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lördag, november 10

Henrik, der Bischof von Lund

Henrik war nach den Aufzeichnungen von Adam von Bremen von 1060 bis zu seinem Tod im Jahre 1066 Bischof in Lund, der damaligen Hauptstadt Skånes und wurde vom dänischen König Sven Estridsson dort eingesetzt, einem König, der den christlichen Glauben in Dänemark durchsetzte und dies auch in Skåne und Blekinge erreichen wollte.

Über den Bischof Henrik ist relativ wenig bekannt, da er nur in den Schriften von Adam von Bremen etwas tiefer behandelt wurde und auch diese Erkenntnisse dem Theologen aus Bremen nur bei Gesprächen mit Sven Estridsson mitgeteilt wurden und der Idee Bremens von der Christianisierung des Nordens angepasst wurden.

Die Lebensgeschichte von Bischof Henrik ist kaum bekannt. Bevor er jedoch von Sven Estridsson mit der Christianisierung Skånes beauftragt wurde, war er vermutlich Bischof auf den Orkney Inseln vor Schottland und kam dann über Island, wo gegen das Jahr 1050 ein Bischof Henrik wirkte, nach Dänemark. Nach geschichtlich unbestätigten Aussagen soll Henrik auch eine Zeitlang Schatzmeister Knut des Großen gewesen sein und die Gelder dieses Königs nach Dänemark geschafft haben.

Auf welche Weise Henrik Bischof wurde und von wem er ursprünglich eingesetzt wurde, konnte bisher nicht geklärt werden. Die Geschichte wird erst ab 1060 deutlicher, als Sven Estridsson zwei Bistümer in Südschweden einrichtete und Henrik das bedeutendere davon bekam und der aus Bremen kommende Bischof Egino sich deshalb mit dem Bistum in Dalby zufrieden geben musste.

Etwas zweifelhaft wird dann die Erzählung Adam von Bremens, wenn er berichtet, dass Henrik ein verabscheuenswerter Mensch und ein schlechter Katholik war, der das Geld der Kirche vertrank und mehrmals so viel Alkohol zu sich nahm, dass er letztendlich sogar an seinem Erbrochenen erstickte.

In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass auch die Christianisierung nicht immer friedlich verlief, denn die englischen und die deutschen Missionare waren, trotz des gemeinsamen Zieles, Feinde. Jede Gruppe versuchte als erster ein Gebiet zu missionieren, da dies Macht, Einfluss und wirtschaftliche Dominanz bedeutete. Egino, der nur ein kleines und damit nahezu unbedeutendes Bistum erhalten hatte, sollte nach der Meinung des Bistums in Bremen in Lund sitzen, was nur möglich wurde durch den Tod Henriks im Jahre 1066. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Henrik von seinen Gegnern beseitigt wurde ohne dass dies der dänische König Sven Estridsson je erfahren hätte. Für Estridsson wiederum war es völlig unwichtig wer den katholischen Glauben in seinem Reich vertrat und verbreitete, da er und seine Vorgänger wechselweise englische und deutsche Missionare getroffen hatten, die alle für den Monarchen als die Vertreter des neuen Glaubens auftraten und ihm einen stärkeren Einfluss bei seinem Volk versprachen.

Copyright: Herbert Kårlin

söndag, oktober 28

Helena von Skövde, bekannt als die Heilige Elin

Helena von Skövde, die im Norden auch als Heilige Elin bekannt ist, gilt als die Schutzheilige des Västergötlands, insbesondere aber als Schutzheilige Skövdes, wo sie selbst im Stadtwappen verewigt wurde. Noch heute besuchen Pilger die Elinsquelle der Stadt.

Über Elin von Skövde ist sehr wenig bekannt, da ihre Geschichte erst im Jahre 1281 vom Bischof Brynolf Algotsson niedergeschrieben wurde und die Legende um die Heilige sogar erst einige Jahrzehnte später vom gleichen Bischof aufgezeichnet wurde. Man muss sich daher hinsichtlich der Glaubwürdigkeit ausschließlich auf den ehemaligen Bischof von Skövde verlassen.

Zwischen der ersten schriftlichen Aufzeichnung im Jahre 1281 und der Heiligenerklärung Helena von Skövdes durch den Papst liegen daher 117 Jahre. Dies bedeutet wiederum, dass es der Papst sehr eilig hatte Elin zur Heiligen zu erheben, denn Elin wurde vermutlich erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts geboren und war bereits 1164 eine Heilige.

Nach der Legende wurde Elin sehr früh Witwe und widmete sich dann nahezu ausschließlich christlichen Aufgaben und schenkte der Kirche in Skövde nahezu ihr gesamtes Vermögen. Eine ihrer Töchter wurde von ihrem Mann misshandelt, was dazu führte, dass die Diener des Hauses den Mann töteten. Als die Angehörigen dann die Diener befragten, gaben diese zwar die Tat zu, sagten jedoch, dass Elin, die gerade auf einer Pilgerreise zum Heiligen Grab in Jerusalem unterwegs war, sie zur Tat angestiftet hatte. Als Elin gegen 1160 von ihrer Reise zurückkam, wurde sie von den Angehörigen des getöteten Schwiegersohns empfangen und ebenfalls ermordet. An der Stelle ihres Todes soll dann unmittelbar eine Quelle entsprungen sein und während des Transport des Leichnams zur Kirche entsprang eine weitere Quelle, jen, die heute noch als Elinquelle bekannt ist.

Dieses Wunder und einige andere Wunder nach dem Tode Elins, die allerdings nicht genauer benannt sind, führten dann dazu, dass der Papst Alexander III., auf Dringen des ersten schwedischen Erzbischofs Stefan von Alvastra, Elin zur Heiligen erklärte, ein Ereignis das von der katholischen Kirche als sehr bedeutend betrachtet wurde, da Schweden noch nicht vollständig christianisiert war und um diese Zeit kaum über Heilige verfügte, aber gerade Heilige konnten Ungläubige zum Übertritt in den neuen Glauben überzeugen.

Aber auch wenn die Geschichte der Heiligen Elin sehr viele Zweifel aufwirft, so wurde sie nicht nur zur Schutzheiligen Skövdes, sondern wurde auch im Stadtwappen aufgenommen, das am 15. Dezember des Jahres 2000 etwas vereinfacht wurde. Auf diesem Wappen sieht man die Heilige Elin mit einem Schwert in der rechten Hand, einem Buch mit einem abgeschnitten Finger in der Linken Hand, was symbolisch bedeutet, dass sie ermordet wurde, und auf dem Kopf trägt sie das Witwentuch.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, oktober 12

Der Runenstein von Stojby in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man in Schweden bisher über 2600 Runensteine gefunden hat, so helfen uns nur relativ wenige unter ihnen tatsächlich dabei die Geschichte die mit ihnen zusammenhängt zu verstehen oder diese auch nur zu ahnen. Nur sehr wenige ragen aus der Menge mit einer besonderen Botschaft heraus. Einer dieser Steine ist der Runenstein von Stojby, der etwa acht Kilometer nördlich von Växjö zu finden ist.

Der eingravierte Text lautet in seiner Übertragung nur: „Torlov errichtete diesen Stein in Erinnerung an A(l)le und Ätta. Gott erbarme sich derer Seele.“

Da der Runenstein von Stojby gegen 1100 entstanden ist, also noch zur Zeit der Wikinger, gibt uns bereits dieser kurze Texte einige wichtige Hinweise. Zum einen handelt es sich um eine rein christliche Inschrift, was bedeutet, dass die Christianisierung in der Region Växjö um diese Zeit sehr weit fortgeschritten war, zumal auf dem Stein auch keinerlei vorchristlichen Symbole oder Hinweise mehr zu finden sind, was während der Übergangsphase noch vollkommen üblich war.

Bedeutender ist jedoch noch, dass Torlov ein Frauenname war, es sich also um einen der sehr wenigen Runensteine handelt, die von einer Frau errichtet wurden. Da Runensteine nur von bedeutenden Personen aufgestellt werden konnten, geht aus diesem Text also auch hervor, dass eine Frau noch im 11. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der schwedischen Gesellschaft einnehmen konnte.

Alle und Ätta sind wiederum Kosenamen für einen Mann (Jungen) und eine Frau (Mädchen). Aus der Lektüre des Textes kann man nicht entnehmen, ob die beiden Toten die Kinder Torlovs waren oder aber Erwachsene. Die offizielle Verwendung von Kosenamen wiederum lässt jedoch vermuten, dass es sich um Kinder Torlovs handelte, wobei Ätta vermutlich der Kosename von Estrid war, einem relativ häufigen Frauenname zur Zeit der schwedischen Wikinger. Leider geht aus dem kurzen Text auch nicht hervor ob Torlev Witwe war, verheiratet, geschieden oder alleinstehend.

Diese letzte offene Frage würde die Rolle Torlovs beleuchten, da es zu jener Zeit üblich war, das nur die wichtigste Person der Ansiedlung Runensteine errichtete, da diese Steine nicht nur Erinnerungssteine waren, sondern auch eine Demonstration der Macht und ein Zeichen des Einflusses. Torlev war daher zu Beginn des 11. Jahrhunderts die wichtigste Frau des Ortes, aber wir wissen nicht ob aus eigenen Leistungen oder als Rolle der Witwe.

