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torsdag, november 8

Helvig von Holstein und die Krönung der ersten Königin Schwedens

Helvig von Holstein, die bisweilen auch als Hedvig oder Hedwig von Holstein bezeichnet wird, war die Tochter des Grafen Gerhard I. von Holstein-Itzehoe und Elisabeth von Mecklenburg und wurde vermutlich zwischen 1255 und 1260 in Itzehoe geboren.

Durch ihre Hochzeit mit Magnus Ladulås am 11. November 1276 in Kalmar wurde Helvig von Holstein zur Königin Schwedens, ein Ereignis, das den Bewohnern der Stadt vermutlich lange in Erinnerung blieb, da nach Swea rikes historia von Sven Lagerbring bei einem Unglück während des Fackelumzugs nahezu ganz Kalmar abbrannte.

Der Zeitpunkt der Ehe war ohnehin nicht ideal, denn erst ein Jahr zuvor war Magnus Ladulås dadurch an die Macht gekommen, indem er seinen Bruder Valdemar Birgersson zwangsweise abgesetzt hatte und daher nicht mit der Gunst des gesamten Volkes rechnen konnte. Bereits 1278 kam es zum Aufstand gegen Magnus Ladulås bei dem Helvigs Vater in Skara gefangen genommen wurde und die junge Königin Zuflucht im Kloster suchen musste.

Als Magnus Ladulås die Revolte niedergeschlagen hatte, wurde Helvig von Holstein in Söderköping zur Königin gekrönt. Sie ist damit die erste Ehefrau eines schwedischen Monarchen, die gekrönt wurde. Als Morgengabe erhielt die Königin das Gut Dåvö und die drei Gemeinden Snevringe, Fellingsbro und Åkerbro im Västmanland.

Als Magnus Ladulås bereits 1290 auf Visingsö starb, zog sich Helvig von Holstein auf ihr Gut Dåvö zurück wo sie bis zu ihrem Tod zwischen März 1324 und Februar 1326 lebte. Man nimmt an, dass die Königin und die gemeinsame Tochter Rikissa mit Magnus Ladulås in der Riddarholmskyrkan in Stockholm begraben wurden, auch wenn dies bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnte.

Aus der Ehe zwischen Helvig von Holstein und Magnus Ladulås gingen sechs Kinder hervor, wobei der Erstgeborene Erik bereits im Alter von zwei Jahren starb. Der Sohn Birger Magnusson wurde nach seinem Vater König von Schweden, Erik der Herzog von Södermanland und Valdemar der Herzog von Finnland. Ingeborg wurde durch die Ehe mit Erik Menved zur Königin Dänemarks und Rikissa wurde die Äbtissin des Sankt Klara Klosters in Stockholm.

Nach geschichtlichen Überlieferungen scheint sich Helvig von Holstein auf ihre Aufgaben als Ehefrau und vor allem um die Erziehung ihrer Kincder konzentriert zu haben, die sie, außer Rikissa, alle überlebte. Politisch gesehen hatte die Königin keinerlei Einfluss auf das schwedische Reich.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, maj 28

Söderköping, eine der ältesten Städte Schwedens

Wie Sigtuna, Lödöse, Skara, Kalmar und Visby, so gehört auch Söderköping in Östergötland zu den ältesten Städten Schwedens, dessen Stadtkern noch heute deutlich das mittelalterlichen Straßensystem aufweist und die frühere Kleinstadtstruktur mit Holzhäusern lässt noch heute eine lange Geschichte ahnen. Unter den Häusern liegt eine bis zu drei Meter dicke Schicht mit den Resten alter Gebäude auf denen die heutige Stadt Söderköping errichtet wurde.

