söndag, november 4

Die Västmannalagen in der Geschichte Schwedens

Die Västmannalagen gehören zu den mittelalterlichen Landskapslagar und sind gewissermassen die umstrittensten dieser Gesetzessammlungen, da man bis heute nicht sicher ist, welchen Zusammenhang die äldre Västmannalagen mit den yngre Västmannalagen haben und ob das ältere Västmannalagen für das Västmanland oder für Dalarna galt.

Die Västmannalagen sind sehr stark von den Upplandslagen beeinflusst und wurden im 14. Jahrhundert niedergeschrieben, wobei vom älteren Västmannalagen, das spätestens Mitte des 13. Jahrhunderts in Kraft trat, nur eine einzige Abschrift existiert und von der jüngeren Gesetzessammlung zwei Exemplare.

Auch wenn sich die Geschichtswissenschaftler bis heute nicht darüber einigen konnten für welche Region die Västmannalagen tatsächlich galten, so sind die Texte dennoch von bedeutendem geschichtlichen Interesse.

Zum einen kann man in diesem Text lesen, dass ein Dieb "a þing oc a ring" geführt werden muss, also zum Thingplatz, der sich in einem Ring befand, was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass das Thing um diese Zeit innerhalb eines Domarringes abgehalten wurde.

An einer anderen Stelle des Textes findet man eine Aufzählung der wichtigsten Saatarten jener Epoche, woraus man entnehmen kann, dass für die Landwirtschaft jener Zeit Weizen, Roggen, Bohnen, Erbsen, Leinen und Cannabis die größte Bedeutung hatten. Während die ersten vier Getreide- und Gemüsearten der Ernährung dienten, waren die letzten beiden für die Herstellung jeder Art von Textilien, Seilen und Netzen gedacht waren.

In den Västmannalagen findet man auch klare Hinweise zur Abtreibung, denn wenn eine Frau dieser Tat angeklagt war so musste die Angeklagte durch Zeugen beweisen, dass sie unschuldig war und man sich auf ihr Wort verlassen konnte. Hatte sie keine Zeugen, so wurde sie zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, was beweist, dass die Abtreibung im katholischen Mittelalter weitaus toleranter betrachtet wurde als nach dem Gesetz von 1734, wo auf Abtreibung die Todesstrafe stand.

Vor allem was die Abtreibung betrifft, so sieht man zwischen den verschiedenen Regionalgesetzen des Mittelalters deutliche Unterschiede, denn während im Västmannalagen die Beschuldigte Zeugen finden musste um ihre Unschuld zu beweisen, kann man im Västgötalagen lesen, dass derjenige, der eine Frau der Abtreibung beschuldigte, dies durch Zeugen belegen musste. Waren keine Zeugen zu finden, so wurde der oder die Klagende wegen Ehrenkränkung verurteilt.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, november 3

Sofia Eriksdotter von Dänemark wird Königin von Schweden

Sofia Eriksdotter von Dänemark wurde 1241 als Tochter des dänischen Königs Erik Plogpenning geboren und war durch ihre Ehe mit Valdemar Birgersson von 1260 bis 1275 Königin von Schweden.

Als Erik Plogpenning im Jahre 1250 ermordet wurde, wurde der damals Neunjährigen Sofia mitgeteilt, dass sie Valdemar Birgersson heiraten würde, der 1950 als Zehnjähriger zum König Schwedens ernannt worden war. Nach einer Legende soll Sofia Eriksdotter nach dieser Mitteilung in ihr Zimmer gegangen sein um Maria zu bitten ihr und ihrem zukünftigen Mann Glück miteinander zu bringen.

Die Ehe zwischen Sofia Eriksdotter und Valdemar Birgersson wurde 1960 vermutlich in Jönköping abgehalten, auch wenn die Erikskrönikan Öninge in Ödeshög nennt. Es bestehen daher einige Zweifel über den tatsächlichen Ort, auch wenn Öninge wegen seiner geringen geschichtlichen Bedeutung kaum in Frage kommt.