Copyright: Herbert Kårlin

lördag, september 22

Kirchdörfer und Kirchstädte in der schwedischen Geschichte

Wer in Schweden nach der Geschichte der Christianisierung sucht, wird zweifelsohne immer wieder von Begriffen wie Kyrkby (Kirchdorf), Kyrkstad (Kirchstadt), Lappstad („Lappenstadt“) und ähnlichen Begriffen angelockt, ohne jedoch den Zusammenhang zwischen den einzelnen Begriffen immer zu sehen und zu verstehen.

Der ungenaueste Ausdruck, der auch keinen echten Bezug zur schwedischen Geschichte hat, ist der Ausdruck Kyrkby, also Kirchdorf, denn ursprünglich war ein Kyrkby nichts anderes als ein Dorf, das sich um eine Kirche entwickelte und in zahlreichen Fällen dem Namen des Ortes beigefügt wurde, oder aber man nannte den Ort einer Region in dem die Kirche für mehrere Dörfer gebaut wurde Kyrkby, um zwischen einem gewöhnlichen By (Dorf) ohne Kirche und einem Kyrkby (Kirchdorf) eine Unterscheidung zu machen. Ein Kirchdorf kann daher weder bestimmten Gebieten noch einer bestimmten geschichtlichen Epoche zugeordnet werden.

Eine Kyrkstad (Kirchstadt) war dagegen ein Ort oder eine Stelle mit einer Kirche wo zahlreiche Koten oder Stugor gebaut wurden, die ursprünglich nur der Übernachtung für jene dienten, die eine große Strecke bis zur Kirche zurücklegen mussten, die man nicht innerhalb eines Tages leisten konnte. Oft wurden diese sehr einfachen Behausungen nur zwei- bis dreimal im Jahr benutzt und hatten keinen Komfort und oft nicht einmal Fenster. Diese Kyrkstäder findet man überwiegend im nördlichsten Teil Schwedens, wobei viele unter ihnen entstanden um die Sami zur Integration in die schwedische Gesellschaft, dem Kirchbesuch und dem Bezahlen von Steuern zu zwingen.

Insgesamt entstanden in Schweden etwa 70 Kirchstädte unter denen nur noch sehr wenige bis heute existieren, wenn auch überwiegend umgebaut und kaum noch im ursprünglichen Sinne. Einige der größten unter ihnen entwickeln sich zu touristischen Attraktionen.

Aber auch wenn man von einer Kyrkstad spricht, so gab es auch hier zu Beginn noch bedeutende Unterschiede, denn die Kyrkstäder für Sami werden oft als Lappstad bezeichnet, jene für Landwirte Bondstad und jene für den gehobenen Bürgerstand und die Kaufleute Borgarstad. Auch wenn bisweilen alle drei dieser Städte zu einer einzigen Kyrkstad zusammengewachsen waren, so gab es eine sehr deutliche Trennung zwischen diesen Schichten, sowohl was den Bau der Gebäude betrifft, als auch die Einrichtung und die Zeit, die die Bewohner in der Kyrkstad verbrachten. Zu den drei Grundeinheiten einer Kyrkstad kam dann oft noch die Stallstad, also der Ort an dem die Tiere untergebracht werden konnten.

Heute kann man die geschichtlich interessanten Kirchstädte an zwei Händen zählen, wobei sich die südlichste davon, Ankarede, im Jämtland befindet und zu Mittsommer immer noch von den Sami benutzt wird.

In Norrbotten liegen Gammelstad, Arvidsjaur und Öjebyn, die von der Geschichte und ihrer Struktur her sehr unterschiedlich sind, wobei Gammelstad zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Mehrheit der Kyrkstäder in Västerbotten entstanden zur Zeit der Kolonisation Lapplands und sind Zeugen der Begegnung von zwei Kulturen, die bis heute noch keinen wirklich gemeinsamen Weg gefunden haben. Zu diesen Kirchstädten gehören Fatmomakke, Lövånger, Skellefteå, Ammarnås und Vilhelmina.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, september 20

Der christliche Runenstein von Harg

Der Runenstein von Harg, der sich in der Nähe von Östhammar im Uppland befindet, gehört zu jenen Runensteinen, die bereits Johannes Bureus beschrieben hat, wobei er diesen Runenstein so merkwürdig fand, dass er ihn sogar in seinem Werk als Kupferstich abbildete und ihm damit einen besonderen Stellenwert gab.

Der Runsten i Harg (Runenstein von Harg) wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts geschlagen, also bereits zu einer Zeit als die Christianisierung Schwedens fortgeschritten war und auf zahlreichen Runensteinen auch das katholische Kreuz als Symbol zu finden ist. Der Runenstein von Harg weicht von dieser Symbolik bedeutend ab, denn hier findet man, umgeben von der häufigen Schlange, die Abbildung einer Kirche, was nur noch bei einem Runenstein in Sikahällen der Fall ist, wenn auch in völlig anderer Weise. Das Kreuz ist in Harg zusätzlich über der Kirche eingeschlagen.

Der eingravierte Texte weist darauf hin, dass der Stein von Gudley und Sigvid, den Erben Adulvs, ihren Eltern gewidmet war. Weitere Hinweise fehlen, so dass man weder weiß wer die Personen waren, noch welche Kirche abgebildet wurde, falls es sich um ein reales Gebäude handelte.

Während Bureus Runensteine nur dokumentierte und Texte übersetzte, haben in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Forscher versucht die Abbildung zu deuten, oder zumindest zu verstehen, und kamen dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Einig ist man sich dabei, dass es sich um eine Kirche handelt und zwei Personen am Eingang stehen, und sicher ist auch, dass auf dem Runenstein eine Art „Glockenturm“ zu sehen ist.

Eine der Fragen, die sich die Forscher stellen ist jene nach den beiden Personen, denn stehen sie an der Kirche um der Toten zu gedenken, wollen sie einen Gottesdienst besuchen oder ist eine der beiden Personen gerade dabei die Kirchenglocke zu schlagen, damit andere Gläubige ebenfalls zur Kirche kommen? Die Abbildung als solches ist leider nicht eindeutig und lässt daher jede Deutung zu.

Die nächste Frage betrifft den Glockenturm, denn während ein Teil der Forscher ihn als Bestandteil der Kirche sieht, gehen andere davon aus, dass es sich um einen separaten Turm handelt, der bei Holzkirchen, die um diese Zeit üblich waren, der Normalfall gewesen wäre. Hierbei stellt sich dann natürlich zusätzlich die Frage, ob es es sich überhaupt um einen Glockenturm handelte, denn Glocken waren um diese Zeit nicht üblich in Schweden, konnten jedoch in Einzelfällen vorkommen, da Glockentürme in Italien bis ins sechste Jahrhundert zurückführen, also in Einzelfällen auch über Priester nach Schweden gefunden haben können.

Durch all diese Fragen ist der Runenstein von Harg bis heute ein bedeutendes Rätsel geblieben, dessen klare Deutung erklären könnte woher die Bewohner im Hargswald kamen und sie könnte dabei helfen die Denkweise der Christen dieser Epoche besser zu verstehen. Heute ist der Stein leider nur eine touristische Attraktion, die viele Fragen offen lässt.

Copyright: Herbert Kårlin

måndag, september 17

Die Wandteppiche von Överhogdal aus Jämtland

Zu den geschichtlichen Rätseln der schwedischen Geschichte gehören die Wandteppiche von Överhogdal, einer Serie von fünf Teppichen, die 1909 bei der Renovierung der Överhogdal Kirche in der Sakristei gefunden wurden und nach den C14 Messungen aus dem Jahre 2005 mit höchster Wahrscheinlichkeit zwischen 1040 und 1170 gewebt wurden, also zur Epoche der Wikinger.

Bei den fünf Wandteppichen, die man im Jämtli Museum in Östersund betrachten kann, handelt es sich um die einzigen erhaltenen Wandteppiche Skandinaviens, die noch Zeugen der Wikingerzeit sind und deren eingewobenen Symbole sowohl Zeugen der nordischen Mythologie als auch der Christianisierung sind.

Die Överhogdalsbonader, wie die fünf Wandteppiche im Schwedischen genannt werden, werden als Serie betrachtet, auch wenn nur vier nach der Sumak-Technik auf Leinengrund gewebt wurden und der fünfte Teppich doppelt gewebt wurde.

Geschichtlich interessant ist natürlich nicht nur die angewandte Webtechnik der Zeit der Wikinger, sondern vor allem die Abbildungen, auch wenn sich hier die schwedischen Geschichtswissenschaftler in vielen Punkten nicht einig über die Deutung sind. Das Hauptproblem besteht darin zu erklären in welchem Verhältnis die mythologischen zu den christlichen Symbolen stehen, ob also die zwei Glaubensrichtungen parallel zu sehen sind, aufeinander folgend oder ob die Bilder ausdrücken sollen, dass der katholische Glauben die heidnischen Götter besiegte, da dieses Wissen uns heute mehrere Antworten zur Christianisierung geben könnte

Eine sehr häufige Erklärung des Inhalts der Bilder ist auch, dass bei der Serie Ragnarök, also der Weltuntergang, gezeigt werden soll aus dem dann die neue Religion entsteht, da dies eine Erklärung dafür wäre, warum die katholischen Mönche so großen Erfolg hatten, denn nach der nordischen Mythologie war der Weltuntergang ja vorherbestimmt, und niemand weiß heute welches Götterbild die Priester jener Epoche der einfachen Bevölkerung näher brachten, denn vielleicht war der katholische Gott niemand anders als Oden selbst. Sicher ist im Grunde jedoch nur, dass die fünf Wandteppiche zur Zeit des Umbruchs hergestellt wurden und alles andere wird nur aus den Abbildungen interpretiert.

