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onsdag, november 7

Das Wikingerboot Äskekärrskeppet

Das Wikingerboot Äskekärrskeppet, das 1933 im Schlamm am Ufer des Göta Älv gefunden wurde und heute im Stadtmuseum in Göteborg zu betrachten ist, gehört mit zu den bedeutendsten Funden aus der Wikingerzeit, da dieses Schiff einst voll seetauglich war und daher aller Wahrscheinlichkeit nach für die Expeditionen in andere Länder angewendet wurde. Dafür spricht auch, dass Teile des Schiffes noch 70 Jahre nach dem Bau ausgetauscht wurden. Diese Tatsache lässt vermuten, dass die Wikinger mit dieser Art von Schiffen jeweils über 100 Jahre lang die See befahren haben.

Als man den Fund genauer untersuchte, so konnte man nicht nur das Alter des Äskekärrskeppet, das man in der Geschichte nach seinem Bau als Knarr (Handelschiff) bezeichnet, auf das 9. Jahrhundert bestimmen, sondern man fand auch an zwei Stellen Futhark-Runen fand. Eine der Runen bedeutet soviel wie Handelsware. Die Runen an der Stelle, an der sich einst der Mast für das Segel befand, konnte man Runen entdecken, die seit Beginn des 8. Jahrhunderts nicht mehr benutzt wurden und damit so alt sind wie die ältesten Inschriften auf Runensteinen. Warum diese Runen angebracht wurden und was sie bedeuten, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Der Name Äskekärrskeppet hat allerdings nichts mit der Epoche der Wikinger zu tun, sondern bezieht sich auf den Ort Äskekärr bei Ale, wo die Reste des Schiffes gefunden wurden als ein Landwirt Entwässungskanäle graben wollte. Da man in der Umgebung des gefundenen Schiffes auch Reste von Bauten aus der Eisenzeit fand, kann man annehmen, dass die Umgebung Äskeskärrs eine Siedlung oder auch ein Handelsplatz der Wikinger war, die über den Göta Älv Zugang zu den Meeren hatte. Leider standen bis heute keine Gelder zur Verfügung um das Gebiet tiefer zu untersuchen, zumal die Forschung über Wikinger sich vor allem auf Birka beschränkt und teilweise zu einer Verfälschung der Geschichte der schwedischen Wikinger führt.

In den Folgejahren fand man noch drei weitere, wenn auch etwas kleinere Wikingerschiffe in der nächsten Umgebung des Äskekärrschiffes, die allerdings, aus verschiedenen Gründen, bisher nicht vollständig ausgegraben wurden. Eines der Probleme dabei ist, dass man erst eine Technik finden muss, die garantiert, dass die Teile auch erhalten bleiben und nicht bald zerfallen.

Da es ungewöhnlich ist an einer einzigen Stelle so viele Schiffe aus der Zeit der Wikinger zu finden, so besteht auch die Theorie, dass die Wikinger bei Äskekärr eine Werft errichtet hatten, sich dort also eine sehr bedeutende Niederlassung der Wikinger befand. Diese Theorie wird wiederum interessant, wenn man bedenkt, das Ale soviel wie Tempel bedeutet und das Västergötaland sehr früh christianisiert wurde. Die Mönche jeder Zeit wiederum begannen ihre Missionsarbeit in der Regel an Stellen, von denen aus ein regionaler Herrscher eine gewisse Macht ausüben konnte. Um jedoch diesen Spuren näher zu kommen, wären bedeutende Ausgrabungen nötig, die in absehbarer Zeit mit Sicherheit nicht stattfinden werden.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, september 10

Die vorrömische Eisenzeit in der Geschichte Schwedens

Der bedeutendste Umbruch von der Bronzezeit in die ältere Epoche der Eisenzeit, die sogenannte vorrömische Eisenzeit (550 vor Christus bis zum Jahre 0), drückt sich darin aus, dass die Hügelgräber den Urnengräbern Platz machen, die Toten also verbrannt werden und die Asche dann in Urnen gelegt wurde, die dann begraben wurden.

Parallel dazu nimmt man an, dass die Macht der Stammeshäuptlinge bei diesem Übergang abnahm, eventuell weil sich die Bevölkerung vermehrt hatte und einzelne Gruppen immer öfter aufeinander stießen, miteinander handelten und dadurch auch zu einer neuen Machtstruktur fanden.

Ein weiteres Problem der vorrömischen Eisenzeit war, dass sich das Klima wieder abkühlte, was das Überleben in Schweden erschwerte. Es ist daher auch anzunehmen, dass ein Teil der Bevölkerung wieder Richtung Süden wanderte und manche auch Schweden verließen. Einige Forscher nennen die vorrömische Eisenzeit wegen der Kälte auch Fimbulvintern, eine Bezeichnung aus der schwedischen Mythologie.

Die Kenntnisse über die vorrömische Eisenzeit entstammt, im Gegensatz zu den vorhergehenden Epochen, nicht mehr ausschließlich den Theorien der Archäologen und Geschichtswissenschaftler, sondern man greift auch auf Sagen und erste schriftliche Aufzeichnungen zurück, auch wenn diese vom wissenschaftlichen Standpunkt nicht bestätigt werden können und im römischen Raum zu suchen sind.

Trotz der Kälte, die während der vorrömischen Eisenzeit über Schweden lag, so liegen Funde vor, die erstmals auch eine Besiedlung von Nordschweden beweisen und als vorsamische Kultur angesehen werden kann und damit ein Beginn der samischen Geschichte. Dass es sich dabei um eine eigenständige Kultur handelt, schließt man vor allem auf die Keramikfunde im samischen Raum, der sogenannten Asbestkeramik, die auch typisch für den finnischen Kulturraum jener Zeit war.

Dass während der vorrömischen Eisenzeit eine gewisse Verbindung zu Norddeutschland bestand, schließt man auch daraus, dass die schwedische Kultur dieser Epoche eine klare Parallele zur norddeutschen Jastorf-Kultur aufweist. Wie diese Verbindung aussah oder wie sie entstand konnte bisher jedoch noch nicht geklärt werden.

Was den Verdacht auf diese Verbindungen stärkt, sind Funde, unter anderem Gold, die eine Handelsbeziehung voraussetzen. Erstaunlich ist in diesem Rahmen auch, dass die ältesten Leinsamen während der vorrömischen Eisenzeit nach Schweden gekommen waren. Allerdings wurde Leinsamen aus dieser Epoche bisher lediglich in Ödeshög gefunden.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, september 6

Svear und Götar in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man im Laufe der Geschichte Schwedens immer wieder von den Svear, den Bewohnern, die im Uppland ihr Zentrum hatten, und der Götar, deren Bereich sich an der Südspitze des Vänern konzentrierte, spricht und beide gemeinsam als die Urvölker der Schweden bezeichnet, wobei nach den meisten Geschichtsschreibern die Götar im alten Großreich Svitjod aufgingen, so entspricht diese Aussage kaum der Realität.

Bei dieser Aussage vernachlässigt man die Reiche Südschwedens, die Reiche Nordschwedens und selbst Gotland und betrachtet die Svear und die Götar als zwei ethnische Gruppen mit der heutigen Vorstellung und nicht mit den Augen der Eisenzeit und im Zusammenhang der Entwicklung Schwedens, die zur Eisenzeit führte, denn vermutlich gab es im Schweden vor Erik Segersäll sehr verschiedene Sprachgruppen und auch sehr viele Herrscher im heutigen schwedischen Raum, die sicher teilweise auch auf kriegerische Weise in andere Reiche eingegliedert wurden, aber meist jedoch auf Grund von Abkommen, die beiden Seiten einen Vorteil brachten. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass die Könige des geeinten Svitjod gewählt wurden und, über die Eriksgatan, noch bis zur Machtergreifung durch Gustav Vasa von jeder angeschlossenen Region, also verschiedenen Herrschern, bestätigt werden musste.

Noch schwieriger ist die Frage woher die sogenannten Svear und die Götar überhaupt kamen, denn diese beiden Volksnamen entstanden nicht in Schweden, sondern wurden von Autoren wie Plinius der Ältere, Tacitus oder Adam von Bremen verwendet, Personen, die Schweden gar nicht betreten hatten, sondern übernahmen was ihnen zugetragen wurde. Niemand kann heute sagen ob und wo tatsächlich eine Volksgruppe lebte, die sich Svear oder Götar nannte, denn es gibt keine Beweise, sondern nur Hypothesen und der Glaube daran, dass frühere Geschichtsschreiber wohl wussten worüber sie schrieben, eine Auffassung, die man wohl kaum bei Geografie, Astronomie oder anderen anderen Bereichen gelten lassen würde.