Sofia Eriksdotter wird grundsätzlich als sehr temperamentvoll, schlagfertig und mit einer scharfen Zunge beschrieben, der die Macht sehr wichtig war. Nach mehreren Aufzeichnungen scheute die Schönheit auch nicht davor zurück andere offen zu beleidigen.

Ihr frommer Wunsch als Neunjährige ging allerdings nicht in Erfüllung, denn der König war ein Frauenheld, der von einer Affäre zur nächsten sprang. Als daher Jytta, die Schwester Sofias, 1272 zu Besuch nach Schweden kam, so wurde auch sie unmittelbar von Valdemar verführt und ein Jahr später kam ein Kind zur Welt, was den König zu einer Pilgerreise nach Rom zwang um Busse zu tun.

Als Valdemar Birgersson nach der Schlacht bei Hova im Jahre 1275 als König abgesetzt wurde, blieb Sofia, die sich zu dieser Zeit im Ramundeboda Kloster in Närke aufhielt, noch zwei Jahre bei ihrem Ehemann, der sich jedoch nun ganz offen mit allen seinen Liebhaberinnen zeigte. 1277 entschied sich Sofia daher nach Dänemark zurückzukehren. 1283 schenkte die ehemalige Königin ihre Fischerei dem Sankt Martins Kloster in Skänninge, was insbesondere dadurch eine geschichtliche Bedeutung bekam, weil in ihrem Donationsbrief erstmals der Ort Norrköping (Norkøponge) genannt wird.

Sofia Eriksdotter bekam mit Valdemar Birgersson sieben Kinder, wobei keines unter ihnen ein Rolle für die schwedische Geschichte spielte. Der erstgeborene Erik starb bereits 1261, Ingeborg wurde Gräfin von Holstein, Marina heiratete Grafen Rudolf von Diepholz, Rikissa wurde Königin von Polen und Margareta trat ins Kloster ein. Erik, der zehn Jahre nach dem Tod seines Bruders geboren wurde, und Katarina tauchen später nicht mehr in der Geschichte auf.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, november 2

Die Bedeutung der Festung in Boden in der schwedischen Geschichte

Wenn man von der Festung in Boden (Bodens Fästning) redet, so meint man nicht eine geschlossene Anlage, sonder fünf zusammengehörige Festungsanlagen, die die größte Verteidigungsanlage Schwedens ausmachen. Einige Teile der Anlage gehören noch heute zu den militärischen Geheimnissen, obwohl die Festungsanlage mittlerweile ihre Bedeutung verlor und ein Teil der Festung nur noch der Ausbildung von Soldaten dient.

Die Idee für eine Festung im hohen Norden Schwedens wuchst nach dem Jahre 1809, also dem verlorenen Finnischen Krieg, als die Regierung Schwedens Russland als bedeutende Gefahr sah und eine Invasion nördlich der Ostsee als eine der größten Bedrohungen Schwedens betrachtet wurde, zumal sich dort, in Form von Eisen und anderen Mineralen, der Reichtum des Landes befand an dem der östliche Nachbar sehr interessiert war.

Der Bau der Bodens Fästning, der allerdings erst 1901 in Gang gesetzt wurde und 15 Jahre andauerte, war auch ein vollkommenes Umdenken der schwedischen Verteidigungspolitik, denn man ging erstmals von der Idee einer zentralen Verteidigung des Landes ab und begann die Grenzgebiete zu befestigen von wo aus den möglichen Feinden unmittelbar die Schlagkraft Schwedens vor Augen geführt werden sollte.

Die Festung in Boden ist hier eines der typischen Beispiele Schwedens, die auch während des Kalten Krieges mit Russland noch von großer Bedeutung waren. Die Anlage wurde, wie an zahlreichen anderen Stellen des Landes in den Berg gesprengt und der Ausbau erfolgte unter strengster Geheimhaltung. Dies führte dazu, dass man zwar von Außen entdecken konnte, dass es sich in Boden auf fünf Anhöhen um eine Verteidigungsanlage handelte, aber selbst den dort stationierten Soldaten war nicht bekannt wie weitläufig der unterirdische Ausbau ging und zu welchem Zweck die einzelnen Teile dienten. Nur der schwedische Führungsstab war in alle Geheimnisse der Bodens Fästning eingeweiht. Besucher der Festung, die seit 1989 stufenweise für die Allgemeinheit geöffnet wird, bleiben noch heute strategische Teile der Festung verborgen.

