern Gustav Vasas kommen, der, auf Grund der im ganzen Land brodelnden Unruhe, ein Exempel benötigte um die die anderen Regionen von jedem Aufstand abzuhalten. Es ist daher möglich, dass er die Handlung bedeutend aufbauschte und dramatischer beschrieb als sie tatsächlich waren.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, oktober 8

Dackefejden (Dacke-Aufstand), der Bauernaufstand im Småland

Der Dackefejden (Dacke-Aufstand) oder auch Dackeupproret erhielt seinen Namen nach seinem Führer, Nils Dacke, und war der bedeutendste Bauernaufstand Schwedens, der sich von Mitte 1542 bis Sommer 1543 erstreckte. Ursache des Aufstands waren die Reformen, die Gustav Vasa im Småland durchführen wollte.

Für die Bevölkerung Smålands war es bereits unverständlich, dass ihnen Gustav Vasa die katholischen Zeremonien verbieten wollte, aber dass er auch die Steuern erhöhte, neue Kirchgesetze vorlegte, den Grenzhandel nach Dänemark verbot und dann auch überall Vogte seines Vertrauens einsetzte um seine Macht zu stärken, so wurde dies geradezu als Kampfansage gegen das Småland empfunden, das während der letzten Jahrhunderte, insbesondere während der Kalmarer Union, eine gewisse Autonomie gewonnen hatte. 

Es war daher nicht verwunderlich, dass Nils Dacke nahezu das gesamte Volk der Region auf seiner Seite hatte. Gegen Mittsommer 1542 kam es dann zu den ersten Kämpfen bei denen die Aufständischen die Truppen von Gustav Vasa in einem Guerillakrieg besiegten und der König damit die Macht über große Teile des Småland, über Öland und das südliche Östergötland verlor. Nur noch Kalmar befand sich unter königlicher Hoheit. Gustav Vasa war zu Verhandlungen gezwungen, die jedoch für beide Seiten zu keinem befriedigenden Ergebnis kamen. Gustav Vasa wartete nur auf die nächste Chance um gegen den Tagesdieb Nils Dacke anzukommen.

Im November kam es daher lediglich zu einem vorübergehenden Waffenstillstand während dem Nils Dacke von der Burg Kronoberg aus versuchte die Bevölkerung zu einigen und leitete Verhandlungen mit den Ländern ein, die Gustav Vasa als König beseitigen wollten. Auch wenn Dacke eine Unterstützung zugesagt wurde, so erstreckte sich diese nicht auf einen militärischen Beistand, denn selbst der Nachbar Dänemark wollte erst einmal abwarten wie sich der Aufstand entwickelte.

Gustav Vasa hatte diese Zeit jedoch genutzt um seine Truppen auszubauen und einen Kriegszug gegen das unausgebildete Heer Nils Dackes vorzubereiten. Bereits im Frühjahr 1543 kam es dann zu weiteren Kämpfen als Gustav Vasas Truppen unter der Führung von Gustaf Olsson Richtung Süden zogen. Der erste Kampf dauerte nicht sehr lange, da dieses Mal Gustav Vasa im Vorteil war, weil er nicht durch die Wälder kam, sondern einen Umweg über das Eis bei Virserum machte. Nils Dacke konnte daher nicht zum Guerillakrieg greifen und musste gegen ein gut bewaffnetes Heer auf freier Fläche kämpfen. Trotz der zahlenmäßigen Übermacht musste Dacke zurückweichen und wurde verletzt.

Die Kämpfe setzten dann jedoch noch bis Juli 1543 fort und endeten damit, dass Nils Dacke an der Grenze zu Blekinge erschossen wurde. Um jeden zukünftigen Aufstand im Keime zu ersticken, wurde Nils Dacke geköpft und sein gepfählter Kopf am Galgenhügel aufgestellt. Zusätzlich wurde der Sohn des Anführers ins Gefängnis geworfen wo er wenig später starb. Dass der Kampf letztendlich verloren wurde, lag jedoch nicht nur an den besseren Waffen Gustav Vasas, sondern auch daran, dass das Heer Nils Dackes aus Bauern bestand unter denen viele im Frühjahr zurück zu ihren Feldern mussten wenn die Familie nicht verhungern sollte, so dass den königlichen Truppen bereits im Juli nur noch ein stark reduziertes Bauernheer gegenüberstand.

Nach dem Sieg Gustav Vasas mussten die Bauern im Småland eine extrem hohe Strafe zu den neuen Steuern zahlen, alle bekannten Aufrührer wurden des Landes verwiesen und mussten in Finnland Zuflucht suchen, die einzelnen Führer wurden hingerichtet und das gesamte Geschlecht von Nils Dacke wurde ausgerottet, wobei Gustav Vasa auch das Dorf in dem Nils Dacke zu Hause war dem Erdboden gleich machen ließ.

Für das Småland endete der Dackefejden mit einer Katastrophe, denn das Land benötigte Jahrzehnte um sich wirtschaftlich wieder zu erholen und die von Gustav Vasa eingesetzten Vogte ließen es der Bevölkerung noch viele Jahre spüren, dass man sich nicht gegen den König auflehnt indem sie das Plündern der Höfe als Tagesbeschäftigung betrachteten.

Für Gustav Vasa wiederum war dieser Sieg gegen Nils Dacke die Chance seine Macht in voller Höhe auszubauen ohne mit weiterem Widerstand im Land rechnen zu müssen. Es war ihm nun ein leichtes die Zentralmacht ganz nach Stockholm zu verlegen und das Erbrecht der Königsmacht durchzusetzen. Der Dacke-Aufstand konnte auf diese Weise die gesamt Zukunft Schwedens entscheiden und reicht mit dem Erbrecht der Königsmacht selbst bis heute.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, oktober 7

Die Burg Kronoberg bei Växjö in der schwedischen Geschichte

Die Burg Kronoberg wurde im 14. Jahrhundert als Bischofssitz gebaut und bildete das Zentrum der katholischen Bischöfe in Schweden. Auch wenn man heute dort keine Bauten mehr aus dieser Zeit findet, so kann man davon ausgehen, dass es sich damals nicht um eine Burg oder eine Festung als solches handelte, sondern um ein Gut, das auch weitaus weniger Platz einnahm als die heutige Schlossruine.

Erst hundert Jahre später begann Bischof Lars das ursprüngliche Holzgebäude durch ein Steingebäude zu ersetzen, das auch der Verteidigung diente, zumal sich das Gebäude bei Växjö zu einem Machtzentrum der Region entwickelt hatte, das nicht nur die geistige Erziehung im Auge hatte, sondern auch eine wirtschaftliche Macht bildete. Die Burg Kronoberg war, auch wenn sie von Wasser umgeben war, ein häufiges Angriffsziel, da die Bischöfe die gesamte Umgebung in ihre Gewalt gebracht hatten und selbst die Könige es nicht wagten dieser Dominanz Einhalt zu gebieten. Aus diesem Grund hatte Magnus Eriksson auch Växjö die Stadtrechte verliehen, obwohl die Größe des Ortes den Anforderungen nicht gerecht wurde.

Das zweite Problem war, dass sich die Dänen bei ihren Invasionen in Schweden wenig darum kümmerten, ob Kronoberg vom schwedischen König oder einem katholischen Bischof beherrscht wurde. Die Burg Kronoberg wurde daher, vor allem im 15. Jahrhundert, im Vormachtkampf innerhalb der Kalmarer Union immer wieder zum Austragungsort von Kämpfen. 1469 gelang es den Dänen auch die Kronoberg zu erobern und dem Erdboden gleich zu machen. Als die Burg dann unmittelbar wieder aufgebaut wurde, war sie eine stabile Befestigung geworden, die kaum einzunehmen war.

Mit dem Reichstag in Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527 war das Schicksal der katholischen Bischöfe besiegelt und Gustav Vasa beschlagnahmte Kronoberg. Unter Gustav Vasa nahm das Gebäude dann großenteils den Aspekt an, den man heute den Ruinen entnehmen kann,  denn der König fügte vier runden Ecktürme hinzu und schuf mit den Seitenflügeln und dem Burggarten eine typische Vasaburg, die dann die Bezeichnung Schloss Kronoberg erhielt.

Im Herbst 1542 nahm Nils Dacke während der sogenannten Dackefejden, einem Bauernaufstand, Kronoberg ein und wollte von hier aus das Småland gegen Gustav Vasa verteidigen. Gustav Vasa konnte die Burg jedoch zurückerobern und den Aufstand niederschlagen. Um zu verhindern, dass der nächste Aufständische Kronoberg einnehmen konnte, ließ er das Gebäude von den Fachkräften des Landes auf die modernste Weise befestigen. Allerdings dauerten die Arbeiten bis Ende des 16. Jahrhunderts, da die Könige Schwedens wenig Unterstützung in der Region fanden und die zwangsweise eingezogenen Arbeiter kaum ein Interesse daran zeigten die Befestigung des Schlosses fertig zu stellen.