Eine der Hauptfragen, die immer wieder auftaucht, ist jene, warum der Lebensbaum Yggdrasil bei mehreren der Wandteppichen von Överhogdal im Zentrum steht und welche Bedeutung die beiden roten Vögel auf der Spitze des Baumes haben, denn leider geben auch die Überlieferungen der nordischen Sagen keinen klaren Aufschluss über die Abbildungen, sondern lassen der Phantasie einen großen Spielraum.

Unabhängig ob man die Botschaft der Wandteppiche je lösen wird, so handelt es sich bei den Wandteppichen von Överhogdal um das einzige symbolische Dokument, das den Übergang vom nordischen Glauben zum Christentum in irgend einer Weise von schwedischer Seite dokumentiert und nicht auf Aussagen beruht, die christliche Vertreter wie Adam von Bremen oder andere schriftlich hinterließen.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, september 13

Die Gärdslösa Kyrka auf Öland

Die Gärdslösa Kyrka auf Öland ist eine Steinkirche, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht und den Charakter der mittelalterlichen Kirchen auf der Insel am deutlichsten ausdrückt, wobei diese Kirche durch den Sommeraufenthalt der Königsfamilie und einige familiäre Anlässe der Familie Bernadotte auch ein moderner touristischer Anziehungspunkt wurde.

Vermutlich war die Gärdslösa Kirche während des Mittelalters die wichtigste Kirche der Insel, da hier auch der Prost, also der bedeutendste Priester Ölands, aktiv war. Hinzu kommt, dass beim Bau der Kirche eine Runenstein mit christlicher Inschrift verwendet wurde, der Mitte des 11. Jahrhunderts geschlagen worden war und den Hinweis darauf gibt, dass die Umgebung um den Ort Gärdslösa bereits sehr früh christianisiert war und möglicherweise sogar der Ausgangspunkt der Christianisierung von Öland war.

Die ältesten Teile der Gärdslösa Kyrka, so der linke Teil des Langhauses , stammt noch aus dem 12. Jahrhundert, während die Skulpturen der gotischen Portale und die Kreuzbogen gegen 1240 hinzukamen. Als wahrer Kunstschatz der Kirche werden die Kalkmalereien des Gewölbes und der Wände betrachtet, denn der älteste Teil geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, wobei das Kunstwerk dann 1498 von Magnus Ingelsson weitergeführt wurde und der letzte Teil von Peter Bundi gemalt wurde, der das Gesamtwerk damit im Jahre 1642 fertigstellte. Diese Malerei gibt nicht nur einen Einblick in die Kirchenkunst jener Epoche, sondern auch in die Denkweise und die Techniken, die man beim Malen verwendete und zeigt wie sich die schwedischen Katholiken des Mittelalters eine Kirche vorstellten.

Auch wenn der Altar der Gärdslösa Kyrka durch seine monumentale Gewalt die Kirche dominiert, so entstand der Aufsatz erst zwischen 1764 und 1766 und ähnelt in groben Zügen jenem in der Domkirche von Kalmar, was natürlich kunsthistorisch von Interesse ist, jedoch nichts mit dem Ursprung der Kirche zu tun hat.

Die Fenster der Kirche wurden gegen 1870 ausgetauscht, mit einer Ausnahme im Norden, wo man noch ein Fenster findet, das seit dem Bau des Gebäudes unverändert blieb und damit den mittelalterlichen Charakter des ursprünglichen Gebäudes noch deutlich macht.


Copyright: Herbert Kårlin

onsdag, september 12

Der Frösöstenen, der nördlichste Runenstein Schwedens

Der Frösöstenen (Frösöstein), den man heute vor dem Gebäude der Regionalregierung auf Frösön findet, ist nicht nur der einzige Runenstein, den man im Jämtland entdeckte, sondern auch der nördlichste Schwedens. Obwohl der Texte in diesem Fall gut zu lesen ist, bleiben mehr Fragen als der Stein Antworten geben kann.

Der Frösöstein wurde gegen das Jahr 1050 aufgestellt und wird als Zeichen der Christianisierung des Jämtlands gewertet, da man deutlich lesen kann, dass Östman (Austmaðr) das Jämtland christianisierte. Unbekannt ist dabei wer Östman war, woher er kam oder welche Macht er überhaupt hatte, denn Östman taucht in keinem anderen geschichtlichen Dokument Schwedens auf.

Weiterhin kann man dem Stein entnehmen, dass „Asbiorn gærði bro.“, also ein gewisser Åsbjörn die Brücke baute. Auch hier kann man nur annehmen, das es sich dabei um eine Brücke an einem Handelsweg der Wikinger handelte, ohne dass dies jedoch in irgendeiner Weise belegt werden kann, denn hier wurde bisher keine bedeutende Handelsstraße der Wikinger registriert. Sicher ist jedoch, dass diese Brücke eine bedeutende Errungenschaft um diese Zeit war und eine wichtige Rolle spielte.

Ein weiteres Rätsel gibt die Sprache auf, die man beim Frösöstenen benutzte, denn die Forscher sind sich hier nicht einig, ob es sich um ein frühes Jämtska (Jämtisch) handelt oder um ein Altschwedisch aus norwegischem oder schwedischem Raum. Ohne diese Kenntnisse kann man jedoch nicht sagen welche Volksgruppe auf der Insel Frösö zur Zeit der Wikinger lebte und auf welchen Einfluss der Frösöstein zurückzuführen ist.

Ebenso erstaunlich ist, dass man im Jämtland ausschließlich den Frösöstenen gefunden hat, denn es wäre logisch, dass man hier auch die sonst üblichen Erinnerungssteine aufstellte, vor allem wenn hier ein Handelsweg entlang führte. Die Frage ist daher, ob dieser Runenstein tatsächlich einmalig ist, oder ob andere noch vergraben liegen, zerstört wurden oder beim Bau von Kirchen verwendet wurden.

Um das Rätsel jedoch zu vervollständigen, so weiß man auch nicht wo der Frösöstenen ursprünglich stand, denn es ist auch möglich, dass er durch christliche Einflüsse auf die Insel Frösö transportiert wurde, denn die Insel erhielt ihren Namen nach dem altnordischen Gott Frö (Frej), den Gott der Fruchtbarkeit, wobei die Insel auch bis 1786 als das Zentrum des Jämtlands galt, also geschichtlich von maßgeblicher Bedeutung war.

Außer dem Frösöstein gibt es im gesamten skandinavischen Raum nur noch einen einzigen Runenstein, der nicht als Erinnerungsstein gedacht war, sondern von der Christianisierung spricht. Allerdings befindet sich der zweite dieser Runensteine, der Jellingestenen, in Dänemark.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, juli 31

Boddas Bönhus (Gebetshaus) im Jämtland

Boddas Bönhus (Gebetshaus) bei Bodsjö im östlichen Jämtland ist das älteste gezimmerte Haus der Region und eines der ältesten noch erhaltenen gezimmerten Gebäude Schwedens. Das kleine Holzhaus wurde nach den Methoden der Dentrochronologie auf das Jahr 1291 bestimmt und zeigt daher eine typische Bauweise des schwedischen Mittelalters. Ausgrabungen in der Umgebung lassen haben auch bewiesen, dass die nähere Umgebung des Holzhauses bereits im frühen Mittelalter bewohnt war, ohne jedoch klare Hinweise auf die damalige Bevölkerung zu liefern.

Boddas bönhus wurde im Jahre 1912 von seinem ursprünglichen Platz in die Nähe der Kirche des rund 400 Bewohner zählenden Ortes versetzt und spielt heute für die Gemeinde eine große Bedeutung, was sich auch dadurch ausdrückt, das dort Ende Juni ein Wikingermarkt stattfindet und während des Sommers ein Laienschauspiel geboten wird, das die Legende des Gebäudes schildert und an dem ein Viertel der Bewohner aktiv beteiligt sind.

Nach der Legende kam die Norwegerin Bodda mit ihren Söhnen zur Zeit des Heiligen Olaf von ihrer Heimat nach Schweden und lies sich in Bodsjö nieder. Am Ufer des Flusses errichtete sie dann eine kleine Kirche, Boddas Bönhus, was auch dazu führte, dass der langsam entstehende Ort nach Bodda benannt wurde. Dass dieses Holzhaus erhalten blieb, lässt sich vermutlich ebenfalls aus der Legende herleiten, die seit Jahrhunderten überliefert wird.

Zwischen Legende und Wirklichkeit zu trennen, ist heute vollkommen unmöglich, auch wenn sicher ist, dass Boddas Gebetshaus erst über 300 Jahre nach dem Tod des Wikingers Olav Haraldsson, Olav den helige, erbaut wurde, denn nichts besagt, dass an der gleichen Stelle nicht vorher schon eine kleine Kapelle lag und niemand weiß, ob Bodda je existierte, da sie nur in der Legende des Ortes vorkommt und in der Geschichte Schwedens keinerlei Rolle spielt.

Diese Art der Legenden entstanden jedoch während der Christianisierung nahezu überall im Norden, da die katholischen Mönche und Priester auf diese Weise Gott „menschlicher“ gestalten konnten und ermöglichte die Bevölkerung von den nordischen Göttern zum neuen Glauben bringen konnten, da es für die Mehrheit der Bevölkerung sehr schwierig war sich einen geistigen Gott vorzustellen.