Wann Söderköping wirklich gegründet wurde, ist unbekannt, aber geschichtlich bewiesen wurde, dass der Ort schon im achten Jahrhundert existierte und sich bereits im 12. Jahrhundert zu einer bedeutenden Handelsstadt Schwedens entwickelt hatte, in der zahlreiche Handwerker des Mittelalters aktiv waren und die in nur einem weiteren Jahrhundert zu einer mittelalterlichen Metropole wurde in der eine dritte Kirche nötig war, wo sich 1235 ein Kloster der Franziskaner ansiedelte, von dem allerdings keinerlei Reste mehr vorhanden sind, wo ein Helgeandshus (Hospiz) entstand und eine Münzprägeanstalt eingerichtet wurde.

Die Bedeutung von Söderköping wird deutlich, wenn man bedenkt, dass hier 1281 Hedvig von Holstein, die Ehefrau von Magnus Ladulås, zur Königin gekrönt wurde und deren Sohn Birger als Thronfolger bestimmt wurde, der dann ebenfalls in Söderköping gekrönt wurde. Rund 150 Jahre nach der Krönung von Hedvig von Holstein, im Jahre 1436 wurde dann auch der Friedensvertrag zwischen Erich von Pommern und Engelbrekt unterzeichnet in der Stadt unterzeichnet.

Noch während der Reformation unter Gustav Vasa war Söderköping eine wichtige Stadt Schwedens, da sie, als Stockholm gegen die Invasion von Dänemark kämpfte, zur wichtigsten Zollstadt Schwedens wurde und hier der Bischof Brask zum Widerstand gegen die Reformation eine Druckerei unterhielt um die katholische Kirche zu unterstützen, was jedoch nur dazu führte, dass er des Landes verwiesen wurde und das Kloster eines der ersten war, das von Gustav Vasa sehr frühzeitig geschlossen wurde.

Der Niedergang Söderköpings im 16. Jahrhundert hatte dann mehrere Gründe gleichzeitig, denn zum einen wurde die Stadt zum Teil von den Truppen Rantsaus zerstört, zum anderen war es wegen der Landhebungen unmöglich geworden weiterhin mit anderen schwedischen Städten zu konkurrieren, da Handel von der Schifffahrt und einem nahen Hafen abhingen. 1595 kam es dann zum letzten Reichstag in Söderköping, die die Macht von Sigismund ganz brechen sollte und gleichzeitig dazu dienen sollte auch die letzten Katholiken des Landes zu verweisen.

Einen gewissen Aufschwung erlebte Söderköping dann nochmals mit der Befestigung und dem Ausbau der Sankt Ragnhild Quelle zu einer Kureinrichtung und im 19. Jahrhundert, als der Göta Kanal gebaut wurde. Allerdings konnten beide Ereignisse der Stadt nicht die ehemalige Glanzzeit zurückbringen.

Die touristische Entwicklung und die Vorliebe von deutschen Fernsehstationen ihre Filme in Söderköping zu drehen, verhalfen der Stadt seit den 60er Jahre wieder zu einem gewissen Aufschwung, was sich auch daran zeigt, dass sich die Anzahl der Bevölkerung die letzten 50 Jahre nahezu verdoppelt hat und nun bei knapp 7000 Einwohnern liegt. Unter den ältesten Gebäuden der Stadt findet man heute die Sank Laurentii Kyrka und die Drothems Kyrka, die beide aus dem 13. Jahrhundert stammen.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, mars 12

Die ersten schwedischen Städte

Auch wenn erst Birger jarl ab dem Jahre 1250 der Gründer der wichtigen Städte Schwedens wurde und unter anderem auch das heutige Stockholm gründete, so gab es auch vorher einige Ansiedlungen, die man als Städte betrachten konnte, auch wenn man von den Handelsansiedlungen der Wikingerzeit absieht und daher weder Birka, noch Paviken, Köpingsvik, Helgö oder Uppåkra als Städte bezeichnet. Eine Sonderrolle nehmen auch noch Ansiedlungen in Skåne ein, da diese Städte während des frühen Mittelalters nicht zum schwedischen Reich gehörten.