Neben den fünf Festungen ging in die Verteidigungsanlage noch zahlreiche andere Gebäude um Boden mit ein, denn die Kasernen, Lagerhallen, Hallen für die Exerziere und anderes wurde nicht in den Berganlagen untergebracht, da dies das Risiko der Spionage erhöht hätte und die Sicherheit der Verteidigungsanlage in Frage gestellt hätte.

Dass die Festung in Boden nicht bereits 1809 in Angriff genommen wurde oder 1824, als der Oberst G. A. Peyron eine entsprechende Befestigung in Luleå vorschlug, lag vor allem an der Unzugänglichkeit der Gegend, denn erst als die Stambanan (Eisenbahnlinie) 1894 Boden erreichte und dort der größte Verladeplatz für schwedisches Eisenerz entstand, war es möglich das notwendige Material für eine so bedeutende Festung nach Boden zu schaffen. Bereits 1897 genehmigte dann der schwedische Reichstag den Bau der militärischen Anlage.

Auch wenn die Bodens Fästning weitaus teurer wurde als geplant und das Sprengen der Innenräume im Berg sehr aufwendig war, da man nicht mit Dynamit arbeiten konnte, weil dadurch die Stabilität riskiert worden wäre, so hat diese Festung Schweden mehrmals einen großen Nutzen gebracht, denn allein durch diese Anlage waren die Erzvorkommen Lapplands geschützt, denn weder die russischen Armeen haben je versucht diese Barriere zu durchbrechen, noch hatte die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eine Einsatzstärke, die notwendig gewesen wäre um an die Erzreserven zu kommen. Und selbst während des kalten Krieges waren die unterirdischen Anlagen gegen einen befürchteten atomaren Angriff geschützt.

Die hohen Kosten der Festung in Boden lagen allerdings auch daran, dass jede der Festungen, auch während eines Angriffs, mit den anderen permanent in Verbindung bleiben musste und dass jeder Teil autonom existieren konnte, also separat mit Wasser, Lebensmittel und Strom versorgt sein musste. Die Bergräume mussten zudem rund um die Uhr mit Frischluft versorgt werden und gegen Gasangriffe gewappnet sein, da nur diese Voraussetzung eine sichere Verteidigung garantieren konnte.

Die Bedeutung des Verteidigungssystems in Boden drückt sich auch dadurch aus, dass die gesamte Umgebung bis 1998 als militärisches Sperrgebiet erklärt war und Ausländern der weiträumige Zugang der gesamten Umgebung verboten war. Heute ist nun noch ein kleiner Teil der Anlage als Sperrgebiet für die Allgemeinheit ausgezeichnet.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, november 1

Die Bäckeskogskvinnan, die älteste Frau Schwedens

Als der Landwirt Oscar Larsson im Jahre 1939 sein Land bearbeitete und dort ein Skelett fand, konnte er nicht ahnen, dass es sich dabei um eine Sensation handelte, wie das Historische Museum in Stockholm unmittelbar feststellte als es das Skelett untersuchte, obwohl die Wissenschaftler dort das Skelett irrtümlicherweise einem Mann zuordneten.

Auf Grund der Grabfunde, die vor allem aus Gerätschaften zur Jagd und zum Fischfang bestanden, ging man bis 1971 davon aus, das das 151 Zentimeter große Skelett einem Fischer gehörte, der etwa 6730 vor Christus, also während des Mesolithikum, lebte und etwa 40 bis 50 Jahre alt war.