Die letzten bedeutenden Kämpfe am Schloss Kronoberg fanden dann im Jahre 1612 während des Kalmarkrieges statt, ohne dass die Dänen die Festung jedoch einnehmen konnten. Allerdings gelang es ihnen sehr große Schäden anzurichten, die anschließend wieder repariert wurden. Die Festung wurde dann noch bis zum Frieden von Roskilde im Jahre 1658 unterhalten, aber als dann Ende des 17. Jahrhunderts unter Karl XI. auch noch ein Brand auf der Kronoberg ausbrach, wurde das gesamt Gebäude seinem Schicksal überlassen, zumal die Verteidigung der Gegend uninteressant geworden war und die Burg nun mitten in Schweden stand. Einige der Steine der Burg kann man in den ältesten Gebäuden Växjös wiederfinden, die dort billiges Baumaterial fanden.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, september 23

Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens

Margareta Eriksdotter Leijonhufvud wurde am 1. Januar 1516 auf der Ekebergs säteri in Lillkyrka als Tochter von Erik Abrahamsson dem Älteren und Ebba Eriksdotter aus dem Geschlecht Vasa geboren und wurde durch die Ehe mit Gustav Vasa von 1536 bis 1551 die Königin Schwedens.

Allerdings wuchs Margareta Eriksdotter Leijonhufvud nicht in der Ekebergs säteri auf, da ihr Vater, als sie gerade einmal vier Jahre alt war, während des Stockholmer Blutbads geköpft worden war. Sie verbrachte daher ihre Kindheit und ihre Jugend mit der Mutter auf dem Schloss Lo auf der Insel Loholmen im See Anten.

Loholmen, das mehr eine Festung oder eine Burg als ein Schloss war, wurde immer wieder einmal von Gustav Vasa besucht, der sich 1535 unmittelbar in Margareta verliebte. Obwohl Gustav Vasas erste Frau, Katarina von Sachsen-Lauenburg, nur vor wenigen Monaten gestorben war, hielt der König bereits bei seinem nächsten Besuch auf Schloss Lo um die Hand Margaretas an, die zwar von einer Ehe mit dem König nicht begeistern war, aber letztendlich keine Wahl hatte. Am 1. Oktober 1536 wurde dann die Ehe zwischen Gustav Vasa und der um 20 Jahre jüngeren Margareta Eriksdotter Leijonhufvud geschlossen.

Trotz dem hohen Altersunterschieds und der Tatsache, dass Margareta, unter dem Zeichen der Reformation, dem katholischen Glauben treu bleiben wollte, schien die Ehe unter guten Zeichen zu stehen, zudem überliefert wurde, dass Margareta zu den wenigen Personen gehörte, die einen beruhigenden Effekt auf den König ausübten. Briefe, die Gustav Vasa an seine Gemahlin schrieb, begannen grundsätzlich mit den Worten „Meine Herzens liebste Margareta“, was auch ausdrückt, dass der König eine sehr positive Einstellung zu Margareta hatte, die er auch mit einfacheren Staatsaufträgen betraute.

Nach einer kurzen Krankheit starb Margareta Eriksdotter Leijonhufvud am 26. August 1551 sehr plötzlich auf dem Schloss Tynnelsö im Mälaren und wurde anschließend in der Domkirche in Uppsala begraben.

Gustav Vasa und Margareta bekamen insgesamt zehn Kinder, wobei acht unter ihnen das erwachsene Alter erreichten und Johan III. sowie Karl IX. später auch Schweden regierten. Durch die Ehen ihrer Töchter und die Erbfolge wurde Margareta Eriksdotter Leijonhufvud zur Stammmutter aller regierenden, europäischen Königshäuser zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, september 19

Die schwedische Opferquelle Svinnegarn bei Enköping

In der Geschichte Schwedens wurden immer wieder Opfer an Götter gebracht hat weshalb heute auch mehrere Opferseen, zum Beispiel der Skedemosse auf Öland, und andere Opferstellen bekannt sind. Als während der Christianisierung Schwedens der Katholizismus ins Land kam, so änderte sich zwar nicht das Opferverhalten, aber Bischöfe, Priester und Gläubige änderten den Symbolgehalt der Opfer, was dazu führte, dass man im ganzen Land heilige Quellen entdeckte, die meist auch an einem Pilgerpfad lagen und um die zahlreiche Legenden kreisten.

Die vermutlich bedeutendste dieser Quellen ist die Svinnegarn Quelle (Svinnegarns Källa) bei Enköping, deren Ruf möglicherweise selbst bis ins Heidentum zurückgeht, die jedoch erst während des 15. Jahrhunderts schriftlich erwähnt wurde und sich in dieser Zeit zu einem Anziehungspunkt der Gläubigen entwickelte. Der Zustrom an Gläubigen war so hoch, dass neben der Kirche von Svinnegarn, in der ebenfalls Pilger schliefen, zwei Herbergen gebaut werden mussten, deren Reste bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Die Dreifaltigkeitsquelle Svinnegarn liegt 450 Meter südlich der Svinnegarn Kirche, liegt in der Nähe des König Harald Hügels, fließt nach Norden und befindet sich auf dem Gebiet des früheren Kungsgården, was nach Meinung der Kirche ein eindeutiges Zeichen dafür war, dass es sich um eine sehr wichtige Quelle handelt, die nur der Dreifaltigkeit geweiht sein konnte.

Durch diesen Ruf hatte die Quelle nahezu unbegrenzte Kraft und das Wasser konnte Krankheiten heilen. Um jedoch auch Wünsche erfüllt zu bekommen, waren Opfer nötig, insbesondere Silber, das in die Quelle geworfen werden musste. Da dies jedoch auch Diebe anlockte, kam der zuständige Priester der Kirche sehr schnell auf die Idee dort einen Opferstock anzubringen (heute im Historischen Museum in Stockholm zu sehen), der jeden Abend geleert werden konnte. Die Gaben der zahlreichen Pilger waren so umfangreich, dass sich die im Grunde sehr kleine Kirche zu einer der reichsten Kirchen des Upplands entwickelte. Als Gustav Vasa im Jahre 1545 die Menge des Kirchensilbers beschränkte und große Teile beschlagnahmte, kamen aus Svinnegarn nahezu 13 Kilogramm an Silber.

Als durch die Reformation das Wasser der heiligen Quelle Svinnegarn zu einfachem Quellwasser erklärt wurde, so änderte dies relativ wenig am Glauben an die Quelle, denn Pilger kamen weiterhin und selbst 1841 konnte man am Abend vor dem Tag der Dreifaltigkeit, dem Tag an dem die Quelle die größte Kraft hat, noch Tausende von Pilgern an der Svinnegarns Källa zählen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Pilger weniger, ohne dass jedoch der Glaube an das heilige Wasser je ganz verschwand.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, augusti 17

Västerås in der Geschichte Schwedens

Västerås gehört mit Sicherheit zu den ältesten Städten Schwedens, wobei einige wenige archäologische Funde wie einige Saatkörner und vier Steinkistengräber (Hällkistor) sogar beweisen dass die Umgebung um Västerås bereits im Neolithikum bewohnt war und sich von dieser Zeit an eine kleinere Ansiedlung dort gehalten hat.

Schwieriger wird es zu bestimmen wann Västerås zu einer Stadt oder einem städtischen Zentrum wurde, da beim Bau der heutigen Stadt nahezu alles zerstört wurde, was darüber Auskunft geben könnte. Dass Västerås, das im 11. Jahrhundert noch Westra Aros genannt wurde, da hier die heutige Svartån in den Mälaren mündet, ein Gegenpol zu Östra Aros (Uppsala) war, weist darauf hin, dass man Västerås mit Sicherheit mit zu den ersten Städten des Landes zählen kann, auch wenn die Theorie manches Geschichtswissenschaftler, die die Entstehung der Stadt noch vor jene Sigtunas setzen, vermutlich nicht zu halten ist, aber auch nicht widerlegt werden kann.

Aller Wahrscheinlichkeit nach nahm Västerås vermutlich gegen das Jahr 1000, also gegen Ende der Epoche der Wikinger, den Aspekt einer Stadt an und entstand daher etwa gleichzeitig mit Skara und Lund. Västerås selbst nennt als Gründungsjahr das Jahr 990, obwohl die ältesten Funde, die eine Handelsniederlassung beweisen, erst auf eine Gründung nach dem Jahre 1000 hinweisen.

Die festgelegte Geschichte von Västerås beginnt jedoch erst im 12. Jahrhundert, dann, wenn die Stadt zum Bischofssitz wird und die Domkirche entsteht. Das Stadtsiegel, Reste einer Befestigung und der Bau eines Schlosses aus dem 13. Jahrhundert lassen dann keine Zweifel mehr daran, dass Västerås sich zu dieser Zeit bereits zu einer bedeutenden Stadt des Mittelalters entwickelt hatte.