Copyright: Herbert Kårlin

tisdag, juli 17

Blot, die Opferfeste der vorchristlichen Zeit Schwedens

Die geschichtlichen Kenntnisse über die Blot (Opfer, Opferfest) Schwedens sind äußerst gering und beruhen auf kurzen Hinweisen in Dokumenten, archäologische Funde und Felszeichnungen oder andere Darstellungen. Die einzige längere Ausführung findet man in den Aufzeichnungen Adam von Bremens, die jedoch wenig glaubhaft sind, da die dort beschriebene Opferweise in keiner Weise durch Funde bestätigt werden kann und Adam von Bremen Angaben macht, die er nie in dieser ausführlichen Weise erlangen konnte.

Auch wenn man darüber keine Kenntnisse besitzt, so ist es wahrscheinlich, dass die Menschen bereits seit Beginn der Geschichte ihren Göttern Opfer brachten. Damit diese Opfer auch das Wohlwollen der Götter hervorrufen konnten, mussten diese Opfer in gewisser Weise wertvoll sein, ein Begriff, der sich vermutlich mehrmals im Laufe der Zeit änderte. Ein Blot konnte daher aus Schmuck, aus Keramik, aber auch aus Tieren oder Menschen bestehen, wobei man hierbei jedoch bedenken muss, dass ein geopferter Mensch nicht starb, sondern über diese Weise zu den Göttern kam und diesen dienen konnte. Man kann nicht von der heutigen Denkweise auf jene der vorchristlichen Zeit schließen, denn auch Sklaven oder Leibeigene (Träl, Ambátt) wurden bis zu den Wikingern nicht als Menschen betrachtet, sondern im bestem Fall als Handelsgut.

Als nächstes muss man bedenken, dass es sehr verschiedene Blot gab, die zu unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlichen Angelegenheiten statt fanden. Die üblichsten Opfer waren das Disblot, das Segerblot, das Vårblot, das Midsommarblot, das Skördeblot, das Höstblot, das Alvablot und das Julblot. Ein Opfer konnte daher unterschiedliche Ziele haben und ebenso mit Forderungen als auch mit einer Danksagung oder einem Angstgefühl verbunden sein.

Während man nach Adam von Bremen und Snorre Sturlassson das letzte Blot, ein bedeutendes Opferfest, zwischen dem 31. Januar und dem 9. Februar 1084 im goldenen Tempel von Uppsala abgehalten wurde, wobei der Tempel nach dem Opferfest von Inge den äldre unmittelbar abgebrannt worden sei, so beweisen die Landskapslagarna, dass Opferfeste noch bis ins 13. Jahrhundert vorkamen, da in mehreren dieser Gesetzestexte, unter anderem dem Gutalagen, deutlich zu lesen ist, dass diese Opfer verboten sind und unter Strafe gesellt werden. Dies wäre nicht nötig gewesen, wenn diese Riten nicht weiterhin verbreitet gewesen wären.

Wie ein Blot gefeiert wurde, ist weitgehend unbekannt, denn auch wenn man weiß, dass die wichtigsten Opferfeste mit dem Allting verbunden waren, sich also alle bedeutenden Personen einer Region an einem zentralen Ort trafen, so ist über die Art der Feier kaum etwas bekannt. Da jedoch die Größe des Opfers bei einem bedeutenden Sieg oder bei großen Wünschen von größter Bedeutung war, konnte ein solches Fest nur von den reichsten Personen des Landes ausgerichtet werden, da einfache Handwerker oder Bauern nicht über Stiere oder Pferde verfügten, die als extrem wertvolle Opfergaben galten. Noch weniger hätten diese darüber entscheiden dürfen welche Menschen unter Umständen geopfert wurden.

Wenn einzelne kleinere Gruppen ein Blot veranstalteten, so konnten meist nur Lebensmittel oder auch Haustiere wie Hühner geopfert werden und, in besonderen Fällen, ein Hund oder eine Ziege.

Dass man über die Opfergaben wenig weiß, liegt auch daran, dass die Opfergaben oft mit einem großen Feuer verbunden waren und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Eventuell sollten die Götter dadurch auf den Ort der Opferstelle aufmerksam gemacht werden, oder aber die Gaben sollten über das Feuer zu den Göttern gebracht werden. Vieles dabei bleibt uns wohl für immer verborgen und lässt daher ständig neue Theorien entstehen.

Wenn man in der nordischen Mythologie sucht, so entdeckt man, dass dort Ymer als erstes Wesen geopfert wurde, damit die Erde entstehen konnte, eine Situation, die während der Christianisierung Schwedens eine wichtige Rolle spielte, da sich im katholischen Glauben der Gottessohn selbst opfert und derjenige ohne Sünden, oder mit vergebenen Sünden, das Fleisch und das Blut des Gottes zu sich nimmt, ein Bild, das man im Mittelalter relativ einfach vermitteln konnte.

Copyright: Herbert Kårlin

fredag, juli 13

Der goldene Tempel in Uppsala in der schwedischen Geschichte

Seit Adam von Bremen gegen 1076 von einem „Templum Nobilissimum“ in Gamla Uppsala berichtete, sind Archäologen und Geschichtsforscher auf der Suche nach diesem einzigartigen Tempel, oder auch einem anderem Tempel, der als Gotteshaus für die nordischen Götter gedient hat und insbesondere Tor (Thor), Oden (Odin) und Frej gewidmet waren, wobei man bei dieser Suche in der Regel davon ausgeht, dass Gotteshäuser mit einem Glauben verbunden sein müssen, was bei der nordischen Mythologie jedoch nicht üblich war.

Der „goldene Tempel“ in Gamla Uppsala soll, nach Adam von Bremen, der wichtigste Tempel Svitjods gewesen sein und eine bedeutende Rolle bei der Christianisierung gespielt haben, als Inge den äldre seinen Schwager Blot-Sven tötete und den Tempel abbrannte, als Zeichen dafür, dass die alten Götter keine Macht hatten. An der Stelle des Tempels soll anschließend eine katholische Kirche gebaut worden sein.

Es wurde keine Mühe gespart diesen sagenumwobenen Tempel des Asagötter zu finden, aber es wurden in Gamla Uppsala weder Reste eines bedeutenden Gebäudes, noch Gold, noch Statuen der Götter gefunden, was man dann Jahrhundertelang als Zeichen dafür nahm, dass es weder den "goldenen Tempel" in Gamla Uppsala noch andere Tempel vor den Einzug des Christentums gab.

Diese Meinung wurde noch davon unterstützt, dass das Blot, die Opfer an die mythologischen Götter, nicht in Räumen, sondern an heiligen Orten im Freien stattfanden. Warum also zusätzlich ein Gebäude errichten? Die Theorien gehen bis heute auseinander, denn warum sollten die Wikinger oder andere Bewohner Schwedens dieser Zeit nicht nach dem Vorbild der Christen, ihren Göttern Häuser gebaut haben? Warum sollten die Christen jener Epoche das Gold nicht eingeschmolzen haben um damit Handel zu betreiben? Warum sollte man nicht die Stauen zerschlagen haben um die Macht der nordischen Götter zu brechen? Niemand kann heute sagen, ob es in Gamla Uppsala je einen Tempel gab oder nicht, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass der „goldene Tempel“ je existierte, zumal ausschließlich Adam von Bremen über ihn berichtet, ein Mann, der nie in Schweden war.

Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass der Bau der Kirche in Gamla Uppsala nicht auf einem alten Tempel stattfand und die Ortsangabe als falsch betrachtet werden muss, so schließt dies nicht aus, dass es andere vorchristliche Tempel im heutigen Schweden gab, denn sowohl am Mälaren, als auch bei Norrköping und Uppåkra wurden Langhäuser (Långhus) ausgegraben, deren Bestimmung man nicht kennt und die, zumindest theoretisch, Tempel sein konnten.

Eines der Gebäude, das einem Tempelbau nahe kommt, liegt nicht weit von der Stelle entfernt, die Adam von Bremen nennt, denn bei den Königshügeln (kungshögarna) konnte man ein Langhaus von außerordentlicher Größe ausgraben, das zudem auf einer Anhöhe lag. Natürlich kann es sich dabei auch um ein Lagerhaus für Handelswaren oder ein anderes wichtiges Bauwerk gehandelt haben, aber auch einen Tempel kann man nicht ausschließen.

Das Langhaus in Uppåkra mit einer Größe von 13 Metern Länge und 6,5 Meter Breite, das etwa 200 nach Christus gebaut wurde, gleicht ebenfalls einem Tempel, wobei man hier, im Gegensatz zu jenem bei Gamla Uppsala, auch 120 „Goldfiguren“ gefunden wurden, die zwischen 400 und 800 nach Christus hergestellt wurden. Auch andere wertvolle Funde in Uppåkra zeugen entweder von bedeutendem Reichtum und Macht des Besitzers dieses Langhauses, oder aber, dass es sich dabei um einen wichtigen Kultplatz Skånes handelte. Allerdings gehörte Uppåkra zu dieser Zeit nicht zu Svitjod (Schweden), sondern war ein eigenes Reich. Da das Gebäude bereits gegen 800 nach Christus verlassen wurde, gibt es auch keine Dokumente, die auf diesen eventuellen Tempel hinweisen könnten und Geschichtswissenschaftler und Archäologen sind ausschließlich auf Theorien angewiesen.

