Visar inlägg med etikett Birger Brosa. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Birger Brosa. Visa alla inlägg

onsdag, juli 25

Das Riseberga Kloster von der Gründung bis Gustav Vasa

Das Riseberga Kloster bei Fjugesta in Närke gehört zu jenen Klöster der Zisterzienser, die unter Sverker den yngre entstanden. Riseberga wurde von von den Nonnen des Vreta Klosters gegründet, wobei ihnen die notwendigen Grundstücke vom schwedischen Jarl Birger Brosa und seiner Ehefrau Birgitta Haraldsdotter, der Witwenkönigin von Magnus Henriksson, geschenkt wurde. Die Schenkungsurkunde stammt allerdings erst von 1202, obwohl der Klosterbau vermutlich bereits gegen 1180 begonnen wurde. Im Jahre 1202 trat Birgitta in Riseberga ein, was wirtschaftlich von größter Bedeutung für das Kloster wurde.

Das Kloster Riseberga wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche erbaut. Die Vorrangstellung des Klosters zeigt sich dann bereits 1212 unter Erik Knutsson, als Riseberga nach einem königlichen Dokument alles beschlagnahmte Eigentum von Verbrechern in ihrem Einzugsbereich zugesprochen bekommt. In relativ kurzer Zeit verfügte das Kloster dann durch verschiedene Schenkungen und Beschlagnahmungen über 224 Besitztümer, darunter Güter, Mühlen, Gruben und Kirchen, die sich in Närke, Södermanland, Värmland, Västergötland, Östergötland und auf Öland befanden.

Nachdem man am Kloster Riseberga, von dem heute nur noch wenige Teile als Ruine zu sehen sind, auch eine Schmiede fand und das Kloster Erzgruben besaß, ist anzunehmen, dass dort auch Eisen hergestellt wurde. Da die Schmiede am Rande des Klosters lag und die Schmelzeinrichtung ganz außerhalb, liegt die Vermutung nahe, dass sich nicht die Nonnen damit beschäftigten, sondern Laienbrüder der Zisterzienser, die außerhalb der Klostermauern lebten.

Als 1341 Ulf Gudmarsson und Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, ihre Tochter Ingeborg als Novizin ins Kloster Riseberga brachten, so war dies erneut mit bedeutenden Gaben verbunden, was der Tochter auch sichere Einnahmen auf Lebenszeit garantierte. Später kam auch ihre Tochter Catharina nach Riseberga, wo sie erst ihre Ausbildung erhielt, später als Novizin eintrat und schließlich zum Kloster Vadstena kam, wo sie auch begraben wurde.

Der Aufschwung des Klosters wurde 1384 durch Albrecht von Mecklenburg unterbrochen, der das Riseberga Kloster plündern ließ und die Klosterschwestern vorübergehend zum Verlassen der Einrichtung zwang.

1527 wurde Riseberga dann im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa Eigentum der Krone und sieben Jahre später musste die letzte Nonne das Kloster verlassen. Weitere zwölf Jahre später brannten die Gebäude nieder, wobei die Kalksteine des Bauwerkes 1650 für den Bau der Edsbergs Kyrka verwendet wurden. Dies war auch der Anlass dafür, dass andere Bauten der Umgebung mit den restlichen Steinen des zerstörten Klosters gebaut wurden.

Seit 1937 findet man bei der Klosterruine Riseberga das größte Freilichttheater Schwedens mit 1216 Sitzplätzen. Seit 2007 gibt das Amateurtheater Örebro dort im Sommer regelmäßig Vorstellungen, die mit dem ruralen Milieu in Verbindung stehen. Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt Riseberga auch der Erzählung „Om Eilsif och Bernhard den långe“, auch „Skön Elisif“ genannt, die zur Zeit Albrecht von Mecklenburgs spielt.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, maj 6

Die Bedeutung eines Jarl in der schwedischen Geschichte

In der nordischen Geschichte, sowohl in Schweden, als auch in Norwegen und Dänemark,  findet man im frühen Mittelalter immer wieder den Begriff „Jarl“, der etymologisch den gleichen Ursprung hat wie der altenglische „Eorl“ (modern: Earl) und bezeichnete eine Person, die eines der höchsten Ämter des Landes innehatte. Im schwedischen Reich gab es außer der Bezeichnung Jarl auch noch die Bezeichnungen Riksjarl (Reichsjarl), Ättejarl (Geschlechtsjarl) und Svearnas Jarl (Jarl der Svear).

Spricht man nur allgemein von einem Jarl, so meint man in der schwedischen Geschichte den höchsten Amtsmann des Landes, also den höchsten Beamten, der den König teilweise vertrat oder auch die Reichsgeschäfte führte bis ein minderjähriger König die Amtsgeschäfte selbst in die Hände nehmen konnte.

In der Regel entstammte ein schwedischer Jarl einem Königsgeschlecht und hatte auch selbst bedeutende Beziehungen, so dass man davon ausgehen kann, dass die Politik des schwedischen Reiches oft mehr von den Entscheidungen und den Beziehungen des Jarl abhing als vom König selbst.

Auch wenn der erste bekannte Jarl der schwedischen Geschichte Birger Brosa war und der letzte, der geschichtlich eine große Bedeutung hatte Birger Jarl (Birger Magnusson), so weiß man nicht, wann der erste Jarl in Schweden tatsächlich ernannt wurde, denn der älteste Jarl im nordischen Raum kann auf etwa 500 nach Christus datiert werden. Das Amt als solches wurde in Schweden im Jahre 1308 abgeschafft, also 42 Jahre nach dem Tode von Birger Jarl.

Da Schweden zur Zeit als die ersten Jarle ernannt wurden nicht geeinigt war, so konnte sich die Macht eines Jarl von Region zu Region stark unterscheiden. Ein Jarl in Skåne hatte teilweise andere Aufgaben und Möglichkeiten als jener auf Gotland, in Svitjod oder in Västergötland, auch wenn sie alle den gleichen Titel trugen. In der schwedischen Geschichte haben wir nur über acht Jarls, von Birger Brosa bis zu zu Birger Jarl, etwas mehr Information.

Die wichtigste Aufgabe eines Jarl des Mittelalters war das Reich zu verwalten und königliches Recht auch dort durchzusetzen wo sich der König kaum aufhielt und teilweise auch keine Autorität hatte. Es handelte sich daher um eine Vertrauensstelle, die sehr viel diplomatisches Gespür erforderte.

Eine Ausnahme bildete Birger Magnusson, der sich selbst „Dux sveciae“ (Herzog der Schweden) nannte und als Jarl das gesamte schwedische Reich regierte. Auch wenn die Amtsbezeichnung nach ihm noch existierte, so war Birger Jarl in der Tat der letzte je ernannte Jarl Schwedens.

Copyright: Herbert Kårlin