Diese Entwicklung war insbesondere auch durch die fortschreitende Eisengewinnung in Bergslagen ab dem 13. Jahrhundert deutlich zu spüren, als Västerås der vielleicht bedeutendste schwedische Hafen für die Verschiffung von Eisen wurde.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts nimmt Västerås dann eine sehr bedeutende Rolle für die gesamtschwedische Geschichte ein, denn die ersten Jahre des Jahrhunderts wurde hier die Feindschaft zwischen Dänemark und Schweden durch mehrere Kämpfe und Verhandlungen ausgetragen und hier kam es zum Reichstag unter Gustav Vasa, der beim sogenannten Västerås recess die Reformation in die Wege leitete und die katholische Kirche entmachtete. Gleichzeitig nahm die Bedeutung der Stadt als Münzort zu und auf Grund der Silbergruben im nahen Sala wurde Västerås zwischen 1538 und 1540 sogar zum einzigen offiziellen Münzort Schwedens.

Die kirchliche Bedeutung von Västerås endete jedoch nicht mit dem Schließen der katholischen Einrichtungen und der Entmachtung der Dominikaner, die hier ein wichtiges Kloster unterhielten, sondern bekam im 17. Jahrhundert unter dem protestantischen Bischof Johannes Rudbeckius sogar einen gewissen Aufschwung, denn der Bischof schuf hier im Jahre 1623 das erste Gymnasium Schwedens und nur sieben Jahre später auch die erste Mädchenschule des Landes, wobei die beiden Ausbildungsstätten selbstverständlich von der Domkirche abhängig waren und die christlichen Lehren im Zentrum standen.

Da Västerås am Fluss Svartån lag, was bereits im Mittelalter ein Vorteil für die Entwicklung einer Handelsstadt war, führte dann im 19. Jahrhundert auch dazu, dass sich die Stadt sehr schnell in eine Industriestadt verwandeln konnte und auch die Grundlage für den heutigen Reichtum von Västerås legte, nicht zuletzt auch deswegen, weil man hier sehr schnell elektrischen Strom gewinnen konnte.

Auch wenn sich die Stahlindustrie, die sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in Västerås etablierte, so ist dies heute nur noch ein kleiner Teil der modernen Industrie der Stadt. Allein die ideale Lage konnte bereits im 19. Jahrhunderte den großen Konkurrenten Arboga nahezu aus dem Rennen schlagen. Diese Entwicklung sieht man auch am Bevölkerungswachstum der beiden Städte, denn Mitte des 19. Jahrhunderts hatten noch beide Orte nur zwischen  2000 und 3000 Einwohner und heute verfügt Västerås mit knapp 140.000 Einwohnern über die zehnfache Menge Arbogas.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, augusti 16

Katarina Jagellonica, Königin von Schweden

Katarina Jagellonica wurde am 1. September 1526 im polnischen Krakau als Tochter von Sigismund I. und Bona Sforza von Milano geboren. Ihre Ehe mit Johan, dem Herzog von Finnland, am 4. Oktober 1562 löste geradezu eine Krise in Schweden aus, zumal es nach dem Tod von Gustav Vasa bereits zu Thronstreitigkeiten zwischen den Halbbrüdern Erik und Johan gekommen war bei denen Erik als Sieger hervorgegangen war.

Erich XIV. (Erich XIV.) betrachtete die Ehe mit Katarina Jagellonica, die nicht nur zwölf Jahre älter als Johan war, sondern auch noch streng katholisch und aus Polen war, als Verrat an, auch deswegen, weil sich Johan weder für die schwedische noch die polnische Seite aussprach, obwohl die beiden Länder ein gespanntes Verhältnis zueinander hatten.

Katarina Jagellonica ahnte vermutlich von den Problem, die durch die Eheschließung auch auf sie zukamen, kaum etwas, da Polen zu jener Zeit des vermutlich toleranteste Land Europas war, denn dort waren unter katholischer Dominanz auch Protestanten, Juden und Moslems anerkannt und konnten, im Gegensatz zu nahezu allen anderen europäischen Ländern, ihren Glauben offen bekennen.

Obwohl Gustav Vasa sämtliche Religionen, außer dem Protestantismus, verboten hatte, garantierte Johan seiner Frau Katarina Jagellonica ihren katholischen Glauben beibehalten zu können und selbst zwei Priester aus Polen mit nach Åbo, dem damaligen Sitz des Herzogs Johan, mitbringen durfte. Die Ehe und die Tatsache, dass sich Johan weigerte sich klar für ein Land auszusprechen, führte bereits im Juni 1563 dazu, dass Johan wegen Hochverrats zum Tode verurteilt wurde. Als er sich freiwillig stellt, wird die Strafe jedoch in eine Gefangenschaft verwandelt.

Als Johan dann im Schloss Gripsholm seine Strafe antrat, folgte ihm seine Frau Katarina ohne dazu gezwungen zu sein, aber als Katholikin folgte sie ohne zu zögern auch der Aussage „bis der Tod euch scheidet“, die in die Eheringe graviert war. Die Gefangenschaft, während der das Ehepaar zwei Kinder bekam, war relativ locker und dauerte vier Jahre in der das Ehepaar sehr viele Bücher las.

Rund ein Jahr nachdem Herzog Johan und Katarina Jagellonica frei gekommen waren, wurde Johan, durch ein Konspiration gegen den Halbbruder, zum schwedischen König Johan III. und Katarina wurde zur Königin Schwedens.

Katarina Jagellonica wirkte bis zu ihrem Tod im September 1583 kaum auf die Geschichte Schwedens ein und führte ein sehr zurückgezogenes Leben, das vermutlich auch mit ihrem Glauben zu tun hatte, da Schweden zu jener Zeit jede geringste katholische Bewegung oder Aussage als Ketzerei betrachtete. Katarinas Umgangskreis war daher vermutlich extrem eingegrenzt.

Ein Zeichen, dass Johan III. den Glauben seiner Frau in höchstem Grad tolerierte, sieht man auch an einem Bauwerk, das bis heute an Katarina von Schweden erinnert, denn der König gab dem Gebäude auf Lovön, das er für seine Frau bauen ließ, den Namen Drottningholm. Bereits unter Gustav Vasa war dort der Kungsgård mit dem Namen Torvesund angelegt worden, der dann mit in Drottningholm einging. Es handelt sich daher um das einzige Schloss Schwedens, das noch nach der Reformation einer streng katholischen Königin gewidmet wurde.

Noch während der Gefangenschaft auf Schloss Gripsholm wurde die Tochter Elisabet geboren, die jedoch im Alter von nur zwei Jahren starb und Sigismund, der später als Sigismund III. König von Polen  wurde und Großfürst von Litauen war. Die Tochter Anna kam nur wenige Monate vor der Krönung des Vaters zum König Schwedens zur Welt und war dadurch eine schwedische Prinzessin, die sich allerdings, im Gegensatz zur Mutter, für die polnisch-schwedische Politik einsetzte und bereits in sehr jungen Jahren überzeugte Protestantin wurde. Nach polnischem Aberglauben spukt Anna Vasa als „Weiße Dame“ im polnischen Schloss Golub Dobrzyńslottet.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juli 25

Das Riseberga Kloster von der Gründung bis Gustav Vasa

Das Riseberga Kloster bei Fjugesta in Närke gehört zu jenen Klöster der Zisterzienser, die unter Sverker den yngre entstanden. Riseberga wurde von von den Nonnen des Vreta Klosters gegründet, wobei ihnen die notwendigen Grundstücke vom schwedischen Jarl Birger Brosa und seiner Ehefrau Birgitta Haraldsdotter, der Witwenkönigin von Magnus Henriksson, geschenkt wurde. Die Schenkungsurkunde stammt allerdings erst von 1202, obwohl der Klosterbau vermutlich bereits gegen 1180 begonnen wurde. Im Jahre 1202 trat Birgitta in Riseberga ein, was wirtschaftlich von größter Bedeutung für das Kloster wurde.

Das Kloster Riseberga wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche erbaut. Die Vorrangstellung des Klosters zeigt sich dann bereits 1212 unter Erik Knutsson, als Riseberga nach einem königlichen Dokument alles beschlagnahmte Eigentum von Verbrechern in ihrem Einzugsbereich zugesprochen bekommt. In relativ kurzer Zeit verfügte das Kloster dann durch verschiedene Schenkungen und Beschlagnahmungen über 224 Besitztümer, darunter Güter, Mühlen, Gruben und Kirchen, die sich in Närke, Södermanland, Värmland, Västergötland, Östergötland und auf Öland befanden.

