Visar inlägg med etikett Schären. Visa alla inlägg
Visar inlägg med etikett Schären. Visa alla inlägg

måndag, november 5

Die Festung Vaxholm in den Stockholmer Schären

Die Festung Vaxholm ist im strengen Sinne des Wortes keine einzelstehende Verteidigungsanlage, sondern eine Ansammlung mehrerer Verteidigungsanlagen, die sich teilweise auch um Vaxholm verteilen und ab dem 16. Jahrhundert die Aufgabe hatten Stockholm gegen Feinde zu schützen, die die Stadt von der Seeseite aus angreifen wollten.

Die Verteidigungsanlage Vaxholm und insbesondere die Festung auf der Schäreninsel Vaxholm zeigt aus diesem Grund auch als eine der wenigen Anlagen Schwedens die Entwicklung der Verteidigungsgeschichte Schwedens, da die Festung im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ergänzt und erweitert wurde um der technischen Entwicklung des Feindes Stand halten zu können.

Bereits 1510 errichtete der Reichsvorstand Svante Nilsson auf der Insel Vaxholm einen erstes Wall und es wurden dort einige Soldaten stationiert, die einen eventuellen Feind gebührend empfangen sollten. Da dies natürlich keinen sicheren Schutz bot, beschloss Gustav Vasa während des Reichstags in Västerås im Jahre 1544 die Insel mit einer dauerhaften Festung zu versehen und die Zufahrt Oxdjupet mit einem Steinwall unpassierbar zu machen. Den entsprechenden Auftrag erteilte er dem Stadthalter des Stockholmer Schlosses.

Die Festung Vaxholm sollte, nach Gustav Vasa, natürlich nicht nur der Verteidigung dienen, sondern auch dazu, dass dem Staat keine Zölle vorenthalten wurden. Auf diese Weise konnte der König auch den wachsenden Handel mit Stockholm kontrollieren und beträchtliche Einnahmen verzeichnen.

1548 entstand ein erstes Blockhaus auf Vaxholmen, das jedoch bereits unter Johan III. mit einem Steinturm ergänzt und 1604 weiter ausgebaut wurde. Erst 1612 waren die Arbeiten auf Vaxholmen so weit gediehen, dass man von einer ersten Festung reden konnte. Diese Verteidigungsanlage wurde gerade noch fertig, bevor eine Flotte des dänischen Königs Kristian IV. Stockholm angreifen wollte. Dass der Platz der Festung Vaxholm sehr gut gewählt war, wurde dadurch bewiesen, dass die dänische Flotte mit 30 Schiffen unverrichteter Dinge umkehren musste.

Während des folgenden Jahrhunderts wurde die Festung Vaxholm immer mehr ausgebaut, auch wenn bis 1719 kein weiterer bedeutender Angriff erfolgte und die Anlage mehr von Zöllnern benutzt wurde als von Soldaten. Als 1719 russische Schiffe nach Stockholm durchbrechen wollten um die Stadt einzunehmen, erging es ihnen wie bereits der dänischen Flotte, denn sie mussten mit ihren Fahrzeugen wenden und versuchten wegen der schwedischen Übermacht und der guten Verteidigung auch keinen zweiten Angriff.

Als die russische Armee im Februar 1808 mit der der Eroberung Finnlands begannen, wurde der schwedischen Verteidigung klar, dass die Festung Vaxholm einer neuen Bedrohung von russischer Seite nicht gewachsen war und man plante erneut die Festung auszubauen. Ab 1833 wurden dann große Teile der ursprünglichen Verteidigungsanlage abgerissen und es entstand jene Festung, die man großenteils heute heute auf Vaxholmen vorfindet. Als die Anlage jedoch 1863 abgeschlossen war, stellte man fest, dass auch diese Befestigung den neuen Waffen nicht gewachsen war. Als man daher 1872 versuchsweise eine Kugel von einem Kriegsschiff aus auf die Festung abfeuerte, durchschlug diese eine der Mauern ohne jedes Problem. Als dann auch noch die Schiffe größer wurden, musste zudem eine andere Zufahrt nach Stockholm gewählt werden und die Festung Vaxholm war überflüssig geworden. Bis weit ins 19. Jahrhundert wurde Vaxholm dann noch als Gefängnis benutzt, da die Anlage militärisch keine Rolle mehr spielte und von der Oscar-Fredriksborg ersetzt worden war. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente die Festung dann der Militärverwaltung und war ein militärisches Ausbildungszentrum. Seit 2003 findet man hier das bedeutendste Festungsmuseum Schwedens, das die schwedische Seeverteidigung bis zum Zweiten Weltkrieg dokumentiert.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, januari 29