Die Frage, die man sich bei der Unterscheidung von Svear und Götar bereits stellen müsste, ist jene, woher die Schweden, beziehungsweise die verschiedenen schwedischen Gruppen, die sich im heutigen Schweden niederließen, überhaupt kamen, was geradezu unmöglich ist, da die Epoche der Einwanderung vom Ende der Eiszeit bis zum Ende der Völkerwanderung selbst mit DNA-Analysen kaum erforscht werden kann, und bereits damals gab es Verbindungen die bis nach Asien reichen, nach Afrika und in nahezu alle Himmelsrichtungen. Wer besiedelte also tatsächlich das Götaland und das Svealand wenn man von den beiden genannten Zentren im Uppland und in Westschweden ausgeht?

Vermutlich werden wir nie erfahren ob es einheitliche Volksgruppen gab, die sich Svear und Götar nannten, aber wir müssen beginnen die Zeit als diese Begriffe entstanden in einem anderen Licht sehen als eine chronologische Geschichtsschreibung erlaubt, da Schweden selbst zur Hochzeit der Wikinger noch kaum mehr als 300.000 Einwohner hatte, die sich auf eine gigantische Fläche verteilten, zahlreiche Sprachen verwendeten und über ethnische Gruppen verfügte, die nicht einmal etwas voneinander wussten.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, augusti 20

Schweden während der römischen Eisenzeit

Die Epoche zwischen Christi Geburt und 375 nach Christus wird in Schweden als die römische Eisenzeit betrachtet, den letzten Teil der Eisenzeit, da sich hier der Einfluss Roms, dessen Grenze in dieser Epoche bis weit in das heutige Deutschland erstreckte, auch die schwedische Entwicklung maßgeblich beeinflusste. Zum einen drangen immer mehr Germanen in den nordischen Raum vor, zum anderen erkundeten römische Politiker, Spione und Reisende den Norden und zum dritten kamen auf diese Weise neue Werkzeuge und neue Kenntnisse in den schwedischen Raum.

Diesem Vorstoß verdankt man auch die erste Aufzeichnungen über das Reich der Svear, das Tacitus im Jahre 98 in seinem Werk Germania als das Reich der „svionerna“ beschrieb und sich vermutlich auf den Raum Svitjods und Gotlands beschränkte. Auch wenn Tacitus vermutlich sehr wenig von den Schweden jener Zeit und ihrer Kultur wusste, so beschrieb er dennoch ihre Schiffe, ihre Waffen, ihr Alltagsleben und ihre Kriegstechnik, Bereiche, die dem römischen Reich bei der „Eroberung der Welt“ von größter Wichtigkeit war.

Während der römischen Eisenzeit kamen zahlreiche landwirtschaftliche Gerätschaften aus dem germanischen und dem römischen Raum nach Schweden, was in gewisser Weise die Landwirtschaft Schwedens revolutionierte und auch effektiver gestaltete. Gegen das Ende der römischen Eisenzeit kam auch die Schrift nach Schweden, wovon vor allem der Kulversten (Kulverstein) auf Gotland zeugt. Zahlreiche Geschichtswissenschaftler gehen davon aus, dass diese Einführung ebenfalls auf die römischen Reisenden zurückzuführen ist, die in dieser Epoche Schweden besuchten, auch wenn man sich in Schweden dann für die Runen mit 24 Zeichen entschied, die der Sprache am ehesten gerecht wurden. Da die nordische Schrift vermutlich über Gotland nach Schweden kam, kann man davon ausgehen, dass die Römer und auch die Germanen mit ihren Schiffen die Ostsee entlang fuhren und dadurch natürlich als erstes mit Gotland Kontakt hatten, anschließend jedoch weiter bis zum Mälaren vorstießen. Die römischen Beschreibungen des Sveareiches betreffen daher nur einen relativ kleinen Einzugsbereich und, genau genommen, zwei Länder, da Gotland und Svitjod getrennt gesehen werden müssen.

Andererseits war die römische Eisenzeit auch der Beginn eines ausgedehnten Handels mit den südlicheren Ländern, denn das damalige Schweden verfügte über Pelze, Leder, und unbegrenzt Wild, was vor allem für das römische Reich Luxusgüter waren, die gegen Silber, Glasbehälter, Bronzeschmuck und Waffen eingetauscht wurden. In einem Grabfeld in Karlsund konnte man in den 90er Jahren selbst einen Weinkrug entdecken, der gegen Ende der römischen Eisenzeit nach Schweden kam und in Süditalien hergestellt worden war. Beweis dafür war die Signatur des Herstellers und die vergleichbaren Funde bei Pompei.

Einige Geschichtswissenschaftler verfechten die Theorie, dass sich schwedische Heere ab etwa 200 nach Christus den Germanen anschlossen und römische Händler und Reisende überfielen und als Wegelagerer die Römer beraubten. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Theorie, die nicht beweisbar ist und nur deswegen aufkam, weil ab dieser Epoche römisches Golds auch in Schweden auftauchte, das zur Herstellung von südlich inspiriertem Schmuck benutzt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, juli 14

Der Runenstein von Rök (Rökstenen)

Der Rökstenen, der Runenstein von Rök, ist, neben dem Karlevistenen (Karlevistein), einer der bekanntesten und interessantesten Runensteine der schwedischen Geschichte. Der Stein, dessen ursprünglicher Standort nicht bekannt ist, befindet sich heute an der Kirche des Ortes Rök, die in der Nähe von Linköping im Östergötland liegt.

Der Rökstenen ist insgesamt 382 Zentimeter hoch, 138 Zentimeter breit und misst an der dicksten Stelle 43 Zentimeter. Allerdings ragen nur 257 Zentimeter des Runensteines aus dem Boden. Auf dem Stein findet man insgesamt 750 Runenzeichen, was dazu führte, dass man den Text als das älteste schwedische literarische Dokument betrachtet, auch wenn die Deutung des Inhalts bis heute nicht eindeutig geklärt ist.

Der Runenstein von Rök, der seine Bezeichnung nach dem Ort, an dem er gefunden wurde, bekam, stammt vermutlich aus der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts, kann aber auch etwas älter sein. Die Datierung erfolgte auf Grund der altnordischen Sprache, die der Verfasser des Textes anwandte und die sich sehr deutlich von jener des folgenden Jahrhunderts unterscheidet. Hinzu kommt, dass der Text in Futhark mit 16 Zeichen verfasst wurde, was die Lektüre bedeutend erschwert. Ein anderer Grund, warum man annimmt, dass der Rökstenen aus dem neunten Jahrhundert kommt, ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Geschichtsforscher annimmt, dass es sich bei Tjodrik, der in der Inschrift genannt wird, eigentlich um Theoderich den Großen handelt, der ab 471 der König der Ostrogoterna (Ostgoten) war, die im Laufe der Völkerwanderung bis an die Ostsee gelangten.

Der Rökstenen wäre ohne den Runenforscher Johannes Bureus eventuell ganz verloren gegangen, da der Runenstein von Rök im 12. Jahrhundert in einem Lagerhaus für die Steuern (den Zehnten) eingemauert wurde und anschließend Teil der alten Kirchenmauer wurde. Wenn daher Johannes Bureus nicht eine Zeichnung des Runensteines angefertigt hätte, so wäre er im folgenden Jahrhundert nicht von mehreren Runenforschern der Zeit aufgesucht worden, zumal der Stein so eingemauert war, dass der Haupttext unsichtbar war. Der wichtigste Teil der Inschrift wurde allerdings erst 1843 entdeckt, als die alte Kirche abgerissen wurde. Seinen heutigen Platz bekam der Rökstenen dann 1933, als man die Runensteine mit der höchsten Kultur des alten Schwedens verknüpfte und sie deutlich sichtbar aufgestellt wurden.

Über den tatsächlichen Text des Steines sind sich Runenforscher allerdings bis heute nicht einig, da die Trennungszeichen der Worte fehlen und bei dieser Art der Schreibweise (16 Runenzeichen) mehrere Buchstaben gleich geschrieben werden, aber eine unterschiedliche Bedeutung haben können. Einig ist man sich im Grunde nur darüber, dass auf dem Runenstein ein Teil der schwedischen Geschichte und/oder der nordischen Mythologie zu finden ist und der Text von einem damaligen Könner geschrieben und eingeschlagen wurde.

Nach dem Buch „Om hjältesagan å Rökstenen“ behauptet Viktor Rydberg, dass alle Namen, die auf dem Rökstenen genannt werden in der isländischen Sage „Ragnar Lodbrok“ vorkommen. Er schloss daher darauf, dass die Deutung des Textes im Zusammenhang mit der nordischen Mythologie gesucht werden muss und weniger bei einer tatsächlichen geschichtlichen Handlung.

Die Deutung, die man heute neben dem Rökstenen lesen kann und die gegenwärtig am häufigsten verbreitet wird, stammt vom Sprachwissenschaftler Elias Wessén, der den Text im Jahre 1958 deutete, wobei diese Interpretation allerdings von zahlreichen gegenwärtigen Sprachwissenschaftler angezweifelt wird, da Wessén bei der Deutung zu mathematischen Sprachmodellen griff, die, nach Meinung moderner Forscher, nicht auf Texte der späten Eisenzeit angewendet werden können. Einige Wissenschaftler meinen auch, dass Wessén bei seiner Übersetzung nicht am Beginn des Textes zu lesen begannt, sondern die falsche Seite als Grundlage nahm, wobei jedoch bis heute nicht mit sicherheit bekannt ist auf welcher Seite des Steines der Text tatsächlich beginnt.