Nachdem man am Kloster Riseberga, von dem heute nur noch wenige Teile als Ruine zu sehen sind, auch eine Schmiede fand und das Kloster Erzgruben besaß, ist anzunehmen, dass dort auch Eisen hergestellt wurde. Da die Schmiede am Rande des Klosters lag und die Schmelzeinrichtung ganz außerhalb, liegt die Vermutung nahe, dass sich nicht die Nonnen damit beschäftigten, sondern Laienbrüder der Zisterzienser, die außerhalb der Klostermauern lebten.

Als 1341 Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, ihre Tochter Ingeborg als Novizin ins Kloster Riseberga brachten, so war dies erneut mit bedeutenden Gaben verbunden, was der Tochter auch sichere Einnahmen auf Lebenszeit garantierte. Später kam auch ihre Tochter Catharina nach Riseberga, wo sie erst ihre Ausbildung erhielt, später als Novizin eintrat und schließlich zum Kloster Vadstena kam, wo sie auch begraben wurde.

Der Aufschwung des Klosters wurde 1384 durch Albrecht von Mecklenburg unterbrochen, der das Riseberga Kloster plündern ließ und die Klosterschwestern vorübergehend zum Verlassen der Einrichtung zwang.

1527 wurde Riseberga dann im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa Eigentum der Krone und sieben Jahre später musste die letzte Nonne das Kloster verlassen. Weitere zwölf Jahre später brannten die Gebäude nieder, wobei die Kalksteine des Bauwerkes 1650 für den Bau der Edsbergs Kyrka verwendet wurden. Dies war auch der Anlass dafür, dass andere Bauten der Umgebung mit den restlichen Steinen des zerstörten Klosters gebaut wurden.

Seit 1937 findet man bei der Klosterruine Riseberga das größte Freilichttheater Schwedens mit 1216 Sitzplätzen. Seit 2007 gibt das Amateurtheater Örebro dort im Sommer regelmäßig Vorstellungen, die mit dem ruralen Milieu in Verbindung stehen. Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt Riseberga auch der Erzählung „Om Eilsif och Bernhard den långe“, auch „Skön Elisif“ genannt, die zur Zeit Albrecht von Mecklenburgs spielt.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, juli 10

Die Geschichte der schwedischen Flagge

Die schwedische Flagge ist, nach der dänischen, die zweitälteste Flagge weltweit, auch wenn man nicht so genau festlegen kann wann die schwedische Flagge erstmals offiziell in Schweden auftauchte, da das schriftliche Material des Mittelalters in dieser Hinsicht nur wenige Hinweise bietet. Als sicher gilt jedoch, dass sie eine Oppositionsflagge zum dänischen „Dannebrogen“ war, der dänischen Flagge, die bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert wurde.

Da mehrere Geschichtswissenschaftler der Meinung sind, dass man im Sigel des schwedischen Königs Karl Knutsson Bonde (1408 -1470) das schwedische Kreuz erkennen kann und die Farben des Königs zudem Blau und Gold waren und der König außerdem mit Dänemark Krieg führte, geht man davon aus, dass Karl Knutsson Bonde mit seinen eigenen Farben und damit der ersten schwedischen Flagge in den Krieg zog. Der König wollte mit der Flagge, also seinem königlichen Symbol, der dänischen Flagge gegenüberstehen.

Die ersten Abbildungen der schwedischen Flagge können dann im Finnland des 16. Jahrhunderts nachgewiesen werden, denn als Gustav Vasa seinem Sohn Johan das Herzogtum Finnland  mit dem Schloss in Åbo (finnisch: Turku) gab, findet man auf seinem Schild eindeutig zwei schwedische Flaggen. Ab dieser Zeit taucht die schwedische Flagge dann gehäuft auf, wobei sie jedoch nach wie vor nur ein königliches Symbol war und für das Land als solches keinerlei Bedeutung hatte. Wenn die Flagge zu sehen war, so war auch der König in ihrer Nähe.

Bereits im 17. Jahrhundert findet man dann diese Flagge immer häufiger als Symbol der Staatsmacht, denn als erstes taucht sie dann an den Schiffen der königlichen Flotte auf. Allerdings hatte diese Flagge noch immer nicht das rechteckige Format, sondern glich einem Schwalbenschwanz. Als Ende des gleichen Jahrhunderts auch die Handelsflotte diese schwedische Schwalbenschwanz-Flagge zu benutzen begann, wurde ihr dies bald untersagt, was dazu führte, dass  die Handelsflotte die rechteckige Flagge benutzte und der König und die Marine die ursprüngliche Königsflagge. Dieser Unterschied ist auch heute noch zu beachten, denn nur der König und die Flotte führen immer noch die schwedische Flagge in Form eines Schwalbenschwanzes.

Die nächste Veränderung fand dann im 18. Jahrhundert statt, als der König Karl XIV. Johan aus dem Hause Bernadotte auf den königlichen Thron kam, denn Karl XIV. Johan brachte die französische Tradition mit, dass die Armee während einer Parade die Nationalflagge mit sich zu führen hatte. Wenn heute daher die schwedische Flagge bei offiziellen Angelegenheiten durch die Straßen getragen wird, so geht dies auf die französische Revolution zurück und kann daher weniger als königliches Symbol betrachtet werden. die rechteckige Flagge symbolisiert Schweden, nicht die Monarchie.

Als Schweden und Norwegen im Jahre 1814 eine Union eingingen, so wurde zu diesem Anlass auch eine neue Flagge eingeführt, die sogenannte „Sillsallaten“ (Heringssalad), die bis zum Ende der Union im Jahre 1905 in beiden Ländern als Nationalsymbol galt.

Mit dem Scheitern der norwegisch-schwedischen Union wurde dann nicht nur die heute übliche Flagge das Symbol Schwedens eingeführt, sondern es entwickelte sich auch ein gewisser Nationalstolz, der dazu führte, dass nahezu jedes Haus einen Flaggenmast aufstellte und an den Flaggdagarna (Flaggentagen) die Fahne hisste. Bereits 1906 kam es dann zum ersten Flaggengesetz in Schweden, das genaue Vorschriften zur Größe, den Farben und den Zeiten wann die Flagge gehisst werden darf und wann sie eingeholt werden musste, machte. Das Missachten dieser Vorschriften wurde mit Geldstrafen geahndet.

Im Jahre 1982 wurde dieses Gesetz dann etwas gelockert, so dass seither niemand mehr bestraft wird, wenn er die Flagge am falschen Tag hisst oder vergisst sie zur vorgeschriebenen Stunde wieder einzuholen. Die Größe, die Farben und die anderen Details sind jedoch nach wie vor gültig und ein Fehlverhalten erkennt jeder Schwede.

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tisdag, juli 3

Strängnäs in der schwedischen Geschichte

Wer heute Strängnäs mit seinen knapp 13.000 Einwohnern besucht, entdeckt nur noch sehr wenige Spuren des mittelalterlichen kulturellen Zentrums und einer fortschreitenden Entwicklung, die erst im 17. Jahrhundert mit dem Verlust der kirchlichen Macht auch immer mehr seiner Bedeutung verlor.

Die ältesten Spuren von Strängnäs reichen bis 6000 vor Christus zurück, was sicher auch mit seiner geographischen Lage zusammenhängt, da sich hier die Landwege und die Wasserwege Schwedens trafen. Diese Theorie wird noch dadurch verstärkt, dass die Gegend um Strängnäs auch während der Völkerwanderung, der Vendelzeit und der Eisenzeit bewohnt war. Alle drei Epochen können durch Funde bei Strängnäs verfolgt werden.

Rund um die Domkirche von Strängnäs konnte man sieben Runensteine finden, die alle Mitte des 11. Jahrhunderts aufgestellt wurden und Zeugen der Christianisierung des Ortes sind. Im Jahre 1080 war der englische Missionar Sankt Eskil aus Tuna (heute Eskilstuna) nach Strängnäs gereist um den Ort, der die nordischen Götter verherrlichte, zum wahren Glauben zu führen. Der Heilige wurde allerdings am Opferplatz, der Stelle der heutigen Domkirche, gesteinigt und starb dann, nach einer Legende, etwas außerhalb des Ortes, wo, wie sehr häufig während der Christianisierung, aus dem vergossenen Blut von Sankt Eskils eine Quelle mit reinstem Trinkwasser entstand.

Im Jahre 1120 wird Strängnäs dann erstmals im Florensdokumentet als Bischofssitz erwähnt, wobei die Bischöfe des Ortes das Ansehen der Stadt bedeutend hoben und Strängnäs zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum machten. Im gleichen Jahrhundert entstanden dann auch die Kirchen auf Fogdön, Selaön und vor allem die Kärnbo Kyrka in Mariefred, die heute noch eine imposante Ruine des Södermanlands ist.