Der Osteologe Nils-Gustaf Gejvall, der das Skelett dann 1971 untersuchte, stelle jedoch fest, dass es sich um eine maximal 45 Jahre alte Frau handelte, die aller Wahrscheinlichkeit nach zehn bis zwölf Kinder zur Welt gebracht hatte. Es handelte sich daher um die älteste Frau, die man je in Schweden fand und gleichzeitig auch eines der wenigen Skelette dieser Zeit ausmachte.

Aus dem Fischer von Barum (Barum war der Fundplatz) wurde in Stockholm die Bäckaskogskvinnan und in Skåne die Barumskvinnan, wobei beide Begriffe abwechseln benutzt werden. Das Skelett, das man im Historischen Museum betrachten kann, wird seit Jahren vom Museum In Kristianstad gefordert, da man dort der Meinung ist, dass der Fund zurück in die Heimat kommen soll. Aber dieser Streit hat natürlich nur kommerzielle Gründe, da beide Museum die Sensation bei sich ausstellen wollen.

Was die sitzende Bäckaskogskvinnan uns allerdings nicht beantworten kann, sind die die Fragen nach ihrer Tätigkeit, ob die Grabbeigaben bedeuten, dass sie selbst bereits eine unabhängige Frau war, die ihre Familie durch Jagd und Fischfang ernährte, ob sie überhaupt alleinstehend war oder einen kranken Mann hatte, den sie mit versorgte oder was sonst hinter den Grabbeigaben steckt. Wie so oft in der Geschichte, so liefert jeder Fund auch gleichzeitig einige Rätsel.

Da die Bäckaskogskvinnan oder Barumskvinannen in der Hockerstellung begraben wurde, so nimmt man an, dass dies den Schlaf ausdrücken soll und sie schlafend in einer andere Welt kommen sollte. Diese Bestattungsart war nicht nur in Schweden während der Steinzeit üblich, sondern fand selbst im alten Ägypten statt.

Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, oktober 31

Die Morgengabe (Morgongåva) in der schwedischen Geschichte

Die Morgengabe (Morgongåva) geht in Schweden bis weit ins Mittelalter zurück und war in nahezu allen Landesgesetzen (Landslag) vorhanden und sollte einer Frau eine sichere Zukunft nach dem Tode ihres Mannes garantieren. Die Morgongåva wurde daher nur fällig, wenn der Mann vor der Frau starb. Während der Ehe hatte die Ehefrau keinerlei Zugriff auf die Morgengabe, aber der Ehemann war gesetzlich dazu verpflichtet die Gabe zu verwalten ohne dass sie an Wert verlor.

Die Morgongåva war also eine Art Versicherung für jede Frau, die bereits vor der Ehe ausgehandelt wurde. Nachdem dies jedoch bereits im 13. Jahrhundert auch zum Missbrauch führte, teils weil dadurch leiblichen Erben indirekt enterbt wurden und teilweise, weil die Forderungen ausuferten, wurden die Bestimmungen zur Morgengabe durch das Magnus Eriksson Landslag im Jahre 1350 klar geregelt und den tatsächlichen Vermögensverhältnissen angepasst.

Wie der Name Morgengabe bereits aussagt, so wurde diese am Morgen nach der tatsächlichen Hochzeit fällig, was bedeutet, dass die Hochzeitsnacht, die damals bezeugt werden musste, vollzogen war. Diese Tatsache führte dann später zur Theorie, dass die Morgongåva eigentlich von der Jungfräulichkeit der Frau abhängig war, was jedoch aus keinem historischen Schriftstück hervorgeht und auch in keiner anderen Weise bestätigt werden kann.

In Schweden war die Morgengabe bis zum Jahre 1920 gesetzlich verankert, auch wenn es sich während der letzten Jahrzehnte mehr und mehr um eine Art Erbschaftsgesetz handelt und der Frau ein Recht auf einen Anteil des Besitzes des Mannes garantierte.