Nachdem Runenzeichen jedoch oft nicht nur in ihrer wörtlichen Bedeutung gesehen werden dürfen, sondern auch mythologische Symbole sein können, und zudem bisher keinerlei andere Texte dieser Art gefunden wurden, was die Deutung vereinfachen könnte, wird man auch in Zukunft die Bedeutung des Steines und seines Textes nur „erraten“ können. Vielleicht bleibt dabei auch seine ursprüngliche Bedeutung verborgen. Sicher ist bisher nur, dass Varin diesen Stein für seinen Sohn Vämud errichten ließ, zwei Personen, die man in der schwedischen Geschichtsschreibung nicht finden kann.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, juli 12

Das Gräberfeld Greby im Bohuslän

Das Gräberfeld Greby liegt einen guten Kilometer nördlich von Grebbestad, gehört zur Gemeinde Tanum und ist mit 181 Gräbern aus der Zeit der schwedischen Völkerwanderung das bedeutendste Gräberfeld des Bohuslän, wobei alle untersuchten Gräber in der kurzen Epoche zwischen 400 und 500 nach Christus entstanden sind. Bei der Mehrheit der Gräber handelt es sich um Grabhügel oder Steinsetzungen, die von 38 Bautasteinen ergänzt werden von denen 28 auf einem Grabhügel oder einer Steinsetzung stehen. Das Gräberfeld als solches ist rund 300 Meter lang und 210 Meter breit.

Wenn man den Sagen und den Legenden des Bohuslän Glauben schenkt, so handelt es sich hierbei um die Gräber schottischer Seeleute, die hier Hering fischten oder, nach einer anderen Legende, die Gegend plünderten. Da der ungenannte Herrscher der Gegend diesen Fischreichtum als sein Eigentum betrachtete, griff er die Fischer an, die beim Kampf alle starben und dann im Gräberfeld Greby begraben wurden. Ob hier allerdings je schottische Fischer oder Krieger waren, kann heute niemand mehr bestätigen.

Die Ausgrabungen von Oscar Montelius ab Juni 1873 gaben allerdings ein etwas weniger romantisches Bild, denn in den elf Grabhügeln, die er untersuchte, handelte es sich ausschließlich um Brandgräber in denen man statt Waffen oder Pfeilspitzen Keramikreste, Glasperlen und andere übliche Grabbeigaben fand, die typisch für die Epoche waren, auch außerhalb Schwedens. Selbst wenn bisher keine weiteren Gräber mehr untersucht wurden, so geht man daher davon aus, dass sich in Greby ein ganz simpler Grabplatz der späten Eisenzeit befand.

Die beiden Doktoranden in Archäologie, Kristina und Lasse Bengtsson, die während der letzten Jahre an mehreren Ausgrabungen, unter anderem in Kungahälla, engagiert waren, sind der Meinung, dass die Größe des Gräberfelds darauf schließen lässt, dass sich hier eine wichtige Handelsstation befand, was die Menge der Gräber erklären kann, denn die früheren Ansiedlungen waren allein auf Grund der allgemeinen Bevölkerungsmenge jener Epoche, viel zu klein für ein so bedeutendes Gräberfeld.

Diese Theorie wird auch davon gestützt, dass die Keramikreste, die im Gräberfeld Greby gefunden wurden, ausländischer Herkunft waren und es sich daher vermutlich um eine Handelsware gehandelt haben muss. Hinzu kommt, dass die beiden Archäologen auch die alten Handelswege, die nach Greby führten, entdecken konnten.

Wenn man heute auf dem Gräberfeld Greby steht, so muss man natürlich auch daran denken, dass die Landhebungen nicht so weit fortgeschritten waren wie heute und die Landschaft also anders aussah. Das Wasser lag gegen 400 nach Christus etwa fünf Meter höher als heute, was bedeutet, dass man auch mit Schiffen bis an das Gräberfeld gelangen konnte. Wo sich die Bauten der Handelsniederlassung befanden, ist allerdings unbekannt, da man in der Umgebung nur wenige Ausgrabungen machte und selbst die Gräber kaum erforscht sind.

Ein weiteres Zeichen für den Handelsort Greby ist auch die Fornborg (Vorburg) auf dem Hügel neben dem Gräberfeld, denn diese Art von Vorburgen waren als Schutz gegen Überfälle, aber auch für die Verteidigung oder das Lagern von Waren gedacht.

Bei Arbeiten in zwei Gütern in der Nähe des Gräberfeldes wurden zusätzlich einige Goldspiralen gefunden, die in dieser Epoche als internationales Zahlungsmittel galten, was ebenfalls auf eine Handelstätigkeit in Greby hinweist.

Die beiden Archäologen Bengtsson legen als Beweis auch die Namensgebung von zwei Buchten, nämlich Edsviken und Ladholmen als Beweis vor, dass hier Handel getrieben wurde. Da diese Bezeichnungen in Verbindung mit Handelsorten jedoch erst weitaus später in der Geschichte nachgewiesen werden können, handelt sich hierbei um eine wenig glaubhafte Theorie, obwohl sie alle anderen Aussagen bestätigen würde. Möglicherweise wurde in Greby, wenn auch in geringerem Ausmaße, auch bis ins Mittelalter ein Handelsplatz aufrecht gehalten.

Unbekannt ist auch, warum der Handelsort Greby bereits zu Beginn der Vendelzeit verlassen wurde, denn man fand in Greby keinerlei Zeichen bedeutender feindlicher Handlungen. Ein logische Erklärung könnte natürlich sein, dass zu dieser Zeit der Handelsort ins relativ nahe Lödöse verlegt wurde oder aber eine Epidemie die Bevölkerung ausrottete. Vielleicht werden zukünftige Ausgrabungen einige dieser Fragen erklären können.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, juni 25

Mythen um die schwedischen Wikinger

Wenn man von den Wikingern spricht, so meint man in der Regel eine Gruppe an Seefahrern, die gegen Ende der Eisenzeit einen Teil Skandinavien bevölkerte und, vor allem im 19. Jahrhundert,  den Ruf von schrecklichen Kriegern erhielten, ein Bild, das in keiner Weise auf die gesamte Bevölkerung Schwedens zutrifft und zudem auf Erzählungen und Legenden der Eroberten beruht, die überwiegend erst Jahrhunderte nach der Epoche der Wikinger aufgezeichnet wurden.

Der erste Mythe über die Wikinger ist die Idee, dass es sich bei den Wikingern um einen nordischen Volksstamm handelt. Wenn man bedenkt, dass zwischen den Jahren 793 und 1050, also der Epoche, die den Wikingern zugeordnet wird, weniger als 100 Runeninschriften entstanden, die auf die Wikinger hinweisen und knapp 60 Expeditionen der Wikinger bekannt sind, aber andererseits zwischen 200.000 und 300.000 Personen Schweden bevölkerten, so ist die Anzahl der sogenannten Wikinger geradezu verschwindend, obwohl man, auch aus touristischen Gründen, den Eindruck vermittelt, dass diese kleine Gruppe an Seemännern Schweden dominierte.

Der zweite Mythe über die Wikinger ist der Ruf der Piraten und Seeräuber, denn die sogenannten Wikinger waren alles zwischen Piraten, Händlern und Legosoldaten, die, gegen Bezahlung, für ändere Länder kämpften. Wenn man daher nur nach Piraten unter den Wikingern sucht, so wird dies innerhalb von rund 250 Jahren gerade einmal von rund 30 Reisen wirklich bestätigt, was bedeutet, dass durchschnittlich alle neun Jahre ein Überfall erfolgte, verglichen mit elf Überfällen von Piraten vor Somalia allein im Jahre 2011. Wenn man die Größe der Wikingerschiffe betrachtet, so kann man sich auch vorstellen wie gering die Beute, auch an Sklaven, sein musste, damit die Boote auch wieder die Heimat erreichen konnten. Wenn man diese Tatsachen betrachtet, so versteht man, dass selbst Birka, das als Wikingerstadt betrachtet wird, mehr Landwirte, Händler und Leibeigene (Träl, Ambátt) oder Sklaven wohnten als Wikinger.