Mit der Christianisierung von Strängnäs kam dann jedoch auch der tatsächliche Aufschwung des Ortes, denn in den Södermannalagen von 1327 wird Strängnäs als die bedeutendsten Handelsstadt der Region genannt, wo auch das Samtinget (Allthing) der Region abgehalten wurde. Nach Dokumenten der Epoche hatten sich um diese Zeit auch zahlreiche kirchlichen Würdenträger, der Nobelstand und einflussreiche Kaufleute um die Domkirche angesiedelt.

Gegen 1260 kam dann ein Dominikanerkloster nach Strängnäs, das allerdings während der Reformation unter Gustav Vasa abgerissen wurde. Nach dem Brand im Jahre 1871 konnte man jedoch einige Reste der Klosterkirche wieder freilegen.

Auf Grund seiner Lage und der Ende des 13. Jahrhunderts eingeweihten Domkirche fanden dann bis zum 16. Jahrhundert mehrere bedeutende politische und kirchliche Treffen in Strängnäs statt. Es war daher auch nicht verwunderlich, dass Olaus Petri und Laurentius Andrae von Strängnäs aus den Glauben Luthers verbreiteten und dass am 6. Juni 1523 Gustav Vasa an der Nordwand der Domkirche zum König Schwedens gewählt wurde.

Dennoch wäre Strängnäs mit dem Verschwinden der katholischen Priesterschaft  im 16. Jahrhundert nahezu untergegangen, wenn nicht Herzog Karl die gebildete Schicht von Strängnäs in seinem Kampf gegen die Pläne von Johan III. benötigt hätte, der den katholischen Glauben nach Schweden zurückbringen wollte.

Durch die Zusammenarbeit von Herzog Karl und Bischof Laurentius Paulinus Gothus gewann Strängnäs dann innerhalb von etwa 50 Jahren wieder seine alte kulturelle Bedeutung. 1622 kam eine Druckerei in den Ort und nur zwei Jahre später entstand dann in Strängnäs die erste schwedische Zeitung mit dem Namen „Hermes Gothicus“. Schon 1626 wurde dann in Strängnäs auch eines der ersten Gymnasien Schwedens gegründet, was den Ort in edukativen Zentrum verwandelte. Das Wohnheim für die Schüler wurde mittlerweile zum Hotell Laurentius umgebaut, aber auch andere Gebäude wie die Sporthalle, die erste Schwedens, sind im Ort erhalten geblieben.

Nachdem jedoch der Einfluss der Kirche immer geringer wurde, entwickelte sich Strängnäs im 17. Jahrhundert dann zu einer Stadt in der Handwerk und Fischerei die wichtigste Rolle zu spielen begann, Tätigkeiten, durch die der Markt in Strängnäs aufrecht gehalten wurde. Der Markt wurde so bedeutend, dass er täglich bis zu 1000 Personen aus nahezu ganz Schweden anzog.

Auch im 18. Jahrhundert hatte Strängnäs nur noch dank seines Marktes eine Bedeutung, der jedoch eine große Verwandlung erlebt hatte, denn in diesem Jahrhundert fand man auf dem Marktplatz, der während zwei Wochen abgehalten wurde, nicht mehr ausschließlich die traditionellen Handwerker, sondern es kamen auch Uhrmacher, Buchbinder, Brauer, Hersteller von Perücken und andere handwerkliche Bereiche hinzu, was den ursprünglichen überwiegend lokalen Markt in eine Messe verwandelte.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, juli 1

Das Attentat auf Gustav Vasa (Krutkonspirationen) im Jahre 1536

Die zahlreichen Reformen, die Gustav Vasa in Schweden in Angriff nahm, machten ihm nicht nur Freunde, sondern auch bedeutende Feinde, insbesondere seit er sich mit dem dänischen König Christian III. im Kampf gegen die Privilegien der Hanse im nordischen Raum zusammengeschlossen hatte. Die deutschen Kaufleute in Stockholm sahen sich daher in ihren Einnahmen bedroht und sahen den Ausweg nur darin Gustav Vasa zu beseitigen.

Mehrere einflussreiche Kaufleute Stockholms, darunter Kort Druwehagel, Hans Bökman und Brandt Gottschalksson, aber auch der schwedische Münzmeister Anders Hansson, planten daher ein Attentat auf Gustav Vasa, die sogenannte Krutkonspirationen (Pulverkonspiration), während seines Kirchenbesuchs am Palmsonntag des Jahres 1536. Sie planten unter seinem Stuhl in der Stockholmer Storkyrkan eine Sprengladung anzubringen, ihn in die Luft zu sprengen, anschließend das Schloss Tre Kronor (Drei Kronen) einzunehmen und sich unter den Schutz der Hanse zu stellen.

Für die Ausführung der Tat wollten die Kaufleute unauffällige Bürger anwerben, unter anderem auch Hans Vindrank, was sich jedoch als Fehler herausstellte, denn Hans Vindrank war nicht nur hoch verschuldet, sondern erzählte unter Alkoholeinfluss auch seinem Nachbarn von der geplanten Tat, nicht zuletzt deswegen, um zu zeigen welche wichtige Person er war. Der Nachbar ging unmittelbar zu den Behörden und das geplante Attentat wurde daher am 8. April 1536 aufgedeckt und alle Beteiligten wurden festgenommen.

Bereits am 5. Mai des gleichen Jahres wurde ein Sondergericht unter dem Stadtvogt Germund Svensson auf dem königlichen Schloss einberufen und noch am gleichen Tag wurden alle, die das Attentat geplant hatten, zum Tode verurteilt, wobei Gustav Vasa später einen unter ihnen begnadigte. Die Helfer konnten sich ihr Leben durch die Zahlung einer Geldstrafe erkaufen.

Der Münzmeister Anders Hansson stürzte sich noch vor der Vollstreckung des Urteils aus dem Gefängnisturm, was jedoch die Todesstrafe nicht aufhob, denn sein Leichnam wurde ebenfalls zum Schafott getragen, damit auch ihm der Kopf öffentlich abgeschlagen werden konnte. Sämtliches Eigentum der Verurteilten wurde vom König beschlagnahmt.

Vier Jahre später wurden auch Olaus Petri und Laurentius Andrae wegen Unterstützung des Attentats angeklagt, wobei ihnen jedoch vorgeworfen wurden, dass sie unter Vorwand des Beichtgeheimnisses Gustav Vasa nicht von der geplanten Tat informiert hatten. Das Urteil wegen Hochverrats konnte nur die Todesstrafe nach sich ziehen, wobei jedoch beide vom König begnadigt wurden, da sie bedeutende Leistungen für die Krone gebracht hatten und ihr Tod einen allgemeinen Aufstand gegen ihn auslösen konnte.

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fredag, juni 8

Kalmar in der schwedischen Geschichte

Neben Sigtuna, Skara, Lödöse, Visby und Söderköping gehört auch Kalmar mit zu den ersten Städten Schwedens, das bis zum Frieden von Roskilde eine maßgebliche Bedeutung für die schwedische Geschichte hatte. Auch wenn über die erste Besiedlung von Kalmar nichts bekannt ist, so ist sicher, dass an seiner Stelle bereits im 9. Jahrhundert eine, wenn vielleicht auch kleinere, Handelsstadt der Wikinger existierte, die die Bucht vor Kalmar aus strategischen Gründen gewählt hatten.

Das erste Mal, dass Kalmar auch geschichtlich genannt wird, ist auf einem Runenstein aus dem 11. Jahrhundert im Södermanland, auf dem zu lesen ist, dass Amunde den Stein für seinen Sohn Runulf errichtete, der im Kalmarsund getötet wurde. Nach der Sage des heiligen Olav (Olav den helige, Olav Haraldsson) musste dieser sich, als er bei der Schlacht bei Helgeån von Dänemark blockiert wurde, nach Kalmar zurückziehen und nach Snorre Sturlasson war der norwegische König Sigurd Jorsalatar 1123 während eines Kreuzzugs mit 300 Schiffen ebenfalls im Handelsort Kalmar.

Gegen 1170 erhielt der Handelsort Kalmar dann unter Knut Eriksson ein Kastell mit Turm, das von Palisaden umgeben war, ein Gebäude, das sich später zum Schloss von Kalmar entwickelte, was darauf schließen lässt, dass Kalmar spätestens um diese Zeit bereits als bedeutende Stadt betrachtet wurde und eine wichtige Rolle für den Handel des Mittelalters hatte, von wo aus hauptsächlich Eisen verschifft wurde.

Im 13. und 14. Jahrhundert war der Handel in Kalmar nahezu vollständig in deutscher Hand und deutsche Händler kontrollierten insbesondere den gesamten Export und Import der Stadt. Die wichtigsten Exportwaren waren, außer Eisen, auch Teer, Holzwaren, Getreide, Felle, Butter und Kalkstein aus dem nahen Öland. Importiert wurde insbesondere Salz, aber auch Tücher, Wein, Bier, Gewürze und Malz. Die Vorherrschaft der deutschen Händler endete erst mit Gustav Vasa, der das schwedische Reich neu organisierte. Kalmar selbst verlor seine Bedeutung gegen 1680, als, nach dem Frieden von Roskilde am 26. Februar 1658, Karlskrona gegründet wurde und die Vormachtstellung übernahm.

