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onsdag, september 19

Die schwedische Opferquelle Svinnegarn bei Enköping

In der Geschichte Schwedens wurden immer wieder Opfer an Götter gebracht hat weshalb heute auch mehrere Opferseen, zum Beispiel der Skedemosse auf Öland, und andere Opferstellen bekannt sind. Als während der Christianisierung Schwedens der Katholizismus ins Land kam, so änderte sich zwar nicht das Opferverhalten, aber Bischöfe, Priester und Gläubige änderten den Symbolgehalt der Opfer, was dazu führte, dass man im ganzen Land heilige Quellen entdeckte, die meist auch an einem Pilgerpfad lagen und um die zahlreiche Legenden kreisten.

Die vermutlich bedeutendste dieser Quellen ist die Svinnegarn Quelle (Svinnegarns Källa) bei Enköping, deren Ruf möglicherweise selbst bis ins Heidentum zurückgeht, die jedoch erst während des 15. Jahrhunderts schriftlich erwähnt wurde und sich in dieser Zeit zu einem Anziehungspunkt der Gläubigen entwickelte. Der Zustrom an Gläubigen war so hoch, dass neben der Kirche von Svinnegarn, in der ebenfalls Pilger schliefen, zwei Herbergen gebaut werden mussten, deren Reste bei Ausgrabungen gefunden wurden.

Die Dreifaltigkeitsquelle Svinnegarn liegt 450 Meter südlich der Svinnegarn Kirche, liegt in der Nähe des König Harald Hügels, fließt nach Norden und befindet sich auf dem Gebiet des früheren Kungsgården, was nach Meinung der Kirche ein eindeutiges Zeichen dafür war, dass es sich um eine sehr wichtige Quelle handelt, die nur der Dreifaltigkeit geweiht sein konnte.

Durch diesen Ruf hatte die Quelle nahezu unbegrenzte Kraft und das Wasser konnte Krankheiten heilen. Um jedoch auch Wünsche erfüllt zu bekommen, waren Opfer nötig, insbesondere Silber, das in die Quelle geworfen werden musste. Da dies jedoch auch Diebe anlockte, kam der zuständige Priester der Kirche sehr schnell auf die Idee dort einen Opferstock anzubringen (heute im Historischen Museum in Stockholm zu sehen), der jeden Abend geleert werden konnte. Die Gaben der zahlreichen Pilger waren so umfangreich, dass sich die im Grunde sehr kleine Kirche zu einer der reichsten Kirchen des Upplands entwickelte. Als Gustav Vasa im Jahre 1545 die Menge des Kirchensilbers beschränkte und große Teile beschlagnahmte, kamen aus Svinnegarn nahezu 13 Kilogramm an Silber.

Als durch die Reformation das Wasser der heiligen Quelle Svinnegarn zu einfachem Quellwasser erklärt wurde, so änderte dies relativ wenig am Glauben an die Quelle, denn Pilger kamen weiterhin und selbst 1841 konnte man am Abend vor dem Tag der Dreifaltigkeit, dem Tag an dem die Quelle die größte Kraft hat, noch Tausende von Pilgern an der Svinnegarns Källa zählen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Pilger weniger, ohne dass jedoch der Glaube an das heilige Wasser je ganz verschwand.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, september 11

Jokkmokk in der schwedischen Geschichte

Als sich Karl IX. zu Beginn des 17. Jahrhunderts entschlossen hatte auch das nördlichste Schweden in sein Reich einzugliedern, so wollte er in erster Linie auch zentrale Stellen der Sami unter seine Gewalt bekommen und diese überwachen. Einer dieser Treffpunkte der Sami war die Umgebung des heutigen Jokkmokk. Archäologische Funde beweisen, dass dort bereits Handel betrieben wurde, lange bevor Karl IX. seine Beauftragten in die Gegend schickte, denn die ältesten Funde gehen bis ins Jahr 900 zurück, die Epoche der Wikinger.

Nach dem gleichen Stil wie in Arvidsjaur oder später Fatmomakke als in ganz Lappland Kirchdörfer angelegt wurden, so wurde auch in Jokkmokk gegen 1605 dort als erstes eine Kirche gebaut und ein Kirchdorf errichtet. Der Unterschied zu Arvidsjaur war jedoch, dass der König in Jokkmokk nicht nur den Kirchbesuch als Pflicht machte, sondern auch die Anwesenheit auf dem damals dreiwöchigen Markt. Die Idee war Jokkmokk zum Marktzentrum Lapplands zu machen, denn je weniger Marktmöglichkeiten für die Sami existierten, um so besser konnte die Krone den Handel überwachen und Steuern eintreiben.

Bei Ausgrabungen aus den 30er Jahren konnte man in der Nähe der Vårdcentralen in Jokkmokk Reste alter Gebäude und Gräber finden, die gegen 1607 erbaut wurden, was darauf hinweisen könnte, dass dort auch die erste Kapelle des Ortes erbaut wurde. Auch dort, wo heute der jährliche Markt von Jokkmokk stattfindet, fand man Reste von Koten und Kirchhäuschen, die Zeugen der Zwangschristianisierung der Sami sind.

