Visar inlägg med etikett Svear. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Svear. Visa alla inlägg

torsdag, september 6

Svear und Götar in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man im Laufe der Geschichte Schwedens immer wieder von den Svear, den Bewohnern, die im Uppland ihr Zentrum hatten, und der Götar, deren Bereich sich an der Südspitze des Vänern konzentrierte, spricht und beide gemeinsam als die Urvölker der Schweden bezeichnet, wobei nach den meisten Geschichtsschreibern die Götar im alten Großreich Svitjod aufgingen, so entspricht diese Aussage kaum der Realität.

Bei dieser Aussage vernachlässigt man die Reiche Südschwedens, die Reiche Nordschwedens und selbst Gotland und betrachtet die Svear und die Götar als zwei ethnische Gruppen mit der heutigen Vorstellung und nicht mit den Augen der Eisenzeit und im Zusammenhang der Entwicklung Schwedens, die zur Eisenzeit führte, denn vermutlich gab es im Schweden vor Erik Segersäll sehr verschiedene Sprachgruppen und auch sehr viele Herrscher im heutigen schwedischen Raum, die sicher teilweise auch auf kriegerische Weise in andere Reiche eingegliedert wurden, aber meist jedoch auf Grund von Abkommen, die beiden Seiten einen Vorteil brachten. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass die Könige des geeinten Svitjod gewählt wurden und, über die Eriksgatan, noch bis zur Machtergreifung durch Gustav Vasa von jeder angeschlossenen Region, also verschiedenen Herrschern, bestätigt werden musste.

Noch schwieriger ist die Frage woher die sogenannten Svear und die Götar überhaupt kamen, denn diese beiden Volksnamen entstanden nicht in Schweden, sondern wurden von Autoren wie Plinius der Ältere, Tacitus oder Adam von Bremen verwendet, Personen, die Schweden gar nicht betreten hatten, sondern übernahmen was ihnen zugetragen wurde. Niemand kann heute sagen ob und wo tatsächlich eine Volksgruppe lebte, die sich Svear oder Götar nannte, denn es gibt keine Beweise, sondern nur Hypothesen und der Glaube daran, dass frühere Geschichtsschreiber wohl wussten worüber sie schrieben, eine Auffassung, die man wohl kaum bei Geografie, Astronomie oder anderen anderen Bereichen gelten lassen würde.

Die Frage, die man sich bei der Unterscheidung von Svear und Götar bereits stellen müsste, ist jene, woher die Schweden, beziehungsweise die verschiedenen schwedischen Gruppen, die sich im heutigen Schweden niederließen, überhaupt kamen, was geradezu unmöglich ist, da die Epoche der Einwanderung vom Ende der Eiszeit bis zum Ende der Völkerwanderung selbst mit DNA-Analysen kaum erforscht werden kann, und bereits damals gab es Verbindungen die bis nach Asien reichen, nach Afrika und in nahezu alle Himmelsrichtungen. Wer besiedelte also tatsächlich das Götaland und das Svealand wenn man von den beiden genannten Zentren im Uppland und in Westschweden ausgeht?

Vermutlich werden wir nie erfahren ob es einheitliche Volksgruppen gab, die sich Svear und Götar nannten, aber wir müssen beginnen die Zeit als diese Begriffe entstanden in einem anderen Licht sehen als eine chronologische Geschichtsschreibung erlaubt, da Schweden selbst zur Hochzeit der Wikinger noch kaum mehr als 300.000 Einwohner hatte, die sich auf eine gigantische Fläche verteilten, zahlreiche Sprachen verwendeten und über ethnische Gruppen verfügte, die nicht einmal etwas voneinander wussten.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, februari 12

Das äldre Västgötalagen, das erste Gesetz in Västergötland

Das äldre Västgötalagen (ältere Gesetz von Västergötland) ist das älteste zusammenhängende Dokument Schwedens, das auch in schwedischer Sprache verfasst wurde und ist damit auch die erste komplette Gesetzessammlung des Landes, auch wenn das älteste Gesetz als solches vermutlich der Forsaringen aus dem Hälsingland ist. Wie der Name schon sagt, ist das Västgötagesetz eine Sammlung an regional gültigen Gesetzen (Landskapslag), wobei man bei Regionalgesetzen insbesondere zwischen Götagesetzen und Sveagesetzen unterscheidet.

Das ältere Västgötagesetz (Västgötalagen), das nur in Fragmenten erhalten ist, wird von der Königlichen Bibliothek in Stockholm aufbewahrt und wurde vermutlich gegen das Jahr 1220 von Birger jarls älterem Halbbruder Eskil Magnusson verfasst, der um diese Zeit der oberste Richter in Västergötland war. Nur 60 Jahre später wurde dieses äldre Västgötalagen vollkommen neu bearbeitet und dann 1281 als das yngre Västgötalagen handschriftlich aufgezeichnet. Auch dieses Gesetz wird von der Königlichen Bibliothek aufbewahrt, ist jedoch in modernisierter Form allgemein zugänglich.

Auch wenn man beim alten Västgötagesetz von einem Buch spricht und einer Gesetzessammlung, so darf man dies natürlich nicht mit heutigem Maßstab sehen, denn bei dieser Gesetzessammlung handelt es sich um 47 Blatt, die in gotischer Handschrift beschrieben wurden, wobei das Kirchengesetz (kyrkobalken) und das Königsgesetz eine bedeutende Rolle einnahmen. Für das Zivilrecht und das Strafrecht fanden daher relativ wenig Platz.

Die meist diskutierte Aussage des Västgötalagen ist der Satz "Sveær egho konong at taka ok sva vrækæ", was von der Mehrheit der Geschichtswissenschaftler so interpretiert wird, dass die "sveær", also die Svear, das Recht haben den König des Västergötland zu wählen, eine Aussage, die von einer Gruppe an Geschichtswissenschaftlern in Westschweden nicht getragen wird, die das Wort "sveær" mit Schweden übersetzen, was einen völlig anderen Sinn gibt. Da jedoch der Begriff „svenskar“ für alle Bewohner des Landes erst im 15. Jahrhundert in schriftlichen Quellen gefunden werden kann, ist es wahrscheinlich, dass der König in Västergötland grundsätzlich vom Sveareich eingesetzt wurde, auch wenn es hierfür keinerlei geschichtliche Beweise gibt. 
Copyright: Herbert Kårlin