Die Bedeutung von Kalmar im Mittelalter zeigt sich auch daran, dass hier am 17. Juni 1397 Erik av Pommern (Erich von Pommern) zum König von Schweden, Norwegen und Dänemark gekrönt wurde und kaum einen Monat später auf dem Schloss Kalmar die Kalmar Union (Kalmarunionen) gegründet wurde.

Unter Gustav Vasa, der 1520 bei seiner Flucht aus Lübeck nach Kalmar kam, bekam das Kalmar Schloss sein heutiges Aussehen und als er 1523 Kalmar aus der dänischen Herrschaft wieder befreite, brach die Kalmar Union zusammen.

Nur wenige Jahre bevor Kalmar wirtschaftlich und politisch von Karlskrona ersetzt wurde, kam es im Jahre 1611 zum Kalmarkrieg zwischen Schweden und Dänemark, wobei Kalmar nach einem 24 Tage dauernden Krieg in den dänischen König Kristian IV. fiel und erst wieder beim Frieden von Knäred im Jahre 1613, gegen die Abtretung von Finnmark und eine bedeutende finanzielle Entschädigung, an Schweden zurückgegeben wurde.

Auch wenn man in Kalmar selbst, das 1640 nach Kvarnholmen, der heutigen Altstadt, verlegt worden war, keine Zeichen einer Besiedlung vor der Epoche der Wikinger fand, so findet man in der Umgebung der Stadt zahlreiche Zeichen der Eisenzeit. In der Nähe des Flugplatzes befindet sich eine Domarring und am Stadtrand konnten Archäologen ein Grabfeld aus der Eisenzeit entdecken. Ein Großteil der archäologischen Funde befindet sich heute im Kalmar Läns Museum.

Im Jahre 1987 fanden Archäologen bei Tingby auch Reste einer alten Ansiedlung, deren Alter bisher allerdings nicht klar bestimmt werden konnte. Einige Geschichtswissenschaftler gehen davon aus, dass es sich dabei um Reste von Gebäuden handelt, die etwa 7000 vor Christus, also im Mesolithikum (Mittlere Steinzeit), entstanden. Die Funde von Gerätschaften scheinen diese Tatsache zu bestätigen. Da es sich bei den Hütten, deren Reste man fand, um kleinere Gebäude handelt, nimmt man allgemein an, dass sich dort Jäger der Steinzeit zeitweise niederließen.



Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, juni 6

Das Mittelalter in Schweden

Wenn man in der schwedischen Geschichte vom Mittelalter spricht, so meint man die Zeit zwischen 1050 und 1527, also die Zeit in der Schweden einerseits zu einem einheitlichen Reich geworden war und zum anderen die katholische Kirche das Land in festem Griff hatte. Das Mittelalter schließt daher an die Epoche der Wikinger an und endet mit Gustav Vasa und der Reformation.

In der Regel wird das Mittelalter in Schweden in zwei Epochen unterteilt, wobei das frühe Mittelalter 1350 endet und die Zeit der Kreuzzüge mit der Eroberung Finnlands sowie die Gründung der wichtigsten Städte, den Feudalismus und die Etablierung der Klöster beinhaltet und im folgenden späten Mittelalter vor allem die Pest nach Schweden kam, die Kalmarer Union gegründet wurde, die erste Universität öffnete und das gedruckte Buch ins Land kam.

Der Beginn und das Ende des schwedischen Mittelalters ist allerdings künstlich festgelegt, so dass sich noch heute Geschichtswissenschaftler über die Verschiebung einiger Zahlen streiten, zumal man weder nachweisen kann, wann die Epoche der Wikinger tatsächlich zu Ende ging, noch wann die Reformation genau statt fand.

Die Christianisierung, die in Schweden bereits im neunten Jahrhundert begann, war gegen 1050 nahezu abgeschlossen und auch einer der Faktoren, die aus den verschiedenen schwedischen Ländern ein einziges Reich machten, auch wenn dies nicht ohne zahlreiche Kämpfe, Feinschaften und Morde ablief. Die Zusammenarbeit zwischen katholischer Kirche und christlichen Königen führte dazu, dass im ganzen Reich Kirchen entstanden, die Ausbildung zur kirchlichen Aufgabe wurde und selbst der König den Segen der Kirche benötigte, bevor er vom Volk anerkannt wurde. In der Regel entstanden sowohl Kirchen als auch Klöster im Mittelalter ausschließlich durch den privaten Einsatz von Königen und Adeligen, die sich dadurch das Seelenheil erhofften.

Die ersten hundert Jahre des frühen Mittelalters war der heidnische Glaube unter der einfachen Bevölkerung noch stark verbreitet, während die wohlhabende Schicht sehr schnell zum neuen Glauben übergegangen war. Die Kirche sah daher ihre erste Aufgabe darin auch die Bauern und Handwerker zu überzeugen, was oft dadurch geschah, dass heidnische Bauten und rituelle Orte von einer Kirche ersetzt wurden, um zu zeigen, dass die „alten Götter“ keine Macht hatten und der „neue Gott“ daher weitaus mächtiger ist.

Bis zum Ende des frühen Mittelalters wurden in Schweden dann rund 20 Städte geschaffen, die als Zentrum für die staatliche und die kirchliche Macht galten. Außer dem Bischof, der die geistliche Gewalt über eine Stadt hatte, wurde diese von einem Vogt, dem Abgesandten des Königs, und einem Bürgerrat mit einem Bürgermeister gelenkt. In den Bürgerrat konnte allerdings nur gewählt werden, wer innerhalb der Stadt auch Grund besaß, was bedeutete, dass nur die Reichsten Bewohner eine Entscheidungsgewalt hatten, eine Tradition, die in Schweden bis ins 20. Jahrhundert fortsetzte, mit der Idee, dass derjenige, der die meiste Steuer bezahlt auch entscheiden kann wie diese Steuer angewandt wird.

Um den Handel in den Städten voranzutreiben, lockten die schwedischen Könige vor allem deutsche Kaufleute in die schwedischen Städte, unter denen zu jener Zeit vermutlich nur Visby, Stockholm und Kalmar mehr als 1000 Einwohner hatten. Diese Kaufleute erhielten bedeutende Privilegien, was letztendlich auch dazu führte, dass die Hanse später die Macht in mehreren schwedischen Städte übernahm.

Der Umbruch vom frühen Mittelalter zum späten Mittelalter begann mit Magnus Erikssson, der landesweite Gesetze in Schweden durchsetzte und die Leibeigenschaft abschaffte. Als endgültigen Umbruch nimmt man jedoch das Erscheinen der Pest, die 1350 in Schweden auftauchte und nahezu ein Drittel der Bevölkerung ausradierte. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme, die mit der Pest die gesamte Struktur im Norden veränderte, führte dann zur Kalmarer Union, einer Vereinigung von Schweden und Dänemark, was in der Tat bedeutete, dass Finnland als schwedischer Besitz und Norwegen als dänischer Besitz mit in die Union eingingen.

In dieser Epoche kam dann auch, mit Genehmigung des Papstes, die erste Universität nach Schweden, genauer genommen nach Uppsala, was den Vorteil hatte, dass die Vertreter der Kirche und das reiche Bürgertum nicht mehr nach Paris, Bologna oder Oxford musste um Wissen zu gewinnen, sondern ein eigenes Zentrum hatten. Da im Mittelalter alle Universitäten unter kirchlicher Hoheit standen, konnte man dort allerdings fast ausschließlich Theologie und Philosophie studieren, was als Grundlage allen Wissens betrachtet wurde.

Mit den Universitäten kam dann auch der Buchdruck nach Schweden, was die Verbreitung von Wissen innerhalb der obersten Gesellschaftsschicht ermöglichte. Das erste Buch in Schweden erschien im Jahre 1483, rund 40 Jahre nachdem Gutenberg den Buchdruck erfunden hatte. Das erste veröffentlichte Werk war die Fabelsammlung „Dialogus creaturarum moralizatus“, von der heute noch fünf Exemplare erhalten sind.
 
Unter Gustav Vasa ging dann die Kalmarer Union zu Ende, der Katholizismus wurde im ganzen Land verboten, die Dänen wurden zurückgedrängt, die Klöster wurden geschlossen und alle Güter der katholischen Kirche gingen zurück an den schwedischen Staat oder die vorherigen Besitzer. Das Mittelalter war daher mit der Krönung Gustav Vasas zum König Schwedens zu Ende.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, maj 7

Der Västerås recess und die schwedische Reformation

Einer der ersten Schritte Gustav Vasas auf dem Weg zur Reformation war die Einberufung des Reichstages in Västerås im Jahre 1527, dessen Entscheidung als der Västerås recess in die schwedische Geschichte einging und in gewisser Weise eine Vorbereitung des Konzils von Örebro zwei Jahre später war.