Der dritte Mythos ist schließlich, der besagt, dass die schwedischen Wikinger nur Richtung Osten fuhren, denn tatsächlich gingen nahezu ebenso viele Reisen nach Westen, da die Wikinger über den Göta älv einen freien Zugang zur Nordsee hatten und im damaligen Västergötland bedeutende Funde aus der Epoche der Wikinger gemacht wurden, nicht zuletzt auch das Äskekärrsskeppet, das einzige in Schweden gefundene Handelsschiff aus der Wikingerzeit. Noch heute findet man jedes Jahr Münzen oder andere Gegenstände aus der Wikingerzeit entlang des Göta älv, an dem auch bereits gegen das Jahr 900 die Handelsstadt Lödöse entstanden war, den die Wikinger regelmäßig besuchten.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, juni 15

Das Tiundaland in der schwedischen Geschichte

Tiundaland war zur Zeit der Wikinger eine der wichtigsten Regionen im heutigen Uppland, das damals boch aus Tiundaland, Attundaland und Fjädrundaland bestand und erst im Jahre 1296 als Uppland bezeichnet wurde, im Jahre als das von Birger Persson verfasste Upplandslagen (Upplandsgesetz) unterzeichnet wurde.

Das Tiundaland, das übertragen soviel wie „das Land der zehn Distrikte“ (tiu + hundar + land) bedeutet, hatte zur Eisenzeit einen eigenen König und hatte daher auch eine eigene Verwaltung, die in zehn Distrikte (Hundare) eingeteilt war, die ihrerseits bei Kriegszeiten 1000 Soldaten und 40 Schiffe (Ledung) unterhalten mussten, was auch die Bemessung für die regelmäßigen Steuern war.

Der größte Ort des Tiundaland war Östra Aros, das in Uppsala umbenannt wurde als der Bischofssitz von Gamla Uppsala nach Uppsala verlagert wurde. Nach der Ynglingasagan von Snorre Sturlasson lag auch das Thing aller Svear, also das oberste Gericht, in Tiundaland, wo auch jedes Jahr das Opfer (Blot) an die Götter der nordischen Mythologie stattfand, an dem alle Könige Svitjods teilnahmen.

Nach Snorre Sturlasson war das Tiundaland das reichste und wichtigste Land in Svitjod, denn dort war der Bischofssitz, dort regierte der bedeutendste König der Svear und alle Lagmän der Region mussten sich nach den Upplandslagen richten, wobei das Tiundaland nach der Anzahl der Distrikte auch zehn Lagmän hatte, die für je einen der Distrikte zuständig waren.

Da die Distrikte (Härad, Hundare) des Upplands erstmals bei einer Verzeichnung der Steuern im Jahre 1314 genannt werden und vorher keine schriftliche Aufzeichnungen über die Härad existiere, weiß man nicht mit Sicherheit, wie die Distrikte des Tiundalands tatsächlich hießen und welche Fläche sie umfassten
.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, juni 11

Bautastenar, Menhire, Monolithe und Hinkelsteine in Schweden

Die schwedischen Bautastenar (Bautasteine), die in der Archäologie als „resta stenar“ (aufrechte Steine) bezeichnet werden, haben in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bezeichnungen und werden, unter anderem, als Menhire, Hinkelsteine oder als Monolithe bezeichnet.

Die Bautastenar kann man in Schweden als die Vorläufer der Runensteine betrachten, wobei die ältesten Funde bis etwa zum Jahre 200 nach Christus zurückreichen, auch wenn ihre Anzahl dann erst während der Völkerwanderung ansteigt und in der Eisenzeit als häufig betrachtet werden kann.

Das Wort Bautasten wird in Snorres Edda erstmals verwendet, kommt vom altisländischen Begriff „bautaðarsteinn“ und wird in Schweden erstmals im Jahre 1664 von Olof Verelius verwendet. Heute wird der Begriff Bautasten von Archäologen abgelehnt, während er in der Geschichte, und natürlich bei Asterix, weiterhin verwendet wird.

Bei einem Bautastein handelt es sich um einen einzelnen aufrechten Stein ohne jede Inschrift, der in einem Bett von kleineren Steinen befestigt war und in der Regel ein Grab markierte, was auch erklärt, warum Menhire in Grabfeldern wie Ekornavallen oder in Greby im Bohuslän am häufigsten auftauchen.

Das Besondere an Bautastenar ist, dass sie als Phallussymbol gedeutet werden, was damit zusammenhängt, dass Menhire nur männliche Gräber kennzeichneten und Frauen aus jener Epoche in Schweden durch eine Grabkugel (Gravklot) markiert waren, der das weibliche Geschlechtsorgan ausdrückte. Auch wenn es sich hierbei nur um eine Theorie handelt, die nicht von allen nordischen Geschichtswissenschaftler geteilt wird, so entbehrt sie jedoch nicht einer gewissen Logik, wenn man die beiden Monumente betrachtet.

Bautasteine findet man nahezu in ganz Schweden und selbst auf Gotland, wobei diese Art der Grabmarkierung als erstes im Halland auftauchten und sich vermutlich von dort aus, im Laufe der nordischen Völkerwanderung, in die anderen Regionen Schwedens verbreitet hat. Da die Menhire in Schweden zwar eine Grabstelle markierten, das Grab jedoch auch eine größere Strecke vom Stein entfernt befinden kann, so weiß man nicht nach welchem Kriterium der Ort für den Bautastein ausgesucht wurde. Möglicherweise sollte er gut sichtbar an einer der alten Straßen aufgestellt werden.

Auch wenn Bautastenar als alleinstehende Monumente gesehen werden, so gehen sie oft auch in Schiffssetzungen (Skeppssättningar), Domarringen (Domarringar) oder auch Treudd Gräbern (Treudd) ein. In diesen Fällen ist ihre Funktion allerdings noch schwerer zu deuten als bei einzelnen Menhiren.

Die tatsächliche Anzahl der Bautastenar in Schweden ist unbekannt, da sie im Laufe der Jahrhunderte umfielen und einzelne in der Natur liegende Steine nicht mehr als altes Monument zu erkennen sind. Gegenwärtig sind jedoch etwas über hundert Menhire offiziell verzeichnet.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, maj 13

Gräber von der Steinzeit bis zum Mittelalter

Während man keinerlei Kenntnisse darüber hat, wie Tote während des Paläolithikum (Ältere Steinzeit) und des Mesolithikum (Mittlere Steinzeit) in Schweden beerdigt wurden, so gibt es ab dem Neolithikum (Jüngere Steinzeit) sehr eindrucksvolle Grabbauten, die jeweils zu einer bestimmten Epoche zuzuordnen werden können und sehr unterschiedliche Formen annahmen, bis die katholischen Mönche während der Christianisierung im frühen Mittelalter dann die noch heute existierte Weise auf Kirchenhöfen einführten.

Die ältesten in Schweden gefundenen Grabmonumente reichen bis etwa 3500 vor Christus zurück und sind damit sogar weitaus älter als die ägyptischen Pyramiden, wenn auch die Dolmen (Dösen) nicht ganz so eindrucksvoll sind. Die Dolmen, die man an einem deutlichen „Dachstein“ erkennen kann, kamen über Dänemark nach Schweden. In Dänemark wurden die ältesten Dolmen vermutlich bereits 4500 Jahre vor Christus errichtet, da dort das Klima etwas freundlicher war als im südlichen Teil Schwedens.

Während man in Schweden nur etwa 70 Dolmen kennt, zählt man bereits 380 offizielle Ganggräber (Gånggriften) und rund 100 vermutliche Ganggräber, bisweilen auch Galeriegräber genannt, die sich teilweise noch mit den Dolmen überschnitten haben, dann aber ab 3000 vor Christus  die Dolmen nahezu vollständig ablösten. Die Ganggräber sind mit ihrer T-Form bereits bereits relativ bedeutende Grabdenkmäler, die vermutlich für größere Gemeinschaften errichtet wurden und einen gewissen Kult mit sich führten, wovon auch die verschiedenen Grabbeigaben sprechen, die man in ihnen fand.

Gegen Ende der Jungsteinzeit, etwa gleichzeitig als Stonehenge in England gebaut wurde, entstanden in Schweden die sogenannten Steinkisten (Hällkistor), die bisweilen aus mehreren Räumen bestanden und meist von Steinhügeln oder auch Erde überhäuft wurden. In einigen Gegen Schwedens haben diese Steinkisten auch ovale oder runde Löcher, deren Bedeutung allerdings unbekannt ist.

In der Bronzezeit, also etwa ab 1800 vor Christus, tauchten in Schweden dann die Steinhügelgräber (Stenrösen) auf, die sich dann Ende der Bronzezeit und vor allem zu Beginn der Eisenzeit in Hügelgräber unterschiedlichster Art verwandelten.

Parallel zu den Steinhügelgräbern findet man aus der Bronzezeit auch die ersten Schiffssetzungen (Skeppssättningar) und Steinsetzungen (Stensättningar), was vermutlich darauf schließen lässt, dass sich zu jener Zeit mehrere bedeutende Volksgruppen unterschiedlicher Herkunft, und in unterschiedlichen Gebieten, gleichzeitig in Schweden aufhielten, was auch zahlreiche andere Zeichen dieser Epoche vermuten lassen.