Der dritte diskutierte Tempelbau befindet sich bei Bor, in der Nähe von Norrköping. Das Gebäude hier ist zwar weitaus kleiner als jenes in Uppåkra, aber auch hier fand man 98 Amulettringe und zahlreiche Tierknochen, die auf Opfergaben schließen lassen. Hinzu kommt, dass dieses Gebäude auf einem mit Stein belegten Hof lag, was auch für die späte Eisenzeit noch ungewöhnlich war. Die später in der Nähe erbaute Kirche könnte ebenfalls darauf schließen lassen, dass katholische Mönche hier die Macht des neuen Gottes demonstrieren wollten.

Archäologen haben mittlerweile noch mehrere Bauten in ganz Schweden mit einem Fragezeichen nach einem vorchristlichen Tempel versehen, auch wenn man vielleicht nie wissen wird, ob je ein heidnischer Tempel in Schweden existierte. Sicher ist allerdings, dass in diesem Fall nicht der goldene Tempel in Gamla Uppsala der bedeutendste bebaute Kultort während Völkerwanderung, Vendelzeit oder der Epoche der Wikinger war, aber da man auf Grund der ältesten Dokumente das Zentrum Schwedens immer am Mälaren suchte, wurde dadurch natürlich ein falsches Geschichtsbild Schwedens aufgebaut und die Ausgrabungen konzentrierten sich auf die Umgebung des Mälaren.

Copyright: Herbert Kårlin

torsdag, juli 5

Der schwedische König Stenkil

Der schwedische König Stenkil wird nur in der isländischen Hervararsagan, von Adam von Bremen, in der Västgötalagens kungalängt und von Snorre Sturlasson in der Heimskringla erwähnt, wobei die Aussagen sich teilweise ergänzen, sich in anderen Punkten aber auch widersprechen.

Stenkil, der erste König des Stenkils ätten, ist vermutlich gegen das Jahr 1030 geboren und war zwischen 1060 und 1066 sowohl König des Västergötlands als auch Svitjods (Sveareich), wobei er aller Wahrscheinlichkeit nach im Västergötland geboren wurde und seine Spuren nach Levene in der Nähe der Gemeinde Vara führen.

Stenkil gilt als sehr frommer Katholik, der jedoch wusste zwischen neuer Lehre und den nordischen Göttern zu jonglieren und daher für eine langsame Entwicklung der Christianisierung Schwedens war. Unter Stenkil wurde aller Wahrscheinlichkeit nach Sigtuna zum Bischofssitz und damit dem kulturellen und christlichen Zentrums des Sveareiches.

Auch wenn die Herkunft Stenkils, wissenschaftlich gesehen, völlig unbekannt ist, sieht Adam von Bremen ein verwandtschaftliches Verhältnis zum König Emund den gamle (Edmund der Alte). Aber selbst Adam von Bremen ist sich der tatsächlichen Verhältnisse nicht sicher, bezeichnet Stenkil jedoch am häufigsten als den Neffen Emunds.

Unter Stenkils Herrschaft sollen, ebenfalls nach Adam von Bremen, die Bischöfe Adalvard aus Sigtuna und Egino aus Dalby versucht haben das Uppland zwangsweise zu christianisieren und dabei auch den legendären heidnischen Tempel in Uppsala zu zerstören. Da Stenkil wusste, dass er dabei seine Macht als König verlieren würde, hinderte er die beiden Bischöfe an ihrer Tat und ließ daher die alten Götter der nordischen Mythologie weiterhin neben dem katholischen Gott über die menschlichen Schicksale entscheiden.

Nach Snorre Sturlasson soll Stenkil den norwegischen Jarl Håkon Ivarsson in seinem Kampf gegen den norwegischen König Harald Hårdråde unterstützt haben, was logisch klingt, da das Västergötland und Norwegen in dieser Epoche in zahlreiche Machtkämpfe verstrickt war und der norwegische Harald Hårdråde als kämpferischer Eroberer in die Geschichte einging.

Nach dem Tod des schwedischen Königs Stenkil im Jahre 1066 begann ein Machtkampf zwischen zwei etwas angezweifelten Thronfolgern, die beide Erik hießen und sich bereits 1077 bei einem Streit gegenseitig töteten. Nach dem Tod der beiden kam Stenkils ältester Sohn Halsen an die Spitze des Landes.

Nach unsicheren Quellen war Stenkil mit einer Tochter seines Vorgängers, Emund den gamle, verheiratet mit der er zwei Söhne bekam, die beide über Schweden regieren sollten. Sein Sohn Halsten bestieg bereits 1067 den schwedischen Thron und Inge den äldre kam 1080 an die Macht. Zwischen den beiden regierten allerdings noch die Könige Anund und Håkan Röde.

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onsdag, juli 4

Grabkugeln (Gravklot) in der schwedischen Geschichte

Grabkugeln (Gravklot) sind runde, meist oben abgeflachte Steine, die vor allem während der schwedischen Völkerwanderung auf Grabhügeln platziert wurden in den Frauen beerdigt waren. Die Größe und die Form dieser Gravklot sind sehr sehr unterschiedlich, wobei einige bemalt waren, andere mit Steinritzungen versehen wurden und einige wenige sogar Inschriften mit Runen tragen.

Diese Grabkugeln, die man über nahezu ganz Schweden verteilt finden kann, sind für Archäologen bis heute ein gewisses Rätsel, denn außer der Tatsache, dass diese Gravklot nahazu ausschließlich auf Gräbern von vermutlich bedeutenden Frauen zu finden sind, ist ihre Bedeutung unsicher, zumal die meisten der Gräber bereits geplündert waren als man sie entdeckte oder aber die Steine nicht mehr an ihrer ursprünglichen Stelle lagen, da auf den Grabfeldern Landwirtschaft betrieben wurde. Ein weiteres Problem bei der Erforschung der Gravklot ist die Tatsache, dass man diese Symbole während der Christianisierung häufig in Kirchen einmauerte oder an Kirchen aufstellte, um der Bevölkerung die Übermacht des neuen Gottes zu zeigen, eine Tatsache, die man heute im allgemeinen als Grabschändung bezeichnen würde.

Die Mehrheit der Geschichtswissenschaftler sieht jedoch die Gravklot als Symbol des weiblichen Geschlechtsorgans, im Gegensatz zu den aufrechten Steinen auf männlichen Gräbern, die als Phallussymbol bezeichnet werden. Sollte diese Theorie stimmen, so kann man auch davon ausgehen, dass mit den Beerdigungen und der Wahl der Grabsymbole gewisse Riten verbunden waren, die uns nicht überliefert wurden.

Während man in der Gegend des Mälaren mit rund 80 Grabkugeln die Mehrheit aller schwedischen Funde verzeichnet, so findet man bei Ingelstad im Småland einen reich verzierten Gravklot, auf Gotland die größte Kugel auf schwedischem Raum und selbst auf Åland oder an der Höga Kusten kann man noch heute einige dieser historischen Monumente betrachten.

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tisdag, juli 3

Strängnäs in der schwedischen Geschichte

Wer heute Strängnäs mit seinen knapp 13.000 Einwohnern besucht, entdeckt nur noch sehr wenige Spuren des mittelalterlichen kulturellen Zentrums und einer fortschreitenden Entwicklung, die erst im 17. Jahrhundert mit dem Verlust der kirchlichen Macht auch immer mehr seiner Bedeutung verlor.

Die ältesten Spuren von Strängnäs reichen bis 6000 vor Christus zurück, was sicher auch mit seiner geographischen Lage zusammenhängt, da sich hier die Landwege und die Wasserwege Schwedens trafen. Diese Theorie wird noch dadurch verstärkt, dass die Gegend um Strängnäs auch während der Völkerwanderung, der Vendelzeit und der Eisenzeit bewohnt war. Alle drei Epochen können durch Funde bei Strängnäs verfolgt werden.

Rund um die Domkirche von Strängnäs konnte man sieben Runensteine finden, die alle Mitte des 11. Jahrhunderts aufgestellt wurden und Zeugen der Christianisierung des Ortes sind. Im Jahre 1080 war der englische Missionar Sankt Eskil aus Tuna (heute Eskilstuna) nach Strängnäs gereist um den Ort, der die nordischen Götter verherrlichte, zum wahren Glauben zu führen. Der Heilige wurde allerdings am Opferplatz, der Stelle der heutigen Domkirche, gesteinigt und starb dann, nach einer Legende, etwas außerhalb des Ortes, wo, wie sehr häufig während der Christianisierung, aus dem vergossenen Blut von Sankt Eskils eine Quelle mit reinstem Trinkwasser entstand.

Im Jahre 1120 wird Strängnäs dann erstmals im Florensdokumentet als Bischofssitz erwähnt, wobei die Bischöfe des Ortes das Ansehen der Stadt bedeutend hoben und Strängnäs zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum machten. Im gleichen Jahrhundert entstanden dann auch die Kirchen auf Fogdön, Selaön und vor allem die Kärnbo Kyrka in Mariefred, die heute noch eine imposante Ruine des Södermanlands ist.

Mit der Christianisierung von Strängnäs kam dann jedoch auch der tatsächliche Aufschwung des Ortes, denn in den Södermannalagen von 1327 wird Strängnäs als die bedeutendsten Handelsstadt der Region genannt, wo auch das Samtinget (Allthing) der Region abgehalten wurde. Nach Dokumenten der Epoche hatten sich um diese Zeit auch zahlreiche kirchlichen Würdenträger, der Nobelstand und einflussreiche Kaufleute um die Domkirche angesiedelt.