Die Landhebung oder Landerhebung in Schweden

Nach der letzten Eiszeit nahm der Druck auf die Erdrinde ab und erlaubte es ihr daher wieder zur ursprünglichen und stabilen Lage zurückzukommen. Genau genommen ist dieser Prozess bis heute nicht abgeschlossen und wird, wenn auch immer langsamer, noch weitere 10.000 Jahre fortsetzen und damit die schwedische Landschaft maßgeblich verändern.

Während der Eiszeit war Schweden von einer Eisschicht von bis zu vier Metern bedeckt, was die poröse Erdkruste zusammendrückte. Erst als das Eis verschwand, dehnte sich die Erde wieder aus, was bedeutet, dass Schweden während den folgenden Epochen sein Gesicht ständig veränderte. Die Fundstellen aus der Steinzeit sind daher alle nur auf Anhöhen zu finden und selbst Inseln der Bronzezeit wurden erst in den folgenden Jahrhunderten und Jahrtausenden zu Festland. Wer sich daher für das Schweden der vergangenen Epochen interessiert, muss die Landhebungen oder Landerhebungen mit berücksichtigen. Birka, um nur ein Beispiel zu nennen, hatte einen direkten Zugang zur heutigen Ostsee und befand sich auf einer Insel, die nur mit Booten zugänglich war.

Forschungen, vor allem in Nordschweden, seit dem 18. Jahrhundert belegen, dass die Landhebungen beim Rückgang der Eisschicht erst 75 Millimeter im Jahr ausmachten, dann auf 25 Millimeter im Jahr schrumpften und das heutige Maximum (bei Skellefteå) nur noch zehn Millimeter ausmacht. Im Laufe der Jahrtausende wird sich dies permanent weiter reduzieren.

Es ist auch logisch, dass die Landerhöhung von der Dicke des ursprünglichen Eises abhängt und daher an der nordschwedischen Küste am deutlichsten in Erscheinung trat und im südlichen Skåne davon weitaus weniger bemerkt wird. Da man in Nordschweden in den kommenden 10.000 Jahren mit einer weiteren Erhöhung von bis zu 100 Metern rechnen kann, wird sich in dieser Zeit Schweden weiterhin verändern. Manche Seen werden verschwinden, andere eine andere Form annehmen oder auch größer werden. Einige der Schären werden sich selbst dem Festland anschließen. Wer an der Höga Kusten im Ångermanland 100 Jahre alt wird, kann noch heute eine Landerhebung von rund einem Meter persönlich erleben.

Inwieweit die Landhebungen den schwedischen Küstenstreifen verändern werden wird allerdings auch von den Klimaveränderungen abhängen, die das Wasserniveau der Meere ständig steigen lassen. In Skåne oder Westschweden kann es dadurch selbst dazu kommen, dass trotz der jährlichen minimalen Landerhebung ein Teil des Landes an das Wasser abgegeben wird und optisch ein Teil des Landes untergeht.

Als Anders Celsius im Jahre 1765 erstmals die Landerhöhungen untersuchte, so kam er noch zur Schlussfolgerung, dass Wasser verdampft und daher verschwindet, die Erde also eine unveränderliche Masse sei. Der Schotte Thomas Jamieson vertrat dann 1865, also hundert Jahre später, die Theorie einer Landerhebung nach der Eiszeit, wobei diese Theorie jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann auch allgemein akzeptiert wurde.

Die Landhebungen haben allerdings nicht nur die Geographie des Landes verändert, sondern auch auf die Geschichte eingewirkt, da im Laufe der Jahrhunderte ganze Städte verlagert wurden, so dass man auf der Suche nach der Vergangenheit manche heutige Stadt, zum Beispiel Uppsala, Stockholm, Umeå, Vasa oder Torneå dort suchen muss, wo sie sich während der Gründung befand und nicht dort, wo sie sich heute befindet.
Copyright: Herbert Kårlin