Eine deutliche Veränderung der Grabbauten zeigt sich dann etwa ab Christi Geburt, also während der Völkerwanderung und der Vendelzeit. Während um Christi Geburt vor allem Brandgräber (Brandgravar) entstanden, kamen zur Völkerwanderung Bautasteine  (Bautastenar), auch Menhire genannt, und Domarringe (Domarringar) hinzu, wobei in dieser Epoche auch die ersten Runensteine mit kurzen Erinnerungsinschriften auftauchten.

Von der Vendelzeit bis zu den Wikingern und der Christianisierung Schwedens findet man dann, außer sehr eindrucksvollen Schiffssetzungen und Runensteine auch Kammergräber, (Kammargravar) und vor allem die großen Grabhügel, die aller Wahrscheinlichkeit nach nur über bedeutenden Persönlichkeiten errichtet wurden.

Während der anschließenden Christianisierung Schwedens gingen dann jedoch alle älteren Bestattungsmethoden verloren, da diese nicht mit dem neuen Glauben zu vereinen waren.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, april 24

Das Gräberfeld Pilane im Bohuslän

Das Gräberfeld Pilane auf Tjörn (Bohuslän), das in den letzten Jahren vor allem wegen seiner bedeutenden Sommerausstellung an modernen Skulpturen bekannt wurde, gehört zu den interessantesten Gräberfeldern Schwedens. Pilane wurde während der Eisenzeit, genauer genommen zwischen Christi Geburt und dem Jahr 600, angelegt und ist in einem außerordentlich gutem Zustand.

Insgesamt besteht das Gräberfeld Pilane, das vermutlich bereits während des Neolithikum eine gewisse Rolle spielte, aus knapp 100 historischen Funden, darunter Domarringe, Dolmen, Steinhügelgräbern und einfacheren Grabhügeln. Allein in Pilane findet man 15 runde Domarringe bei denen selbst der zentrale Mittelstein noch vorhanden ist.

Auch bei den Domarringen in Pilane geht man davon aus, dass es sich hierbei ursprünglich um Gräber gehandelt hat, die vermutlich während der Völkerwanderung entstanden, also später als die anderen Gräber Pilanes. Von diesem Gräberfeld aus hat man einen weiten Blick über das Meer, was vermutlich bereits bei seiner Anlage eine gewisse Rolle spielte, auch wenn uns heute verschlossen ist welche. Im Mittelalter dienten die Domarringe in Pilane dann mit Sicherheit als Thingplatz, wie zahlreiche Dokumente erklären und was zur vermutlich falschen Auffassung führte, dass diese Ringe bereits zu diesem Zweck errichtet wurden.

Obwohl Pilane heute zu den bedeutendsten und eindrucksvollsten Gräberfeldern Schwedens gehört, geht man auf Grund mehrerer kleinerer Funde davon aus, dass während der Eisenzeit an dieser Stelle weitaus mehr Gräber angelegt wurden als heute sichtbar sind, die jedoch durch Landwirtschaft und andere Arbeiten zerstört wurden oder heute von Erde bedeckt sind. Unbekannt ist jedoch warum gerade an dieser Stelle ein so bedeutendes Grabfeld angelegt wurde.

In der Umgebung Pilanes, einer Gegend Schwedens, die relativ früh eisfrei war, kann man nachweisen, dass sehr früh eine menschliche Aktivität zu finden war, denn bei Basteröd findet man Steinritzungen (Hällristningar), die Schiffe darstellen und an der Küste wurde Keramik aus dem Neolithikum gefunden. Auch wenn man nicht nachweisen kann wann die ersten Jäger der Steinzeit nach Tjörn kamen, so kann man durch Knochenfunde nachweisen, dass dort bereits vor 4500 Jahren Renherden weideten.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, april 20

Die Ale stenar an der Südkuste Skånes

Die Ale stenar oder Ales stenar in der Nähe von Ystad gehören, wie auch Domarringe, zu den bedeutendsten Geheimnissen der schwedischen Geschichte, die mehr von Mythen und Geheimnissen umrankt sind als tatsächlichen geschichtlichen und archäologischen Kenntnissen. Sicher scheint mittlerweile ihr Alter, da Messungen die „Schiffssetzung“ in die späte Eisenzeit setzen, also zwischen 600 und 1000 nach Christus, auch wenn zahlreiche Geschichtsforscher die Entstehung bereits in der Bronzezeit oder noch früher suchen.

Bei den Ale stenar handelt es sich um 59 Quarzsandsteine, die je fünf Tonnen wiegen und in Schiffform aufgestellt wurden. Die Länge des Schiffes misst etwa 67 Meter und an der breitesten Stelle 19 Meter. Es handelt sich bei den Ale stenar daher um die größte Schiffssetzung, die je in Schweden gefunden wurde.

Auch die jüngsten Untersuchungen zu den Ale stenar zwischen 1987 und 2006 konnten keine zufriedenstellende Erklärung geben und weder bestätigen, dass es sich tatsächlich um eine Schiffssetzung handelt, noch beweisen, dass es sich dabei um einen Sonnenkalender handelt, denn die gefundenen Gräber sind älter als die Anordnung der Steine und für einen Sonnenkalender fehlt jeder Beweis.

Moderne Geschichtswissenschaftler nehmen zwar an, dass diese Stelle eine besondere Bedeutung hat, aber sie glauben vielmehr, dass es sich dabei um einen Kultplatz handelt an dem wichtige Treffen oder auch das Thing stattfanden, ohne jedoch auch dies beweisen zu können. Gestützt wird diese Theorie lediglich dadurch, dass man innerhalb der Steine Feuerreste fand, die über 5000 Jahre zurückreichen, die gleiche Stelle also bis weit in die Frühzeit der Geschichte benutzt wurde. Bei einer Ausgrabung im Jahre 2011 wurde auch ein Grabhügel entdeckt, der vermutlich bis ins Neolithikum zurückreicht.

Falls es sich bei den Ale stenar um eine Schiffssetzung handeln sollte, so ist der Abstand der Steine ebenso erstaunlich, wie auch die Tatsache, dass bisher die zugehörigen Urnengräber nicht gefunden wurden, wobei man mittlerweile immerhin feststellen konnte, dass sämtliche Steine im Gebiet um Gislövshammar geschlagen wurden und von dort aus an die heutige Stelle transportiert wurden. Welches Transportmittel benutzt wurde, das bleibt allerdings offen .

In den 70er Jahren ging Hasse Alfredson von der Theorie einer Schiffssetzung ab und verbreitete die Theorie, dass die Ale stenar eine astronomische Funktion haben, da die Mittellinie der Konstruktion auf einen Punkt des Horizonts weist, an dem die Sonne bei Winter- und Sommersonnenwende aufgeht. Auch wenn er die Funktion der Steine oder der Fläche als solches nicht erklären konnte, wurde diese Theorie von zahlreichen Astronomen und Astrologen aufgenommen.

Später erklärte Curt Roslund, dass man eventuell mit Hilfe der anderen Steine und gewissen markanten Landschaftszeichen berechnen konnte wie viele Tage noch bis zur nächsten Sonnenwende bleiben. Der Haken dieser Theorie ist jedoch, dass diese Art von Kalender nur etwa 500 vor Christus existierte, also mindestens 100 Jahre bevor der erste Stein überhaupt hier ankam. Hinzu kommt, dass sich mehrere der Steine, nach Restaurationsarbeiten, mit Sicherheit nicht mehr an ihrer ursprünglichen Stelle befinden. Unabhängig welche Theorie nun stimmt oder ob die Ale stenar eine völlig andere Funktion hatten, so organisiert der Sveriges Asatrosamfund dort zum Wintersonnenstand eine jährliche Zeremonie an der die Junghexen den Sonnenaufgang erwarten.

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tisdag, april 17

Domarringe in der schwedischen Geschichte

Die sogenannten Domarringe, von denen allein im Västergötland etwa 1500 bekannt sind, die aber nahezu überall in Schweden zu finden sind, entstanden mehrheitlich zu Beginn der Eisenzeit, also während der nordischen Völkerwanderung. Ihre Bedeutung konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden, weshalb zahlreiche Sagen und Mythen über diese Steinringe mit einem zentralen Stein kreisen. Es handelt sich dabei also um eines der ungelösten Geheimnisse der schwedischen Geschichte.

Während man heute vor allem annimmt, dass Domarringe ein Grab, das sehr häufig im Zentrum des Kreises gefunden wurde, umgeben, war man früher davon überzeugt, dass es sich dabei um jene Stelle handelte an der das Thing abgehalten wurde, es sich also um einen Gerichtshof im Freien handelt. Gegenwärtig verfolgen allerdings nur noch sehr wenige Geschichtswissenschaftler diese Theorie.