Obwohl man 1660 Silber im Gebirge von Kvikkjokk fand, das von den Sami über Jokkmokk zur Küste transportiert werden musste, entwickelten sich in der Umgebung Jokkmokks erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch feste Ansiedlungen, einer Zeit, als die Gewinnung von Silber wegen Unrentabilität bereits wieder eingestellt worden war.

Im Jahre 1732 können in Jokkmokk dann die ersten dauerhaften Gebäude nachgewiesen werden, wobei in diesem Jahr in Jokkmokk auch eine staatliche Schule für Kinder der Sami eingerichtet wurde, die vom König sehr schnell zur Pflicht gemacht wurde, da er glaubte damit die Sami besser in die schwedische Gesellschaft integrieren zu können. Gleichzeitig hatte die Krone auch Sieder nach Jokkmokk locken können, denen gewisse Steuererleichterungen geboten wurden und er schenkte ihnen Land der Sami, da er davon ausging, das Nomaden kein Land besitzen konnten und daher alles der schwedischen Krone gehört.

Als sich im 18. Jahrhundert die Bevölkerung in Jokkmokk vor allem durch Siedler aus den südlicheren Teilen Schwedens ausdehnte, wurde die Kirche zu klein und 1753 wurde eine größere Kirche gebaut, die jedoch bei einem Brand im Jahre 1972 vollständig zerstört wurde. Die heutige Gamla Kyrka ist daher eine Replik dieser alten Kirche und wurde gemäß der früheren Pläne an der gleichen Stelle wieder aufgebaut.

Heute ist Jokkmokk ein bedeutendes touristisches Zentrum Lapplands, dessen Markt zum 400. Jubiläum Anfang Februar 2012 rund 80.000 Besucher anzog. Auch wenn ein Teil der Bevölkerung Jokkmokks samischen Ursprungs ist, so ist heute die Politik Stockholms in den meisten Punkten maßgebend, was die Sami in eine gewisse Randposition drängt und immer wieder zu Spannungen führt.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, augusti 30

Gudberga Kloster, das nördlichste Kloster Schwedens

Das Gudsberga Kloster nördlich von Hedemora war das einzige Kloster in Dalarna, das am nördlichst liegende Kloster des Landes und gleichzeitig das letzte Kloster, das von den Zisterziensern in Schweden errichtet wurde. Das Gudsberga Kloster konnte im Jahre 1486 gegründet werden, nachdem der regionale Vertreter der Regierung, Ingel Jönsson Hjorthorn, und seine Frau Birgitta Sonedotter dem Orden die entsprechenden Ländereien geschenkt hatten.

Auch wenn das Gudsberga Kloster bereits im Jahre 1527 auf Grund der Reformation unter Gustav Vasa wieder aufgegeben werden musste, also gerade einmal 41 Jahre lang existierte, handelte es sich um ein relativ reiches Kloster, das ausschließlich von Mönchen und Laienbrüdern bewohnt wurde. Außer mehreren Gütern und anderen Werten, waren die Mönche auch an den Gruben und der Silberschmelzerei beteiligt, was in dieser Zeit ein sicheres und bedeutendes Einkommen mit sich brachte.

Als die Mönche das Gudsberga Kloster verlassen hatten, stand es einige Jahre lang leer bis Nils Larsson, ein Vertrauter des Königs, 1538 das Kloster erhielt. 1544 befahl Gustav Vasa dann das gesamte Silber aus dem Kloster nach Stockholm zu schicken. Die Klosterkirche begann zu verfallen, da sich niemand mehr dafür interessierte.

Als man in den 60er Jahren Ausgrabungen am Ort des ehemaligen Guldsberga Klosters unternahm, konnte man Reste der Mauern des Gebäudes freilegen, sowie Reste der Klosterkirche, die eine Größe von 21 Meter Breite und 44 Meter Länge hatte, also sogar größer war als die Mutterkirche der Zisterzienser in Alvastra, auch wenn sie nicht völlig im Stil der Zisterzienser erbaut wurde. Direkt neben den Klosterruinen findet man eine etwas merkwürdig geformten Steinformation, die den Namen „Der Stuhl des Heiligen Staffan“ trägt, in Erinnerung an den Abt des früheren Klosters.

Ganz in der Nähe des Klosterruine, die sich im kleinen Ort Kloster befindet, findet man einen kirchenähnlichen Bau in dem das Grubenmuseum eingerichtet ist, in dem man die Geschichte des Klosters, aber auch auch die Entwicklung des Ortes und der Gruben findet. Im 19. Jahrhundert, als hier Eisen und vor allem Schwarzpulver gewonnen wurde, lebten in dem kleinen Ort nahezu 1000 Personen, was sich heute kaum noch vorstellen kann.

Copyright: Herbert Kårlin