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torsdag, oktober 4

Der Björketorpsstenen bei Ronneby in Blekinge

Der Björketorpsstenen (Björketorpstein) bei Ronneby in Blekinge ist mit seiner Höhe von rund vier Metern nicht nur einer der größten Runensteine Schwedens, sondern unterscheidet sich auch in zwei anderen Merkmalen, denn der Björketorpsstenen wird von zwei Bautasteinen flankiert deren Bedeutung in diesem Zusammenhang unbekannt ist und nicht einmal zu sinnvollen Theorien führt. Zum anderen ist es einer der wenigen Runensteine Schwedens auf denen die Inschrift nicht an eine Persönlichkeit erinnern soll, sondern eine Verbannung darstellt.

Was in diesem Zusammenhang ebenfalls erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass sich auf dem Johannishusåsen, auf dem sich auch der Runenstein befindet, eine sehr bedeutende historische Fundstelle befindet, darunter eine sehr große Anzahl an Gräbern und Domarringen, was unter Umständen in einem gewissen Zusammenhang zum Björketorpsstein stehen können, da die Gräber zum großen Teil älter sind als der Runenstein, der etwa gegen 650 nach Christus geschlagen wurde.

Der Björketorpsstenen wurde erstmals im Jahre 1493 als Grenzstein von drei Gemeinden genannt, wobei sich hier bereits die erste Frage ergibt, da die drei Steine ein Dreieck bilden. Es ist daher durchaus möglich, dass sie zur Grenzmarkierung versetzt wurden, also nicht mehr an der ursprünglichen Stelle stehen und damit auch ein Hinweis verschwand, der die Drohungen auf dem Runenstein erklären könnte, oder aber die Grenzen wurden den Steinen angepasst..

Auch der sogenannte Björketorpsstenen wurde mit den um diese Zeit üblichen 24 Runenzeichen beschriftet, wobei man annimmt, dass in dieser Epoche bereits ein einheitliches Urnordisch in Schweden gesprochen wurde, da auf den Runensteinen, die man überall im Land verteilt fand, die gleichen Worte benutzt werden. Offen bleibt dabei natürlich, ob dies die Sprache des Volkes war oder nur jene einer höheren gebildeten Schicht, die Handel betrieb und/oder über Teile Schwedens herrschte.

Nach mehrheitlicher Meinung der Runenforscher warnt der Text jeden davor das Monument zu zerstören, weil sich in den Runen eine sehr starke Zauberkraft verbirgt die den Täter auf das härteste bestraft und ihm einen grauenvollen Tod bringen wird. Diese Art von Drohung ist auf schwedischen Runenstein extrem ungewöhnlich und muss in Beziehung zum Ort wo er aufgestellt wurde eine besondere Bedeutung haben, die uns bisher verschlossen ist.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, juni 11

Bautastenar, Menhire, Monolithe und Hinkelsteine in Schweden

Die schwedischen Bautastenar (Bautasteine), die in der Archäologie als „resta stenar“ (aufrechte Steine) bezeichnet werden, haben in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bezeichnungen und werden, unter anderem, als Menhire, Hinkelsteine oder als Monolithe bezeichnet.

Die Bautastenar kann man in Schweden als die Vorläufer der Runensteine betrachten, wobei die ältesten Funde bis etwa zum Jahre 200 nach Christus zurückreichen, auch wenn ihre Anzahl dann erst während der Völkerwanderung ansteigt und in der Eisenzeit als häufig betrachtet werden kann.

Das Wort Bautasten wird in Snorres Edda erstmals verwendet, kommt vom altisländischen Begriff „bautaðarsteinn“ und wird in Schweden erstmals im Jahre 1664 von Olof Verelius verwendet. Heute wird der Begriff Bautasten von Archäologen abgelehnt, während er in der Geschichte, und natürlich bei Asterix, weiterhin verwendet wird.

Bei einem Bautastein handelt es sich um einen einzelnen aufrechten Stein ohne jede Inschrift, der in einem Bett von kleineren Steinen befestigt war und in der Regel ein Grab markierte, was auch erklärt, warum Menhire in Grabfeldern wie Ekornavallen oder in Greby im Bohuslän am häufigsten auftauchen.

Das Besondere an Bautastenar ist, dass sie als Phallussymbol gedeutet werden, was damit zusammenhängt, dass Menhire nur männliche Gräber kennzeichneten und Frauen aus jener Epoche in Schweden durch eine Grabkugel (Gravklot) markiert waren, der das weibliche Geschlechtsorgan ausdrückte. Auch wenn es sich hierbei nur um eine Theorie handelt, die nicht von allen nordischen Geschichtswissenschaftler geteilt wird, so entbehrt sie jedoch nicht einer gewissen Logik, wenn man die beiden Monumente betrachtet.

Bautasteine findet man nahezu in ganz Schweden und selbst auf Gotland, wobei diese Art der Grabmarkierung als erstes im Halland auftauchten und sich vermutlich von dort aus, im Laufe der nordischen Völkerwanderung, in die anderen Regionen Schwedens verbreitet hat. Da die Menhire in Schweden zwar eine Grabstelle markierten, das Grab jedoch auch eine größere Strecke vom Stein entfernt befinden kann, so weiß man nicht nach welchem Kriterium der Ort für den Bautastein ausgesucht wurde. Möglicherweise sollte er gut sichtbar an einer der alten Straßen aufgestellt werden.

Auch wenn Bautastenar als alleinstehende Monumente gesehen werden, so gehen sie oft auch in Schiffssetzungen (Skeppssättningar), Domarringen (Domarringar) oder auch Treudd Gräbern (Treudd) ein. In diesen Fällen ist ihre Funktion allerdings noch schwerer zu deuten als bei einzelnen Menhiren.

Die tatsächliche Anzahl der Bautastenar in Schweden ist unbekannt, da sie im Laufe der Jahrhunderte umfielen und einzelne in der Natur liegende Steine nicht mehr als altes Monument zu erkennen sind. Gegenwärtig sind jedoch etwas über hundert Menhire offiziell verzeichnet.

Copyright: Herbert Kårlin