Was für die Theorie des Thingplatzes spricht, ist einzig allein die Tatsache, dass nahezu alle Domarringe aus einer ungleichen Anzahlt an Steinen bestehen, die liegend oder stehend kreisförmig aufgestellt wurden. Meist handelt es sich um sieben oder neun Steinblöcke, aber es kommen auch elf Steine oder eine andere ungleiche Anzahl vor. Wenn man davon ausgeht, dass vor jedem Stein ein Richter saß, so würde dies natürlich bedeuten, dass auf Grund der ungeraden Zahl, immer ein eindeutiges Urteil gefällt wurde. Hinzu kommt, dass man im Västmannalagen lesen kann „a þing oc a ring“, also „ein Thing und ein Ring“, allerdings ohne weitere Erklärung, so dass es sich bei diesem Ring auch um ein Gesetz handeln kann, wie der, wenn auch weitaus später entstandene, Forsaringen beweist.

Was gegen diese Theorie des Thingplatzes spricht sind Funde innerhalb von Domarringen. Oder auch das Beispiel in Lagmansholm, wo sieben Domarringe ineinander übergehen, es aber sicher nicht mehr als einen Thingplatz in der Nähe einer Ansiedlung gab. Das Rätsel dieser Steine muss daher offen bleiben.

Erst in Schriften des Mittelalters kann man dann lesen, dass bisweilen innerhalb eines Domarringes auch das Thing abgehalten wurde, aber da da man um diese Zeit nichts von den Gräbern im Zentrum wusste, kann dies auch auf die Symbolik der Anordnung der Steinblöcke zurückzuführen, wobei es natürlich auch möglich ist, dass man während der Völkerwanderung innerhalb der Domarringe auch Versammlungen abhielt oder dort der Toten gedachte. Oder aber, dass man hier eine Beziehung zu den Göttern der nordischen Mythologie suchen muss. Die Bezeichnung Domarring tauchte jedenfalls erst im Mittelalter auf, also mehrere hundert Jahre nachdem der letzte Domarring aufgestellt worden war..

Im Zentrum der Ringe fand man bei Ausgrabungen sehr häufig Brandgräber und teilweise auch Gräber, die erst weitaus später als das Zentralgrab hinzukamen. Da man in den Gräbern jedoch kaum auswertbare Gegenstände fand, so kann man auch nicht sagen, ob es sich dabei um einen allgemeinen Grabplatz der früheren Ansiedlung handelte oder dort nur die wichtigsten Personen des Ortes begraben wurden. Da sich diese Erfahrung bei nahezu allen Ausgrabungen wiederholte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man in Zukunft mehr über Domarringe erfahren wird als wir heute wissen.

Außerhalb Schwedens sind Domarringe nahezu unbekannt, wenn auch an der Ostseeküste in Polen einzelne Stellen mit einem Domarring gefunden wurden. Der Durchmesser der meisten Ringe überschreitet selten zehn Meter, wobei es jedoch Ausnahmen gibt, denn der Birkendegårds Domarring verfügt über einen Durchmesser von 300 Metern und ist damit die größte bisher gefundene Anordnung. Zur bedeutendsten Ansammlung an Domarringen gehören jene in Pilane, einem Grabfeld im Bohuslän, da man dort noch heute etwa 15 Domarringe mit einem Steinblock im Zentrum sehen kann, also die ursprüngliche Form erhalten blieb. Die Domarringe von Pilane entstanden vermutlich zwischen Christi Geburt und 600 Jahren nach Christus.

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lördag, mars 24

Der Opfersee Skedemosse auf Öland

Der einzige bedeutende schwedische Opferplatz der Eisenzeit ist der Skedemosse Opfersee auf Öland, in dem bedeutende Opfergaben aus der Zeit zwischen 200 und 500 nach Christus gefunden wurden. Es handelt sich daher nicht wie bei Steinhügelgräbern oder anderen Bestattungen um Gaben, die den Toten mit auf den Weg gegeben wurden, sondern um regelmäßige Opfer, die an Götter gerichtet waren.

Auch wenn in der Umgebung von Skedemosse, dem alten Handelsort Köpingsvik, bereits mehrmals im letzten Jahrhundert nach Fundstücken ausgegraben wurde und somit bewiesen werden konnte, dass die Gegend bereits während der Steinzeit bewohnt war, so brachte erst die Ausgrabung zu Beginn der 60er Jahre eine Sensation, nämlich den Nachweis eines Opfersees.

Die bedeutendsten Funde im Skedemosse waren, außer Menschenopfer, Tiere, Waffen, Schmuck, Goldringe und zahlreiche andere Gegenstände, die zu Opferriten, deren Bedeutung uns heute unbekannt ist, ins Wasser geworfen wurden. Als der See sich in ein Moorgebiet verwandelt hatte, wurde das Land genutzt, so dass eventuelle Stoff- und Lederreste leider verloren gingen.

In der Zeit zwischen 300 vor Christus und 1000 nach Christus wurden im Skedemosse insgesamt 38 Menschen nachweislich geopfert. Diese Epoche erstreckt sich daher weit über die Zeit hinaus aus der Waffen oder Schmuck im See geopfert wurden. Dass es sich dabei um menschliche Opfer handelte, schließt man daraus, dass alle gefundenen Skelette oder Teile der Skelette beweisen, dass die betroffene Personen an einem gewaltsamen Tod starb. 

Unter den geopferten Tieren fand man insbesondere zahlreiche Pferde, wobei wir heute natürlich nicht mehr wissen, ob es sich um die Pferde der besiegten Feinde oder eigene Pferde der damaligen Bewohner Ölands handelt. Obwohl Pferdefleisch zu jener Zeit normalerweise nicht gegessen wurde, lassen die Ausgrabungen darauf schließen, dass die Tiere, auch die Schafe und Schweine, rituell getötet und verzehrt wurden.

Die zahlreichen Waffen, die man in den See warf, waren, ohne Ausnahme, unbrauchbar gemacht worden, wobei zahlreiche Geschichtsforscher annehmen, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass die Waffen für Menschen unbrauchbar sein sollten und nur noch Götter sie verwenden konnten. Nach der häufigsten Theorie stammen die Waffen von besiegten Feinden und sind eine Danksagung an die Hilfe der Götter. Nichts widerspricht jedoch der Meinung, dass es sich um die Waffen der Sieger handelt, die damit den höchsten ihrer Werte den Göttern opferten und das nächste Mal mit neuen Waffen in den Kampf zogen.

Erstaunlich bei den Funden in Skedemosse ist allerdings, dass auch goldene Armbänder und Ringe unbrauchbar gemacht wurden. Genauere Untersuchungen dieses Schmuckes, insbesondere eines Armbandes mit Schlangenkopf, lassen belegen, dass die rund 1,3 Kilogramm an Goldschmuck, die als Opfergaben gefunden wurde, in der nächsten Umgebung hergestellt worden waren.

Heute kann man die Geschichte des Opfersees und das Leben auf Öland während der Eisenzeit im Skedmosse Museum entdecken, wobei ein Wanderpfad auch zu den Ausgrabungsstätten führt.


Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, februari 8

Steinsetzungen in Schweden

Zwischen der jüngeren Bronzezeit (ab 1000 vor Christus) bis zur jüngeren Eisenzeit, also der Epoche der Wikinger, waren Steinsetzungen die üblichste Grabart in Schweden, das heißt dass der Tote (oder seine Asche) mit Steinen bedeckt wurde. Meist wurde ein kleiner kreisrunder und mehrschichtiger Steinbau als Grab geschaffen.

Die Steinsetzung unterscheidet sich von den Grabhügeln vor allem dadurch, dass sie keine Spitze hatten, sondern relativ flach waren. Oft wurden Steingräber zusätzlich mit Erde oder Sand bedeckt, was dazu führte, dass sie sich alle früher oder später der Natur anpassten und mit Gras, Büschen und Bäumen überwuchsen. Dies ist auch einer der Gründe, warum sie sehr schwer zu entdecken sind, da Wurzeln und Tiere natürlich auch den typischen Grabbau veränderten. Viele Steinsetzungen sind heute kaum noch von einer Steinansammlung zu unterscheiden, die Landwirte beim Roden ihrer Grundstücke anlegten.

Oft sind Steinsetzungen nur daran zu erkennen, dass man bei den Steinansammlungen auch die Kantensteine oder eine Art Steinspitzen findet, die das Grab einst umgaben. Bei einigen Steinsetzungen Schwedens konnte man auch verbrannte Knochen, Scherben von Gefäßen oder einfachen Schmuck finden, was die Bestimmung eines Grabes natürlich erleichterte.


Je nach Gegend und Epoche kann man mehrere Arten von Steinsetzungen unterscheiden, wobei lediglich die runde Steinsetzung mehr oder weniger überall und zu allen Epochen nachgewiesen werden kann. Bei dieser Art von Steinsetzung kann man das Alter oft durch die Wahl der Steine und die Größe der Steinsetzung bestimmen oder einschätzen.