Die älteste Stadt Schwedens ist mit größter Wahrscheinlichkeit Sigtuna, das vermutlich Erik Segersäll  gegen 980 gründete und Birka ablöste. Auch wenn man sich mit Sicherheit sagen kann, warum Sigtuna gegründet wurde, so liegt doch der Gedanke nahe, dass man dort eine katholische Stadt errichten wollte, die mit jenen der südlicher gelegenen Länder Stand halten konnte. Dies wird auch von der Tatsache unterstützt, dass hier die ersten Münzen Schwedens geprägt wurden.

Auch die zweite Stadt Schwedens wurde als religiöses Zentrum geschaffen, denn Skara, das im Jahre 1070 erstmals von Adam von Bremen genannt wurde, hatte kaum hundert Jahre später bereits drei Kirchen und eine Handwerksgilde. Skara bestimmte dann im 13. Jahrhundert maßgeblich das Geschehen in Västergötland, und dies nicht nur in religiöser Hinsicht.

Die nächste Stadt, die in Schweden um diese Zeit erschien, war ein Vorgänger des heutigen Göteborg. Lödöse, wie diese Stadt genannt wurde, entstand mit größter Wahrscheinlichkeit gleichzeitig, oder sogar etwas früher, als Skara, wird jedoch erstmals im Jahre 1151 schriftlich erwähnt. Im Gegensatz zu Sigtuna und Skara war Lödöse jedoch weniger eine kirchliche Stadt, sondern war, wegen ihrer Lage am Göta Älv, bereits zu Beginn als Handelsstadt geplant, die einen direkten Zugang zum Kattegat hatte.

Auch wenn Visby auf Gotland sich erst unter Magnus Ladulås dem schwedischen Reich anschloss und vorher eher als selbständiges Land zu betrachten ist, so rechnet man Visby im allgemeinen zu den ersten schwedischen Städten. Unter Umständen ist Visby weitaus älter als alle anderen Städte dieser Zeit, zumal archäologische Funde belegen, dass dort bereits gegen das Jahr 700 eine größere Ansiedlung bestand. Die älteste schriftliche noch existierende Quelle reicht bei Visby jedoch nur auf das Jahr 1203 zurück, eine Zeit, als Visby bereits größer und bedeutender war als Sigtuna. Auch Visby muss mehr als Handelsstadt gesehen werden, zumal die Bewohner Gotlands den alten Göttern weitaus treuer war als die Bewohner anderer Gegenden Schwedens.

Die wichtigste Handelsstadt Schwedens in der Epoche bevor Magnus Ladulås ein Städtenetz schuf, ist indes Söderköping. Die religiös geprägte Handelsstadt entstand vor allem wegen ihrer strategischen Lage. Zwischen 1100 und 1200 wurde aus einer kleinen Ansiedlung die vermutlich dicht besiedeltste und reichste Hafenstadt dieser Epoche. Geprägt wurde Söderköping vor allem von deutschen Handelsleuten und dem Franziskanerkloster, das dort 1235 entstand. Schriftlich erwähnt wurde die Stadt erstmals im frühen 13. Jahrhundert.

Die letzte Stadt Schwedens, die ebenfalls noch lange vor Stockholm existierte, ist Kalmar. Wann Kalmar genau entstand ist nicht bekannt, auch wenn sicher ist, dass der städtische Charakter sich erst ab 1230 voll entwickelte. Kalmar war vermutlich die Stadt, die am meisten vom deutsch-schwedischen Handel geprägt und daher gleichzeitig einem starken katholischen Einfluss ausgesetzt war. Selbst die Struktur der Stadt war mehr an die deutsche Bauweise angelehnt als an die schwedische, was vermutlich darauf zurückzuführen ist, dass Kalmar auch überwiegend von deutschen Baumeistern erbaut wurde.


Copyright: Herbert Kårlin