Gegen 1260 kam dann ein Dominikanerkloster nach Strängnäs, das allerdings während der Reformation unter Gustav Vasa abgerissen wurde. Nach dem Brand im Jahre 1871 konnte man jedoch einige Reste der Klosterkirche wieder freilegen.

Auf Grund seiner Lage und der Ende des 13. Jahrhunderts eingeweihten Domkirche fanden dann bis zum 16. Jahrhundert mehrere bedeutende politische und kirchliche Treffen in Strängnäs statt. Es war daher auch nicht verwunderlich, dass Olaus Petri und Laurentius Andrae von Strängnäs aus den Glauben Luthers verbreiteten und dass am 6. Juni 1523 Gustav Vasa an der Nordwand der Domkirche zum König Schwedens gewählt wurde.

Dennoch wäre Strängnäs mit dem Verschwinden der katholischen Priesterschaft  im 16. Jahrhundert nahezu untergegangen, wenn nicht Herzog Karl die gebildete Schicht von Strängnäs in seinem Kampf gegen die Pläne von Johan III. benötigt hätte, der den katholischen Glauben nach Schweden zurückbringen wollte.

Durch die Zusammenarbeit von Herzog Karl und Bischof Laurentius Paulinus Gothus gewann Strängnäs dann innerhalb von etwa 50 Jahren wieder seine alte kulturelle Bedeutung. 1622 kam eine Druckerei in den Ort und nur zwei Jahre später entstand dann in Strängnäs die erste schwedische Zeitung mit dem Namen „Hermes Gothicus“. Schon 1626 wurde dann in Strängnäs auch eines der ersten Gymnasien Schwedens gegründet, was den Ort in edukativen Zentrum verwandelte. Das Wohnheim für die Schüler wurde mittlerweile zum Hotell Laurentius umgebaut, aber auch andere Gebäude wie die Sporthalle, die erste Schwedens, sind im Ort erhalten geblieben.

Nachdem jedoch der Einfluss der Kirche immer geringer wurde, entwickelte sich Strängnäs im 17. Jahrhundert dann zu einer Stadt in der Handwerk und Fischerei die wichtigste Rolle zu spielen begann, Tätigkeiten, durch die der Markt in Strängnäs aufrecht gehalten wurde. Der Markt wurde so bedeutend, dass er täglich bis zu 1000 Personen aus nahezu ganz Schweden anzog.

Auch im 18. Jahrhundert hatte Strängnäs nur noch dank seines Marktes eine Bedeutung, der jedoch eine große Verwandlung erlebt hatte, denn in diesem Jahrhundert fand man auf dem Marktplatz, der während zwei Wochen abgehalten wurde, nicht mehr ausschließlich die traditionellen Handwerker, sondern es kamen auch Uhrmacher, Buchbinder, Brauer, Hersteller von Perücken und andere handwerkliche Bereiche hinzu, was den ursprünglichen überwiegend lokalen Markt in eine Messe verwandelte.

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fredag, juni 29

Der Wolf in der schwedischen Geschichte

Wölfe gehören mit zu den ersten Tieren, die sich nach der Eiszeit in Schweden ansiedelten. Die ältesten Funde bestätigen die Präsent von Wölfen bereits etwa 10.000 vor Christus, was natürlich bedeutet, dass gleichzeitig auch eine Beute für diese Raubtiere vorhanden sein musste. Da in dieser Epoche auch Rentiere und Schneehasen nach Schweden kamen, waren diese beiden Tiere vermutlich auch die wichtigste Beute.

Ab dem Mesolithikum wurden Teile von Wolfsskeletten sehr häufig in der Nähe von Wohnplätzen gefunden, wobei jedoch Wölfe nicht, wie später Hunde, mit Toten begraben wurden. Die größte Wahrscheinlichkeit ist daher, dass sich Wölfe oft in der Nähe von Menschen aufhielten, weil sie sich dort von Resten ernähren konnten, die die Jäger hinterließen, möglicherweise auch im Hinblick auf gewisse Riten, da Wölfe auch in der nordischen Mythologie eine bedeutende Rolle spielten, die bis zum 12. Jahrhundert die Philosophie Schwedens prägte.

In der nordischen Mythologie findet man, zum einen, die beiden Wölfe des Gottes Oden (Odin), Gere und Freke, die vom höchsten Gott beim Essen in der Götterhalle Valhall alles Fleisch bekamen, da sich Oden mehr für Wein und Met (Mjöd) interessierte. Zum anderen findet man Fenrisulven, der sich von einem friedlichen Wolf zum gefährlichen Monster verwandelt, bei Ragnarök jedoch von Vidar getötet wird.

Auch wenn die die Zusammenhänge und die Entwicklung der schwedischen Wölfe bis zum frühen Mittelalter wenig erforscht sind, so scheint es, nach Auswertung aller Funde, in dieser Epoche keine Feindschaft zwischen Menschen und Wölfen gegeben zu haben, wobei Wölfe auch nicht gegessen wurden, im Gegensatz zu nahezu allen anderen Tieren, die es während der Steinzeit und den folgenden Epochen in Schweden gab.

Der Bruch zwischen einem natürlichen Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf entstand in Schweden vermutlich zum Ende der Eisenzeit oder zu Beginn des frühen Mittelalters, also jener Epoche, in der Schweden christianisiert wurde, ohne dass man hier jedoch einen klaren Zusammenhang sehen kann, also auch einfach darauf beruhen kann, dass der Glaube an die alten Götter (mit ihren Wölfen) verloren ging und sich der Wolf gleichzeitig überdurchschnittlich stark vermehrte.

Ab dem 14. Jahrhundert müssen Wölfe in ganz Schweden existiert haben und in einer so großen Menge, dass nach den verschiedensten Landschaftsgesetzen (Landskapslagar) jeder Bürger Wolfsfallen, Wolfsnetze, Speere und andere Waffen gegen Wölfe besitzen musste. Den verschiedenen Schriften dieser Zeit kann man auch entnehmen, dass sich Wölfe, vor allem im Winter, immer häufiger den Dörfern näherten. Leider ist nicht überliefert, ob Wölfe eine tatsächliche Gefahr waren oder christliche Einflüsse, die Wölfe als böse Wesen darstellten, die Ursache für die steigende Angst vor Wölfen war.

Auf jeden Fall müssen sich Wölfe zwischen 1200 und 1600 in Schweden so stark vermehrt haben, dass ab 1647 jeder Bürger für jeden getöteten Wolf bezahlt wurde. Auch noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Schweden so viele Wölfe, dass man pro Jahr über 500 Wölfe töten konnte ohne dass sich die Population reduzierte. Die Angst vor Wölfen war jedoch wenig begründet, denn zwischen 1700 und 2000 wurden nachweislich, trotz der extrem zahlreichen Wölfe, maximal 16 Personen in Schweden von Wölfen getötet, wobei es sich dabei fast ausschließlich um Kinder handelte.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann die Wende, da man gezielt auf die Wolfsjagd ging, Strychnin auslegte und zudem eine Krankheitsepidemie unter Wölfen ausbrach. Innerhalb von nur knapp 50 Jahren wurden dadurch alle Wölfe in Südschweden ausgerottet und jeder Wolf, der sich anschließend Richtung Südschweden bewegte, wurde getötet. Eine Mentalität, die sich unter bestimmten Gruppen bis heute gehalten hat.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man in ganz Schweden noch knapp 100 Wölfe und im Jahre 1950 waren gerade noch 20 Wölfe im nördlichen Teil Schwedens zu finden. Als man 1966 den Wolf in Schweden als von der Ausrottung bedrohtes Tier unter Schutz stellte, gab es vermutlich gerade noch zehn Wölfe, was dazu führte, dass der schwedische Naturschutz ab 1971 wieder Wölfe aussetzte. Da die natürliche Zuwanderung von Wölfen aus Finnland und Russland von Jägern jedoch bis heute verhindert wird, kam es dann zur Inzucht unter den Raubtieren und die natürliche Entwicklung von Wolfsstämmen wurde unmöglich gemacht, was heute zu einer Herausforderung für die schwedische Politik wird.

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söndag, juni 24

Das Varnhem Kloster in der schwedischen Geschichte

Auch wenn man heute vom Varnhem Kloster in Västergötland, das von Inge den äldre (Inge der Ältere) gegründet wurde, nur noch einige Ruinen findet und die viel besuchte Klosterkirche erst im 17. Jahrhundert unter Magnus Gabriel de la Gardie wieder restauriert und umgebaut wurde, so hatte das Varnhem Kloster eine maßgebliche Bedeutung in der schwedischen Geschichte.

An der Stelle, an der das Kloster aufgebaut wurde, befand sich mit größter Wahrscheinlichkeit eine der ersten Stabkirchen auf schwedischem Boden und gegen 1040 auch die erste Steinkirche des Landes, wann man von Skåne absieht, das zu dieser Zeit nicht als Schweden betrachtet wurde.

Da das Kloster Varnhem von den Mönchen des Alvastra Klosters im Baustil aller Kloster der Zisterzienser aufgebaut wurde, kann man sich noch heute an den Ruinen orientieren und nahezu jeden Raum mit seiner ursprünglichen Bedeutung erkennen.

Aller Wahrscheinlichkeit gehören die Gegend um das Varnhem Kloster, das gerade einmal 13 Kilometer von Skara entfernt liegt, zu den ersten Gegenden Schwedens, die christianisiert wurden, da man nachweisen kann, dass hier bereits um das Jahr 800 die ersten Menschen nach katholischen Riten begraben wurden, also weitaus früher als Sankt Ansgar Birka besuchte. Selbst der christliche Friedhof beim Varnhem Kloster wurde bereits gegen das Jahr 900 regelmäßig benutzt, was darauf hindeutet, dass hier der Katholizismus um diese Zeit die dominante Religion war.