Quadratische Steinsetzungen waren vor allem während der älteren Eisenzeit üblich, wobei es auch hier mehrere Varianten gibt, die nur ein Archäologe unterschieden kann. Die Wikinger, sowohl heidnische als auch christliche, neigten vor allem zu rechteckigen Steinsetzungen in denen man auch oft Gebeine fand. Weitaus seltener und nur lokal sind die Treudd-Steinsetzungen, die wie dreistrahlige Sterne aussehen. Diese Gräber wurden vor allem in Småland und am Mälaren gefunden und kommen aus der Zeit der Vendel und der Wikinger. Eine weitere, relativ häufige Form sind Steinsetzungen in Schiffsform, ohne dass diese jedoch mit Schiffssetzungen verwechselt werden dürfen.

Diese Einteilungen an Steinsetzungen sind natürlich rein wissenschaftlich und nach Häufigkeit der Fundstellen zu sehen, denn man hat auch jede andere nur denkbare Art an Steinsetzungen in Schweden gefunden, die in keinerlei Schema oder System passen.

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lördag, januari 28

Der Hågahügel, der bekannteste Grabhügel bei Uppsala

Der Hågahügel, der nur vier Kilometer von Uppsala entfernt ist, wird noch heute als der Björns Hög (hög ist das altschwedische Wort für Hügel) oder gar König Björns Hög bezeichnet, obwohl nach aller Wahrscheinlichkeit kein König Björn dort begraben wurde, da das Grab fast 2000 Jahre älter ist als Björn über Birka regiert haben soll.

Mit seinem Durchmesser von 45 Metern und einer Höhe von sieben Metern ist der Hågahügel einzigartig in der Gegend von Uppsala, da die Gräber, meist Steinhügelgräber, aus der Bronzezeit in dieser Gegend weitaus einfacher und kleiner gehalten waren.

Der Hågahügel wurde in den Jahren 1902 und 1903 untersucht, wobei der schwedische König Gustav VI. Adolf hier nicht nur die Ausgrabung finanzierte, sondern auch persönlich an ihr teilnahm. Allerdings nahm man um diese Zeit noch an, dass das Grab aus der späten Eisenzeit stammt und tatsächlich König Björn hier begraben sei, also eine Bestätigung suchte und keine neue Erkenntnis.

Die Funde im Grab waren ebenso erstaunlich wie die Größe des Hügels, denn man entdeckte allein 52 mit Gold verzierte Fundstücke und eine große Anzahl anderer Gegenstände, die heute im Historischen Museum in Stockholm zu finden sind. Unter den Fundstücken findet man ein Schwert, eine Mantelspanne und Goldspiralen, die vermutlich als Schmuck dienten. Archäologen sind sich, auch nach Auswertung der im Grab gefundenen Knochen, nicht sicher, ob im Grab nicht eine Frau lag, die allerdings dann besonders mächtig gewesen war, da man über ihr einen so bedeutenden Hügel errichtete.

Wer heute den Hågahügel sieht, muss sich allerdings geistig in die Bronzezeit zurückversetzen, als der Hügel und das umgebene Gräberfeld sowie die Gebäude und die Fornborg noch auf einer Insel lagen, die bis zu den bedeutenden Landhebungen zu einer Schärenlandschaft gehörte und auf dem von weitem sichtbaren Hügel Feuer entfacht wurden.

Der Hågahögen, wie dieser Hügel im Schwedischen bezeichnet wird, liegt auf einem bedeutenden Gräberfeld in dessen Nähe man weitere drei kleinere Grabhügel fand, 24 runde Steinsetzungen und zwei aufrecht stehenden Steine. Nicht sehr weit davon entfernt wurden mehrere Häuser und die Fornborg (Vorburg) Predikstolen ausgegraben. Wer hier jedoch lebte, wer im Hågahügel begraben wurde, wann die Befestigung angelegt wurde und viele andere Fragen sind leider bis heute offen und führten daher zu sehr unterschiedlichen, teils auch abenteuerlichen Theorien.

Auch die Größe des Hågahögen fordert Spekulationen heraus, denn diese Art der Bestattung war in jener Epoche nur in Südschweden, Dänemark und Norddeutschland üblich, nicht in Mittelschweden. Es ist daher auch offen, ob die Erbauer die Idee aus dem Süden importierten oder ob es sich dabei um Herrscher aus dem Süden handelt, die sich am Mälaren niedergelassen hatten.

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fredag, januari 20

Steinhügelgräber (Grabhügel) in der schwedischen Geschichte

Steinhügelgräber, die in Schweden als Gravröse, Rör oder Kummel bezeichnet werden, sind Grabhügel aus der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit und gleichen anderen Steinhügeln, die gleichzeitig, aber auch noch später als die Steinhügelgräber entstanden sind und oft der Orientierung, auch auf Gewässern, dienten. Da die meisten Steinhügelgräber geplündert wurden und nur noch der Steinhügel übrig blieb, ist es heute in vielen Fällen sehr schwer einen Steinhügel von einem Grabhügel zu unterscheiden. Nur wenn Asche, Gebeine oder andere Gegenstände bei den Ausgrabungen gefunden wurden, ist die Bestimmung eindeutig.

Auch wenn Steinhügelgräber vor allem in Küstennähe und auf Anhöhen zu finden sind, so kann man daraus keinen Schlusssatz ziehen, denn es wurden überall im südlichen Teil Schwedens Grabhügel gefunden, auch in der Ebene. Was erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass nahezu alle Steinhügelgräber an zentralen Stellen zu finden waren, also in der Nähe ehemaliger Straßen oder an Aussichtspunkten, was viele Geschichtswissenschaftler damit deuten, dass Steinhügelgräber auch eine Art Markierungen waren. Aber es ist natürlich genau so gut möglich, dass nur wichtige Persönlichkeiten in Grabhügeln bestattet wurden, denen man eine besondere Stelle bieten wollte oder an denen jeder Vorbeigehende erinnert werden sollte.

Während man in der älteren Bronzezeit die Toten noch nicht verbrannte und ihnen auch eine Gabe und persönliche Gegenstände mit auf die letzte Reise gab, wurde Ende der Bronzezeit der Tote mit allen seinen Grabbeigaben verbrannt, so dass man, außer einer Aschenmischung, nichts in den Gräbern fand, das einen Hinweis auf die Toten bieten konnte. Man vermutet jedoch, dass es auch in dieser Zeit wichtig war, dem Toten persönliche Gegenstände wie Kamm oder Schmuck mit auf die Reise geben zu können, was darauf hinweist, dass man auch während der Bronzezeit an ein gewisses Leben nach dem Tode glaubte. 
 
Die Größe der Steinhügelgräber hing vermutlich sowohl von der Bedeutung der Begrabenen statt, als auch von der Anzahl der Toten, die man in einem Grabhügel unterbringen wollte, denn während die meisten Steinhügelgräber eine relativ geringe Ausdehnung haben, hat jenes in der Nähe von Björknäs einen Durchmesser von über zwölf Metern und ist nahezu zwei Meter hoch. Sehr interessant ist in diesem Fall allerdings, dass man in der Nähe des Steinhügelgrabes auch noch zwei Steinsetzungen (stensättningar) findet, die erst weitaus später als der Grabhügel entstanden sind.

Eine der offenen Fragen der Steinhügelgräber liegt auch an der Ausrichtung der Grabhügel, denn alle historischen Gräber, die zwischen 1500 vor Christus und 1100 vor Christus errichtet wurden, liegen in ost-westlicher Richtung, haben also eine Beziehung zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Der Grund für diese Ausrichtung ist allerdings ebenso unbekannt wie die Frage nach den Personen, die eine Steingrab bekamen, denn sicher ist, dass es sich nicht um eine übliche Art der Bestattung handelte. Auf Grund der Durchlässigkeit der Steine und der daraus folgende Verwitterung wurden auch nur relativ wenige Gebeine oder andere organische Gegenstände in den Gräbern gefunden, was uns offene Fragen beantworten könnte. 

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lördag, januari 14

Die Eisenzeit in Schweden

Die Eisenzeit erstreckte sich in Schweden von etwa 550 v. Chr. bis 373 n. Chr., was jedoch nicht sehr eng gesehen werden darf, da sich diese Epoche in Schweden nicht gleichzeitig abspielte. Nach einigen Theorien ging die Eisenzeit im Svealand bis zur Epoche der Vendel und der Wikinger und endete teilweise erst mit der Christianisierung nach dem Jahre 1000. Wenn man die Eisenzeit jedoch rein auf die Zeit beschränkt, in der das Material  Eisen eine wichtige Rolle spielte, so endet die Eisenzeit in Schweden gegen etwa 800 n. Chr. Man darf in dieser Beziehung nicht vergessen, dass die Quellen, auf die diese Angaben bauen, entweder die Sagen des Nordens, also die nordische Mythologie, oder die Aufzeichnungen christlicher Mönche waren.

Wissenschaftlich teilt man die Eisenzeit in Schweden in zwei Epochen, nämlich die vorrömische Eisenzeit (550 v.  Chr. - Christi Geburt), auch keltische Eisenzeit genannt, und die römische Eisenzeit (Christi Geburt - 375 n. Chr.). Als Eisenzeit betrachtet man den Zeitraum, in dem man von Bronze (Bronzezeit) auf Eisen überging bis zum Moment als man die Herstellung von Stahl kennenlernte, dem Material, das dann im Mittelalter eine tragende Rolle spielte.