Das Hauptthema des Reichstages baute darauf, dass die Krone unter Geldnöten litt und die katholische Kirche mit ihren Kirchen und Klöstern über ein immenses Kapital verfügte und täglich reicher wurde. Mit dem Västerås recess (Beschluss von Västerås) war Gustav Vasa entschieden diese Situation umzukehren, aber auch gleichzeitig eine offizielle Unterstützung gegen die Unruhen in Dalarna (Dalaupproren) zu suchen, damit er mit Gewalt gegen die Rebellen vorgehen konnte und hohe Strafen gegen sie fordern konnte.

Der Västerås recess wurde vermutlich von Laurentius Andreae, einem engen Mitarbeiter von Olaus Petri, verfasst, der gemeinsam mit Olaus die Reformation in Schweden vorantrieb. Da sich Adel und Bauern bereits vorher gegen Veränderungen der Gottesdienste ausgesprochen hatten, wurden im Västerås recess keinerlei kirchlichen Entscheidungen aufgenommen, ausgenommen dem Satz, dass die Priester die neue protestantische Meinung zu verbreiten hatten.

In den weiteren Punkten der Akte kann man lesen, dass alle, die zu Unruhen im Staat aufforderten, bestraft werden müssen, dass die Krone über alle Gelder der Kirche verfügen sollte, die nicht direkt zur Aufrechterhaltung der kirchlichen Lehre nötig war, dass sämtliche Burgen und Schlösser der Bischöfe der Krone übereignet werden und dass alle Adeligen Schwedens alle verkauften Güter, sowie alle ihre Gaben und Geschenke von der Kirche und den Klöstern zurückfordern konnten.

Gustav Vasa konnte mit der anschließenden Durchführungsverordnung (Västerås ordinantia) nicht nur die Macht der katholischen Kirche in Schweden brechen, sondern auch den Staatshaushalt halbwegs sanieren.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, april 28

Das Nydala Kloster der Zisterzienser im Småland

Gleichzeitig mit dem Alvastra Kloster gründeten die französischen Zisterzienser am 6. Juni 1143 ein weiteres Kloster, das allerdings, im Gegensatz zu Alvastra, vollkommen den Richtlinien des Ordens der Zisterziensern entsprach. Das Nydala Kloster wurde am Ruskens See weitab von einer Ansiedlung angelegt, wobei bei Ausgrabungen in diesem Gebiet auch keine Spuren einer früheren Ansiedlung gefunden wurden.

Das Nydala Kloster wurde von den Mönchen und Laienbrüdern allerdings nicht Nydala genannt, sondern „Nova Vallis“ (Neues Tal), was vermutlich eine Verbindung zum Mutterkloster in Clairvaux darstellen sollte, das im Lateinischen „Clara Vallis“ (Helles Tal) hieß. Strategisch gesehen wurde das Kloster an einer idealen Stelle gegründet, da dort die beiden Folklanden (Volksländer) Njudung und Finnveden zusammenstießen.

Das Kloster Nydala mit all seinen wachsenden Besitzungen wurde sowohl vom Papst nahen Svärkerska ätten als auch dem Erikska ätten unter Schutz gestellt. Nachdem der Erzbischof von Lund auch noch die Einwohner der Umgebung vor jedem Übergriff auf das Kloster gewarnt hatte, setzte Erik Eriksson die härtesten Maßstäbe hinsichtlich des Klosters an und stützte das Kloster selbst bei Grundstücksansprüchen, die das Kloster vermutlich von den Bauern der Umgebung gestohlen hatte.

Dies war vermutlich auch einer der Gründe, warum das Kloster Nydala weitaus langsamer als Alvastra in Schwung kam, denn die Bewohner der gesamten Umgebung stellten sich gegen das Kloster. Erst als sich rund 100 Jahre nach der Gründung der Bischof Henrik aus Linköping einmischte und Gotland und Öland dazu aufforderte für das Kloster zu spenden, allerdings mit dem Gegenversprechen eines Ablass, begann sich das Kloster Nydala wirklich zu entwickeln.

Im Laufe der 386 Jahre seiner Existenz erhielt Nydala so viele Spenden und Privilegien von privater, kirchlicher und königlicher Seite, dass das Kloster zum größten Grundbesitzer Smålands wurde und nicht weniger als 250 Güter sein Eigentum nannte. Nydala war damit das reichste Kloster der Zinsterzienser und wurde in Schweden nur noch vom Kloster Vadstena überboten, das nahezu viermal so viele Güter besaß als Nydala.

Das Kloster Nydala wurde nur einmal geplündert, als der dänische König Kristian II. von Stockholmer Blutbad im Jahre 1521, auf dem Rückweg nach Dänemark, am Kloster sein Lager aufschlug und sein Heer von den Mönchen ernähren ließ. Kristian II. machte dabei jedoch den Fehler Nydala nicht nur zu plündern und teilweise zu zerstören, sondern ließ auch noch den Abt des Kloster und einige der Mönche im See ertränken. Die Nachricht davon verbreite sich sehr schnell im Småland und da die Bewohner mittlerweile auf Seiten des Klosters standen, befreiten sie dann ohne jede andere Hilfe das Småland von den Dänen.

Drei Jahre später hatte sich das Kloster Nydala von den Schäden erholt und wurde neu eingeweiht. Allerdings musste es im Rahmen der Reformation unter Gustav Vasa im Jahre 1529 dann endgültig geschlossen werden, trotz dem starken Widerstand, den die ländliche Bevölkerung an den Tag legte, da viele unter ihnen mittlerweile indirekt oder direkt vom Kloster lebten.

Während des Nordischen Siebenjahreskriegs im Jahre 1568 wurde das Kloster dann von dänischen Truppen abgebrannt, so das man heute nur noch einige Ruinen des Klosters und der Klosterkirche entdecken kann. Der heutige Nydala herrgård wurde erst gegen 1790 erbaut und gehört der Gemeinde Värnamo. Als am 6. Juni 2008 erneut Zisterziensermönche dort einzogen um den Orden wieder zum Leben zu bringen, so war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da die drei Mönche, die dafür vorgesehen waren, nur ein Touristenvisum hatten und der Papst seine Meinung zur Neugründung des Klosters wieder änderte. Värnamo ist jedoch weiterhin in Kontakt mit den Zisterziensern und hofft eines Tages wieder Mönche in der Gemeinde zu sehen.

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fredag, april 13

Das Alvastra Kloster

Das Alvastra Kloster am östlichen Vättern wurde im selben Jahr gebaut wie das Nydala Kloster, so dass man heute nicht mehr sagen kann welches das zweite und welches das dritte Kloster Schwedens nach Vreta war. Beide Klöster wurden von den französischen Zisterziensern gegründet, wobei das Alvastra Kloster möglicherweise auf Initiative von Ulvhild Håkansdotter, der Ehefrau des Königs Sverker den äldre (Sverker dem Älteren), entstand, die den Mönchen auch ihr Grundstück dafür zur Verfügung stellte.

Das Alvastra Kloster, von dem heute nur noch Ruinen zu sehen sind, wurde 1143 gegründet und war bis etwa 1530 aktiv, als Gustav Vasa im Rahmen der Reformation sämtliche katholischen Klöster schloss. Das Kloster hatte im Mittelalter eine tragende Rolle, zumal von hier aus auch die Klöster Varnhem, Julita und Gudsberga gegründet wurden und der Abt des Klosters Alvastra zeitweise auch die Klöster Vreta, Askeby und Riseberga betreute.

Auch wenn man nicht weiß wie Ulvhild Håkansdotter oder auch Sverker den äldre auf die Idee kamen die Zisterzienser nach Schweden zu holen, so ist anzunehmen, dass der Erzbischof Erkil im Lidköping Stift die Idee beim Königspaar vortrug, zumal beide den Katholizismus in Schweden verbreiten wollten. In jedem Fall musste Erkil jeder Klostergründung in seinem Stift zustimmen.

Sämtliche Mönche und Laienbrüder, die bei der Gründung im Alvastra Kloster einzogen, kamen direkt aus dem französischen Stammkloster Clairvaux, wobei sowohl das Kloster als auch die Klosterkirche von Grund auf auch die Abteilungen der beiden Gruppen (Mönche und Laienbrüder) trennte und das Ziel hatte sich durch eigene Arbeit zu ernähren.

Im Gegensatz zu den anderen Zisterzienserklöstern, die in Schweden gegründet wurden, war Alvastra in der Nähe von Ansiedlungen erbaut und befand sich an einer Stelle, die nachweislich seit der Steinzeit bewohnt war. Da das Kloster von den Mönchen und den Laienbrüder gezeichnet und erbaut wurde, diente die französische Bauweise später auch anderen Bauten der Umgebung als Muster, so auch für den Bau der Heda Kyrka, die in der Nähe des Klosters erbaut wurde.