Das Kloster Varnhem wurde nachweislich vom Erikska ätten unterstützt, was im Gegenzug dazu führte, dass dort, unter anderem, die schwedischen Könige Knut Eriksson, Erik Knutsson und Erik Erikssson, sowie Birger jarl, begraben wurden. Die einzige Spannung zwischen Kloster und Königsherrschaft entstand allerdings bereits unter der Regierung von Erich dem Heiligen, da dessen Frau, Kristina Björnsdotter, die Rückzahlung von früheren Gaben vom Kloster zurückforderte.

Als das ursprüngliche Kloster Varnhem im Jahre 1234 völlig abbrannte, zeigt sich dies als der Beginn einer neuen Blütezeit, da Birger jarl, gemeinsam mit anderen reichen Bürgern des Mittelalters, das Varnhem Kloster neu aufbauen ließ und der Bau dadurch weitaus eindrucksvoller und imposanter wurde als vor dem Brand.

Im Jahre 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation unter Gustav Vasa beschlagnahmt und es durften keine weiteren Mönche mehr aufgenommen werden. Im Jahre 1566, während des Nordischen Siebenjährigen Krieges, der auch als Dreikronenkrieg bezeichnet wird, wurde das Kloster von dänischen Truppen abgebrannt und, im Gegensatz zur Klosterkirche Varnhem, nicht wieder aufgebaut.

Dank der Trilogie über den Kreuzritter Arn Magnusson von Jan Guillou übt das Varnhem Kloster heute wie ein Magnet auf Touristen mehrerer Länder, die in Guillous Romanfolge leider mehr Wahrheit suchen als tatsächlich vorhanden ist.

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lördag, juni 23

Blot-Sven und Menschenopfer im christlichen Svealand

Wann der schwedische König Blot-Sven geboren wurde, ist unbekannt, aber er wurde vermutlich 1084 der König der Svear und starb bereits im Jahre 1087. Nach der Hervararsagan (Hervarar Sage) war Blot-Sven der Schwager des Königs Inge den äldre (Inge der Ältere) und nach einer Theorie des Geschichtswissenschaftlers Adolf Schück war der Name lediglich eine Bezeichnung für den Herrscher Håkan Röde, ohne dass jedoch eine der beiden Aussagen zu überprüfen ist.

Dass Blot-Sven an die Macht kam, liegt nach Analyse der isländischen Sagen daran, dass sein Vorgänger, Inge den äldre, unbedingt das Christentum durchsetzen wollte und daher die Opfer (Blot) von Menschen und Tieren in Svitjod, dem Svealand, verbot. Da die Svear, wie zahlreiche Runensteine beweisen, den katholischen Glauben zwar tolerierten, aber den christlichen Gott nur als zusätzlichen Gott betrachteten und daher alle herkömmlichen Traditionen beibehalten wollten, kam es zu Spannungen zwischen Inge dem Älteren und der Bevölkerung. Als daher Inge den äldre das siebenjährige Riksblot (Opferfest) verbot, machte sich Blot-Sven als Fürsprecher für das Opferfest und das Thing in Gamla Uppsala schickte Inge den äldre ins Exil und wählte bei dieser Gelegenheit Sven-Blot zum neuen König, wodurch das Opferfest, bei dem Menschen und Tiere den nordischen Göttern geopfert wurden, gerettet war.

Die katholische Kirche verarbeitete diese Ereignisse, wenn auch erst über hundert Jahre später, zu Legenden wie jener, die den englischen Bischof Eskil in Strängnäs betreffen, der ebenfalls ein Riksblot verhindern wollte und dabei gesteinigt wurde. Bei seinem Tod sollen mehrere Wunder geschehen sein und, unter anderem, eine Quelle entsprungen sein, die heute noch Wasser gibt.

Als Inge den äldre im Jahre 1087 aus dem Västergötland, wo er Zuflucht gefunden hatte, mit einem bedeutenden Heer zurück nach Svitjod kam, soll er die Residenz von Blot-Sven angezündet haben und diesen bei der Flucht auch ermordet haben.

Blot-Sven hatte mit Helena Stenkilsdotter, vermutlich der Tochter des Königs Stenkil, drei Kinder, wobei Erik Årsäll angeblich König Schwedens wurde, ohne jedoch irgend eine Spur zu hinterlassen. Geschichtswissenschaftler gehen daher davon aus, dass Erik nie König war, sondern nur eine der zahlreichen Erfindungen der nordischen Sagenwelt war. Die Tochter Cecilia Svensdotter war möglicherweise die Mutter des Königs Erik den helige (Erich dem Heiligen) und Ulf jarl wurde zum Jarl von Karl Sverkersson ernannt.

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söndag, juni 17

Olav Haraldsson, ein Heiliger oder ein brutaler Wikinger

Olav Haraldsson, vor allem bekannt als der Heilige Olav (den helige Olof), wurde vermutlich gegen 995 geboren und starb am 29. Juli 1030 bei der Schlacht von Stiklestad (Slaget vid Stiklestad) in Norwegen. Diese Schlacht wird heute jedes Jahr im norwegischen Stiklestad aus touristischen Gründen nachgestellt.

Alles, was man über den Heiligen Olav weiß, führt zur Olofssagan (Sage Olavs) von Snorre Sturlasson zurück und kann daher nur teilweise als Geschichte betrachtet werden. Sein Heiligenstatus ist von heutiger Sicht aus mehr als nur zweifelhaft, auch wenn er nach wie vor zu den wichtigsten Heiligen des Nordens zählt und ihm hunderte von Kirchen und Kapellen geweiht sind.

Olav war während seines gesamten Lebens alles andere als ein frommer Mann, der als Wikinger nicht nur in ganz Skandinavien Schrecken verbreitete, sondern auch in England und in Frankreich, wobei er sich zwar in Frankreich zum Christentum bekehrte, dies sich jedoch bei seiner Rückkehr in Norwegen nur so ausdrückte, dass er mit Drohungen und Mord den neuen Glauben verbreiten wollte, was schließlich auch dazu führte, dass er zum vermutlich verhasstesten König Norwegens wurde und er das Land im Jahre 1028 Richtung Schweden verließ um sein Unwesen am Mälaren und der Ostsee fortzusetzten.

Unmittelbar nach seinem Tod begann dann jedoch die katholische Kirche Legenden um Olav Haraldsson zu verbreiten. An seinem Grab wurden Menschen geheilt, so dass immer mehr Wallfahrten zum Grab unternommen wurden, was noch heute durch mehrere Pilgerpfade in Norwegen und Schweden ausgedrückt wird, wobei der „Pilgrimsleden Västerbergslagen“ vom Mälaren nach Trondheim sogar erst 2009 eröffnet wurde, da der Olavs-Kult nach wie vor blüht und Tourismus anzieht.

Vor allem Adam von Bremen stärkte mit seinen Berichten den Glauben an die Wunder des Heiligen Olav, was  dazu führte, dass Sünder über Jahrhunderte hinweg zum Grab Olavs pilgerten, weil ihnen damit alle Sünden vergeben wurden. In der Regel bedeutete dies jedoch auch, dass die Pilger dem Heiligen Olav Geld spendeten, was der Kirche Trondheims zu einem bedeutenden Wohlstand verhalf und bei der Christianisierung Norwegens eine bedeutende Rolle spielte.

Auf den Tausenden von kirchlichen Skulpturen und Gemälden des Nordens ist Sankt Olav sehr leicht zu erkennen, denn zwischen seinen Füssen findet man ein wildes Sagentier und in der rechten Hand hält er eine Streitaxt der Wikinger. Da die Legenden um den Heiligen gemäß der vorhandenen Schriften nur sehr wage gestreut wurden, aber nie Zeugen vorhanden waren, würde er nach den heutigen Regeln des Vatikan kaum noch in den Kreis der heiligen Personen eingehen.

Olav Haraldsson war mit Astrid Olofsdotter von Schweden verheiratet. Aus dieser Ehe ging Ulfhild von Norwegen hervor. Der Sohn von Olav dem Heiligen, Magnus der Gute (Magnus den Gode) war unehelich, wobei der Name der Mutter nicht überliefert wurde.

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onsdag, juni 6

Das Mittelalter in Schweden

Wenn man in der schwedischen Geschichte vom Mittelalter spricht, so meint man die Zeit zwischen 1050 und 1527, also die Zeit in der Schweden einerseits zu einem einheitlichen Reich geworden war und zum anderen die katholische Kirche das Land in festem Griff hatte. Das Mittelalter schließt daher an die Epoche der Wikinger an und endet mit Gustav Vasa und der Reformation.

In der Regel wird das Mittelalter in Schweden in zwei Epochen unterteilt, wobei das frühe Mittelalter 1350 endet und die Zeit der Kreuzzüge mit der Eroberung Finnlands sowie die Gründung der wichtigsten Städte, den Feudalismus und die Etablierung der Klöster beinhaltet und im folgenden späten Mittelalter vor allem die Pest nach Schweden kam, die Kalmarer Union gegründet wurde, die erste Universität öffnete und das gedruckte Buch ins Land kam.

Der Beginn und das Ende des schwedischen Mittelalters ist allerdings künstlich festgelegt, so dass sich noch heute Geschichtswissenschaftler über die Verschiebung einiger Zahlen streiten, zumal man weder nachweisen kann, wann die Epoche der Wikinger tatsächlich zu Ende ging, noch wann die Reformation genau statt fand.