Während der vorrömische Eisenzeit hatte Schweden etwa das heutige Klima, was bedeutete, dass sich die einzelnen Stämme wegen der schneereichen Winter sehr schlecht ernähren konnten und teilweise weite Strecken zurücklegten. In Anspielung auf die nordische Mythologie nennt man diese Epoche daher auch oft Fimbulwinter, der als Anzeichen für Ragnarök gesehen wurde. Funde aus dieser Zeit beweisen auf jeden Fall, dass die Völker, die ab etwa 200 v. Chr. Schweden bewohnten Kontakte nach Süden hatten, vorher jedoch relativ isoliert gelebt haben. Parallel zu den südlichen Kontakten findet man jedoch im nördlichen Schweden auch die Hinweise auf eine rein samische Kultur, die sich sehr deutlich von jener Mittel- und Südschwedens unterscheidet.

Der Übergang der Bronzezeit in die Eisenzeit zeigt sich auch dabei, dass die Steingräber nun Urnengräbern Platz machen. Da man sich nur auf Funde berufen kann, ist ungewiss, wie diese Veränderung zu Stande kam. Es ist natürlich möglich, dass die Macht der Stammeshäuptlinge gesunken war, wie manche Archäologen behaupten, aber es ist auch möglich dass die Urnenbestattung aus dem Süden übernommen wurde oder sich der Gotteskult änderte. Eine klare Antwort auf diese Fragen werden wir jedoch nie erhalten.

Das römische Zeitalter zwischen Christi Geburt und dem Jahr 400 zeichnet sich dadurch aus, dass in Skandinavien ab diesem Zeitpunkt römische Produkte wie Glasbecher, Münzen oder auch Schmuck auftauchten. Auch wenn man weiß, dass die nordische Gesellschaft um diese Zeit bereits weite Handelsreisen unternommen hat, so weiß man dennoch nicht, ob sie direkt mit dem römischen Reich in Kontakt gekommen waren, oder aber, ob sie die römischen Waren von den Germanen erworben wurden, die einerseits sehr gute Handelsbeziehung mit den Römern hatten, aber auch einen regen Warenaustausch mit der nördlichen Nachbarn.

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fredag, januari 13

Die Völkerwanderung in Schweden

Die Völkerwanderung, das heißt die offiziell erste Völkerwanderung in Schweden, setzte in Schweden etwa 400 nach Christus ein und endete etwa 550 nach Christus, wobei die letzten Bewegungen allerdings noch bis zum Beginn der Wikingerzeit fortsetzten. Im allgemeinen nennt man in Schweden die Epoche zwischen der Eisenzeit und der Vendelzeit die Epoche der Völkerwanderung.

Die Ursache der Völkerwanderung waren auch in Schweden die Eroberungszüge der östlichen Völker wie den Hunnen, den Magyaren, sowie anderer Ostvölker und die daraus folgende Flucht der Völkergruppen, die das zentrale und östliche Europa besiedelt hatten. Diesen Einfluss bestätigen Münzen und Goldschmuck, der im Götaland gefunden wurde, auch wenn man nicht sagen kann welche Gruppen nach Schweden vordrangen und um wie viele Personen es sich dabei tatsächlich handelte.

Dass die Völkerwanderung nicht unbedingt friedlich verlief, davon zeugen auch die zahlreichen Fornborgar (Vorburgen), die in dieser Zeit im südlichen Teil Schwedens entstanden und dass um diese Zeit erstmals der Begriff „danerna“ (vermutlich für Dänen) auftauchte. Die Völkerwanderung in Schweden ist allerdings nicht als Bewegung nach Norden zu sehen, denn, wie zahlreiche Funde zeigen, zogen auch Gruppen aus dem Sveareich Richtung Süden, da vermutlich auch Völker aus dem heutigen Finnland von Norden aus nach Schweden vordrangen.

Sicher ist auch, dass sich während der Völkerwanderung die Machtstruktur in Schweden änderte und die damaligen Herrscher über immer größere Reiche verfügten, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass sich viele kleinere und damit schwächere Gruppen einem mächtigen Herrscher unterstellt haben um die neuen Feinde gemeinsam im Zaum zu halten. Während der Völkerwanderung entwickelte sich Gamla Uppsala zum Zentrum des Sveareiches, das über Eisenherstellung und die nötigen Transportwege verfügte, aber wo man auch fruchtbares Ackerland vorfand, das die Ernährung der Bevölkerung garantierte.

Nach den Erzählungen von Snorre Sturlasson aus dem 12. Jahrhundert regierte während der Zeit der Völkerwanderung das Geschlecht der Ynglingaätten in der Umgebung Uppsalas. Wie viel dieser Erzählungen Tatsache ist oder auch Erfindung, ist schwer zu sagen, denn Archäologen fanden nur für einen Teil der Sagen auch Beweise, anderes gehört in den Bereich des Möglichen. Sicher ist jedoch, dass einige der Namen, so auch Beowulf, nicht vom Autor erfunden wurden, sondern tatsächlich existierten.

Gegen Ende der Völkerwanderung kehrten im Sveareich, zum Beispiel mit den Königshügeln, auch wieder Traditionen aus der Bronzezeit ein, wobei die Königshügel sowohl drei Sveakönigen zugeschrieben werden als auch den Göttern der schwedischen Mythologie, nämlich Odin, Thor und Frey. Aber es kreisen auch noch andere Legenden aus der Zeit der Vendel um die Hügel, die heute als Westhügel, Mittelhügel und Osthügel bezeichnet werden


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onsdag, januari 11

Das Treffen von Arboga

Auch wenn die Kleinstadt Arboga für zahlreiche wichtige Treffen gewählt wurde, da die Stadt im Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt war, insbesondere auch als Drehpunkt für den Eisenhandel, so spricht man beim Treffen von Arboga (Arboga Möte) vom Treffen im Jahre 1435, das in mehreren Geschichtsbüchern als der erste Reichstag Schwedens bezeichnet wird. Kritiker argumentieren jedoch, dass es sich nicht um einen Reichstag gehandelt haben kann, da zwar der Adel, die kirchliche Elite und die Repräsentanten des Kaufmannsstands vorhanden waren, nicht jedoch Vertreter der Bauern, die in massgeblicher Weise am Aufstand des Vorjahres beteiligt waren.

Das Treffen von Arboga war indes notwendig geworden, da ein Jahr vorher, unter der Leitung von Engelbrekt Engelbrektsson, eine Revolution im Eisengewinnungsgebiet Bergslagen ausgebrochen war, die dazu geführt hatte, dass der König Erik von Pommern (Erik XIII.) abgesetzt wurde und nun eine sinnvolle Lösung für die Politik Schweden gefunden werden musste, die vor allem die Interessen des Kapitals stützten sollten. Es war daher logisch, dass weder Arbeiter noch Bauern an den Sitzungen teilhaben sollten.

Auch wenn Engelbrekt Engelbrektsson bei dieser Gelegenheit das Symbol der Freiheit wurde und als Reichsrat die Region Örebro erhielt und im dortigen Schloss einzog, so war seine Macht beschränkt, denn die leitende Schicht Schwedens fühlte sich nach der Reform wieder sicherer beim wieder eingesetzten König Erik XIII. als bei einer unberechenbaren Schicht an Arbeitern und Bauern, zumal ihnen Engelbrekt das gebracht hatte, was sie wollten, nämlich Gesetzesänderungen und geringere Steuern.

Da sich jedoch für Arbeiter und Landwirte die Situation nicht geändert hatte, brachen bereits 1436 neue Unruhen aus. Engelbrekt Engelbrektsson machte sich daher auf den Weg nach Stockholm um seinen Forderungen, die Arbeitern und Bauern Erleichterungen bringen sollten, Nachdruck zu verleihen. Auf der Reise nach Stockholm wurde Engelbrekt jedoch, angeblich aus privaten Gründen, ermordet. Da der Tod des Kämpfers für ein sozialeres Leben auch für Kaufleuten, Priester und Adelige im richtigen Moment kam, wurde der Mörder eher beschützt als gesucht und man konnte Engelbrekt Engelbrektsson posthum als großen Mann seiner Zeit bezeichnen.

Das Volk in Bergslagen betrachtete Engelbrekt indes als Heiligen und enendliche Ströme an Pilgern nahmen von ihm Abschied. Der „Märtyrer des Volkes“ Engelbrekt war jedoch kein Heiliger für die leitende Schicht Schwedens, was sich auch darin zeigte, dass selbst seine Gebeine plötzlich spurlos verschwanden, was man auf die Reformation zurückführte. Allerdings lässt die offizielle Version viele Fragen offen, da des spurlose Verschwinden von Engelbrekt Engelbrektsson der Führung des Landes nur zum Vorteil gereichen konnte.

Copyright: Herbert Kårlin