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fredag, juli 27

Die Ragnarsdrápa, das älteste Werk über die Geschichte Schwedens

Die Ragnarsdrápa ist das älteste dichterische Werk, das von der Vorgeschichte Schwedens und der nordischen Mythologie handelt und vermutlich im 9. Jahrhundert vom norwegischen Skalden Brage Boddason verfasst wurde. Die Überlieferung eines Großteils dieses Werkes verdankt man Snorre Sturlasson, der vermutlich noch Zugang zum Originalwerk hatte und dieses dann mehrere Jahrhunderte später in die Snorre-Edda aufnahm.

Die Ragnarsdrápa wurde für den schwedischen Sagenkönig Björn von Birka verfasst und lobt den Helden Ragnar, bei dem es sich nach der Meinungen zahlreicher Historiker um Ragnar Lodbrok handelt. Diese Theorie kann jedoch nicht bewiesen werden, da Ragnar nach Saxo Grammaticus Jarl beim dänischen König war, er nach den isländischen Sagen jedoch als ein König Svitjods bezeichnet wird.

Brage Boddason beschreibt in der Ragnarsdrápa die Inschriften eines dekorierten Schildes, das Ragnar Lodbrok ihm übergeben hat. Da Brage sein Werk in Drottkvätt verfasste, ist die Deutung des Werkes immer noch mit gewissen Vorbehalten zu sehen, zumal auch nicht bekannt ist ob Snorre Sturlasson das Gedicht auch so übertragen hat wie er es fand oder gewisse Ergänzungen vornahm.

Schildgedichte waren zur Epoche Brages eine häufige Ausdrucksform, auch wenn nur wenige Werke erhalten geblieben sind. Ausser der Ragnarsdrápa sind vor allem noch die Haustlöng des Skalden Tjodulf av Hvin, dem auch die Ynglingatal zugesprochen wird und die Húsdrápa des Skalden Ulf Uggason (Úlfr Uggason), die oft in einem Zuge genannt werden.

Die Ragnarsdrápa wurde in vier Teile eingeteilt, wobei der erste Teil den Kampf von Hamðer und Sorli gegen Jörmunrekkr (Ermanaric) beschreibt, der zweite den ewigen Kampf zwischen Heden und Högni (Hjadningenkmapf), der dritte die Geschichte als der nordische Gott Tor (Thor) die Midgårdsormen (Midgardschlange) fischt und der letzte Teil als Gefjun (Gefjon) mit vier Ochsen Seeland schafft, da der Pflug so tief greift, dass ein Stück Schwedens abgespalten wurde.

Da man das Prunkschild mit der Ragnarsdrápa nie entdecken konnte, so weiß man auch nicht, ob der Text eingeschnitzt war, von Brage aufgemalt wurde, und ebenso wenig weiß man aus welchem Material dieses sagenumwobene Schild hergestellt war und ob und wie es verziert war.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, februari 7

Brage Boddason, der erste nordische Dichter

Brage Boddason, der eigentlich Bragi hinn gamli (Brage der Ältere) hieß, gilt als der erste nordische Skalde, der im 9. Jahrhundert lebte und dessen Werke vor allem dank Snorre Sturlasson erhalten blieben, der sie rund 300 Jahre später in seinen Werken aufnahm. Man vermutet, dass Brage Boddason aus dem nördlichen Westnorwegen kommt, aber sowohl Island als auch Schweden gut kannte.

Brage Boddasons bedeutendstes Werk, und gleichzeitig das älteste nordische Dokument, ist das Werk „Ragnarsdrápa“, ein Gedicht, das der Skalde dem legendären dänischen König Ragnar Lodbrók widmet und alle legendären Orte der nordischen Mythologie beschreibt, die man heute in der Snorre-Edda entdecken kann.

Ragnarsdrápa“ wurde von Brage Boddason in Drottkvätt geschrieben, einem altnordischen Versmaß, das als die höchste Ausdrucksform aller nordischen Skalden gilt. Um königlicher Hofdichter zu werden, musste ein Dichter zu jener Zeit Drottkvätt aus dem Stegreif vortragen können. Ein geschichtliches Fragezeichen ist jedoch, dass nicht das Gesamtwerk des Skalden Brage Boddasons überliefert wurde, sondern nur 26 Strophen und Teile einiger anderen, die bei späteren Ausgaben und in der Snorre-Edda teilweise rekonstruiert wurden.

Die tatsächliche Existenz von Brage Boddason kann man dem Skáldetal entnehmen, einem Verzeichnis aus dem 13. Jahrhundert, in dem alle nordischen Skalden verzeichnet wurden. Allerdings war Brage nach diesem Verzeichnis auch Hofdichter für Könige, die nach heutiger Meinung, aus dem Sagenreich stammen. Die bedeutendsten Könige, für die Brage Boddason gearbeitet haben soll, waren Östen Beli, der bisher nicht identifiziert werden konnte, Björn von Håga, der Sankt Ansgar in Birka empfangen haben soll und Ragnar Lodbrók, einem Wikingerkönig, der im Jahre 840 Paris belagert haben soll und in der Wikingerzeit eine wichtige Rolle spielte.

Ab dem 19. Jahrhundert begannen einige Geschichtsforscher an der Existenz von Brage Boddason zu zweifeln, da Brage im 9. Jahrhundert kein Name für eine Person, sondern der Name eines Gottes war und Menschen keine göttlichen Namen tragen durften. Beweisen kann man jedoch weder die Existenz noch die Nicht-Existenz dieses Skalden, so dass das „Ragnarsdrápa“, zumindest theoretisch, auch von jemandem anderen verfasst sein konnte und dann nur einem Gott zugeschrieben wurde um dem Werk einen höheren Wert zu verleihen.

Adam von Bremen, der die Geschichtsschreibung Schwedens über Jahrhunderte hinweg maßgeblich beeinflusst hat, hatte vermutlich noch Zugang zu den Gesamtschriften von Brage Boddason, auf die er dann seine eigenen Werke mit aufbauen konnte. Leider ist völlig unbekannt, ob diese dann später verloren gingen oder aber mutwillig zerstört wurden, weil sie vielleicht das katholische Gedankengut in Frage setzten. Der historische Wert all dieser ersten Aufzeichnungen ist in jedem Fall mit Vorsicht als geschichtliche Forschung zu bezeichnen.

Copyright: Herbert Kårlin