Die Christianisierung, die in Schweden bereits im neunten Jahrhundert begann, war gegen 1050 nahezu abgeschlossen und auch einer der Faktoren, die aus den verschiedenen schwedischen Ländern ein einziges Reich machten, auch wenn dies nicht ohne zahlreiche Kämpfe, Feinschaften und Morde ablief. Die Zusammenarbeit zwischen katholischer Kirche und christlichen Königen führte dazu, dass im ganzen Reich Kirchen entstanden, die Ausbildung zur kirchlichen Aufgabe wurde und selbst der König den Segen der Kirche benötigte, bevor er vom Volk anerkannt wurde. In der Regel entstanden sowohl Kirchen als auch Klöster im Mittelalter ausschließlich durch den privaten Einsatz von Königen und Adeligen, die sich dadurch das Seelenheil erhofften.

Die ersten hundert Jahre des frühen Mittelalters war der heidnische Glaube unter der einfachen Bevölkerung noch stark verbreitet, während die wohlhabende Schicht sehr schnell zum neuen Glauben übergegangen war. Die Kirche sah daher ihre erste Aufgabe darin auch die Bauern und Handwerker zu überzeugen, was oft dadurch geschah, dass heidnische Bauten und rituelle Orte von einer Kirche ersetzt wurden, um zu zeigen, dass die „alten Götter“ keine Macht hatten und der „neue Gott“ daher weitaus mächtiger ist.

Bis zum Ende des frühen Mittelalters wurden in Schweden dann rund 20 Städte geschaffen, die als Zentrum für die staatliche und die kirchliche Macht galten. Außer dem Bischof, der die geistliche Gewalt über eine Stadt hatte, wurde diese von einem Vogt, dem Abgesandten des Königs, und einem Bürgerrat mit einem Bürgermeister gelenkt. In den Bürgerrat konnte allerdings nur gewählt werden, wer innerhalb der Stadt auch Grund besaß, was bedeutete, dass nur die Reichsten Bewohner eine Entscheidungsgewalt hatten, eine Tradition, die in Schweden bis ins 20. Jahrhundert fortsetzte, mit der Idee, dass derjenige, der die meiste Steuer bezahlt auch entscheiden kann wie diese Steuer angewandt wird.

Um den Handel in den Städten voranzutreiben, lockten die schwedischen Könige vor allem deutsche Kaufleute in die schwedischen Städte, unter denen zu jener Zeit vermutlich nur Visby, Stockholm und Kalmar mehr als 1000 Einwohner hatten. Diese Kaufleute erhielten bedeutende Privilegien, was letztendlich auch dazu führte, dass die Hanse später die Macht in mehreren schwedischen Städte übernahm.

Der Umbruch vom frühen Mittelalter zum späten Mittelalter begann mit Magnus Erikssson, der landesweite Gesetze in Schweden durchsetzte und die Leibeigenschaft abschaffte. Als endgültigen Umbruch nimmt man jedoch das Erscheinen der Pest, die 1350 in Schweden auftauchte und nahezu ein Drittel der Bevölkerung ausradierte. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme, die mit der Pest die gesamte Struktur im Norden veränderte, führte dann zur Kalmarer Union, einer Vereinigung von Schweden und Dänemark, was in der Tat bedeutete, dass Finnland als schwedischer Besitz und Norwegen als dänischer Besitz mit in die Union eingingen.

In dieser Epoche kam dann auch, mit Genehmigung des Papstes, die erste Universität nach Schweden, genauer genommen nach Uppsala, was den Vorteil hatte, dass die Vertreter der Kirche und das reiche Bürgertum nicht mehr nach Paris, Bologna oder Oxford musste um Wissen zu gewinnen, sondern ein eigenes Zentrum hatten. Da im Mittelalter alle Universitäten unter kirchlicher Hoheit standen, konnte man dort allerdings fast ausschließlich Theologie und Philosophie studieren, was als Grundlage allen Wissens betrachtet wurde.

Mit den Universitäten kam dann auch der Buchdruck nach Schweden, was die Verbreitung von Wissen innerhalb der obersten Gesellschaftsschicht ermöglichte. Das erste Buch in Schweden erschien im Jahre 1483, rund 40 Jahre nachdem Gutenberg den Buchdruck erfunden hatte. Das erste veröffentlichte Werk war die Fabelsammlung „Dialogus creaturarum moralizatus“, von der heute noch fünf Exemplare erhalten sind.
 
Unter Gustav Vasa ging dann die Kalmarer Union zu Ende, der Katholizismus wurde im ganzen Land verboten, die Dänen wurden zurückgedrängt, die Klöster wurden geschlossen und alle Güter der katholischen Kirche gingen zurück an den schwedischen Staat oder die vorherigen Besitzer. Das Mittelalter war daher mit der Krönung Gustav Vasas zum König Schwedens zu Ende.

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måndag, juni 4

Inge den äldre und das Treffen der drei Könige

Inge den äldre (Inge der Ältere) war ein Sohn des schwedischen Königs Stenkil. Sein Geburtsjahr ist allerdings unbekannt und das Todesjahr liegt, je nach Aufzeichnung, zwischen 1103 und 1118. Er war vermutlich König Schwedens von 1080 bis 1084 und dann erneut von 1088 bis 1110, wobei allerdings die letzte Zahl ebenfalls nicht eindeutig bestätigt werden kann.

Nach der Hervarasagan regierte Inge den äldre nicht allein, sondern gemeinsam mit seinem Bruder Halsten, während ein Brief des Papstes sich an Inge den Älteren und einen König A. richtet, der nur durch einen Buchstaben genannt wird. Dies führte dazu, dass manche Geschichtswissenschaftler auch annehmen, dass er nicht mit Halsten, sondern gemeinsam mit Håkan Röde regiert hat. Die Aufzeichnungen können jedoch nicht als gesicherte Quelle bezeichnet werden.

Dass Inge den äldre seine Macht im Jahre 1084 verlor, könnte daran gelegen haben, dass er bei einer Thingversammlung eine heidnische Opfergabe (Blot) verweigerte, da dies nicht mit seinem tiefen christlichen Glauben zu vereinbaren war. Da das Volk jedoch mehrheitlich noch die alten nordischen Götter verehrte, wurde Inge abgesetzt und Blot-Sven kam vorübergehend auf den Thron.

In seiner Überzeugung, dass nur der christliche Glaube der wahre Glauben sei und das Heidentum ausgerottet werden muss, ermordete Inge den äldre seinen Schwager Sven gegen 1087 und soll bei dieser Gelegenheit auch einen vorchristlichen Tempel bei Uppsala verbrannt haben und damit den Throrn Schwedens zurückerobert haben. Nach der Hervararsagan schaffte Inge der Ältere die Opfergaben in Svitjod ab und begann die massive Christianisierung Schwedens.

Nach Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert hat Inge den äldre das Kloster Vreta und die Vreta Klosterkirche gegründet, wobei seine Frau Helena etwa 20 Landgüter beisteuerte. Auf Grund dieser Gabe nahm man lange an, dass Inge der Ältere aus Östergötland kommt, was die moderne Geschichtsschreibung jedoch für wenig wahrscheinlich hält. Einige nehmen an, dass die Güter Helena gehörten, die daher aus Östergötland kam und andere glauben, dass die Güter ursprünglich Blot-Sven gehörten und lediglich durch den Mord an Inge den äldre fielen. Dokumente können keine der Theorien festigen, auch wenn man heute mehrheitlich denkt, dass es sich tatsächlich um Helenas Eigentum handelte, das damit an die katholische Kirche ging.

Aus der Regierungszeit von Inge den äldre ist relativ wenig bekannt, ausgenommen seinem Aufruf zum Treffen der drei Könige aus Schweden, Norwegen und Dänemark im Jahre 1101, das zu einem ewigen Frieden im Norden führen sollte. Das Treffen fand in Kungahälla, dem heutigen Kungälv statt und vereinte Inge den äldre, Erik Ejegod (Dänemark) und Magnus Barfot (Norwegen). Dieses Königstreffen, bei dem Inge der Ältere seine Tochter Margareta mit dem norwegischen König verheiratete, wird von mehreren Quellen bestätigt, unter anderem auch von Snorre Sturlasson, der die vorhergehenden Kriege und das Treffen der Könige im Detail beschreibt.

Allerdings berichten auch die Prosaiska krönikan und Johannes Magnus über Kriege die Inge den äldre geführt haben soll, so dass relativ wenig Klarheit über die tatsächlichen Kämpfe und die eroberten Gebiete vorliegt. Vor allem der Kampf gegen den russischen Fürsten Valdemar oder Jarizlav ist sogar mehr als nur zweifelhaft.

Während Inge den äldre, je nach Aufzeichnung, ermordet wurde oder an einer Krankheit starb, was bedeutet, dass die Todesursache wissenschaftlich nicht bekannt ist, so ist relativ sicher, dass der König in der Vreta Klosterkirche beerdigt wurde. Bei Ausgrabungen  konnte man im für das Stenkil ätten vorgesehenen Teil der Kirche Skelette finden, die nachweislich gegen 1100 bestattet wurden. Da die Skelette in den Grabkisten auch rund zwei Meter groß waren, was den Beschreibungen von Inge den äldre entspricht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei einem der Skelette tatsächlich um Inge den Älteren handelt.

Copyright: Herbert Kårlin