Allerdings war das Recht der Morgongåva bereits ab dem 17. Jahrhundert immer seltener nach den ursprünglichen Gesetzen betrachtet worden, sondern die Morgengabe wurde zu einem Schmuckstück, das der Ehefrau am Morgen nach der Hochzeitsnacht überreicht wurde und das diese dann um den Hals trug und als Zeichen dafür genommen wurde, dass es sich um eine ehrenhafte Ehefrau handelt. Noch später wurde daraus ein Medaillon, das anfangs eine Haarlocke des Ehemanns enthielt und noch später ein Foto. Der Wert des Medaillons hing vom Stand und der Einkunft des Ehemanns ab. In den meisten Fällen hatte das Geschenk daher nur noch einen symbolischen Charakter.

Da die Morgengabe von Beginn an vom Reichtum des Ehemannes abhing, konnte sie sehr unterschiedlich ausfallen, denn Könige schenkten ihren Frauen oft Schlösser oder bedeutende Güter, während die Frau eines Bauern auch nur einen Acker oder ein Kuh erhalten konnte. Aber auch wenn die Morgengabe gesetzlich geregelt war, so war eine Hochzeit auch ohne die Morgongåva gültig, was im Laufe der Geschichte auch immer wieder auf negative Weise ausgenutzt wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, oktober 30

Dorothea von Brandenburg wird Königin in Schweden

Dorothea von Brandenburg (Dorotea av Brandenburg) wurde gegen 1430 geboren und wurde durch zwei aufeinander folgende Ehen zweimal zur Königin von Schweden, von Dänemark und von Norwegen und behielt gleichzeitig ihre deutschen Titel.

Am 10. September heiratet Dorothea von Brandenburg Christoph von Pfalz-Neumarkt (Christoph III., Kristofer av Bayern) und wurde damit zur Königin der drei nordischen Reiche über die ihr Mann zu dieser Zeit regiert. Bereits am 14. September wird Königin Dorotea, wie sie in Schweden genannt wird, in Lund gekrönt. Bei der Eheschließung garantierte ihr Christoph III. als Morgongåva eine gesichertes Leben, sollte er vor ihr sterben. In Schweden sollte sie das Schloss in Örebro, Närke und das Värmland erhalten. Gleichzeitig erhielt sie auch das Jämtland, das allerdings zu dieser Zeit noch zu Norwegen gehörte und Besitztümer in Dänemark. Sollte die Königin den Norden nach dem Tode des Königs verlassen wollen, so sollten ihr die drei Länder insgesamt 45.000 rheinische Gulden als Ausgleich bezahlen.

Nach dem Tode von Kristofer av Bayern im Jahre 1448 heiratete Dorothea von Brandenburg Kristian I. von Dänemark (Christian I.), was jedoch dazu führte, dass sie erst 1457 in Uppsala erneut zur König Schwedens gekrönt wurde und 1464 ihre gesamten Güter in Schweden verlor. Von diesem Zeitpunkt an kämpft die Königin mit allen Mittel darum ihre Morgongåva zurückzuerhalten, was ihr jedoch bis zu den Friedensverhandlungen zwischen Dänemark und Schweden nicht gelang.

Als Dorothea von Brandenburg die Aussichtslosigkeit eines politischen Übereinkommens sah, das ihr die Güter zurückbringen konnte, wandte sie sich nach der Schlacht bei Brunkeberg am 10. Oktober 1471 an den Papst Sixtus IV. und bat um seine Unterstützung, was ihr letztendlich 1475 gelang. Der Papst stellte eine Bulle (päpstliche Urkunde) aus, die Sten Sture den Älteren zur Rückgabe der Güter an die ehemalige Königin Schwedens zwang. Zum Dank dafür unternahm Dorothea dann 1488 eine Pilgerreise nach Rom.

Auch wenn man sehr wenig über Königin Dorotea weiß, so geht man davon aus, dass sie ein großes finanzielles Interesse hatte und auch politisch einen gewissen Einfluss ausübte.

Dorothea von Brandenburg hatte keine Kinder mit ihrem ersten Mann und fünf Kinder gemeinsam mit Christian I. unter denen zwei keine Rolle innerhalb der Geschichte spielen, Hans König der drei nordischen Reiche wurde, Fredrik I. später zum König von Dänemark und Norwegen aufstieg und Margareta durch ihre Ehe mit Jakob III, zur Königin Schottlands gekrönt wurde.