Das Alvastra Kloster gilt als die Grabkirche des Sverkerska ätten, wobei Sverker den äldre bereits dort begraben wurde bevor die Kirche vollständig fertig war, denn Sverker wurde 1156 ermordet und die Klosterkirche wurde erst 1185 eingeweiht. Außer den Königen des Sverker Geschlechts liegt auch Schwedens erster Erzbischof Stefan in Alvastra begraben, der im selben Jahr starb als die Kirche eingeweiht wurde.

Das Alvastra Kloster bekam dann im 14. Jahrhundert erneut eine bedeutende Rolle für die katholische Kirche in Schweden, da sich Ulf Gudmarsson, der Ehemann der Heiligen Birgitta dort zurückzog und dort starb. Die Heilige Birgitta ließ sich dann in nächster Nähe des Klosters nieder, wobei der damalige Subprior Peter Olofsson des Alvastra Klosters sämtliche ihrer Offenbarungen in Latein niederschrieb. Der gleiche Mönch schrieb dann auch, nach ihrem Diktat, die Regeln des Birgittinordens, die Regula Sancti Salvatori. Und nach dem Tod der Heiligen Birgitta schrieb Peter Olofsson dann auch noch ihre Lebensgeschichte und war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Birgitta heilig erklärt wurde.

Als dann ab 1520 die Reformation in Schweden fortschritt, insbesondere aber nach dem Reichstag von Västerås (Västerås recess) im Jahre 1527, waren die Tage des Klosters jedoch gezählt und schon wenige Jahre später hatte der letzte Mönch Alvastra verlassen, auch wenn dies von Gustav Vasa nicht ausdrücklich gefordert worden war.

Ab 1544 wurde dann auch das Alvastra Kloster, wie die meisten anderen katholischen Klöster des Landes, als Steinbruch verwendet. Die Steine der Klosters und der Klosterkirche findet man daher vor allem im Vasaschloss, dem Vadstena Schloss und dem Schloss Visingsborg, das Per Brahe der Ältere auf Visingsö erbaute. Dass heute noch eine Ruine des Alvastra Klosters zu sehen ist, verdankt man der Tatsache, dass dem Ort Hjo im Jahre 1797 untersagt wurde weitere Steine von den Klostergebäuden für den Bau ihrer Kirche anzuwenden.

Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch weiterhin Steine der Kirche und des Klosteranlage für kleinere Bauten benutzt und erst die Ausgrabungen in den Jahren 1921 und 1955 setzten weiteren Zerstörungen ein Ende.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, mars 22

Sigrid Botholfsdotter, die letzte Äbtissin des Vreta Klosters

Sigrid Botholfsdotter, deren Geburtsjahr und Herkunft unbekannt ist, war von 1513 bis zu ihrem Tod im Jahre 1538 die Äbtissin des Vreta Klosters bei Linköping, des vermutlich ältesten Klosters Schwedens. Als Ernennungsjahr bezeichnen die Akten der Domkirche in Linköping den 5. Februar 1514, also ein Jahr später als sie das Amt bereits übernommen hatte.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster im Jahre 1527 von Gustav Vasa zwar enteignet, was jedoch mehr nominell als tatsächlich der Fall war, denn Sigrid Botholfsdotter durfte das Kloster wie bisher weiterführen und auch über die Einkünfte verfügen. Sie musste lediglich 300 Örtog, die Währung jener Zeit, an das Askaby Kloster zu dessen Unterhalt abführen. Allerdings durfte Sigrid Botholfsdotter auch keine Novizinnen mehr aufnehmen, sondern musste sich auf die Ordensschwestern, allgemein oft als Nonnen bezeichnet, beschränken, die es zu dieser Zeit bereits in Schweden gab.

Ab 1529 wurde Sigrid Botholfsdotter auch die Äbtissin über die Ordensschwestern des Askeby Klosters, die gezwungen wurden in das Vreta Kloster zu ziehen, da das gesamte Kloster im Zuge der Reformation geplündert worden war und kein Klosterleben mehr erlaubte.

Da die Klosteraktivität mangels Nachwuchses auch im Vreta Kloster immer eingeschränkter wurde, eröffnete Sigrid Botholfsdotter dann eine Mädchenschule, die sie jedoch ebenfalls nach wenigen Jahren einstellen musste, da ihre katholische Lehre einen negativen Einfluss auf die Kinder ausüben konnte. Als Gustav Vasa dann im Jahre 1533 die Klosterkirche Vreta beschlagnahmte und in eine protestantische Kirche verwandelte, wurden die Klosteraktivitäten auf ein Minimum reduziert. Allerdings wurde das Kloster erst dann aufgelöst, als auch die letzte Nonne verstorben war.

Dass Gustav Vasa sich so nachsichtig mit dem Kloster und der Äbtissin Sigrid Botholfsdotter zeigte, lag vor allem an der Stellung, die Klöster bis zur Reformation eingenommen hatten, denn sehr viele Nonnen kamen aus einflussreichen Familien, da der Aufenthalt von Frauen aus adeligen Familien den sozialen Status des gesamten Geschlechts erhöhte. Nicht zuletzt spielte aber auch die Tatsache eine Rolle, dass die Schwiegermutter von Gustav Vasa, Ebba Eriksdotter, sich bis zu ihrem Tod im Jahre 1549 in das Vreta Kloster zurückgezogen hatte.   

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måndag, mars 19

Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige

Johannes Magnus, der am 19. März 1488 in Linköping geboren wurde und am 22. März 1544 in Rom starb, war der letzte katholische Erzbischof, der noch in Schweden tätig war. Seine Ausbildung gewann Johannes Magnus erst in der Kathedralschule in Skara und dann als Schüler des zukünftigen Papst Handrian IV., als dieser noch im belgischen Leuven Theologie unterrichtete.

1523 wurde Johannes zum Erzbischof Uppsalas ernannt, auch wenn ihn Papst Clemens VII. erst ein Jahr nach der Ernennung, und dann nur unter Vorbehalt, auch tatsächlich als Erzbischof einsetzte, da der Papst sich über die Rolle des Erzbischofs nicht ganz klar war, da dieser ein enger Freund von Gustav Vasa war, der sich des Katholizismus entledigen wollte, von einer nationalen Kirche Schwedens angetan war und nicht mit allen Mitteln gegen das aufkommende Luthertum kämpfte.

Gustav Vasa, der die zweideutige Rolle von Johannes Magnus kannte, wollte den katholischen Erzbischof zu seinem Vorteil ausnutzen und beauftragte ihn daher die Bibel zu übersetzen, was Rom von seinen wahren Ideen ablenken sollte. Da Johannes Magnus jedoch nach Lübeck reisen musste, kam diese Übersetzung nicht zu Stande und wurde dann von Olaus Petri übernommen, der voll hinter der Reformation Gustav Vasas stand.

Den Untergang von Johannes Magnus leiteten dann jedoch zwei bedeutende Ereignisse ein. Als er 1524 die Inquisition in Schweden einleiten sollte, verteidigte er Gustav Vasa und die eigenmächtigen Verhandlungen hinsichtlich einer Ehe zwischen Gustav Vasa und der katholischen Prinzessin Hedvig Jagellonica von Polen endete in einem Fiasko.

Nach diesen Ereignissen blieb Johannes Magnus nur noch das Exil und ihm waren die Türen zum Katholizismus ebenso verschlossen wie zum Protestantismus, was auch sein Status als Erzbischof nicht ändern konnte.

Ab 1533 widmete sich daher Johannes Magnus ganz der historischen Forschung, war jedoch finanziell vollständig von seinem Bruder Olaus abhängig mit dem er zwischen Venedig und Rom pendelte. Zwischen 1533 und seinem Tod im Jahre 1544 verfasste Johannes Magnus dann zwei historische Werke: Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus, die Geschichte aller schwedischer Könige, und Historia metropolitanae ecclesiae Upsalensis, die Geschichte des Bistums Uppsala.

Vor allem das erstere Werk wurde noch unter Gustav Vasa ein bedeutender Erfolg, da Johannes Magnus, dank seinem Einfallsreichtum, die schwedische Monarchie in einem besonders vorteilhaften Licht erscheinen ließ und selbst Sagenkönige mit in seiner Geschichte aufnahm. Nach der veröffentlichten Aufzählung der Könige, reichte das schwedische Königreich bis ins Alte Testament zurück und war die Wiege des gotischen Reiches.

Allerdings wurde die Historia de omnibus Gothorum Sveonomque regibus erst im Jahre 1554, also zehn Jahre nach dem Tode von Johannes Magnus, von seinem Bruder Olaus veröffentlicht, der es zudem den Söhnen von Gustav Vasa widmete.

Copyright: Herbert Kårlin