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måndag, oktober 29

Die Herkunft der Sami und ihrer Kultur in der schwedischen Geschichte

Kaum ein Thema der schwedischen Geschichte ist so umstritten wie die Herkunft und die Kultur der Sami im nördlichsten Teil des Landes, denn es gibt keine alten Dokumente und die bisherigen Funde können nur einen Bruchteil der offenen Fragen beantworten. Erschwert wird dieses Frage noch von der Geschichtsschreibung vom 17. bis Ende des 19. Jahrhunderts, die in Fragen der Sami mehr als nur zweifelhaft ist und jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt, da man diese Frage unter rein ethnischen Gesichtspunkten erklären wollte.

Die Sami tauchten im heutigen Lappland vermutlich bereits vor Christi Geburt auf und waren aller Wahrscheinlichkeit nach Jäger, die sich als Nomaden über weite Strecken bewegten, da es dort weitaus weniger Tiere, Fisch oder auch Pflanzen gab als in den südlicheren Teilen des Landes. Das Leben als Nomade war daher keine freie Wahl, sondern eher eine Notwendigkeit.

Auf Grund der bisherigen Funde, aber auch der Sprache und der Genetik der Samen, muss man davon ausgehen, dass dieses Volk nicht vom Süden Schwedens aus in den Norden vordrang, sondern aus dem Osten kam, auch wenn man bisher nicht feststellen kann aus welcher Region und noch weniger weiß, warum sich die Sami nach Lappland aufmachten. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass es sich um ethnische Verfolgungen handelte und die Sami im relativ unwirtlichen Gebiet Schwedens die einzige Stelle fanden an der sie ohne Gefahren überleben konnten.

Mit der Bevölkerungsentwicklung Schwedens und den ständigen Reisen der Sami kam es sicher bereits ab dem frühen Mittelalter zu vermutlich friedlichen Treffen mit den damaligen Schweden, was sowohl zu einem gewissen Warenaustausch führte, aber auch dazu, dass sich verschiedene Gruppen der Bevölkerung mischten. Auch Sklaven oder Träl, die den Wikingern am Mälaren entkamen, hatten im Grunde nur die Wahl sich nach Norden zu begeben, was zwischen den Jahren 1000 und 1600 aus den Sami eine neue genetische Gruppe an Menschen wurde, deren Herkunft daher, rein wissenschaftlich gesehen, zum  Teil selbst in den südlicheren Ländern Europas gefunden werden kann ohne dass bis zu dieser Zeit je ein Sami diese Länder besucht hätte. So wenig wie die damaligen Schweden einer Volksgruppe klar zugeordnet werden können, so wenig ist dies auch bei den Sami möglich, auch wenn die sozialen Kontakte zwischen Sami und Schweden bis zum 16. Jahrhundert vermutlich geringer war als jene zwischen einem Mittelschweden und einem Holländer, da die Kulturen sehr unterschiedlich waren und der Handel sich bis zur „Invasion“ des Nordens durch die schwedischen Könige, südlich orientiert war.

Dass die Sami noch im 14. Jahrhundert keine homogene Gruppe war geht auch aus zahlreichen schriftlichen Dokumenten hervor, denn bereits Saxo Grammaticus beschrieb sehr unterschiedliche Gruppen an Sami, die sich je nach ihrer Lebensart unterschieden. Ab dieser Zeit unterscheidet man die Bergsami, die Waldsami und die Flusssami, Unterscheidungen, die bis heute eine gewisse Bedeutung haben und gewissermaßen beweisen, dass man auch historisch nicht pauschal von „den Sami“ reden kann, sondern Lappland von mehreren Gruppen an Sami bevölkert wurde, die vermutlich bereits sehr früh untereinander Handel betrieben und Erfahrungen austauschten, auch wenn die verschiedenen Sprachen gewisse Probleme dabei verursacht haben können.

Copyright: Herbert Kårlin